Annika Mombauer

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Annika MombauerDie Julikrise
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Die Julikrise
Die Julikrise
 (3)
Erschienen am 20.10.2014
Annika MombauerThe Origins of the First World War
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The Origins of the First World War
The Origins of the First World War
 (0)
Erschienen am 05.02.2013

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Rezension zu "Die Julikrise" von Annika Mombauer

Kompakte, aber inhaltliche treffende Darstellung
michael_lehmann-papevor 5 Jahren

Kompakte, aber inhaltliche treffende Darstellung

Es sind die Tage zwischen dem 28. Juni 1914 (das Attentat in Sarajewo) bis zum 4. August 1914 (Kriegserklärung Englands an Deutschland und damit Ausbruch des ersten Weltkrieges), in denen Europa „sehenden Auges“ aus durchaus verschiedenen Motiven der verschiedenen Seiten heraus auf den ersten Weltkrieg teils zuging, teils getrieben wurde.

Ein verharmlosendes „Hereinschlittern“ aber, als wäre das Ganze ein missverständlicher Unfall, eine unabänderliche Aneinanderreihung von „Schicksal“ gewesen, dem erteilt Annika Mombauer in ihrer Darstellung aufgrund fundierter Quellenauswertung eine klare Absage.

Dieser Krieg an sich war gewollt. War als „außenpolitischer Befreiungsschlag“ des deutschen Reiches und Österreich-Ungarns ebenso geplant, wie die wirtschaftlichen Interessen Frankreichs und Englands und die politischen Pläne des Zarenreiches ihre Rolle spielten.

Ob allerdings die dann folgende „Urkatastrophe“ in dieser Form „angestrebt“ war oder überhaupt nur für möglich gehalten wurde, darf nach der Lektüre dieses schmalen Bandes (wie bisher) mit Fug und Recht weiter bezweifelt werden.

Kurzsichtigkeit, Egomanie, teils poltische Inkompetenz und / oder Borniertheit, vieles kam zusammen in einer seit Jahren bereits europäisch-aufgeladenen Atmosphäre. Denn, wie Mombauer in ihrem Blick auf die vorlaufende Zeit klar herausarbeitet, stellt das Attentat von Sarajewo und die Folgen letztendlich nur die logische Konsequenz einer weitreichenden und langen Reihe von internationalen Konflikten dar.

Es mag einzelne Politiker und politische Kräfte gegeben haben, deren Blick weiter reichte und die „das Schlimmste“ verhindern wollten, aber in der allgemeinen Gemengelage waren solche Ambitionen zum Scheitern verurteilt.

Nicht umsonst ging ein Aufschrei des Stoltzes und der „Kriegsbegeisterung“ auch durch breite Ströme des „einfachen Volkes“, als der Krieg ausbrach. Entsprechend eben der allgemeinen Befindlichkeit als Ergebnis jahrelanger „Aufheizung“.

Deutlich wird auch, dass es nicht „den einen“ schuldigen (lange Zeit Deutschland) zu verorten gibt, sondern an vielen Orten und unter vielen Interessen Konflikte schwärten und nicht friedlich beigelegt wurden. U.a. Seit 1870/71 bereits gärte die „Wunde Frankreichs“, die sich in zunehmenden und starken Ressentiments gegen alles Deutsche mehr und mehr spürbar vertiefte.

Insgesamt eine sachgerechte und auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft sich befindenden, differenzierte Darstellung, die trotz des eher geringen Umfangs die gewollte Unabwendbarkeit des Kriegsausbruches von allen Seiten her beleuchtet.

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W

Rezension zu "Die Julikrise" von Annika Mombauer

Auf den Punkt genau
WinfriedStanzickvor 5 Jahren


 

 

Die 100. Wiederkehr des Beginns des Ersten Weltkriegs hat auf dem Büchermarkt zu einer wahren Flut teilweise sehr voluminöser Bücher geführt, die die Vorgeschichte und den Kriegsverlauf zum Thema haben.

 

Wer sich auf die Schnelle und vor allen Dingen preiswert informieren möchte über die Vorgeschichte des Krieges und dessen Hintergründe, der ist mit dem vorliegenden in der Reihe Wissen des C.Beck Verlags erschienenen Buch der in England lehrenden Historikerin Annika Mombauer gut bedient.

 

Auf den Punkt genau schildert die weltweit anerkannte Expertin zu diesem Thema die nach dem Attentat auf den Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau am 28. Juni 1914 ausgebrochene später sogenannte Julikrise.  Und sie weist detailliert nach, dass Europa und die damals vorherrschenden Mächte in diesen Krieg keineswegs hineingeschlittert sind, wie man lange behauptet hat.

 

Auch wird deutlich, dass neuere historiographische Tendenzen keine Evidenz haben, die versuchen, die Verantwortung Österreich-Ungarn und des Deutschen Reichs für die Eskalation der Krise kleinzuschreiben. Beide Mächte und vor allen Dingen deren jeweilige militärische Führung wollten eine Art außenpolitischen Befreiungsschlag, von dem sie tatsächlich dachten, er wäre nach wenigen Woche erfolgreich abgeschlossen. Sie riskierten damit fahrlässig und leichtsinnig einen Weltkrieg, von dessen katastrophischen und apokalyptischen Ausmaßen auf den Schlachtfeldern 1914 allerdings niemand eine Ahnung hatte.

 

Jean Echenoz hat in diesen Tagen einen kleinen Roman vorgelegt mit dem Titel „14“, in dem er auf knappem Raum in einer bewundernswerten Dichte den Krieg literarisch zu fassen versucht. Ich kann dieses Buch als Ergänzung zu dem hier vorliegenden Sachbuch nur empfehlen.

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