Annika Büsing

 4,3 Sterne bei 147 Bewertungen
Autor*in von Nordstadt, Wir kommen zurecht und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Annika Büsing (*1981) lebt mit ihrer Familie in Bochum und unterrichtet an einem Gymnasium. 2022 gewann sie mit ihrem gefeierten Debüt »Nordstadt« den Deutschen Jugendliteraturpreis, den Literaturpreis Ruhr und den Mara-Cassens-Preis. Nominiert war sie außerdem für den Bayerischen Buchpreis, den Bloggerpreis Das Debüt und den Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals. Mit »Koller« schaffte sie es auf die Listen des Evangelischen Buchpreises und den Preis Das zweite Buch. Beide Romane wurden fürs Theater adaptiert. Ihr dritter Roman »Wir kommen zurecht« erschien im Frühjahr 2025 bei Steidl.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Annika Büsing

Cover des Buches Nordstadt (ISBN: 9783969990643)

Nordstadt

(64)
Erschienen am 10.05.2022
Cover des Buches Wir kommen zurecht (ISBN: 9783969994542)

Wir kommen zurecht

(29)
Erschienen am 17.07.2025
Cover des Buches Koller (ISBN: 9783969991961)

Koller

(28)
Erschienen am 27.03.2023
Cover des Buches Nordstadt (Steidl Pocket) (ISBN: 9783969991954)

Nordstadt (Steidl Pocket)

(24)
Erschienen am 13.10.2025
Cover des Buches Magisch (ISBN: 9783103977448)

Magisch

(0)
Erscheint am 29.07.2026
Cover des Buches Wir kommen zurecht (ISBN: B0F29KMW9V)

Wir kommen zurecht

(2)
Erschienen am 17.04.2025

Neue Rezensionen zu Annika Büsing

Cover des Buches Wir kommen zurecht (ISBN: 9783969994542)
mimitati_555s avatar

Rezension zu "Wir kommen zurecht" von Annika Büsing

mimitati_555
Familienbande

Philipp ist siebzehn, die Abiturprüfungen stehen vor der Tür, da sind die Ausflüge zum Friedhof, um dort zusammen mit seinem besten Freund zu kiffen, wahrscheinlich nicht die beste Idee. Zu Hause ist es schwierig, aber auszuhalten, allerdings wird es mal wieder richtig kompliziert, als sich seine Mutter meldet, die er seit Jahren nicht gesehen hat. Aus Gründen. Philipp muss sich entscheiden, ob er weiterhin nichts sagt, um es einfacher zu haben, oder es lieber einfacher hat, dafür aber den schwierigeren Weg geht, indem er den Mund aufmacht.

»Aber vielleicht ging es gar nicht darum, darüber zu reden, was einem widerfuhr. Manche Dinge erklären sich nicht, selbst dann nicht, wenn man darüber spricht. Manche Dinge weiß man einfach, wenn man hinsieht und zuschaut, wenn man ein bisschen was erlebt und erlitten hat. (Seite 261)

Nach »Nordstadt« und »Koller« ist dies der dritte Roman von Annika Büsing, auf den ich mich sehr gefreut hatte. Leicht hat es mir die Autorin diesmal aber nicht gemacht, auch nach über fünfzig Seiten kam ich nicht in die Geschichte rein, sodass ich abgebrochen und pausiert habe. Aufgeben wollte ich allerdings nicht, denn ein kleiner Teil von mir wollte unbedingt wissen, um was es da eigentlich geht. So nahm ich das Buch ein paar Tage später erneut in die Hand, ließ mich auf die ungewöhnliche Erzählweise ein, und konnte es kurz darauf kaum glauben, aber so war es: Die Geschichte packte mich und ließ mich bis zur letzten Seite nicht mehr los. Wie gut, dass ich so hartnäckig war!

Die Erzählung rührte und bewegte mich, besonders das letzte Drittel war  spannend, es geschah so viel und ich war neugierig, welcher Abschluss mich erwarten würde. Ein Roman, auf den man sich einlassen muss, besonders zu Anfang kam ich mit den drogeninduzierten Passagen nicht ganz klar, wuchs aber rein und dann verstand ich, was Sache war. Lesenswert!

Cover des Buches Nordstadt (ISBN: 9783969990643)
Fries avatar

Rezension zu "Nordstadt" von Annika Büsing

Frie
Tolles Debut

Da hält man ein kleines, schön eingebundenes Buch in den Händen – und zwischen den Buchdeckeln geht es dann richtig zur Sache. Gut, dass gleich zu Beginn vor der Darstellung von Gewalt gewarnt wird.

Mit Nordstadt hat Annika Büsing einen Debütroman vorgelegt, der mich in eine mir völlig fremde Welt geführt hat. Nene ist gerade einmal zwanzig Jahre alt und hat bereits so viele schlimme Erfahrungen machen müssen, dass man sie beim Lesen am liebsten ununterbrochen in den Arm nehmen möchte.

Aber Nene ist auch eine Kämpferin. Zwischen all den nüchternen Abläufen beim Jugendamt wurden immer wieder gute Entscheidungen getroffen, die ihr schließlich eine Perspektive eröffnet haben. So ist sie Bademeisterin geworden – ein Beruf, den sie liebt. Sie hat einen Weg gefunden, ihre Erlebnisse zunächst auf Abstand zu halten und sich damit ein fragiles Gleichgewicht geschaffen.

Im Schwimmbad trifft sie auf Boris. Auch über ihm wurde kein Füllhorn ausgeschüttet. Seine Mutter ließ ihn nicht impfen, er erkrankte schwer an Kinderlähmung. In der sozial schwachen Gegend, in der beide leben, hat er die ganze Bandbreite an Quälereien erlebt, die Menschen mit körperlichen Einschränkungen nur allzu gut kennen.

Nun treffen diese beiden aufeinander und versuchen, ein Paar zu werden. Es wird sich geöffnet und wieder verschlossen, Wahrheit gesagt und gelogen, voneinander gelernt – und vieles falsch gemacht.

Büsing mag ihre Figuren und macht sie nie lächerlich. Sie schreibt in einem klaren, harten Stil, der gut zur Gesellschaft passt, in der diese Geschichte verortet ist. Daran musste ich mich zunächst gewöhnen, empfand es dann aber als sehr authentisch.

Ein Coming-of-Age-Roman, den auch Erwachsene sehr gut lesen können.

4,5 Sterne und eine klare Leseempfehlung von mir.

Cover des Buches Wir kommen zurecht (ISBN: 9783969994542)
Ana80s avatar

Rezension zu "Wir kommen zurecht" von Annika Büsing

Ana80
Familie

Philipp wird nicht in einer sogenannten „heilen Familie“ groß. Materiell ist er zwar gut versorgt, aber er hat gelernt den Mund zu halten, um niemandem auf die Nerven zu gehen. Zu seinem Vater, bei dem er lebt, hat er ein eher unterkühltes Verhältnis, seine Mutter ist psychisch krank und kommt in seinem Leben kaum vor, außer die Polizei sucht mal wieder nach ihr. Die Lebensgefährtin seines Vaters ist zwar bemüht, einen wirklichen Draht kann und möchte Philipp jedoch nicht zu ihr aufbauen. Sein einzig enger Vertrauter ist Freund Lorenz, mit dem er über eigentlich alles reden kann…

Dieser Roman ist ein Buch mitten aus dem Leben. Annika Büsing beschreibt geschickt, was Familie auch bedeutet. Ohne viel Drama, allerdings schonungslos ehrlich. Situationen, die einen schmunzeln lassen werden ebenso beschrieben wie die, die einen traurig machen. Der Schreibstil ist einfach und authentisch und man nimmt der Autorin sofort ab, dass es diese Geschichte so, oder so ähnlich, tausendfach unter uns gibt und ist trotzdem keine Sekunde gelangweilt.
Ein tolles und absolut empfehlenswertes Buch! 

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