Bittere Schuld

von Annie Hauxwell 
4,3 Sterne bei3 Bewertungen
Bittere Schuld
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Inhaltsangabe zu "Bittere Schuld"

London im Klammergriff einer Hitze welle. Das Leben auf der Straße ist beinah vollständig zum Erliegen gekommen. Die Junkies der Stadt haben derweil noch ein ganz anderes Problem: Irgendjemand scheint den Drogenmarkt trockenlegen zu wollen … Da klopft auch noch Sonja Kvist, ein Geist aus Catherine Berlins Junkie-Vergangenheit, an deren Haustür. Sonjas zehnjährige Tochter ist verschwunden. Eine nie beglichene Schuld zwingt Catherine dazu, die Suche nach der Zehnjährigen aufzunehmen …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442381159
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Blanvalet Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:17.06.2014

Rezensionen und Bewertungen

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    Kaisus avatar
    Kaisuvor 4 Jahren
    Lesenswerter 2. Band!

    Eine Hitzewelle hat London erreicht. Während jeder auf niedrigster Sparflamme läuft, macht Catherine Berlin genau das Gegenteil. Ein Ladenbesitzer hat sie beauftragt, die Treue seiner Frau zu überprüfen. Sie macht sich eifrig an die Observierung, schließlich klingt alles nach einem einfachen Job, doch es kommt alles anders. Plötzlich meldet sich eine alte Bekannte bei ihr und bittet um die Einlösung einer alten Schuld.
    Ihre Tochter ist verschwunden und die Mutter macht sich große Sorgen. Während Catherine sich hier ebenfalls auf Spurensuche begibt, kommt sie mit Dingen in Berührung, die sie lieber nie angefasst hätte und das gilt für beide Aufträge.

    Die Verstrickungen sind anfangs etwas verwirrend. Doch schnell lösen sich die Knoten und man ist mittendrin in dem Gewirr aus Verrat, Misstrauen, Drogen, Machtmissbrauch und Mord. Catherine ist nicht mehr die Jüngste und ihre Drogenvergangenheit macht es nicht besser. Noch heute nimmt sie regelmäßig Heroin, selbst in abgewandelter Form. Dadurch wirkt sie oft wie ein menschliches Wrack und legt ein Verhalten an den Tag, was wenig professionell wirkt. Als man sie jedoch näher kennenlernt, empfindet man einen Hauch Mitleid mit ihr und entwickelt eine Sympathie für ihr großes Herz.

    Für ihre alte Freundin Sonja dagegen kann man kein Mitgefühl entwickeln. Sie wirkt wie das komplette Gegenteil von Catherine. Zwar sind sie beide Heroinjunkies, dennoch erscheint sie kälter und verlogener. Man kann sich nie sicher sein, ob sie die Wahrheit spricht, oder eine ihrer Lügengeschichten auftischt. Vor allem wenn es um ihre vermisste Tochter und ihren Vater geht. Entsprechend stellt man als Leser alles in Frage, was sie von sich gibt. Was das Gedankenchaos nur noch mehr unterstützt.

    Als sich dann auch noch zwei Polizisten dazu gesellen und ebenfalls kurze Passagen bekommen, in denen sie zu Wort kommen dürfen, ist die Ansammlung fast komplett. Man ahnt nun langsam in was die Fahnderin hineingeraten ist und Drogen sind noch das geringste Übel, mit dem sie zu kämpfen hat. Trotz dieser zahlreichen Ansätze gibt es aber stets einen roten Faden, an den man sich klammern kann und der einen durch das Buch führt.

    Es gibt eine dauerhafte Spannung, die den Lesefluss bestens unterstützt. Denn auch wenn viele Personen zu Wort kommen, erfährt man nie so viel, dass einem die Lösung verraten werden würde. Hier und da erfährt man natürlich ein paar Details mehr, die einem einen winzigen Vorsprung geben. Allerdings ist es nie zu viel.
    Wer wie und mit wem unter einer Decke steckt. Wer wann wen ermordet hat und warum alle die seltsame Catherine Berlin respektieren, wird dann alles Stück für Stück aufgeklärt. 
    Somit hält das Ende Überraschungen und Enttäuschungen bereit, wie es sich für einen Thriller gehört.

    Ist man einmal richtig drin in der Geschichte weiß man nicht mehr wen man trauen darf. Denn es ist nicht nur Sonja, die sich in Lügenmärchen verhaspelt. Die Polizisten stehen dem in nichts nach. Ebenso wird aus dem einfachen Beziehungsauftrag ein kleines Drama, was man so niemals für möglich gehalten hätte. Ein wenig hat sich Annie Hauxwell hier auch zu weit aus dem Fenster gelehnt für meinen Geschmack. Ein wesentlich kleineres i-Tüpfelchen hätte vollkommen ausgereicht.

    Auch wenn das jetzt alles chaotisch wirkt, passt dies alles perfekt zu der Zivilfahnderin. Sie ist keine Anzugträgerin mit blütenreiner Weste. Auf sie wartet kein strahlender Ehemann und der kleine Sprössling. Sie ist Alleinstehend und kämpft mit ihren eigenen Drachen. Das wird dem Leser immer wieder vor Augen gehalten und dennoch erobert sie das Leserherz und man möchte weitere Abenteuer mit ihr bewältigen. 
    Außerdem schafft es die Autorin wunderbar mit ihren Beschreibungen einen in das staubig warme London zu versetzen. Auch wenn sie uns dies nicht immer von ihrer besten Seite präsentieren kann.

    Alles in allem kann ich diesen zweiten Band "Bittere Schuld" um die Frau mit dem schönen Nachnamen Berlin nur wärmsten empfehlen. Zwar muss man hier und da ein paar Abstriche machen, was dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch tat. Ich fühlte mich die ganze Zeit ausgezeichnet unterhalten, fieberte mit der eigenwilligen Catherine mit, hoffte, bangte zog manchmal die Stirn kraus und hatte trotzdem nie das Gefühl, das Buch abbrechen zu müssen.

    8 von 10 Punkten

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    Haverss avatar
    Haversvor 4 Jahren
    Mit Berlin ganz nach untern

    „Bittere Schuld“, der neue Thriller aus der Feder der australischen Autorin Annie Hauxwell, ist nach „In ihrem Blut“ der zweite Band der Reihe, in dem die Privatdetektivin Catherine Berlin im Zentrum der Handlung steht. Berlin ist sechsundfünfzig Jahre alt und hat ihre besten Jahre längst hinter sich, was mit Sicherheit auch ihrer Heroin-Abhängigkeit geschuldet ist, die sie eher halbherzig versucht in den Griff zu bekommen. Zudem kämpft sie noch immer mit den schmerzhaften Nachwirkungen einer Verletzung, die sie sich vor einiger Zeit bei der Ausübung ihres Jobs zugezogen hat und die ihre Bewegungsfreiheit massiv einschränkt. Um sich über Wasser zu halten, nimmt sie kleinere Beschattungsaufträge an, die ihr zumindest die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln garantieren.

    London leidet unter einem heißen Sommer, und als ob das nicht schon genug wäre, ist es für Berlin auch immer schwieriger, an ihre tägliche Drogenration zu kommen. Zum einen fehlt ihr das nötige Kleingeld, und zum anderen haben ihre Dealer Lieferprobleme. Dann taucht auch noch Sonja, eine Gefährtin aus Junkie-Zeiten auf und fordert ihre Hilfe ein. Ihr Mann wurde ermordet und Princess, ihre zehnjährige Tochter, ist spurlos verschwunden. Berlin schuldet ihr noch einen Gefallen und macht sich in der Londoner Unterwelt auf die Suche nach dem Mädchen. Ein gefährliches Unterfangen, selbst wenn man ein Teil davon ist, denn Berlin bewegt sich nicht in den Kreisen der Reichen und Schönen. Ihr Milieu sind die Obdachlosen, die Junkies und die Kriminellen.

    Die Autorin nimmt ihre Leser auf eine Reise in die Dunkelheit der englischen Metropole mit, in der jeder Tag ein verzweifelter Kampf ums Überleben ist. Und auch ihre Protagonistin stellt bald fest, dass die Suche nach dem verschwundenen Kind sie an ihre Grenzen bringt und nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

    Man benötigt etwas Zeit, um sich in die Handlung einzulesen, aber dann steigt die Spannung analog der Temperaturen in der City kontinuierlich an, bis man an den Punkt gelangt, an dem es schier unmöglich ist, das Buch aus der Hand zu legen.
    Hauxwells Milieuschilderungen gehen unter die Haut und haben mich weit mehr beeindruckt als der gleichwohl spannend konstruierte Vermisstenfall. Die Personen sind bis ins Detail perfekt angelegt, zwar keine Sympathieträger, aber erwecken das Mitgefühl des Lesers, der hofft, dass Berlin den Ausflug in die Dunkelheit einigermaßen unbeschadet übersteht.

    Eine Anmerkung um Schluss: Obwohl „Bittere Schuld“ das zweite Buch der Catherine Berlin-Reihe ist, kann es problemlos ohne Kenntnis des Vorgängers gelesen werden.

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    Trikerins avatar
    Trikerinvor 3 Jahren

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