Annika Reich Durch den Wind

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Inhaltsangabe zu „Durch den Wind“ von Annika Reich

Muss es mit Mitte dreißig nicht endlich losgehen? Yoko, Friederike, Alison und Siri, vier Freundinnen aus Berlin, sind auf der Suche nach der Liebe und nach dem richtigen Leben. Und alle vier hadern mit sich, weil sie Angst vor dem Scheitern haben. Fehlt ihnen der Mut? Annika Reich erzählt von einer Generation, die das Neue will und vor den alten Fragen steht. Am Ende merken die vier Frauen: Leben lernen muss jede für sich allein.

"Durch den Wind" - der Titel ist Programm: für die Protagonistinnen, für das Konstrukt der Geschichte und am Ende auch für mich.

— annewiegner
annewiegner

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  • Rezension zu "Durch den Wind" von Annika Reich

    Durch den Wind
    MellieS

    MellieS

    Durch den Wind....ja das trifft es gut! Genauso kam es mir beim Lesen - ich bin nicht über das halbe Buch hinausgekommen und habe es dann weggelegt - fand es einfach nur verworren, langweilig und unausgegoren.
    Sorry, meins war das nicht!

    • 2
  • Ein Buch, das völlig "durch den Wind" ist

    Durch den Wind
    Sonnenwind

    Sonnenwind

    "Durch den Wind" beschreibt einen Ausschnitt im Leben von vier Freundinnen in den Dreißigern, die im wahrsten Sinn des Wortes "durch den Wind" sind. Während des Lesens mußte ich mich immer mal wieder daran erinnern, daß ich kein Fantasy-Buch lese, sondern die Handlung in der Gegenwart spielt, in der heutigen Zeit, unter erwachsenen Leuten. Das wird nämlich nicht von allein klar. Die Frauen verhalten sich trieb- und fremdgesteuert wie die meisten pubertierenden Teenager nicht. Denn schließlich ist es ja nicht normal, um die halbe Welt zu jetten, um eine Frage zu klären - dann dort anzukommen, völlig die Bodenhaftung zu verlieren, die Frage vor lauter Männergeschichten total zu vergessen und bevor sie noch richtig beantwortet ist (was dann völlig automatisch geschieht, nicht wegen, sondern trotz des Einsatzes der Protagonistinnen), einfach wieder zurückzufliegen. Dabei darf man dann noch nicht vergessen, daß eigentlich zwei der Freundinnen sich zu dieser Reise aufgemacht hatten, die sich aber gleich nach dem Flughafen aus den Augen verloren. Die eine kennt sich aus, spricht die Landessprache und kennt die Kultur, während die andere völlig sich selbst überlassen bleibt, nicht einmal den Namen des Hotels kennt, in dem sie Zimmer reserviert haben - was aber alles völlig irrelevant ist, denn es kommt ja ein Mann des Wegs. :-( Auch später, als sie sich wieder treffen, ist die Episode völlig belanglos und wird kommentarlos übergangen. Denn inzwischen ist das Leben über diese Zusammenhänge hinweggegangen, denn - wen wundert's? - es sind wieder Männer da! Während des Lesens habe ich permanent den Kopf geschüttelt. Wie ist so viel Schwachsinn auf einem Haufen überhaupt möglich? Diese Frauen sind ja nicht völlig bescheuert, obwohl sie sich so verhalten. Sie wissen im Prinzip schon, wie das Denken funktioniert. Sie wollen es nur im Überschwang der Hormone gar nicht erst versuchen. Tut mir leid, aber das war gar nichts! Die Autorin könnte sicherlich auch ansprechende Romane schreiben, das Talent traue ich ihr zu. Aber dieser gehört leider nicht dazu.

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    • 3
    Sonnenwind

    Sonnenwind

    08. April 2015 um 05:47
    annewiegner schreibt Ich habe das Buch jetzt erst gelesen und zum Glück ich finde mich in dem, was du schreibst, wieder. Denn erstaunlicherweise gibt es jede Menge begeisterter Rezensionen und habe schon an mir ...

    Vielleicht sind da irgendwo rosa Brillen verteilt worden? ;-)

  • "Durch den Wind" - der Titel ist Programm

    Durch den Wind
    annewiegner

    annewiegner

    07. April 2015 um 10:54

    Durch den Wind - Genau so fühle ich mich, nachdem ich das Buch von Annika Reich zu Ende gelesen habe. Ich bin völlig verwirrt und frage mich, was war jetzt die Geschichte? Ich hatte das Buch bereits vor mehreren Wochen begonnen, dann aber wieder weggelegt, weil mich der zerklüftete Erzählstil und die skurrilen Frauengestalten nicht hatten fesseln können. Beim zweiten Anlauf fiel es mir leichter, in die Handlung hineinzufinden, denn ab „1 Sonntags allein“ gab kurzzeitig eine solche: Friederike, die einen interessanten Laden besitzt, erzählt, wie sie Tom kennen gelernt und wieder verloren hat. Sie scheint mir noch die normalste unter diesen merkwürdigen, lebensunfähigen „Feenwesen“ zu sein. Denn Sirin, die einen Mann hat, der sie über alles liebt und alle ihre Launen mit bewundernswertem Verständnis toleriert, und einen wundervollen kleinen Sohn, wirft die Tatsache, dass ihre Großmutter ihren Großvater verlassen hat, derart aus der Bahn, dass sie für meine Begriffe völlig kindische Dinge tut, in ein übermäßig tiefes Jammertal fällt und sich zudem bei jedem kleinen Problem in Krankheiten flüchtet. Yoko ist eine sexbesessene Japanerin, die irgendein Trauma mit sich herumschleppt, das im Zusammenhang mit dem Tod ihres Vaters und der Nichtbeachtung durch ihre Familie stehen muss, sich mir aber nicht so richtig erschlossen hat. Alison kann ohne ihren Victor nicht auf eigenen Füßen stehen und als dieser von einer Geschäftsreise aus Japan nicht zurückkehrt, dreht sie völlig durch, wobei sie den Grund für sein Ausbleiben nur ahnt, nicht aber wirklich weiß. Völlig unklar blieb mir das Motiv der Doppelgängerin, dass bei einem Telefonat mit Japan eingeführt wurde. Auf mich wirken alle vier Frauen, als befänden sie sich in einer Art Trancezustand, einem düsteren und dennoch schwebenden, dem Wahnsinn nahen Bewusstseinsstadium, in dem sie eine Körpersprache benutzen, die ich zwar im Prinzip verstehe, die mir aber in diesem Übermaß völlig fremd ist. Sie suhlen sich in ihren Gefühlstiefen und scheinen geradezu süchtig danach zu sein, zu leiden. Natürlich können wir von einem Roman nicht verlangen, das reale Leben einzufangen und widerzuspiegeln, das ist nicht die Aufgabe der Literatur. Phantastisches, Skurriles, Einzigartiges, auch Absurdes sind ebenso mögliche Motive, aber wenn man als Leser so gar keinen Faden zu fassen bekommt, man sich ohne Geländer durch die Seiten tasten musst, keinen Zugang findet, dann wird das Lesevergnügen erheblich getrübt. Ich beneide all jene Leser, die begeisterte Lobeshymnen auf diesen Roman „singen“ konnten, denn auch ich war immer wieder guten Willens, mich von der Geschichte gefangennehmen zu lassen, in der es viele wundervoll geschriebene Passagen gibt, deren Grundton aber meiner eigenen Lebensauffassung diametral entgegensteht.

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  • durch den Wind und den Schluss weggeblasen

    Durch den Wind
    Taluzi

    Taluzi

    Durch den Wind scheint auch der Erzählstil zu sein. Häufiger Perspektiven- und Zeitenwechsel kommen bei diesem Buch ohne Ankündigung. Das heißt volle Konzentration. Die Kapitel sind sehr lang. Es geht um 4 Freundinnen und ihr Leben. Alle 4 sind Mitte 30 und unzufrieden. Siri hat eine tollen Mann und Sohn, fühlt sich aber überhaupt nicht wohl in ihrer Rolle als Mutter und Ehefrau. Sie kommt wie ein unzufriedenes kleines Kind rüber. Frederike hat einen Laden und ihre Bücher und eine undefinierbare Beziehung zu Tom. Weiß aber so langsam was sie will. Allison ist mit Viktor zusammen, der „angeblich“ spurlos verschwindet und sie ihn daher in Japan suchen muss. Komisch in Japan wird sie oft erkannt. Nur Viktor ist dort nicht. Yoko hat vor Jahren Hals über Kopf ihre Familie in Japan verlassen und ist nach Deutschland gekommen. Jetzt reist sie Hals über Kopf zu ihrer Familie nach Japan und wieder zurück. Zwischendurch waren die Geschichten der Freundinnen wirklich spannend. Aber irgendwie wurde es dann wieder oberflächlich, verworren und unlogisch. Ich hoffte auf den Schluss, wenn sich alles aufklären würde. Dem war nicht so. Ich schlug unzufrieden den E-Reader zu. Ich vergebe 2 Punkte, weil das Buch ab und zu mein Interesse weckte bevor ich von dem Schluss maßlos enttäuscht wurde. Der Titel "durch den Wind" passt perfekt zu dem Buch.

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    • 4
  • Wann geht es mit dem Leben los

    Durch den Wind
    dicketilla

    dicketilla

    02. March 2014 um 13:26

    Schon als ich den Klappentext des Buches las , wusste ich , dass mich dieses Buch in seinen Bann ziehen würde . Und es hat mich nicht enttäuscht . Es ist eine Geschichte von vier Frauen in Berlin , alle um die Mitte Dreißig und mehr oder weniger mit sich und der Welt im Unklaren . Sie beginnen ihre Ziele im Leben , ihre Sehnsüchte zu hinterfragen . Möchten aus ihrer Situation ausbrechen , Veränderung soll eintreten , aber wie schafft man dass , und was muss man selbst dafür leisten . Sie fragen sich , wann es endlich mit dem Leben los geht . Gibt es doch viele Möglichkeiten , und welche soll ich davon nutzen .Geht man den Weg der Karriere oder ist es endlich Zeit eine Familie zu gründen , Kinder zu haben . Da ist Alison , die ihrem Freund Victor bis nach Japan nachreist , da dieser nach seiner Reise dorthin ,wieder einmal aus ihrem Leben verschwunden ist ,und von unheimliche Ahnungen heimgesucht wird . Yoko , eine selbstbewusste Japanerin ,erfolgreiche Architektin , von der Schuld am Tod des Vaters , nicht los kommt , sich immer in wechselnden Sexabenteuer flüchtet . Siri , die Hübscheste ,mit einem tollen Mann und Sohn , immer unzufrieden , unglücklich , durch die Trennung der Großeltern aus der Bahn geworfen . Oder zuletzt Friederike , Ladenbesitzerin , die so romantisch ihren Tom kennen lernte , immer den Wunsch eines Kindes in sich tragend , aber nicht wissend , wie sie ihn an sich binden kann . Man merkt , dass die Autorin Philosophie studiert hat .Sie formt ihre Sätze oft so gekonnt , dass der Leser gezwungen ist , sich mit diesen auseinander zu setzen , es zu hinterfragen . Melancholisch , träumerisch , so taucht man manchmal in die Handlung ein . Und manchmal erscheinen unsere vier Heldinnen auch etwas durch den Wind . Eine wunderbare Geschichte nicht nur für die Generation der über Dreißigjährigen .

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  • Änderungen im Leben?

    Durch den Wind
    gaby2707

    gaby2707

    17. December 2013 um 09:20

    4 junge Frauen in Berlin: Die rothaarige Alison, die Kunst studiert hat und nicht gut allein sein kann; die blode Siri mit ihrem Mann Eduard und Söhnchen Felix; die Japanerin Yoko, die ihre Familie wiedersieht und Friederike, die die tollsten Torten in ganz Berlin macht. Nach einem gemeinsamen Fest macht sich für alle vier die Frage breit: Was will ich vom Leben? Ist das mein Leben? Sehr einfühlsam und mit viel Humor beschreibt Annika Reich einige Tage im Leben der drei mittdreißger Frauen, in denen sich deren Leben auf den Kopf stellt bzw. an denen sie merken, dass alles so gut ist wie es ist. Ein wunderbares Buch voller Liebe, Gefühle, Emotionen, Unentschlossenheit, Trauer, Verzagtheit, aber auch dem Mut zu Neuem oder zur Unveränderbarkeit. Einfach lesenswert!

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  • Moderne Frauenfreundschaft in Berlin

    Durch den Wind
    UteSeiberth

    UteSeiberth

    29. November 2013 um 17:56

    Ich muss leider gestehen,dass ich die Lektüre über die 4 Frauen abgebrochen habe,weil mir ihre Gedankenwelt einfach zu fremd ist. Die 4 Frauen wollen als Mittdreißigerinnen möglichst alles besser machen als die Eltergeneration und fürchten sich aber vor dem Scheitern ihrer Lebensziele. In ihrem Leben in Berlin Mitte  müssen sie nun ihre eigenen Erfahrungen machen.Diese modernen Erfahrungen unterscheiden sich doch sehr von meinen eigenen Erfahrungen in diesem Alter und deshalb habe ich es vorgezogen aus dieser Lektüre auszusteigen, weil ich vieles nicht nachvollziehen kann.

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  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    muchobooklove

    muchobooklove

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

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    • 37
  • Leserunde zu "Durch den Wind" von Annika Reich

    Durch den Wind
    litschi

    litschi

    Bei unserer eBook-Aktion hattet ihr die Chance jeweils eines von 1000 Leseexemplaren von "Durch den Wind" von Annika Reich zu gewinnen. Jetzt wollen wir euch die Möglichkeit geben euch in einer Leserunde zu diesem wundervollen Buch auszutauschen! Mehr zum Buch: Vier Frauen, Mitte Dreißig, in Berlin: Yoko, Friederike, Alison und Siri sind auf der Suche nach der Liebe und nach dem richtigen Leben. Und alle vier hadern mit sich, weil sie Angst vor dem Scheitern haben. Haben die Alten etwa mehr Mut als die jungen Leute? Annika Reich erzählt mit Witz und Melancholie, mit Intelligenz und Genauigkeit von einer Generation, die das Neue will und vor den alten Fragen steht. Am Ende merken die vier Frauen: Leben lernen muss jede für sich allein. "Das gesamte Buch hat mich wahrlich sehr beeindruckt. Da sind die vier Frauen, die allesamt keine einfache Zeit hinter sich haben und auf ihre eigene Weise psychische Probleme haben. Annika Reich schafft es, diesen Personen Ausdruck zu verleihen." - Buchfan276 Ich wünsche euch viel Spaß!

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    • 112
  • Durch den Wind - Annika Reich

    Durch den Wind
    lesefreude_book

    lesefreude_book

    08. June 2013 um 19:37

    Die Freundin Yoko, Alison, Frederike und Siri könnten unterschiedlicher nicht sein. So hat auch jede der Mittdreißiger ihre eigenen Probleme, obwohl alle vier auf der Suche nach der Liebe und dem Sinn des Lebens im Allgemein sind. Dazu kommt die Angst vor dem Scheitern. Haben Sie bereits versagt? Und ist es jetzt zu spät noch etwas zu ändern? Das Buch fängt sehr schwer an. Anfänglich wirkt es wie eine große Jammerei der vier Frauen. Oftmals wird auch nur über Kleinigkeit gejammert und man würde der ein oder anderen gerne einen Tritt in den Allerwertesten geben, damit sie sich endlich aufrafft. Man hat das Gefühl das keine der vier bereit ist ihr Leben in die Hand zu nehmen und an ihrem Glück zu arbeiten. Hat man diesen schweren Einstieg allerdings geschafft, offenbart sich ein wundervolles, melancholisches, tiefgründiges Buch. Jede der Vier geht ihren Weg und zeigt eine Möglichkeit des Versuches das Glück und die Liebe zu finden. Auch wenn vieles überzeichnet ist, findet man sich Ähnlichkeit mit Begebenheiten des eigenen Lebens. Am besten hat mir der Charakter der Yoko gefallen. Die gebürtige Japanerin versucht ständig stark zu sein und gesteht sich viele Schmerzen und Wunden nicht ein. Alles in ihrer Wohnung ist in klinischem weiß gehalten. Selbst ihre Kleidung ist bevorzugt weiß. Die Autorin schafft wunderschöne Satzkonstruktionen. Lässt man sich auf das Buch ein, kann man sich wunderbar davon träumen. Die Beschreibungen der Umgebung, sei es das große Tokio oder der kleine, beschauliche See, sind so eindrucksvoll, dass man alles deutlich vor sich sehen kann. Auch der Laden von Frederike ist so beschrieben, dass man am Ende des Buches sofort dort hin gehen möchte und in den wundervollen Dingen stöbern. Den betörenden Duft der Lilien in der Hotellobby konnte ich sogar riechen. Abgerundet wird das Buch durch Zitate und Gustostückerl aus Büchern von Andrzej Stasiuk, Thomas Mann, Hans Christan Anderson und vielen anderen. Auch wenn es sich um einen Roman und keinen Ratgeber handelt, schärft „Durch den Wind“ den Blick auf das wesentliche im Leben. Man nimmt die kleinen, unerwarteten Freuden im Leber danach wieder bewusster wahr. Fazit: Ein wundervolles Buch, das ein angenehmes Wohlgefühl hinterlässt. Leider muss ich dem Buch einen Stern für den sehr schweren, trägen Einstieg abziehen. In den ersten beiden Kapiteln war ich kurz davor das Buch abzubrechen. Nun bin froh, durchgehalten zu haben und diesem wunderbaren Buch eine weitere Chance gegeben zu haben.

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  • Momentaufnahme

    Durch den Wind
    walli007

    walli007

    11. May 2013 um 14:17

    Die vier Freundinnen Alison, Yoko, Siri und Friederike sind Mitte dreißig und wissen nicht so recht, wo sie stehen und was sie wollen vom Leben. Nach einem Fest wird die Welt der drei eigentlich von Belanglosigkeiten durcheinander gewirbelt. So scheint Alisons Mann nach einer Geschäftsreise verschwunden und irgendwie verschwindet Alison selbst. Spontan macht sich Yoko zusammen mit Alison auf den Weg nach Japan, um dort ihren Wurzeln nachzuspüren. Siri möchte ihrer Ehe mit Eduard entfliehen, schafft es aber nur bis ins Krankenhaus. Schließlich wünscht sich Friederike ein Kind. Ein Sturm am Beginn der Mitte des Lebens scheint durch die Welt der vier Protagonistinnen zu wehen und ihre Welt ordentlich durcheinander zu wirbeln. Zwar sind sie schließlich doch auf eine Art zurück am Ausgangspunkt, doch das Tosen des Windes hat alle vier mächtig verändert.  Aus Sicht der vier Hauptpersonen (allerdings jeweils in der dritten Person) ist das Buch geschrieben, wobei es etwas der erhöhten Aufmerksamkeit bedarf, dem Geschehen zu folgen, da die Personen lediglich am Anfang der Abschnitte erwähnt werden, um den Wechsel der Perspektive deutlich zu machen. In einer Sprache geschrieben, die sofort fesselt, ist dieser Roman bei weitem besser lesbar als es nach den ersten Zeilen scheint. Wenn auch die Handlung nicht alle Geheimnisse und Beweggründe verrät, kann man die Gefühle der vier Frauen gut mitempfinden und begibt sich mit ihnen auf den Weg durch ihre stürmische Wendezeit. Vielleicht etwas zerzaust und melancholisch lässt man sie zurück, froh an der Teilhabe an ihrer Entwicklung.

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  • Durch den Wind

    Durch den Wind
    Herbstrose

    Herbstrose

    22. April 2013 um 12:12

    Vier Freundinnen, vier unterschiedliche Schicksale: Alison, die Künstlerin, ist wegen ihres Freundes Victor ziemlich neben der Spur, Siri liebt ihre Großeltern und könnte mit Mann Eduard und Sohn Felix glücklich sein, leidet aber ständig unter irgendwelchen seltsamen Krankheiten, die Japanerin Yoko ist Architektin und bevorzugt wechselnde Männerbekanntschaften, die Ladenbesitzerin Friederike ist mit Tom befreundet und wäre so gerne Mutter und Ehefrau. Gemeinsam ist ihnen, sie sind alle Mittdreißigerinnen¸ leben in Berlin und sind auf der Suche nach einem Sinn, nach einem Halt in ihrem Leben. Im Roman „Durch den Wind“ sind diese Frauen nicht fähig, ihr Leben selbstbestimmend in die Hand zu nehmen, agieren teilweise wie pubertierende Teenager und machen sich abhängig von unbefriedigenden Beziehungen. Die Handlungen der Protagonistinnen erscheinen oftmals durch geknallt und schizophren, bei den Dialogen ist festzustellen, dass Frauen und Männer meist aneinander vorbei reden. Der überraschende Schluss lässt dem Leser sehr viel Raum für gedankliche Spekulationen. Die Autorin Annika Reich hat einen angenehmen, schönen Schreibstil mit teilweise tiefsinniger poetischer Wortwahl. Ein Frauenroman ohne die üblichen Klischees. 

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  • Buchverlosung zu "Durch den Wind" von Annika Reich

    Durch den Wind
    doceten

    doceten

    Tag 1: 1000x "Durch den Wind" von Annika Reich (E-Book) 14 Tage lang feiern wir den Frühling, das Leben und das neue LovelyBooks mit den besten Lesern, die es gibt. 14 Tage lang schenken wir euch E-Books oder Hörbücher in großen Mengen - und den Anfang macht Annika Reich mit "Durch den Wind". UPDATE:  Alle Codes vergeben. :-) Das LB-Team & der Hanser Verlag wünschen euch viel Spaß beim Lesen! So funktioniert der Lesewahnsinn Die Teilnahme ist ganz einfach: du kommentierst diese Aktion mit einem eigenen Beitrag und wenn du unter den ersten 1.000 Kommentatoren bist, bekommst du am morgigen Dienstag deinen persönlichen Download-Code per Email zugeschickt. Mit dem Code kannst du auf der Downloadseite zu "Durch den Wind" dein gewünschtes E-Book-Format (EPUB oder Mobi für den Amazon Kindle) auswählen und runterladen. Wichtig für Kindle-Benutzer: unbedingt deine persönliche Emailadresse verwenden, die "Send-To-Kindle-Emailadresse" funktioniert nicht! Über "Durch den Wind" "Das gesamte Buch hat mich wahrlich sehr beeindruckt. Da sind die vier Frauen, die allesamt keine einfache Zeit hinter sich haben und auf ihre eigene Weise psychische Probleme haben. Annika Reich schafft es, diesen Personen Ausdruck zu verleihen." - Buchfan276 Vier Frauen, Mitte Dreißig, in Berlin: Yoko, Friederike, Alison und Siri sind auf der Suche nach der Liebe und nach dem richtigen Leben. Und alle vier hadern mit sich, weil sie Angst vor dem Scheitern haben. Haben die Alten etwa mehr Mut als die jungen Leute? Annika Reich erzählt mit Witz und Melancholie, mit Intelligenz und Genauigkeit von einer Generation, die das Neue will und vor den alten Fragen steht. Am Ende merken die vier Frauen: Leben lernen muss jede für sich allein.

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    • 1075
  • Tolles Buch für Frauen

    Durch den Wind
    nicolek

    nicolek

    17. April 2013 um 11:49

    Es geht in dem Buch um vier Frauen , alle untereinander befreundet.Teilweise leben sie in Beziehungen, teilweise Single. Alle fragen sich wie es mit ihrem Leben weitergehen soll und ob das schon alles gewesen sein soll. Sie stehen an einem Wendepunkt in ihrem Leben,sehnen sich nach Veränderung.Stellen sich die Frage, wann denn nun das Leben beginnt. Die Probleme der sehr unterschiedlichen Protagonistinnen fand ich sehr gut beschrieben, ich konnte mich selbst wiederfinden. Es ist ein sehr schönes Buch, keine leichte Kost, es lohnt sich über das Buch nachzudenken.Auch die Schauplätze, Berlin und Tokio fand ich gut gewählt.Annika Reichs Buch hebt sich definitiv ab von den sonst eher zu seichten Frauenromanen. Am Ende steht die Erkenntnis, dass man sein Leben selbst in die Hand nehmen muss und nicht darauf warten soll, dass etwas passiert.      

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  • Es gibt nicht den Weg

    Durch den Wind
    Sonando

    Sonando

    14. April 2013 um 19:30

    Dieses Buch ist fernab von irgendwelchen Gemeinplätzen. Es erzählt die Geschichte von vier Frauen Mitte 30, die eine Bestandsaufnahme in ihrem Leben machen und feststellen, dass da wo sie sind nicht da ist, wo sie gerne sein würden. Dabei werden auch Frauen, die schon weiter in ihrem Leben sind, wie die Großmutter und deren Freundin, nicht außen vor gelassen.Das Buch besticht durch seine Sprache. Allerdings ist es stellenweise sehr verwirrend und verworren. Dabei entführt es aber auch etwas in die Alltagswelt Japans, ein interessanter Nebenschauplatz.

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