Anselm Grün Klarheit, Ordnung, Stille

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Inhaltsangabe zu „Klarheit, Ordnung, Stille“ von Anselm Grün

Das Klosterleben mit all seinen Regeln und Weisheiten lässt sich als durchaus modern und alltagstauglich bezeichnen. Pater Anselm Grün beschreibt aus monastischer Sicht, wie wichtig z.B. Struktur und Rhythmus des Tages, das Miteinander, aber auch Bewegung und Ernährung sind. Genau dieselben Themen stellt die Klosterspezialistin Petra Altmann auf den Prüfstand und ergänzt konkrete Tipps und Anleitungen für unser weltliches Leben. Die intensiven Gespräche, die sie mit den Mönchen in Klosterschwarzach und den Nonnen in Waldsassen führte, zeigen: Es gibt vergleichbare Probleme in unserem Alltag - im Zusammenleben, bei der Arbeit, bei der Organisation des täglichen Lebens. Jeder hat seinen eigenen Weg; meist helfen Strukturen, Rituale, Meditation oder Bewegung. Und noch etwas macht das Buch klar: Jeder im Kloster übt (s)einen Beruf aus: vom EDVler über den KFZ-Mechaniker bis hin zum Bäcker oder Wäscher, damit ein Kloster - wie jedes andere Unternehmen auch - Erträge erwirtschaftet.

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  • Viele Illusionen und eine einfache Wahrheit

    Klarheit, Ordnung, Stille
    R_Manthey

    R_Manthey

    24. June 2015 um 14:48

    Unser Lebenshaus sollen wir nicht auf dem Sand unserer Illusionen bauen, gibt uns der Benediktiner-Mönch und Vielschreiber Anselm Grün in diesem Buch mit auf den Weg. Aber ist es nicht auch eine Illusion, zu glauben, dass wir Menschen außerhalb der Mauern eines christlichen Klosters etwas von den Mönchen lernen können? Damit meine ich nicht, dass es nichts von ihnen zu lernen gäbe. Aber haben wir überhaupt eine Chance, selbst wenn wir lernen wollen? In diesem Buch beschreibt Pater Grün das klösterliche Leben mit seinen Ritualen, die hier auf die uralten Regeln des Heiligen Benedikt zurückgehen. Anschließend versucht die Kommunikationswissenschaftlerin Petra Altmann uns jedes Mal diese Regeln in unser Leben zu übersetzen. Leider hat sich mein erster Eindruck beim Lesen immer mehr verfestigt. Spätestens als sie uns in die Methodik der Meditation einführen will, wird klar, dass sie von vielem vielleicht einmal gelesen oder gehört hat, es aber in Wirklichkeit nicht richtig versteht. Ihre Oberflächlichkeit will nicht so recht in dieses Buch passen. Oder doch? Wenn ein Mann in ein Benediktiner-Kloster eintritt, dann kommt er in eine Welt mit festen Regeln und eingeschliffenen Abläufen. Er hat keine Chance, aus diesem System auszubrechen, es sei denn, er geht wieder. Gibt es eine härtere Erziehung? Ich hatte beim Lesen schon bald das ungute Gefühl, dass hier nicht ehrlich mit uns umgegangen wird. Auf der einen Seite verklärt uns Pater Grün das Leben im Kloster. Auf der anderen Seite begrüßt uns Frau Altmann im Wunderland unserer Illusionen. Wäre es nicht schön, wenn wir dies und das aus dem Leben der Mönche in unser Leben integrieren könnten? Ach ja, es wäre schön. Nur wie? Die Lösung klingt einfach und wird uns von den Mönchen vorgemacht. Wir müssen, wenn wir etwas in unser Leben neu einpassen wollen, zu Ritualen greifen. Wollen wir zum Beispiel täglich eine halbe Stunde spazieren gehen oder Zeit für uns haben, dann müssen wir uns diese Zeit ausnahmslos jeden Tag nehmen. Denn jede Ausnahme bringt uns mit zunehmender Geschwindigkeit von unserem Ziel weg. Halten wir das Ritual eine ausreichend lange Zeit durch, dann wird es sich in uns verankern. Die Zeit bis dahin ist jedoch sehr schwer. Aber nur so funktioniert es. Die Mönche haben es einfach. Sie leben in einer autoritären Struktur und haben sich dem entsprechenden Druck freiwillig unterworfen. Wir müssen hingegen meist gegen unsere Umgebung arbeiten, wenn wir etwas aus dem Klosterleben übernehmen wollen. Leider wird diese einfache Wahrheit von den Autoren sorgfältig umgangen. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass selbst solche Bücher dem Zeitgeist Tribut zollen, unsere Illusionen bedienen und naive Rezepte verbreiten, anstatt uns mit klaren Worten zum einfachen, aber unbequemen Kern der Sache zu führen. Und dieser Kern besteht darin, dass Mönche oder Nonnen in ihrem Leben einem gewissen Drill unterworfen sind. Abläufe werden stetig wiederholt und somit ins Unterbewusstsein so tief eingeschliffen, dass man sie schmerzlich vermissen würde, wenn sie fehlen. Ehrlich gesagt lese ich solche "Lebensberatungs-Bücher" meistens unter einem ganz bestimmten Aspekt. Es verblüfft mich nämlich immer wieder, dass Menschen den Expertenhabitus anderer einfach so akzeptieren und ihre angeborenen Instinkte, die man manchmal auch als normalen Menschenverstand bezeichnet, vergessen. Pater Grün hat sein ganzes Erwachsenenleben im Kloster zugebracht. Man könnte auch formulieren, dass er dem "normalen" Leben ausgewichen ist. Er gibt uns aber dennoch in seinen Werken permanent Ratschläge wie wir ein Leben führen sollen, das er nur von anderen kennt. Und wer sich einmal intensiv praktisch mit einigen Vorschlägen der Autorin befasst hat, der wird sehr schnell merken, dass sie vieles niemals selbst versucht haben kann. Dennoch: Sieht man einmal von der sexuellen Entsagung ab, dann leben Mönche und Nonnen tatsächlich sehr viel natürlicher als die meisten von uns. Dieses schön gestaltete, aber durch Frau Altmanns Kommentare etwas langatmige Buch erinnert uns an viele einfache Wahrheiten und an eine Lebensweise, die viel gesünder ist als das, was die meisten von uns praktizieren. Wenn wir jedoch mehr als einen intellektuellen Seufzer aus diesem Werk ziehen wollen, dann können wir vom Klosterleben auch die Methodik erlernen, wie wir wenigstens Teilbereiche unseres Lebens besser gestalten können. Allerdings benötigen wir dazu eine gehörige Portion Selbstdisziplin. Ich habe aus diesem Buch viel über das Leben in einem christlichen Kloster gelernt. So ganz nebenbei hat sich auch wieder einmal eine ganz einfache Wahrheit bestätigt. Ohne einen gewissen Drill geht nichts im Leben. Doch diese uralte Wahrheit bedient leider unsere Illusionen nicht. Tief im Inneren wissen wir aber, dass es immer so war und immer so sein wird.

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