Annika Fechner Ein Mädchen, das Beerdigungen sammelt und ein Mann, der niemals schläft

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Inhaltsangabe zu „Ein Mädchen, das Beerdigungen sammelt und ein Mann, der niemals schläft“ von Annika Fechner

Ferdinand würde gerne schlafen, aber er kann nicht. Eva könnte schlafen, aber sie hat Angst. Und Melissa ist auf der Suche nach der perfekten Beerdigung. Dass sich die Wege dieser drei Menschen kreuzen, ist so absonderlich, erstaunlich, urkomisch und tief traurig wie das Leben selbst. Auf den ersten Blick ist Ferdinand Schmelzer ein ganz normaler gepflegter und sportlicher Mittvierziger und er ist sehr, sehr müde. Denn Ferdinand plagt ein Leiden, auf das bisher noch kein Arzt eine Antwort weiß: Seit frühester Jugend kann er nicht schlafen. Lediglich kurze Ruhephasen von ihm selbst silentium getauft sind ihm vergönnt. Und seit er herausgefunden hat, dass diese am ehesten gelingen, wenn er sich auf Reisen die Geschichten anderer Menschen anhört, verbringt er viel Zeit in Zügen. So lernt er auch die 16jährige Melissa kennen, die wie er aus Freiburg kommt und ebenfalls viel unterwegs ist. Und zwar aus einem abenteuerlichen Grund: Sie sammelt Beerdigungen. Zwischen den beiden ungleichen Außenseitern entwickelt sich behutsam eine Freundschaft, in deren Verlauf Melissa ihm von ihrer todkranken Mutter Eva erzählt ...

Was für eine wundervolle Geschichte! Absolute Leseempfehlung

— cassandrad

Ernstes Thema wird mit viele Tiefgang, Feingefühl, ohne klischeehafte Allerweltsplätze und in toller Sprache dargebracht.

— Jezebelle

Ein Buch mit Tiefgang, das mich sehr mitgenommen hat.

— xknutschix

Eine einzigartige Leseerfahrung, die bis ins tiefste Herzensinnere nachhallt!

— Nyansha

Wahnsinnsbuch. Absolut lesenswert, eine Neuentdeckung einer Autorin für mich!

— dieschmitt

Ein Buch vom Schicksal dreier zunächst völlig fremder Menschen. Wunderbar erzählt und mit Tiefgang. Unbedingt weiterzuempfehlen.

— JurekP

Eine klare Lese-Empfehlung für alle, die keine Angst vor den großen Themen Trauer und Tod haben.

— SATZZEICHEN

selten, das ein Buch mir feuchte Augen bereitet. Aber das Buch und die Autorin haben es geschafft. Ein sehr eindringliches Buch.

— anja_bauer

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  • Leider fehlt die Spannung

    Ein Mädchen, das Beerdigungen sammelt und ein Mann, der niemals schläft

    anra1993

    03. August 2017 um 17:35

    Ich finde, dass sich der Klappentext wirklich spannend anhört. Wie kann es sein, dass jemand nie schläft und weshalb sammelt jemand freiwillig Beerdigungen? Das Cover sagt mir leider gar nicht zu. Die Farben passen gut zur Geschichte, da sie etwas Trauriges an sich hat und das Leben von Ferdinand sehr trostlos ist. Der Rest ist leider überhaupt nicht mein Fall und sieht für mich etwas langweilig aus.Die Autorin schreibt zwar gut, allerdings fehlt mir das gewisse Etwas. Unter anderem das Bildliche und Fesselnde. Leider habe ich beides sehr stark vermisst. Ich konnte mich bereits am Anfang nicht in die Geschichte einfinden. Das Ganze war für mich zu abstrakt, auch wenn ich die Beweggründe der Charaktere verstanden habe. Allerdings finde ich es einfach zu übertrieben, dass jemand auf viele Beerdigungen geht, nur um der totkranken Mutter die perfekte Beerdigung zu schenken. Und Ferdinand? Das Buch wird als Gegenwartsliteratur bezeichnet. Ist es auch zum größten Teil, aber es ist nicht möglich, nie zu schlafen. Irgendwann würde sich der Körper das holen, was er braucht und das ist Schlaf! Daher würde ich hier noch den Zusatz Fantasy hinzufügen.Die Idee finde ich nett, allerdings scheitert es für mich klar an der Umsetzung. Ich hatte nie das Gefühl, dass es wirklich spannend wurde. Vielmehr dümpelt das Buch vor sich hin und es wird erzählt und erzählt. Es fehlt an fesselnde und interessante Momente. Leider hat es dazu geführt, dass ich das Buch nicht gerne gelesen habe. Mein Fazit Leider kann ich das Buch nicht weiterempfehlen. Für mich fehlt die Spannung und durch die langen Passagen, war es wirklich sehr zäh. Zu dem fehlt mir für eine Gegenwartsliteratur der Realitätsbezug, der für mich aufgrund der unrealistischen Geschichte nicht gegeben war.

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  • Wunderschön!

    Ein Mädchen, das Beerdigungen sammelt und ein Mann, der niemals schläft

    cassandrad

    28. April 2017 um 21:31

    So ansprechend der Titel des Buches ist, so wenig gefällt mir das Cover.Obwohl die Inhaltsangabe mich neugierig gemacht hat, habe ich einige Wochen gebraucht, bis ich mit dem kleinen Büchlein begonnen habe. Dann jedoch habe ich die Geschichte in fast einem Ruck durchgelesen.Ohne Kitsch und ohne große Worte schafft es dieses Buch bei ernsten Themen den richtigen Punkt zu treffen. Gleichzeit habe ich auch wahnsinnige Freude bei der Lektüre gehabt. Ich kann es nicht erklären - trotz ernster Thematik hat die Autorin eine solche Leichtigkeit beim Erzählen - man verschlingt einfach Seite für Seite. Die Freundschaften, die zwischen Ferdinand, Melissa und Eva entstehen sind so kostbar, echt und ohne Tamtam, dass sie mich im tiefsten gerührt haben.Wer eine ungewöhnliche Geschichte über Freundschaft, Trauer, Tod und Hoffnung lesen möchte - hier eine absolute Leseempfehlung!

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  • Ein Mädchen, das Beerdigungen sammelt und ein Mann, der niemals schläft

    Ein Mädchen, das Beerdigungen sammelt und ein Mann, der niemals schläft

    Blaustern

    30. March 2017 um 12:22

    Ferdinand ist Mitte 40 und hat ein großes Problem. Er kann nicht schlafen. Nie. Obwohl er es so gern würde. Er kommt nicht zur Ruhe, der Körper kann somit keine neue Energie tanken, und er muss sich etwas überlegen, damit er überleben kann, denn er besteht nur noch aus Haut und Haaren. Alle möglichen Jobs bringen nichts. Irgendwann erkennt er, dass ihm Zugfahren gut tut, zur Ruhe kommen lässt, indem er fremden Gesprächen lauscht. Dabei lernt er die 16jährige Melissa kennen, denn ihr begegnet er öfters als einmal, und auch sie ist etwas außergewöhnlich. Sie sammelt Beerdigungen, und Ferdinand möchte gern herausbekommen, was genau dahintersteckt. Es entwickelt sich mit der Zeit eine tiefe Freundschaft, auch zu ihrer Mutter Eva, die schwerkrank ist, und gemeinsam gehen sie diesen Weg, den Weg des Lebens. So außergewöhnlich wie der Titel ist auch der Roman, wobei es auch ein sehr tiefgehender und bemerkenswerter Roman ist. Braucht man anfangs eine gewisse Zeit, um in die Geschichte hineinzufinden und kommt sie einem langsam langatmig vor, geht es spätestens dann aber zur Sache, als Melissa ins Spiel kommt. Die beiden ungewöhnlichen Menschen lernen einander kennen, und es wächst eine tiefe Freundschaft, in der sie alles miteinander teilen und füreinander da sind. Es geht ums Sterben, Kummer, Liebe, andersartige Menschen. Doch bei all der Schwermütigkeit blitzt immer wieder der Humor hindurch. Denn das Leben hat auch von allem was zu bieten. Die ungenierte Sprache passt dabei wunderbar und ist dazu noch sehr gefühlvoll.

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  • Wenn aus Fremden Freund werden

    Ein Mädchen, das Beerdigungen sammelt und ein Mann, der niemals schläft

    Jezebelle

    28. March 2017 um 21:09

    Dieses Buch hat nicht nur einen interessanten Titel, der zumindest bei mir für Aufmerksamkeit sorgte, sondern auch einen gut durchdachten Plot. Ich war also lesebereit. Es ist in einer sehr schönen und präzisen Sprache geschrieben und lässt einen schmunzeln, nachdenken und weinen. Der an Schlaflosigkeit leidende Mann pflegt selbst eine genaue Sprachbetrachtung und nutzt seine guten Menschenkenntnisse, um durch das Zuhören bei Zugbekanntschaften eine Art Ermüdung zu erlangen, die ihn zumindest für kurze Zeit zur Ruhe kommen lässt. Man erfährt dabei nebenbei so Einiges über "funktionierenden Smalltalk". Außerdem hat man das Gefühl all den schimpfenden Menschen selbst auch schon begegnet zu sein oder ihnen freiwillig oder unfreiwillig gelauscht zu haben. Hier hat die Autorin mit Sicherheit eigene Alltagsbeobachtungen gut einbauen können und lässt über ihre Figur ganz unaufgeregt auch das ein oder andere Statement zu sogenannten Allgemeinplätzen oder Stammtischweisheiten einfließen. Zusammen mit dem Ich-Erzähler, dem Mann, der nicht schlafen konnte, kommt man langsam dem Geheimnis des Beerdigungen sammelnden Mädchens auf die Spur und lernt dann Schritt für Schritt eine dritte wichtige Figur kennen. Auch das aus meiner Sicht passende Titelbild erklärt sich durch die Lektüre. Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat: Ernsthafte Themen bleiben ernsthaft und kitschige oder klischeehafte Sprüche und Attitüden unterbleiben. Dafür wird Platz geschaffen für viele kleine Detail und Freuden des Lebens. Letztendlich erzählt das Buch von einer oder zwei eng miteinander verbundenen Freundschaften, die ganz ohne Aufregung auskommen. Sie sind zufällig entstanden und geben den Menschen so viel, dass sie beibehalten werden. Und so zeichnen sie sich dadurch aus, dass Menschen, die sich vorher nie kannten, füreinander da sind, über sich hinauswachsen und damit sich selbst auch entwickeln und verändern. Und so traurig Krankheit und Tod auch sind, man wird fast ein bisschen neidisch, wenn man solche feinfühligen Freunde nicht in seinem Freundeskreis selbst hat. Ich bin bei diesem Buch voll auf meine Kosten gekommen, mein Herz konnte sich erfreuen und für die Charaktere erwärmen, mein Ohr bekam den Wohlklang einer gepflegten Sprache zu spüren, mein Hirn wurde aktiviert und in weiter anklingende Vibrationen versetzt und meine Augen blieben in den ärgsten Momenten nicht trocken.

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    • 2
  • Zwei Außenseiter und eine tiefgehende Geschichte

    Ein Mädchen, das Beerdigungen sammelt und ein Mann, der niemals schläft

    xknutschix

    12. March 2017 um 16:10

    "Ein Mädchen das Beerdigungen sammelt und ein Mann der nicht schlafen kann" ist 2016 bei hansanord erschienen.Ferdinand Schmelzer ist Mitte 40 und hat ein Problem: Seit der Pubertät kann er nicht schlafen und bisher konnte ihm noch kein Arzt helfen. Melissa ist 16 und hat ein ausgefallenes Hobby: sie sammelt Beerdigungen. Die beiden lernen sich auf einer Zugfahrt kennen, die Ferdinand benötigt, um wenigstens ein wenig dämmern zu können. Im Laufe der Geschichte erfährt Ferdinand von Melissas todkranker Mutter, die Angst vor dem Schlafen hat.Zu Beginn des Buches habe ich mich gefragt, wie man Beerdigungen sammeln kann, nun bin ich schlauer - man kann.Das Buch hat mich ab der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd. Die Hauptpersonen sind zu Beginn ein wenig verschroben, wenn man sie besser kennen gelernt hat, ergibt alles einen Sinn.Mein Fazit: wer sich nicht davor scheut sich mit den Themen Tod und Trauer auseinander zu setzen erhält hier ein Buch mit Tiefgang, welches mir stellenweise die Tränen in die Augen getrieben hat.

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  • Leserunde zu "Ein Mädchen, das Beerdigungen sammelt und ein Mann, der niemals schläft" von Annika Fechner

    Ein Mädchen, das Beerdigungen sammelt und ein Mann, der niemals schläft

    Hansanord_Verlag

    Liebe Lovelybooks-Gemeinde, zu unser großen Freude, sind wir mit unserem Buch auf der Shortlist für den "Ungewöhnlichsten Buchtitel des Jahres 2016" gelandet und haben festgestellt, dass wir sooooo lange keine Leserunde mehr hier hatten ... das wollen wir nun mit diesem Buch ändern. Wir verlosen für die Leserunde 20 Bücher - 10 gedruckte Bücher und 10 ebooks. Bitte gebt doch Eure Vorliebe bei der Bewerbung ab ! zum Inhalt: Ferdinand würde gerne schlafen, aber er kann nicht. Eva könnte schlafen, aber sie hat Angst. Und Melissa ist auf der Suche nach der perfekten Beerdigung. Dass sich die Wege dieser drei Menschen kreuzen, ist so absonderlich, erstaunlich, urkomisch und tief traurig wie das Leben selbst. Auf den ersten Blick ist Ferdinand Schmelzer ein ganz normaler gepflegter und sportlicher Mittvierziger – und er ist sehr, sehr müde. Denn Ferdinand plagt ein Leiden, auf das bisher noch kein Arzt eine Antwort weiß: Seit frühester Jugend kann er nicht schlafen. Lediglich kurze Ruhephasen – von ihm selbst „silentium“ getauft ­ sind ihm vergönnt. Und seit er herausgefunden hat, dass diese am ehesten gelingen, wenn er sich auf Reisen die Geschichten anderer Menschen anhört, verbringt er viel Zeit in Zügen. So lernt er auch die 16jährige Melissa kennen, die wie er aus Freiburg kommt und ebenfalls viel unterwegs ist. Und zwar aus einem abenteuerlichen Grund: Sie sammelt Beerdigungen. Zwischen den beiden ungleichen Außenseitern entwickelt sich behutsam eine Freundschaft, in deren Verlauf Melissa ihm von ihrer todkranken Mutter Eva erzählt ... Wir freuen uns auf Eure Bewerbung - Eure Feedback´s und natürlich auch auf bzw. über Eure Rezensionen ! Euer hansanord Verlag

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    • 158
  • Ein einzigartiges Buch

    Ein Mädchen, das Beerdigungen sammelt und ein Mann, der niemals schläft

    Nyansha

    06. March 2017 um 21:50

    Im Nachhinein bin ich unglaublich froh, dieses Buch gelesen zu haben, das sei an dieser Stelle schon einmal deutlich gesagt. Es gibt Leseerfahrungen, die wird man nie wieder vergessen und eine solche habe ich gerade hinter mir, während ich diese Zeilen schreibe. Ferdinand würde gerne schlafen, kann es aber nicht. Auch zahlreiche Ärztebesuche, Hausmittelchen und Selbstversuche, doch noch REM-Phasen zu erleben, haben zu keinem Ergebnis geführt. Er versucht als Flugbegleiter, dem natürlichen Schlafrhythmus komplett zu entfliehen, richtet sich nach einigen Jahren in dieser Branche aber beinahe selbst zugrunde. Er merkt, dass sich etwas ändern muss und findet durch Zufall heraus, dass ihn die Gespräche mit sehr selbstbezogenen und geschwätzigen Menschen derart ermüden, dass er dem Schlaf schon sehr, sehr nahe kommt. Diese Phasen nennt er Silentien, doch leider findet er sie nur, wenn er im Zug mit diesen Menschen kommuniziert. Wie es der Zufall weiter will, lernt Ferdinand Melissa, ein 16-jähriges Mädchen kennen, das immer schwarz gekleidet zu sein scheint und ihm immer begegnet, wenn sie gerade auf dem Weg zu einer Beerdigung ist. Die beiden freunden sich nach und nach an und Ferdinand kommt nicht umhin zu bemerken, dass Melissa keinerlei Verbindung zu den Verstorbenen hat – außer, dass sie die Beerdigungen von Frauen mit dem Vornamen „Eva“ besucht. So lernt er schließlich auch ihr Geheimnis kennen: Sie hat eine sterbenskranke Mutter namens Eva und ist auf der Suche nach der perfekten Beerdigung. Dieses Buch ist ungeheuer traurig, genial und geht einem so schnell nicht wieder aus dem Kopf. Die Charaktere sind nicht nur ungeheuer tiefgründig, sondern auch so schmerzhaft menschlich, dass man nicht umhin kann, mit ihnen mitzuempfinden. Empfindungen gibt es reichlich, ob nun Freude, Hoffnung, Schmerz oder auch Trauer. Ferdinand, Eva und Melissa sind eine ganz besondere und außergewöhnliche Gruppe, sie sind Freunde, Familie und Seelenpartner. Der Schreibstil ist gehoben, ebenso tiefgründig wie die Geschichte selbst und vermittelt einerseits eine gewisse, nackte Realität, aber auch eine emotionale Tiefe, deren Verbindung einfach einzigartig ist. Für mich ist dieses Buch ein ganz besonderes. Nach dem Lesen blieb ich nun erschüttert, traurig, aber auch mit einem sehr intensiven Gefühl zurück, dass sich kaum beschreiben lässt. Es kommt selten vor, dass ein Buch einen solchen, tiefen Eindruck hinterlassen kann, dies kenne ich eigentlich vornehmlich von klassischen Literaturwerken. Es ist nicht einmal einfach, diese Wirkung zu beschreiben, die noch lange vorhalten wird. Sicher ist aber, dass hier ein sehr besonderes Buch vorliegt, das zu lesen ich nur jeden wärmstens empfehlen kann!

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  • Bitte mehr solche Bücher, absolut außergewöhnlich!

    Ein Mädchen, das Beerdigungen sammelt und ein Mann, der niemals schläft

    dieschmitt

    06. March 2017 um 13:50

    Wow was für ein Buch. Zunächst fiel es mir sehr schwer in die Geschichte von Melissa und Ferdinand hereinzukommen, in die später noch die Mutter von Melissa, Eva dazukommt. Es ist die Geschichte von 3 sehr außergewöhnlichen Personen mit vielen Eigenheiten, die sich schließlich brauchen und durch sehr schwere Zeiten helfen. Melissa, die wie eine Touristin Beerdigungen besucht, lange ist nicht klar warum und Ferdinand der nicht schlafen kann und dadurch immer wieder keine Energie hat. Diese Personen treffen immer wieder aufeinander und lernen sich füreinander zu öffnen. So schließlich auch Eva. Sie gehen die Reise durch das Leben schließlich zu dritt, auf ihre ganz eigene Weise und brauchen sich schließlich auch alle gegenseitig. Als ich mich durch den Anfang „gebissen“ hatte, hat mich das Buch aber gepackt und zum Lachen und Weinen gebracht. Ein wundervolles Buch, nur wenige Bücher bringen mich zum Weinen und Lachen, diese tragischen Geschichten können ein Sinnbild für das Leben sein. So wie das Leben von allem etwas enthält, enthält dies auch dieses außergewöhnliche Buch. Ich mag die unverblümte aber dennoch gewählte Sprache. Fazit: ein absolut außergewöhnliches Buch, das ich mit Sicherheit nochmal lesen werde. Das Buch fällt absolut aus dem Rahmen und macht mich sehr neugierig auf mehr von der Autorin. Wahnsinn, eine absolute Neuentdeckung für mich.

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  • Schräge Typen, hartes Schicksal und ausgesucht schöne Sprache

    Ein Mädchen, das Beerdigungen sammelt und ein Mann, der niemals schläft

    JurekP

    28. February 2017 um 14:57

    Ein Buch vom Schicksal dreier zunächst völlig fremder Menschen. Wunderbar erzählt und mit Tiefgang. Inhalt: Da ist ein Mann, Ferdinand, Mitte 40, der niemals schläft, weil er das einfach nicht kann und deswegen mit seinem Leben kaum zurechtkommt. Der begegnet, und das mehrmals, einem Mädchen, Melissa, 16, das augenscheinlich häufig Beerdigungen besucht. Diese beiden Außenseiter freunden sich an und werden sich gemeinsam um die Mutter des Mädchens kümmern, Eva, die schwer gezeichnet auf den Tod krank liegt. Und die am Ende stirbt, das erwartet der Leser auch gar nicht anders. Charaktere: Ferdinand, der Ich-Erzähler, schildert ausführlich sein leidvolles Dasein als Nichtschläfer und seine in Jahren entwickelten Überlebensstrategien. Auch das Mädchen Melissa und ihre Mutter Eva werden sehr schön dargestellt und bieten dem Leser genau die nötige Projektionsfläche. Nebenher gibt es noch Manuel, weil Melissa natürlich auch einen jungen Mann zur Seite braucht, und die diversen "Gäste" Ferdinands, die hübsche Abstecher in eine Welt der weniger schönen Sprache bieten können. Die Charaktere wirken nah und authentisch, trotz ihrer scheinbaren Absonderlichkeiten, das gefiel mir. Stil: Der Ich-Erzähler bedient sich einer ausgesucht schönen, intelligenten Sprache. Man kann das Buch in einem Rutsch durchlesen, ohne dass es einem zu viel wird, und das, trotz der dem schwierigen Thema mitunter innewohnenden Schwermut, mit Anflügen freundlicher Heiterkeit. Fazit: Eine außergewöhnliche Geschichte mit einem außergewöhnlichen Titel, die es in sich hat und außergewöhnlich gut erzählt wird. Es gibt von der Autorin noch ein weiteres Buch (eben bei amazon bestellt), wenn mir das auch so gut gefällt, wünsche ich mir, dass ein großer Publikumsverlag auf die junge Dame aufmerksam wird. Verdient hätte sie es.

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    • 2
  • Schlaflos und traurig

    Ein Mädchen, das Beerdigungen sammelt und ein Mann, der niemals schläft

    SATZZEICHEN

    21. February 2017 um 16:31

    Ferdinand hat ein Problem: Er würde gerne schlafen, kann es aber nicht. Seit er denken kann, ist das schon so. Manch einer würde an diesem Schicksal zerbrechen, doch Ferdinand ist erfinderisch genug, sich immer wieder an die neuen Gegebenheiten anzupassen, denn sein Körper verändert seine Bedürfnisse permanent. Anfangs arbeitet er als Flugbegleiter – der vermeintlich perfekte Job für einen, der an Schlafstörungen leidet, sind doch alle um ihn herum irgendwie geplagt von Jetlag, Zeitumstellung und chronischer Unruhe. Doch schleichend kommt der Zusammenbruch. Ferdinand verliert an Gewicht, merkt, dass er diesen Job nicht weiter machen kann. Er muss neue Wege finden, wie er Kraft tanken kann, ohne zu schlafen. Und so entdeckt er, dass er vor allem dann in einen dämmerartigen Zustand driften kann, wenn er mit Menschen redet, die extrem ich-bezogen sind und ihn in Gesprächen „aussaugen“. Er findet diese Energiefresser auf längeren Zugfahrten. Also kauft er sich eine BahnCard 100, zieht in ein Wohnmobil auf einem Dauercamperplatz, um Geld zu sparen, und arbeitet Teilzeit beim Straßenbau. Die körperliche Arbeit hält ihn fit und macht ihn gleichzeitig müde. Auf einer seiner Zugfahrten lernt er Melissa kennen, ein 16-jähriges Mädchen, das unterwegs zu einer Beerdigung ist. Per Zufall treffen sie sich einige Zeit später wieder – und dann noch einmal. Als sie jedesmal wieder auf dem Weg zu einer Beerdigung ist, wird Ferdinand hellhörig. Die beiden bleiben lose in Kontakt und eines Tages bittet Melissa ihn aus heiterem Himmel, sie auf eine dieser Beerdigungen zu begleiten. Ferdinand kommt mit. Und er begleitet sie danach nochmals. Dann aber fällt ihm auf, dass alle Toten, auf deren Beerdigungen Melissa verweilt, weiblich sind und Eva heißen. Er wird stutzig und fragt nach. Ihre Reaktion ist unerwartet heftig, sie schreit ihn an und verschwindet. Wochenlang hört er nichts mehr von dem eigenartigen Mädchen, auf Kontaktversuche seinerseits kommt kein Lebenszeichen zurück. Als Ferdinand dann eines Tages eine Todesanzeige für eine gewisse „Eva Essling“ entdeckt, wittert er seine Chance und hofft, Melissa bei dieser Beerdigung zu treffen. Und in der Tat, er hat Glück – das Mädchen ist da. Zögerlich lässt es sich auf ein Gespräch mit ihm ein – und was er dann erfährt, macht ihn unendlich traurig. Dieser Moment ist ein Wendepunkt in der Geschichte. Die beiden Bekannten werden enger zusammengeschweißt ob ihres gemeinsamen Wissens. Aus der Bekanntschaft wird eine wahre Freundschaft und Ferdinand entdeckt unerkannte Seiten an sich und Fähigkeiten, die er sich vorher nicht zugetraut hätte. Gemeinsam mit Melissa lässt er sich auf ein schwieriges Unterfangen ein … Annika Fechner erzählt in diesem Buch eine anrührende Geschichte über Schlaflosigkeit, Tod und Trauer – aber auch über den Sieg des Lebens über den Tod, über die Liebe, die die Trauer schmälern kann, und über Freundschaft, in der Menschen über sich hinauswachsen können. Mit zartem Humor und einem Blick für die Feinheiten der Sprache, schreibt sie sich durch den Dschungel der Gefühle, in dem die Protagonisten „gefangen“ sind, und es gelingt ihr, die Personen glaubhaft zu skizzieren, ihnen Tiefe zu verleihen. „Ein Mädchen, das Beerdigungen sammelt und ein Mann, der niemals schläft“ wurde verlegt von einem kleinen Verlag aus Feldafing in Bayern mit dem etwas irreführenden Namen hansanord. Der Verlag scheint ein Gespür für interessante Geschichten zu haben. Auch andere Bücher aus dem Sortiment haben Potential, doch ergeht es hansanord wie vielen Verlagen dieser Größe: Ihre Bücher finden sich in kaum einer Buchhandlung. Mich hat der Zufall zu diesem kleinen Verlag geführt, seither lese ich immer wieder gerne Titel aus dessen Programm. Dass stilistisch und orthografisch das eine oder andere noch geglättet werden könnte, mag man ihm nachsehen, man ahnt, wie eng das Budget ist, mit dem gehaushaltet werden muss. Fazit: Eine klare Lese-Empfehlung für alle, die keine Angst vor den großen Themen Trauer und Tod haben.

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  • tief berührende Geschichte um zwei unterschiedliche Menschen

    Ein Mädchen, das Beerdigungen sammelt und ein Mann, der niemals schläft

    anja_bauer

    20. February 2017 um 09:04

    Ferdinand kann nicht schlafen. Niemals. Er ruht zwar ein wenig aus, aber er schläft nie. Kein Arzt hat bisher herausgefunden, warum das so ist. Und so macht sich Ferdinand auf der Suche nach Ruhe, und dem er stets mit der Bahn Menschen und deren Geschichten zuhört. Bis er eines Tages auf Melissa trifft, die ein ungewöhnliches Hobby hat. Sie sammelt Beerdigungen. Nach und nach kommen sich die beiden näher und es entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen den Mittvierziger und dem 16 jährigen Mädchen.  Und irgendwann erfährt Ferdinand, warum Melissa Beerdigungen sammelt. „Ein Mädchen, das Beerdigungen sammelt und ein Mann, der niemals schläft“ ist ein hintergründiger Roman. Am Anfang dachte ich allerdings, oh Gott, wie soll ich dieses Buch zu Ende lesen. Denn es fing etwas langatmig an mit der Erzählung von Ferdinand und dessen stetigen Reise mit der Bahn und seine Suche nach Ruhe. Endlos wurde von seinen Leiden, dem nichtschlafen, erzählt und ich hatte das Gefühl, dass die Autorin Annika Fechner, nur eines bezweckt, das man schläft. Aber dann lernt Ferdinand Melissa kennen und es ändert sich auch was an der Story. Sie wird interessant und man möchte dann unbedingt wissen, was mit Melissa los ist und wie sich diese Freundschaft entwickelt. Nach und nach erzählt Melissa dann von ihrer todkranken Mutter. Und da fängt das Buch an, einen gefangen zu nehmen. Ich selber bin ja nicht der gefühlsdusselige Leser, der gleich in Tränen ausbricht bei einer rührenden Geschichte. Aber hier hat es die Autorin geschafft, dass ich feuchte Augen bekommen habe. Sehr einfühlsam und vor allem eindringlich ist diese Geschichte um die drei geschrieben. Mit viel Gefühl und Ehrlichkeit. Wenn man dann das Buch fertig gelesen hat, fängt man an zu denken über Mitmenschen, die etwas anders sind als wir vielleicht. Und wie wir mit denen umgehen. Gerade mit kranken Menschen gehen wir oft „komisch“ um und nehmen sie nicht mehr als Menschen war, sondern als bemitleidenswerte Geschöpfe. Dabei wollen diese nur eines: Als Mensch gesehenen werden Ich kann diesem Buch jeden empfehlen, der nicht weiß, wie er mit kranken Menschen umgehen soll. Oder wie er reagieren soll, wenn ihm / Ihr so jemand begegnet. Jeder der nicht an tiefe Freundschaft glaubt, der sollte das Buch lesen (Obwohl ich gestehe, dass ich immer noch nicht an tiefe Freundschaften glaube). Aber es ist ein eindringliches, tiefes Buch mit einer einfühlsamen Geschichte, die es heute leider  in der emotional kalten Welt sehr wenig gibt. Deswegen sollte es mehr solche Bücher geben.  

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