Annika Joeres

 4.1 Sterne bei 7 Bewertungen

Alle Bücher von Annika Joeres

Ein Jahr an der Côte d’Azur

Ein Jahr an der Côte d’Azur

 (5)
Erschienen am 01.09.2014
Vive la famille

Vive la famille

 (2)
Erschienen am 01.02.2015

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sabatayn76s avatar

Rezension zu "Ein Jahr an der Côte d’Azur" von Annika Joeres

‚Aber besser, wir wohnen im hässlichen Haus und gucken auf schöne Fassaden als umgekehrt.‘
sabatayn76vor 10 Monaten

Annika Joeres und ihr Freund Hans mieten für 700 Euro im Monat eine recht heruntergewirtschaftete, möblierte Einzimmerwohnung in Nizza. Doch der Meerblick, den sie für die nächsten zwölf Monate genießen dürfen, entschädigt sie für diverse Mängel an der Wohnung.

In ‚Ein Jahr an der Côte d‘Azur‘ erzählt Joeres von Ausblick und Altstadt, Sonnentagen und Niederschlagsmenge, Socca und Fougasse, Cannes und Menton, Fête du Citron und Mandarinenlikör, Orangina und Pastis, Castellar und Mafia, Corniche und Monte Carlo, Alpenbogen und Mercantour-Gebirge, Karneval und Monaco, Emanzipation und Schleifchen, Rechtsextremen und Migranten, Cyclonaute und Nice Matin, Bödels und Académie Française, extrem Reichen und extrem Armen, Handwerkern und flexiblen Zeitangaben, Rugby und Quallen, Salade Niçoise und Pan Bagnat, Gorges de Cians und Ubaye, Meer und Hinterland, Oliven und Safran, Blumenfeldern und Grasse, Skifahren und Schneeketten.

Ich kenne die Côte d‘Azur von einer eigenen Reise und habe mich beim Lesen sehr gefreut, mit der Autorin virtuell in der Côte d‘Azur unterwegs zu sein und Städte/Landstriche zu besuchen, an denen ich bereits im echten Leben gewesen bin.

Ich empfand die Mischung aus persönlichen Erlebnissen und Informationen über die Region sehr gelungen, und Joeres konnte mir dadurch sowohl die Lebensart, die Mentalität und die Eigenheiten der Côte d‘Azur nahebringen als auch viel Wissen über die Dörfer, Städte und Landschaften vermitteln.

Joeres spricht sehr viele Aspekte der Côte d‘Azur an und zeichnet so ein komplexes Bild der Region. Und obwohl man auf jeder Seite spürt, wie sehr sie Südfrankreich liebt, übt sie dennoch Kritik, so dass das Buch keine reine Schwarz-Weiß-Malerei bietet, sondern sehr authentisch wirkt.

Ich habe nach dem Lesen wieder große Lust auf eine Reise nach Südfrankreich bzw. in die Côte d‘Azur und finde, dass die Autorin sehr neugierig auf die Gegend macht.

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Kristine_liests avatar

Rezension zu "Ein Jahr an der Côte d’Azur" von Annika Joeres

Mal wieder ein wunderbarer Ausflug mit Herder
Kristine_liestvor 4 Jahren

Das sagenumwobene Licht. Die Wärme im Winter, das azurblaue Meer, die Reichen und Schönen. Das ist die Côte d’Azur. Und noch viel mehr: Annika Joeres trifft den Tierarzt steinreicher monegassischer Hunde, einen deutschen Obdachlosen in Cannes und erntet Oliven im wilden Hinterland. Sie fährt russische Touristen mit der Rikscha durch Nizza, verzweifelt an den Handwerkern und spielt Rugby mit neuen Freundinnen. Ein aufregender Alltag.

Wie schön, dass ich mich endlich einmal wieder von einer Autorin in ein fremdes Land/in eine fremde Stadt entführen ließ. Annika Joeres gelang es mit ihrem flüssigen, lockeren Schreibstil mich mitzunehmen durch ihr Jahr an der Côte d'Azur. Ich selbst war noch nie in dieser Gegend und doch habe ich jetzt ein deutliches Bild von dieser wunderbaren Landschaft vor meinem inneren Auge. Neben Nizza reisten wir auch nach Cannes, Monaco, Grasse und einige andere Orte und erfuhren dabei auch einiges an geschichtlichen Hintergründen.  Annika Joeres beschränkt sich bei ihren Erzählungen nicht nur auf die Sonnenseiten dieser Gegend, auch die unangenehmeren Seiten wie die Problematik der Obdachlosen oder der Rechtsradikalen werden geschildert. Für mich als kleiner Klatsch- und Tratsch-Fan war der Abschnitt über die Filmfestspiele in Cannes natürlich besonders lesenswert, wobei auch alle anderen Erlebnisse wirklich interessant und oft auch amüsant waren.
Fazit: Mir hat das Jahr an der Côte d'Azur einen wunderbaren Nachmittag im Garten beschert und das schöne Südfrankreich nahe gebracht. Einen Punkt möchte ich dennoch abziehen, da mir gewissen "Geheimtipps" oder "Insiderinformationen" wie ich sie aus anderen Bänden der Reihe kenne, doch etwas gefehlt haben.
4 Sterne

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CHRISSYTINAs avatar

Rezension zu "Vive la famille" von Annika Joeres

Ein unterhaltsames Buch mit vielen interessanten Denkanstößen
CHRISSYTINAvor 4 Jahren

Zum Inhalt:

Es ist bekannt, dass deutsche Frauen durchschnittlich knapp mehr als ein Kind bekommen. In Frankreich sind es zwei Kinder pro Frau. Während man bei uns bei der Verkündung der frohen Nachricht Gefahr läuft, mitleidige Blicke von kinderlosen Freunden zu ernten, ist es in Frankreich eher umgekehrt - kinderlose Paare hören viel öfter die Frage, wann denn endlich der erste Nachwuchs kommt.

Kinder gelten hierzulande immer noch als Karrierekiller. Als wäre das noch nicht genug, gehen die meisten jungen Männer und Frauen davon aus, dass die Entscheidung für Kinder automatisch das Leben komplett auf den Kopf stellen wird. Von da an wird sich das Leben jahrelang nur noch um die Kinder, um Windeln, Brei und Stillen drehen. Das sehen die Franzosen offensichtlich anders. Sie gehen ganz selbstverständlich davon aus, dass Kinder anpassungsfähige Wesen sind und nehmen ihre Kinder einfach mit, während sie den Tätigkeiten und Hobbies nachgehen, die ihnen auch vor der Geburt wichtig waren. Kinder sind demnach in Frankreichs Öffentlichkeit viel präsenter. Das Wort "Rabenmutter" gibt es im französischen Vokabular übrigens einfach nicht, Mütter dort haben auch nicht den Anspruch an sich selbst, alles perfekt machen zu müssen und das kommunizieren sie auch offen nach außen.

In Deutschland bedeutet die Zubereitung der Nahrung für Kinder oft, dass man mindestens zwei Gerichte kochen muss - eines für sich und eines für das Kind, das sich immer noch hartnäckig weigert, Brokkoli und Co. in den Mund zu nehmen. In Restaurants essen Kinder bei uns Schnitzel mit Pommes oder Nudeln mit Ketchup - für französische Kinder unvorstellbar. Sie naschen wie die Großen ein Stück Camemebert zwischendurch und sitzen dann bei den Eltern am Tisch, wo sie ganz selbstverständlich das gleiche essen wie ihre Eltern.
 
Diese und viele andere Aspekte der französischen Einstellung zu Kindern und ihre persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse schildert Annika Joeres in ihrem neuen Buch. Sie gibt zu, dass sie in Deutschland als Freiberuflerin vielleicht nie Kinder bekommen hätte - in Frankreich hat sich ihre Einstellung angesichts der vielen auffallend entspannten Paare mit Kindern um sie herum schnell gewandelt, sodass sie mittlerweile zwei Kinder hat und damit sehr glücklich ist. Das herausstechend gute staatliche Betreuungssystem von Kleinkindern wird ebenfalls ausführlich beschrieben. In Frankreich ist die Ganztagesbetreuung die Regel und sie wünscht sich ein ähnlich gutes Betreuungssystem für Deutschland.

Meine Meinung:

Ich war etwas traurig, als ich das Buch ausgelesen hatte, denn ich hätte gern noch weitergelesen, weil es so informativ war und mich so gut unterhalten hat.

Annika Joeres lässt uns in einer sehr kurzweiligen Form einen Blick auf unser Nachbarland werfen. Sie führt viele Statistiken und Zahlen an - in einer Form, die sich sehr gut in den Text einfügt und das Buch sehr anschaulich macht. Es geht ihr nicht darum zu sagen, dass bei uns alles schlecht wäre und bei den Franzosen alles gut, sondern es ist eher eine Betrachtung der kleinen kultulerellen Unterschiede. Auch für Annika Joeres war all das neu. Einiges hat sie übernommen, anderes macht sie jedoch genauso, wie ihre deutschen Freunde es tun würden. Sie pickt die durchaus positiven Aspekte heraus und untersucht diese genauer, ruft aber nie dazu auf, den Franzosen alles gleichzutun.

Man bekommt hier einfach mal eine andere Sichtweise präsentiert und das kann den Druck, den man sich selbst oft macht, abbauen. Die Devise vieler Franzosen ist: Glückliche Eltern - glückliche Kinder. Man wird ermutigt, gut für sich selbst zu sorgen, dann wird auch die Sache mit den Kindern einfacher.

Für mich ein sehr gelungendes Buch, das ich gerne weiterempfehle!

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