Anselm Neft

 4.2 Sterne bei 26 Bewertungen
Autor von Helden in Schnabelschuhen, Vom Licht und weiteren Büchern.
Anselm Neft

Lebenslauf von Anselm Neft

Anselm Neft studierte Vergleichende Religionswissenschaften, Volkskunde, Vor- und Frühgeschichte sowie ein paar Semester Philosophie. Anschließend verschliss er verschiedene Jobs wie Musiker einer Mittelalterband, Deutschlehrer und Unternehmensberater. Seit 2005 lebt er als freier Autor: zunächst in Bonn, dann Berlin, mittlerweile Hamburg. Neft schrieb bis heute hunderte von Satiren, Kolumnen und Glossen, vor allem für WELT, Tagesspiegel, taz, Eulenspiegel, Titanic und DAS MAGAZIN. Seine Romane hingegen lassen sich nicht eindeutig der Satire oder dem humoristischen Genre zuordnen.

Neue Bücher

Die bessere Geschichte

Erscheint am 12.03.2019 als Hardcover bei Rowohlt.

Alle Bücher von Anselm Neft

Vom Licht

Vom Licht

 (8)
Erschienen am 22.08.2016
Helden in Schnabelschuhen

Helden in Schnabelschuhen

 (9)
Erschienen am 18.08.2014
Hell

Hell

 (6)
Erschienen am 01.03.2013
Die Lebern der Anderen

Die Lebern der Anderen

 (3)
Erschienen am 13.01.2010
Die bessere Geschichte

Die bessere Geschichte

 (0)
Erschienen am 12.03.2019

Neue Rezensionen zu Anselm Neft

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jutschas avatar

Rezension zu "Vom Licht" von Anselm Neft

Ein außergewöhnliches und sehr anspruchsvolles literarisches Werk
jutschavor 2 Jahren

Der 21jährige Adam befindet sich allein in der Dachkammer eines abgelegenen Hofes im österreichischen Alpenvorland und schreibt sich seine Gedanken von der Seele. Er wurde als Junge zusammen mit Manda von Norea und Valentin adoptiert. Unterrichtet wurden sie überwiegend zu Hause von ihren Adoptiveltern. Dabei ging es aber weniger um die üblichen Unterrichtsfächer, sondern um fundamentale Fragen der Existenz, der Religion, der Sexualität und des Sinn des Lebens. Durch seine Notizen versucht Adam zu verstehen, was passiert ist und wie er sein zukünftiges Leben weiterführen kann.

Der Schreibstil ist wirklich gewöhnungsbedürftig, da unglaublich komplex. Vor allem die Gedanken Adams, der alles von mehreren Seiten beleuchtet, die Gedanken kreisen lässt und nach einiger Zeit wieder am Anfangspunkt ankommt, waren für mich zunächst anstrengend zu lesen. Aber da habe ich mich relativ schnell dran gewöhnt, vor allem, weil sich ein gewisses Muster erkennen lässt. Der Protagonist geht immer gleich an die Dinge heran, die er nicht versteht. Dabei beleuchtet er seinen ersten Eindruck, wiegt das Für und Wider ab, umkreist das ganze mit Worten, um irgendwann wieder bei seinem ersten Gedanken zu landen, den er damit bestätigt fühlt. Ich habe zunächst krampfhaft versucht, die Gedanken nachzuvollziehen, wodurch ich immer wieder unterbrechen musste, um nachzudenken. Irgendwann bin ich dazu übergegangen, locker drüber zu lesen, wodurch ich es irgendwie besser verstanden habe. Vielleicht gewöhnt man sich aber auch im Laufe des Buches an die komplexen Gedankenmuster.

Das ist definitiv kein Buch zum Abschalten. Der Leser braucht Ruhe und Geduld mit sich selbst und Adams Geschichte, darf nicht zart besaitet und muss bereit sein, über den Sinn des Lebens und fundamentalistische Gedanken nachzudenken. Komplexe Gedankengänge ziehen sich durch die gesamte Geschichte und sind nicht immer einfach zu verstehen.

Anselm Nefts literarische Wortgewalt sucht sicher seinesgleichen. Ich kann mich zumindest nicht erinnern, in einem anderen Roman mal solche Gedanken nachempfunden zu haben. Die Geschichte braucht Zeit, Geduld und den Willen, sich auf ein außergewöhnliches literarisches Werk einzulassen und ist sicher nichts für Jedermann. Wer sich jedoch durcharbeitet, wird mit einer Fülle von Ansichten belohnt, die zum Nachdenken anregen. Als Bewertung gebe ich volle 5 von 5 Sternen.

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clairebs avatar

Rezension zu "Vom Licht" von Anselm Neft

Adams Welt
clairebvor 2 Jahren

In dem Roman Vom Licht geht es um Adam, der von seinen Erlebnissen auf einem abgelegenen Selbstversorgerhof mit Stiefeltern und Schwester  berichtet. Adams Stiefeltern Norea und Valentin unterrichten die Kinder zu Hause und vermitteln ihnen neben Inhalten wie Mathematik eine stark fundamentalistisch religiöse Sicht auf die Welt.

Der Roman ist sicherlich keine leichte Abendlektüre. Wenn man sich aber auf die teils sehr philosophischen Diskurse einlässt, macht es viel Freude, ihn zu lesen. Durch die philosophischen Diskurse ist der Roman sicherlich nicht für jederman geeignet, das soll hier aber auch gar nicht der Anspruch sein.

Der Schreibstil unterstützt die Stimmung des Romans sehr gut und fördert das Mit- und Nachdenken.

Insgesamt finde ich den Roman sehr gelungen und er klingt noch immer in mir nach.

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Melli274s avatar

Rezension zu "Vom Licht" von Anselm Neft

Vom Licht
Melli274vor 2 Jahren

In dem Buch geht es um Adam, der mit seiner Stiefschwester adoptiert wird. Seine Adoptiveltern leben auf einem Selbstversorgerhof und unterrichten die Beiden auch zu Hause. Der Unterricht geht über den normalen Unterrichtsstoff hinaus.
Adam ist der Erzähler dieses Romans und man erfährt bis ins kleinste Detail, seine Gedanken, Handlungsweisen und Gefühle in seiner Kinder und Jugendzeit. Ebenfalls spielt das Thema Relgion eine wichtige Rolle in dem Roman.

Der Roman hat mich sehr zum Nachdenken angeregt, es ist kein Buch für zwischendurch. Der Schreibstil ist wirklich genau und detailreich und somit konnte ich mich gut hinein versetzen und habe auch sehr mitgefühlt. Auch ist der Stil sehr philosophisch und kein leichter Lesestoff. Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen, der etwas anspruchsvolles sucht und sich auch mit wichtigen Themen wie Religion, Sexualität, Existenz, Leiden... auseinandersetzen mag.

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Gespräche aus der Community

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A
Liebe Literaturfreundinnen und –freunde,

 
ich möchte euch herzlich zu einer Leserunde meines neuen Romans Vom Licht einladen.

Um euch möglichst gut darauf vorzubereiten, was euch erwartet, sei hier der Klappentext wiedergegeben:

Adam ist 21 und ganz allein. In der Dachkammer eines entlegenen und verwilderten Selbstversorgerhofes im österreichischen Voralpenland schreibt er über sein bisheriges Leben: das abgeschottete Landleben ohne Schulbesuch, die religiöse Heimerziehung durch seine Zieheltern und seine innig geliebte, drei Jahre ältere Stiefschwester Manda.
Durch seine Notizen versucht Adam zu verstehen, was mit seiner Familie geschehen ist, wie er der wurde, der er ist, und was er tun kann, um trotzdem weiterzuleben.

Aussteigerroman, radikale Reflexion und verstörende Familiengeschichte: Anselm Nefts dritter Roman führt tief hinein in den fundamentalistischen Kern religiöser Sehnsucht und des Denkens überhaupt.



„Wahr und phantastisch zugleich, wie eine alte Geschichte von einer jungen Seele. Und das Ende ist hinreißend, von der kalten Luft, die durchs Fenster kommt, bis zum Abschied, den die Sprache von sich selbst nimmt. Ein beeindruckendes Buch.“ (Dietmar Dath)


Dazu noch ein kleiner Hinweis: Da mich einige Zeitungsleser unter euch vielleicht als Satiriker oder Kolumnisten kennen oder durch meine humoristischen Bücher Die Lebern der Anderen und Helden in Schnabelschuhen eine bestimmte Erwartungshaltung hegen: Vom Licht ist kein humoristischer Roman.
Wenn ihr mit persönlichem Gewinn mitlesen wollt, solltet ihr Freude an der unvoreingenommenen Auseinandersetzung mit existentiellen Fragen haben und Literatur als das Wagnis betrachten, sich durch Sprache dem Wesen der Dinge und damit den Grenzen der Sprache zu nähern. Also: Vom Licht ist nicht in einem witzigen Sinn unterhaltsam und keine ganz leichte Lektüre, doch ich hoffe, dass ihr nachher vielleicht werdet sagen können: Es war eine sehr bereichernde Anstrengung. Das würde mich jedenfalls freuen.
 

Vom Licht wurde für den Deutschen Buchpreis vorgeschlagen.


Leseprobe:

"Norea sprach von »männlichen« und »weiblichen« Blüten. Die weiblich genannten Blüten konnten leicht erkannt werden: Unterhalb der Blütenblätter zeigte sich früh eine grüne Kugel,

ein Miniaturkürbis mitten im Stängel des Seitentriebes. Norea erklärte mir, dass sich fast alle Lebewesen in »männlich« und »weiblich« spalteten. In dieser Welt existiere diese Spaltung, um aus Materie weitere Materie zu erzeugen. »Männlich« nenne man das zeugende, »weiblich« das empfangende Prinzip, womit nicht mehr gemeint sei, als dass das eine Geschlecht mit seinem Samen den Samen des anderen befruchte, sodass das befruchtete Geschlecht eine Frucht hervorbringe, die bald Obst, bald Tier, bald Mensch heiße und entweder als empfangendes oder befruchtendes Geschlecht und selten als Mischform geboren werde. Am Kürbis könne ich alles Grundlegende beobachten, was das Geschlechtliche angehe. Die Zuschreibungen, die die Menschen mit den Begriffen »männlich« und »weiblich« in Verbindung brächten, dem Gesetz der Materie gemäß in immer komplexeren und abwegigeren Formen, seien nichts als phantastische Wucherungen und könnten, wie das allermeiste, auf simple Grundformen heruntergebrochen werden. Das Wesentliche im Menschen sei weder Mann noch Frau. Ich solle diesem Unterschied also keine Aufmerksamkeit widmen und kein Aufhebens um ihn machen wie die Fleischmenschen, die wie um alle unwichtigen Unterschiede gerade um diesen viel Aufhebens machten und ganze Spiele von Herrschaft und Unterwerfung darauf gründeten."


Und nun bin ich gespannt, wer sich bewerben möchte und freue mich, euch ein wenig kennen zu lernen.

Satyr_Verlags avatar
Letzter Beitrag von  Satyr_Verlagvor 5 Monaten
Wir empfehlen FreundInnen der Literatur unseres Autors Anselm Neft und seines Romans "Vom Licht" herzlich, seine gestrige bewegende Lesung im Rahmen des Bachmannwettbewerbs anzusehen: https://bachmannpreis.orf.at/stories/ondemand/ Um 15 Uhr beginnt das Voting für den Publikumspreis des Bachmannwettbewerb! Wir sind sehr gespannt darauf, wie die Menschen über den ergreifenden Text Anselm Nefts urteilen werden. Und würden uns freuen, wenn Sie Ihre Stimme noch bis 20 Uhr bei den #tddl ab! Dafür braucht es eine Mailadresse und eine kurze Begründung der Entscheidung. Abgestimmt werden kann auf folgenden Seiten: https://bachmannpublikumspreis.pingeb.org/ http://www.klagenfurt.at/ http://www.musilmuseum.at/ http://www.3sat.de/page/?source=/specials/193351/index.html http://www.bks.at/
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Anselm Neft wurde am 06. Juli 1973 in Bonn (Deutschland) geboren.

Anselm Neft im Netz:

Community-Statistik

in 35 Bibliotheken

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