Annie Lyons

 4,5 Sterne bei 17 Bewertungen

Lebenslauf

Annie Lyons hat schon früh erkannt, dass Bücher so ziemlich das Beste im Leben sind. Und sie hatte das Glück, ihr gesamtes Berufsleben mit ihnen zu verbringen: zunächst als Buchhändlerin in der Charing Cross Road in London und danach elf Jahre lang im Verlagswesen. Nach einem Kurs für kreatives Schreiben beschloss sie, ihren ersten Roman zu schreiben. Sie brauchte zwei Jahre, um ihn fertigzustellen, und weitere zwei, um ihren ersten Verlagsvertrag zu bekommen. Nach einem Auslandsjahr in München lebt sie heute als Autorin zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern im Südosten von London.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Annie Lyons

Cover des Buches Der Buchclub – Ein Licht in dunklen Zeiten (ISBN: 9783499011450)

Der Buchclub – Ein Licht in dunklen Zeiten

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Erschienen am 14.11.2023
Cover des Buches Der Buchclub: Ein Licht in dunklen Zeiten (ISBN: B0CGLTZLFG)

Der Buchclub: Ein Licht in dunklen Zeiten

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Erschienen am 14.11.2023
Cover des Buches Life Or Something Like It (ISBN: 9781474036528)

Life Or Something Like It

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Erschienen am 13.07.2015
Cover des Buches Air Raid Book Club, The: A Novel (ISBN: 9780063330320)

Air Raid Book Club, The: A Novel

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Erschienen am 11.07.2023
Cover des Buches Not Quite Perfect (ISBN: 9780263250350)

Not Quite Perfect

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Erschienen am 18.07.2014

Neue Rezensionen zu Annie Lyons

Cover des Buches Der Buchclub – Ein Licht in dunklen Zeiten (ISBN: 9783499011450)
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Rezension zu "Der Buchclub – Ein Licht in dunklen Zeiten" von Annie Lyons

Einfühlsam und leise
talishavor 3 Monaten

"Der Buchclub - Ein Licht in dunklen Zeiten" ist eine eher ruhige Erzählung, in der zwar sehr viel geschieht, aber die doch sehr leise ist. Ich fand es sehr angenehm, denn die Geschehnisse sind stark und laut genug, so dass man sie nicht noch mit Trompetenwirbel schildern muss.
Man kann den Roman übrigens auch nicht mit "Die Bibliothek der Hoffnung" vergleichen. Trotz Bücher und Krieg als sich überschneidende Themen sind die beiden Bücher sehr verschieden und erzählen andere Geschichten.

Im Original heisst der Titel "Air Raid Bookclub", also "Luftangriff Buchclub", der mir passender erscheint, als der deutsche Titel, von dem man denkt, dass es im Roman um einen Buchclub und noch ein bisschen um das Drumherum geht. Doch es ist umgekehrt, es geht um das Drumherum, also vor allem um Gertie Bingham und ihr Umfeld.

Gertie ist müde, kommt über Tod von Harry nicht hinweg und will ihre Buchhandlung aufgeben, doch dann kommt Hedy und der Krieg. Und sie macht weiter. Gertie mochte ich - eigentlich ist sie tatkräftig aus Leidenschaft und in Persona, doch der Tod ihres Mannes hat sie lebensunlustig gemacht. Glücklicherweise kann sie immer wieder dieser leichten Depressionstrauer entkommen, auch über ihren Schatten springen, wobei man spürt, welche Energie sie in sich trägt. 

Auch Betty, Charles Ashford und Onkel Thomas Arnold sind sehr sympathisch, Miss Snipp, ist, wie ihr Name schon sagt, schwieriger. Harry, Gerties Mann, muss wunderbar gewesen sein, man erlebt ihn nur im Prolog auf den ersten Seiten. Es kommen viele weitere Figuren dazu: junge, wilde Teens and Tweens und solche im gesetzteren ruhigen Alter.  
Hedy zum Beispiel, die 14jährige, die aus Deutschland geholt wird, um in England in Sicherheit zu leben. Die kinderlose Gertie fragt sich, wie das Zusammenleben mit Hedy funktionieren soll, zu Recht, aber bald verbindet sie mehr als nur die Liebe zu den Büchern.

Diese Liebe zu Büchern ist bereits auf den ersten Seiten merklich spürbar und hält bis zur letzten Seite an. Einige Figuren müssen sich erst auf Bücher einlassen, innert Kürze merken jedoch alle, dass die in Büchern erzählten Geschichten vom bedrohlichen realen Leben ablenken können. Besonders während man im Schutzbunker sitzt - und da kommt der Buchtitel ins Spiel. 

Der Roman ist geprägt von Freundschaft und Mut. Beides brauchen alle Charaktere. Unter anderem wird eindrücklich geschildert, wie Hedy auf Lebenszeichen ihrer Eltern und ihrem Bruder wartet, und später auch alle vor Ort, als in England die Männer in die Armee eingezogen werden und niemand wird allein gelassen.

Die Kapitel werden mit Zitaten aus Klassikern überschrieben, das hat mir gut gefallen.

Fazit: Einfühlsamer Roman, der sich leicht lesen lässt. 

4 Punkte. 

Cover des Buches Der Buchclub – Ein Licht in dunklen Zeiten (ISBN: 9783499011450)
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Rezension zu "Der Buchclub – Ein Licht in dunklen Zeiten" von Annie Lyons

Ein Buch, welches das Herz berührt
RivaTaNivor 5 Monaten

Die Autorin Annie Lyons erzählt in ihrem Buch „Der Buchclub“ die Geschichte von Gertie und Hedy. Zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch zusammen den Schrecken des zweiten Weltkrieges trotzen.

Gertie ist eine Witwe, welche in London lebt und mit ihrem Leben hadert. Ihr Ehemann ist verstorben und sie fühlt sich nicht im Stande ihre geliebte Buchhandlung allein weiterzuführen. Hedy ist ein 14-jähriges jüdisches Flüchtlingsmädchen, welches von ihren Eltern nach England geschickt und somit in Sicherheit gebracht wird. Für beide ist dieses zusammenleben nicht einfach und mehr wie einmal müssen sich beide zusammenraufen. Als dann die Vorboten des Krieges immer mehr ihre Finger Richtung England und Beechwood, einem beschaulichen Vorort von London ausstrecken, kämpfen beide für ihre Freunde, ihre Buchhandlung und ihr zu Hause. So entsteht die Idee eines Luftschutzbuchclubs, wo Hedy und Gertie, während des Fliegeralarms, den anwesenden Personen Bücher vorlesen, um die Angst zu vermindern und sich die Zeit zu vertreiben. So entstehen unbezahlbare Freundschaften.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich lese sonst eigentlich nicht so gerne Romane, aber dieses hier hat mich von der ersten Seite an gepackt. Die Charaktere sind alle einzigartig und jeder für sich etwas ganz Besonderes. Auch die Stimmungen, sowohl vom Krieg als auch von der Gemeinschaft Beechwoods kommen sehr gut rüber.

Die Autorin hat es hervorragend geschafft, dieses schwierige Thema in ein Buch zu packen und lässt auch dabei die traurigen und grausamen Themen nicht aus. Die Familie von Hedy ist immer präsent, durch Briefe und Telegramme, bis plötzlich die Nachrichten abbrechen und die Ungewissheit zur Tagesordnung wird.

Das Buch und die Geschichte hab mich sehr ergriffen, auch wenn ich schon viele Bücher mit dem Thema gelesen habe. Ein Buch, welches ans Herz geht und auch daran erinnert, dass diese Zeit nie wieder kommen darf.

Von mir gibt es deswegen eine klare Leseempfehlung!

Cover des Buches Der Buchclub – Ein Licht in dunklen Zeiten (ISBN: 9783499011450)
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Rezension zu "Der Buchclub – Ein Licht in dunklen Zeiten" von Annie Lyons

Der Luftschutzbuchclub
hasirasi2vor 6 Monaten

„Manchmal ließ Gertie die Finger über die Buchrücken in den Regalen gleiten, weil er dort war, in jedem einzelnen Buch, auf jeder Seite, in jedem Wort. Es verschaffte ihr ein wenig Trost – und vertiefte gleichzeitig die Trauer. Gerti liebt ihre Buchhandlung, doch am meisten hatte sie den Laden in Verbindung mit Harry geliebt.“ (S. 29)

Gertie ist Ende 50 und hat seit dem Tod ihres Mannes Harry die Freude an Büchern verloren, sie trägt sich mit dem Gedanken, ihren Laden „Binghams Bücher“ zu verkaufen. Da fängt Deutschland den 2. WK an und Charles, der beste Freund ihres verstorbenen Mannes, der den Transport jüdischer Kinder aus Deutschland organisiert, bittet sie, eines aufzunehmen. Gertie kann sich das nicht vorstellen, da ihr nie eigene Kinder vergönnt waren, aber Charles insistiert: „Die Welt befindet sich am Rande einer Katastrophe, Gertie. Die Frage lautet, stehen wir daneben und sehen untätig zu, oder stehen wir auf und leisten unseren Beitrag?“ (S. 42)

Also nimmt sie Hedy (Hedwig) bei sich auf. Die 14jährige stammt aus München, spricht zum Glück etwas besser Englisch als Gertie Deutsch, vermisst aber ihre Familie sehr. Zum Heimweh kommt die Angst, wie es ihnen in Deutschland ergeht. Hedy verschließt sich und lässt niemanden an sich ran. Erst als Gertie die gemeinsame Liebe zu Büchern entdeckt, taut Hedy auf. Die Bücher sind es auch, die ihnen in den Nächten der Luftangriffe die Angst nehmen und sie ablenken. Und so laässt Gertie sie den Buchclub wieder aufleben, der mit Harry eingeschlafen war.

 

„Niemand ist eine Insel …“ (S. 119) sagt Gertie an einer Stelle und doch fühlt sich Hedy zu Beginn in England oft so – getrennt von ihrer Familie, in einem fremden Land, wo ihr das Essen und der Tee nicht wirklich schmecken und sie (noch) keine Freunde hat. Außerdem schlagen ihr auch hier Judenhass und Abneigung entgegen, weil sie als Deutsche der Feind ist. 

Ich konnte mich sehr gut in sie einfühlen und mochte es, dass Annie Lyons nichts beschönigt, sondern deutlich aber behutsam zeigt, welche Probleme sich zwischen den beiden Frauen mit über 40 Jahren Alters- und kulturellen Unterschieden auftun. Hedy wartet auf ihre Familie, sie will und kann Gertie nicht als Ersatz annehmen, und das soll sie auch nicht. Denn auch Gertie fällt es nicht leicht, plötzlich für einen Teenager verantwortlich zu sein, der sie so sehr an ihre eigene Unfähigkeit erinnert, Kinder zu bekommen und ihren eingefahrenen Alltag durcheinander wirbelt. Dazu kommt das Grauen des Krieges, die Angriffe, die Zerstörung, die Angst. All das schweißt Hedy und Gertie immer mehr zusammen, sie geben sich gegenseitig Kraft, Mut und Halt.

Und natürlich sind auch sie beide keine Insel. Sie leben in einer Gemeinschaft, deren Mittelpunkt u.a. die Buchhandlung, deren (Luftschutz-)Keller und der Buchclub ist.

 

Auch, wenn das Thema und die Zeit, die Annie Lyons in ihrem Buch behandelt, für mich nicht neu sind, so konnte mich ihre Geschichte doch abholen und berühren. Für mich wird sie durch die Beziehung zwischen Gertie und Hedy besonders, zeigt, wie wichtig Zusammenhalt und Anpassungsfähigkeit sind und dass Bücher Mut und Hoffnung machen und die unterschiedlichsten Menschen verbinden können. 

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