Annika Reich Die Nächte auf ihrer Seite

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Inhaltsangabe zu „Die Nächte auf ihrer Seite“ von Annika Reich

Annika Reich hat einen mitreißenden, aufrichtigen, romantischen, politischen Roman geschrieben über zwei Frauen, die mitten im Leben stehen und sich fragen: Worauf kommt es an, im Leben, im Lieben, in unserer Gesellschaft?

Ada beobachtet Paare, die auf dem Weg zur Therapiesitzung durch ihren Innenhof gehen. Ihr eigener Ex-Mann Farid führt schon längst ein anderes Leben, ihr eigenes Lieben ist kompliziert. Als ihre Schwägerin Sira ihre Familie in Kairo besucht, gerät sie in die Demonstrationen der Arabischen Revolution auf dem Tahrir-Platz. Annika Reich erzählt von Berlin und Ägypten, von zwei Frauen, die nach einer Haltung, nach Möglichkeiten der Liebe und dem richtigen Leben suchen.

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  • Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs

    Die Nächte auf ihrer Seite

    Arizona

    11. September 2015 um 14:09

    Dieses Buch erzählt eigentlich zwei Geschichten, die sich nur leicht berühren - von Ada und ihrer Schwägerin Sira. Ada und Siras Bruder Farid sind geschieden, ihre Tochter Fanny (9 Jahre) lebt abwechselnd bei ihren Eltern. Dies wirft jedoch viele Probleme auf, da Fanny sich mit ihrem lockeren, lustigen Vater viel besser versteht als mit ihrer schwierigen Mutter, die noch dazu viele wechselnde Männerfreundschaften laufen hat. Ada wirkt sehr orientierungslos, sie bekommt ihr Leben nach der Trennung nicht so recht auf die Reihe und schafft es nicht eine gute Beziehung zu ihrer Tochter aufzubauen. Sie ist Kamerafrau und arbeitet für ein Theater-Projekt, wozu sie und die anderen Beteiligten abwechselnd Szenen bei ihren Eltern zuhause drehen. Hier wird es schon recht skurril, es geht um die Ost-West-Thematik, um exzentrische Mütter, verrückte Väter etc. Dieser Handlungsstrang war mir persönlich zu konstruiert, und die Person der Ada blieb mir sehr fremd. Klar kann ich verstehen, dass es für Frauen sehr schwierig sein kann mit einer Trennung zurecht zu kommen, aber mich hat die Skurriliät der ganzen Sache gestört. Dadurch wurde die Ernsthaftigkeit der Situation für mich nur überdeckt und unpassend ins Lächerliche gezogen. Dann gibt es noch die Handlung rund um Farids kleine Schwester Sira. Im Rückblick wird über ihren Urlaub bei ihren Tanten in Kairo 2011 erzählt, wo sie gemeinsam mit ihren Cousinen und deren Freunden an den ägyptischen Demonstrationen teilnimmt, die zu Mubaraks Rücktritt geführt haben. Dies waren meine Lieblingsszenen des Buches, da es sich für die jungen Leute um eine sehr spannende Zeit des Umbruch handelte, und die Stimmung zwischen Angst und Euphorie kam sehr gut zum Ausdruck. Später lebt Sira dann wieder in Deutschland und beginnt ihr Medizinstudium. Und als Drittes gibt es jeweils zwischen den Kapiteln immer noch die 1-2 Seiten langen Szenen, benannt mit der Überschrift Reigen, in denen Ada die Paare mit ihrer Kamera beobachtet, die zu einem Paartherapeuten im Hinterhaus gehen. Diese Szenen haben mich auf die Dauer etwas gelangweilt, da es sich einfach nur um die äußere Beobachtung handelt, z.B. auf welche Art die Leute gehen etc. Also alles in allem konnte ich leider mit dem Buch nicht so viel anfangen. Einzig die Szenen in Ägypten sind mir positiv aufgefallen, da die Autorin die Stimmung dort denke ich ganz gut eingefangen hat, ansonsten blieb mit alles zu blass. Adas Beweggründe waren mir unklar, ausser dass sie eben nicht mit der Situation der Trennung klarkommt. Die Szenen mit den Besuchen bei den Eltern waren mir zu skurril, und die Beobachtungen der Paare auf dem Weg zur Eheberatung haben mir nicht viel gesagt. Auch fand ich die Handlung so zusammengesetzt, auch durch die verschiedenen Szenen und durch die Thematik rund um die Kamera kam mir das Buch selbst eher wie ein Drehbuch-Entwurf vor. Irgendwie erinnert mich daher die Handlung an den Titel von Almodovars Film "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs"

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  • Frauen, die ihr Leben einfach nicht auf die Reihe bekommen

    Die Nächte auf ihrer Seite

    WinfriedStanzick

    04. May 2015 um 14:05

    Ada, die Protagonistin des neuen Romans von Annika Reich ist von Beruf Kamerafrau. Von dem ägyptischen Vater ihrer Tochter Fanny, Farid, ist sie geschieden und hadert damit, dass der mit der gemeinsamen Tochter so locker und ungezwungen umgeht, während sie total unsicher ist und sich sehr schwer mit ihr tut. Um ihren Lebensunterhalt auch nur einigermaßen zu bestreiten, ist sie gezwungen Jobs anzunehmen, die sie eigentlich anwidern. Gerade ist sie an einem Theaterprojekt beteiligt, das echte realtime Szenen aus den Familien der am Projekt Beteiligten avantgardistisch auf die Bühne bringen will. Es erschließt sich auch nach mehrmaligen Lesen nicht recht, was der Sinn dieses skurrilen Unterfangens sein soll. Eine zweite Frau,  die in dem Roman eine tragende Rolle spielt, ist Farids Schwester Sira. In Deutschland aufgewachsen und dort zu Hause, reist sie eines Tages nach Ägypten, sieht sich dort mit der Arabellion konfrontiert und gerät in erhebliche innere Konflikte. Wo gehört sie wirklich hin? Dass dies auch das Thema von Ada ist, wird  in dem kleinen Roman immer wieder deutlich und ich habe mich beim Lesen oft an den Roman „Durch den Wind“  aus dem Jahr 2010 erinnert, in dem vier Frauen  regelrecht unfähig sind , ihr Leben wirklich in die Hand zu nehmen, für die richtigen und rechtzeitigen Weichenstellungen zu sorgen, sich einfach einmal zu entscheiden und über den ich in einer Rezension schrieb: „Je mehr man in seinem Leben, das ist meine Quintessenz, den Gegensatz von Freiheit auf der einen und persönlicher Geborgenheit auf der anderen Seite aufbaut, desto mehr wird man weder das eine noch das andere erleben.“ Hatte Annika Reich dann 2012 in „34 Meter über dem Meer“ diesen Gegensatz in ihren Personen aufgelöst, wenn auch nicht gelöst, handeln im neuen Buch wieder Frauen, die ihr Leben einfach nicht auf die Reihe bekommen. Warum eigentlich ?

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  • Aus dem Leben und über die Liebe

    Die Nächte auf ihrer Seite

    serendipity3012

    22. March 2015 um 11:33

    Aus dem Leben und über die Liebe Kamerafrau Ada ist vom Vater ihrer Tochter Fanny, dem Ägypter Farid, geschieden. Ein wenig orientierungslos versucht sie, die Erziehung der Tochter zu meistern, fühlt sich oft unzulänglich. Sie sieht, wie unkompliziert Farid mit Fanny umgeht und hat das Gefühl, dass ihr genau dieser ungezwungene Umgang mit der Tochter nicht gelingen will. Beruflich ist sie gezwungen, Jobs anzunehmen, die ihr keinen Spaß machen, sie muss Fanny und sich ernähren. Gerade ist sie an einem Theaterprojekt beteiligt, das wahre Szenen aus den Familien der am Projekt Beteiligten kunstvoll auf die Bühne bringen will, was sich als nicht einfach erweist. Während sie verschiedene Männerbekanntschaften hat, hat Farid eine neue Freundin, die ganz anders ist als Ada, eine bodenständige, vernünftige Kulturwissenschaftlerin. Zwar sind Ada und Farid getrennt, aber zwischen ihnen herrschen längst keine klaren Verhältnisse. Sira ist Farids Schwester. In Deutschland aufgewachsen und zu Hause, reist sie nach Ägypten und gerät in die Wirren des Arabischen Frühlings. Hier keine „richtige“ Deutsche, muss sie in Ägypten deutlich machen, dass sie eine von ihnen ist: Es kommt nicht in Frage, den Demonstrationen fern zu bleiben, sie muss ein Zeichen setzen, obwohl man dort trotzdem von ihr denkt, dass sie nicht versteht, was in Ägypten wirklich abläuft. Wo gehört sie wirklich hin? Daran, bald zu heiraten, hat sie kein Interesse, auch wenn das Thema von ihren Tanten immer wieder an sie herangetragen wird. Der schmale Roman „Die Nächte an ihrer Seite“ von Annika Reich zeigt dem Leser Ausschnitte aus dem Leben dieser beiden Frauen und aus dem derer, die ihnen nahe sind. Trotz der geringen Seitenzahl ist der Roman dabei eindringlich und geht in die Tiefe. Reich beschränkt sich auf wenige Schauplätze und Begebenheiten. Ihre Sprache ist klar und dennoch kreativ und voller Wendungen. Zudem hat sie Protagonisten mit Ecken und Kanten erschaffen, die authentisch wirken. Den Kapiteln um Ada und Sira sind kurze Begebenheiten zwischengeschaltet, sogenannte „Reigen“: In Adas Nachbarschaft arbeitet ein Paartherapeut und Ada filmt heimlich die Paare, die über den Hinterhof zu ihm gehen. Wir lesen davon, wie sie sich verhalten, als sie hineingehen und wie sich ihr Benehmen verändert hat, als sie nach einer Stunde wieder herauskommen. Die Leerstelle, die Stunde dazwischen, bleibt im Dunkeln. Kurze Schlaglichter sind das nur, und doch Situationen wie aus dem Leben. So ist Reichs Roman eine Geschichte aus verschiedenen Teilen, wobei alles miteinander zusammenhängt und sich schlüssig ineinander fügt. Antworten muss der Leser selbst finden, eher scheint es darum zu gehen, sich von der Geschichte mitreißen oder – vielleicht passender ausgedrückt – sich mitnehmen zu lassen und vor allem Ada in ihren inneren Nöten und Sorgen zu begleiten. Ein kleiner, feiner Roman, der nachdenklich macht und das Lebensgefühl seiner Protagonisten (und möglicherweise auch das seiner Leser) im Kern trifft.

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