Anselm Neft Helden in Schnabelschuhen

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Inhaltsangabe zu „Helden in Schnabelschuhen“ von Anselm Neft

Die Helden in Schnabelschuhen tröten unverdrossen da weiter, wo „Fleisch ist mein Gemüse“ seinen düsteren Schlussakkord setzte. Max und Katja haben gerade ihr Philosophiestudium abgeschlossen und wissen viel, nur nicht, was sie nun machen sollen. Als Katjas Cousin den beiden vorschlägt, mit der Mittelalterband "Kobold" auf Tour zu gehen, sagen sie zu. Bald schon tragen die beiden als "Theoprastus Bombastus von Witterschlick" und "Sancta Benedicta – Wanderpäpstin und Gegenhure" wallende Gewänder und schmucke Schnabelschuhe. Die sommerliche Deutschlandtour wird nach anfänglichem Chaos zu einem vollen Erfolg, doch zwischen dem übergewichtigen Max und Katja stimmt bald gar nichts mehr, ihre Beziehung wird täglich komplizierter. Ein satirischer Culture-Clash zwischen gehemmten Bildungs- und entfesselten Kleinbürgern, über den Marc-Uwe Kling sagt: "Eine der schönsten ... nun ja ... Liebesgeschichten, die ich seit langem gelesen habe: Sehr komisch, ehrlich und tiefsinnig ... ich kann nur jeder und jedem empfehlen: Lies das!"

Eine Geschichte die leider etwas zäh ist

— Annabeth_Book
Annabeth_Book

Anders als erwartet

— SimoneW
SimoneW

Max und ich, die Chemie hat gestimmt! Trockener, teils schwarzer Humor wie ich ihn liebe - sehr zu empfehlen!

— SitataTirulala
SitataTirulala

Philosophieren auf Mittelaltermärkten

— Buecherlabyrinth
Buecherlabyrinth

Mir hat es gut gefallen, eine ganz andere „Liebesgeschichte“, die man als solche erst auf den zweiten Blick erkennt!

— Nina2401
Nina2401

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  • Helden in Schabelschuhen

    Helden in Schnabelschuhen
    Annabeth_Book

    Annabeth_Book

    30. April 2016 um 16:21

    Klappentext: Wie bin ich bloß in diese "Gewandung" geraten?Was zur Hölle mach ich als Schalmeienbläser in einer Band namens "Kobold"?Und warum heiße ich plötzlich "Theoprastus Bombastus von Witterschlick" und trinke Met aus Hörnern?Es hat natürlich mit Katja zu tun- dieser "Wanderpäpstin und Gegenhure", mit der ich seit zehn Jahren befreundet bin, dieser durchgeknallten Philosophin, die sich seit zehn Jahren liebe.Oh, ich Vollpfosten!Autor:Anselm Neft zog 2 Jahre mit einer Mittelalterband durch Deutschland. Heute lebt er als Autor und Tagelöhner in Bonn. Er ist Mitglied der Lesebühne "Ferkel im Wind".Cover:Das Cover fand meine Mama sehr ansprechend und wie hat sie so schön gesagt "es regt einen zum lesen an".Inhalt:Durch eine Geldnot heraus schließen sich Max und Katja der Mittelalterband "Kobold" an und ziehen zusammen mit den Mitglieder durch Deutschland.Die Meinung von meiner Mama:Die Charaktere sind schön beschrieben und man kommt sofort mit ihnen klar, auch kann man sich das Umfeld und die Ort super vorstellen, das der Autor es alles schön beschreibt.Leider muss ich sagen das dem Buch es eindeutig an Spannung fehlt, sodass das Buch mit der Zeit ziemlich zäh wird, was schade ist den der Schreibstil ist nicht schlecht. Hätte der Autor ein bisschen Spannung reingebracht wäre es ein sehr gelungenes Buch gewesen.

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  • Philosophen im Mittelalterwahnsinn

    Helden in Schnabelschuhen
    SitataTirulala

    SitataTirulala

    28. December 2015 um 18:59

    Ich wollte auf dem Bürgersteig zusammenbrechen und Katja mit brüchiger Stimme zuraunen: "Lass mich zurück. Du kannst es schaffen, aber meine Reise endet hier." Ich wusste es mit der gleichen Bestimmtheit, wie einst vor den Klassenfahrten: Ich war ein Stein. Meine Natur war das Bleiben. Rollende Steine sind bedauernswerte Geschöpfe, die in Schieflage geraten sind und sich gegen ihre Natur herumkegeln lassen. Genau so fühlt sich Max Wesendonck, seit er und seine beste Freundin Katja Stappen mit dem Philosophiestudium fertig sein. Nein, eigentlich schon immer. Umso überraschter ist er von sich selbst, als er sich von Katja und ihrem Cousin Timo dazu überreden lässt, zwei längerfristig ausgefallene Mitglieder der Mittelalterband "Kobold" auf deren Tour über diverse Mittelaltermärkte zu vertreten. Dabei kann er ja noch nicht mal Schalmei spielen! Aber was tut man nicht alles für die Liebe - und die hat Max schwer erwischt. Schon seit ihrer Schulzeit balanciert die Beziehung zu Katja für ihn auf dem schmalen Grat zwischen Freundschaft und mehr, nur dass sie nichts davon weiß. Dieses völlig absurde Mittelalterprojekt könnte sie endlich näher zusammen bringen. Oder? Was für ein bitterböses, kleines Stück Lektüre. Ich sage das in positivem Sinne. In sehr positivem. Anselm Neft war selbst Mitglied einer Mittelalterband, die sich "Schelmish" nennt und die ich auch das Vergnügen hatte ein paar mal live zu sehen. Entsprechend war sofort eine Verbindung zu dem Buch gefunden: Hey, jemand aus der Mittelalterszene schreibt ein Buch über die Mittelalterszene. Wenn Anselm Neft allerdings solche Dinge erlebt hat wie Max, sein Protagonist, dann wundert mich gar nichts mehr. Eine schräge Begegnung - unabhängig davon, ob mit Fans auf den Märkten, Spinnern, denen ihre Musik und Einstellung nicht gefällt, oder mit ihren eigenen Bandkollegen. Das ganze Buch läuft geradezu über vor skurrilen, aber wahnsinnig unterhaltsamen Figuren. Ganz vorne weg natürlich Max, der die Geschichte aus der Ich-Perspektive und mit einer gehörigen Portion schwarzen, zynischen Humors erzählt. Damit hat Neft genau meinen Nerv getroffen, auch wenn der durchschnittliche Mittelaltermarktgänger, und dazu zähle ich mich auch, nicht gerade gut weg kommt. Wäre ich ein kleines bisschen böser würde ich vermuten, dass Neft hier eine sehr turbulente, schräge Episode seines eigenen Lebens verarbeitet. In jedem Fall hat er mich zum Lachen bringen können und dazu, öfters mal einen Absatz Freunden abzutippen, weil die Formulierung einfach so zum Schießen spitz und komisch war, dass ich vermutlich geplatzt wäre, wenn ich sie nicht hätte teilen können. Auch die Philosophie, Katjas und Max' Steckenpferd, ist natürlich eingebunden, aber nicht auf die trockene, staubige Art, an die ich mich aus dem Philosophie-Unterricht der Oberstufe erinnere, sondern eingebaut in Katjas Ansagen und Max' deprimierte Überlegungen, wie er Katja endlich näher kommen kann. Das zwischen den beiden ist im Übrigen eine sehr ungewöhnliche Liebesgeschichte. Und eine deprimierende, denn manchmal möchte man Max an den Schultern packen, schütteln und einfach in die richtige Richtung schubsen. Allerdings hätte das Buch dann auch eine Menge seines Unterhaltungspotenzials eingebüßt, schätze ich. Der Donck und die Stappen mischen als Theprastus Bombastus und Sankta Benedicta die Mittelalterszene mit philosophischen Ansagen und schrägen Tönen auf - fünf Blümchen, weil der Humor genau mein Ding war und ich herzhaft über die eine oder andere Szene lachen konnte. Ich empfehle es jedem, der schwarzen Humor mag - und natürlich auch jedem Mittelaltermarktgänger, der ein bisschen über sich selber lachen kann.

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  • Zu philosophisch für mich

    Helden in Schnabelschuhen
    SimoneW

    SimoneW

    12. September 2015 um 13:41

    Ehrlich gesagt, war mir der Name Anselm Neft nicht wirklich geläufig, aber die Gruppe "Shelmish" mit der er herum tingelte, ist mir ein Begriff, durch diverse Mittelalter Festivals und meine persönlichen musikalischen Vorlieben. Deswegen hat mich das Buch auch sofort gereizt. Auf den ersten Seiten des Buches fühlte ich mich, als wäre ich im falschen Film. Helmut Schmidt, der Altkanzler, in Bonn, noch dazu in einer irgendwie voyeuristischen Position. Der "innere Helmut" gehört zu Max und gibt auch immer wieder kluge Ratschläge. Max war ein seltsames Kind, die Lehrer wollten ihn auf eine Sonderschule abschieben. Er war spindeldürr und wurde im Laufe der Zeit von seiner Mutter rundgefüttert. Permanent war er Opfer von gemeinen Attacken seiner Mitschüler, bis Katja auf den Plan trat. Plötzlich wurde aus dem dicken Mobbingopfer Max Wesendonck "Der Donck"! Max und Katja hängen immer zusammen rum und sind beide gleich drauf. Ihr philosophieren übersteigt meinen Horizont dann doch hin und wieder und ich kann dem Thema nicht folgen. Doch je weiter ich in das Buch reinkam und Kobold auf der Deutschlandtour begleiten konnte, begann ich mich wohlzufühlen. Unerwartet und auch ungeplant, gab es in diesem ein ganz aktuelles geschehen: Vor der Bühne auf der Kobold gerade ein Set spielte war eine Gruppe "besorgter Bürger" und Katja ist mutig vorgeprescht und hat ein wenig mittelalterliches Lied der Gruppe "Die Medici" angestimmt, perfekt zur #AktionArschloch die ich auch unterstütze: http://www.aktion-arschloch.de/ Mein liebstes Zitat aus dem Buch findet man zu Beginn in Kapitel 8:"Wenn es um besonders hässliche, trostlose und rundherum widerwärtige deutsche Städte geht, wird schnell Hannover ins Feld geführt." Das mag daran liegen, dass ich viele schlechte berufliche Erinnerungen an diese Stadt habe. Die Situation zwischen Katja und Max spannt sich an, Katja hat sich in einen Journalisten verliebt, Max flirtet mit Nele, dabei ist er doch eigentlich seit 10 Jahren in Katja verknallt... Ein Buch mit viel Tiefgang und Humor der nicht jedem liegt. Ich habe das Buch mit anderen Erwartungen zu lesen begonnen und tat mich schwer Zugang zu finden. Anfang und Ende waren mir persönlich zu philosophisch, aber mittendrin unterhaltsam mit vielen Stellen zum Schmunzeln.

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  • Philosophieren auf Mittelaltermärkten

    Helden in Schnabelschuhen
    Buecherlabyrinth

    Buecherlabyrinth

    28. July 2015 um 19:21

    Max ist ein intelligenter, deprimierter und übergewichtiger junger Mann mit abgeschlossenem Philosophiestudium, der keinen Plan hat, wie es mit seinem Leben weitergehen soll. Mehr oder weniger freiwillig schliesst er sich mit Katja einer mittelalterlichen Musiktruppe an. In Katja ist er verliebt, traut sich aber nicht, es ihr zu sagen. Die Reden von Katja zwischen den Musikstücken beim Auftritt der Musikgruppe waren die Höhepunkte des Buches. Sie hat eine furchtlose, freche Art, den Zuschauern ihre Ideen zu erzählen, Philosophie selbst auf Mittelaltermärkten einzubringen und Menschen damit in den Bann zu schlagen und die Leser mit ihren Gedanken zu faszinieren. Max war mir nicht sympathisch. Sein destruktiver Humor hat mir nicht gefallen, das alles zertrampeln und schlecht reden, sein ewiges Gejammer und sich selber Leid tun hat mich genervt. Ich weiss, er hat Depressionen, aber für eine fiktive Romanfigur mache ich mir keine Mühe, Verständnis aufzubringen. Seine Gedanken sind genau so philosophisch wie die seiner Freundin Katja, doch seine sind noch schräger, und wenn er gerade unter Alkohol oder Drogen steht, nur noch sehr schwer verständlich. "Helden in Schnabelschuhen" ist ein Buch für Freunde von Mittelaltermärkten und von Philosophiefans. Ich hatte meine Freude an manchen schönen Sätzen, manchen Ideen, und den vielen coolen Sprüchen, aber so richtig konnte der Funke nie überspringen.

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  • Eine nicht alltägliche „Liebesgeschichte“

    Helden in Schnabelschuhen
    Nina2401

    Nina2401

    08. April 2015 um 20:04

    Ich lese ganz selten Liebesgeschichten, sie sind mir meistens zu kitschig. Doch dem schrägen Humor von Anselm Neft konnte ich nicht widerstehen. Er lässt seinen „Helden“ Max Wesendonck in der Ich-Form erzählen und schon auf den ersten Seiten lerne ich seinen „inneren Helmut“ kennen, mit dem er durch Bonn tapert. Der Altkanzler ist sein kettenrauchender „Harvey“, der nicht nur nette Kommentare beisteuert. Allein das fand ich schon außerordentlich witzig. Außerdem bin ich ein großer Fan von Mittelaltermärkten. In meiner Nachbarstadt findet einer jedes Jahr um die Weihnachtszeit statt und jedes Jahr lasse ich mich von dem ganz besonderen Flair und den Klängen der alten Instrumente verzaubern. Anselm Neft gewährt mir nun die ungeschönten Blicke hinter die Kulissen, lässt mich teil haben an endlosen Diskussionen, exzessiven Parties und an Katjas philosophischen Ankündigungen. Von mittelalterlicher Romantik bleibt dabei nicht viel übrig. Mit einem Augenzwinkern nimmt er die Mittelalterszene aufs Korn. Und genau so habe ich es mir eigentlich hinter den Kulissen vorgestellt. Anselm Neft weiß, worüber er schreibt, denn er zog selbst mit einer Mittelalterband einige Zeit durch Deutschland. Der Humor ist intelligent und wahrlich sehr schräg. Er ist böse, aber nicht gemein. Und manchmal so krass, dass mir entweder das Lachen im Hals stecken blieb oder mir Lachtränen übers Gesicht kullerten. Max ist aber auch ein extremes männliches Wesen. Er zerdenkt so viel und da er Drogen gegenüber nicht abgeneigt ist, wird es auch schon mal etwas ausschweifend. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund und fabuliert, was das Zeug hält. Das ist auch mein einziger Kritikpunkt. Nicht immer konnte ich ihm folgen, manches Mal war es doch recht anstrengend, seine abstrusen Gedanken zu ordnen. Und damit ist er auch ein gutes Beispiel dafür, wie man sich und seinem Glück selbst im Weg stehen kann. Ich kann nicht alle coolen Sprüche von Max zitieren, aber dieser hier ist bezeichnend für ihn: „Ich glaube, ich habe einen Zuwendungsschock“. Und genau so macht er sich das Leben nicht gerade leicht. Mir hat es gut gefallen, eine ganz andere „Liebesgeschichte“, die man als solche erst auf den zweiten Blick erkennt!

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  • Humorvoll mit philosophischen Betrachtungen

    Helden in Schnabelschuhen
    Girdie

    Girdie

    24. September 2014 um 20:23

    Schon bei der Betrachtung des Buchs „Helden in Schnabelschuhen“ von Anselm Neft erkennt man, dass es ein Buch mit scherzhaften Anklängen ist, denn da schaut den Leser ein Mensch mit aufgesetztem Wildschweinkopf an. Dieser besondere Humor im Roman , der sich aus meist aus der jeweiligen beschriebenen Situation ergibt und manches Mal auch derb ist, trifft sicherlich nicht jedermanns Geschmack, leider auch meinen nicht. Doch neben philosophischen Betrachtungen gibt er dem Roman seine Eigenart. Ferner lässt die Kleidung der Person auf dem Cover den genaueren Betrachter darauf schließen, dass der Roman das Thema Mittelalter anschneidet. Wenn die Geschichte auch in der Gegenwart spielt, so sind die Protagonisten dennoch zu entsprechend gestalteten Aktivitäten unterwegs. Die große schlanke Katja und das Schwergewicht Max, beide am Ende ihres Studiums, sind auf der Suche nach einem lukrativen Nebenjob. Sie treffen sich mit Katjas Vetter Timo, Banker von Beruf, der ein ganz besonderes Arbeitsangebot hat, denn für ein halbes Jahr sollen sie die verunglückten Mitglieder der Mittelalterband „Kobold“, bei der er selber auch mitspielt, ersetzen. Für Max kommt diese Aufgabe eigentlich nicht in Frage, zumal er gar kein Instrument spielt, aber er möchte gerne in der Umgebung von Katja bleiben, die er seit Jahren anhimmelt. In reichlich betrunkenem Zustand wetten die beiden, ob diese Sache etwas zu Katjas großem Ziel, die Philosophie für Laien zugänglich zu machen, beitragen kann. Gewinnt Katja, muss Max abnehmen, gewinnt Max, muss Katja ihn heiraten. Top, die Wette gilt! Die Idee zum Buch finde ich ungewöhnlich und sie gefällt mir gut. Allerdings zieht sich Beschreibung der verschiedenen Auftritte mit der Band etwas in die Länge. Jedoch erfährt man zwischendurch immer wieder etwas mehr über die Persönlichkeiten Max und Katja. Durch die Ich-Erzählerperspektive bleibt der Leser stets an der Seite von Max. Dieser ist durchaus selbstkritisch. Schon früh wurde ihm klar, dass er nicht nur beleibter wie andere seines Alters ist, sondern dass er auch viele andere Interessen hat. In Katja scheint er bereits zur Schulzeit eine Seelenverwandte gefunden zu haben. Doch über eine bloße Freundschaft sind beide nicht hinausgekommen, weil ihnen die Worte füreinander bisher gefehlt haben und weil ihnen die Erfahrung im Umgang mit der richtigen Reaktion auf passende Gelegenheiten fehlt. Dadurch hat das Verständnis füreinander leider etwas gelitten, denn beide beschreiten neue Wege um die Liebe zu finden. Vielleicht ist das aber auch gut so, um zu erkennen, was man aneinander hat. Bunt ist die weitere Zusammenstellung der Charaktere der Bandmitglieder über die man aber nur so viel erfährt, wie Max von ihnen im Umgang erlebt und erzählt bekommt. Anselm Neft versteht es immer wieder philosophische Betrachtungen einzubringen, vor allem durch die Person der Katja. Dadurch erhält der Roman Tiefgang und gibt einige Gedankenanstöße. Der Geschichte merkt man an, dass der Autor sich mit der Materie der mittelalterlichen Feste und Feierlichkeiten auskennt, denn mit seiner Schilderung lässt er diese lebendig werden. Ich habe mich gefragt, wie viel erlebtes Leben Anselm Neft in seinem Roman platziert hat. Das Buch ist ein vergnüglicher Zeitvertreib, dem ich 3,5 Lesesterne gebe, die ich gerne aufrunde.

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  • Schalmeiklänge

    Helden in Schnabelschuhen
    kira35

    kira35

    20. September 2014 um 10:38

    Seit der Oberstufe sind Max und Katja unzertrennliche Freunde. Beide haben gerade ihr Philosophiestudium abgeschlossen und wissen nicht so recht, wie es weitergehen soll. Durch Vermittlung von Katjas Cousin kommen sie zur Mittelalterband "Kobold", bei der sie ihre Finanzen aufbessern wollen. Mit der Band gehen sie auf Deutschlandtour, spielen auf Mittelaltermärkten, Burgfesten und Hochzeiten, finden sich in Rollenspielen wieder und Max begeistert sich für den Bauchtanz. Meinung / Fazit:   Durch die bildhafte Beschreibung der Protagonisten und der Handlungen konnte ich mich schnell in die Geschichte hineinfinden. Eine doch recht ungewöhnliche Geschichte, mit ungewöhnlichem Humor. Max als Theoprastus Bombastus von Witterschlick - auf so einen Namen muss man erst mal kommen - wuchs mir richtig ans Herz. Im Grunde war/ist er tief drinnen ein sehr unglücklicher Mensch. Schon seit seiner Kindheit wird er wegen seiner Körperfülle gehänselt. In Katja - mit der er seit der Oberstufe befreundet ist - ist er heimlich verliebt, traut sich aber nicht, es ihr zu offenbaren. Er flüchtet sich in einige Affären und in seine sexlastigen Träume und tritt, neben seiner Schalmei Spielerei in der Band als Bauchtänzerin auf. Aber auch Katja - Sancta Benedicta Wanderpäpstin und Gegenhure -  hat ihr Päckchen zu tragen, sie hat den Selbstmord ihrer Mutter noch nicht verarbeitet. Max und Katja, so scheint mir, entfliehen, durch ihre Auftritte in der Mittelalterband, in ihrer Verkleidung der realen Welt, Schlussendlich kommt zusammen, was zusammen gehört. Ein lesenswerter Roman mit ungewöhnlichem Humor, dennoch mit Tiefgang.

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  • Der „drollige Wahnsinn“ der Verliebtheit

    Helden in Schnabelschuhen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    29. August 2014 um 14:43

    Der „drollige Wahnsinn“ der Verliebtheit „Nun fanden wir uns als Liebespaar im Veteranenstatus wieder“. Was wahrscheinlich nur wieder eine Erscheinungsform der Beziehung zwischen Max und Katja darstellt. Falls Max sich das nicht nur ein wenig „denkt“. Philosophiestudenten eben. Alles ergründend, über Gott und die Welt am diskutieren, am sinnieren und dabei vor allem das einfach Naheliegende, praktische, das „reale Leben“ ausblenden. Was beide natürlich nicht wirklich merken. Das Drängende abwehren, zerdenken, zerreden, immer unter der Gefahr, dass die wichtigen Dinge im Leben und untereinander einfach durch diese Haltung versiegen werden wie eine austrocknende Quelle. Dennoch, auch für das Denken braucht es Geld und so schließen sich die beiden einer Band mittelalterlicher Musik an, „Kobold“ bietet „Rock´n Roll in Gewandung“ an. Daneben aber auch ein Ort echten Erlebens und klarer „Realität“, die langsam auch zu den beiden abgehobenen jungen Menschen durchdringen wird. Vor allem Max gelingt es nicht mehr länger, seine Augen vor sich selbst verschlossen zu halten. Durch Zerwürfnisse, Streit, Spaß, das „ganz normale Leben“ eben, rückt sein Übergesicht, seine pubertäre Unentschlossenheit, seine heimliche und daher auch leicht verlogene Schwärmerei für Katja sichtbar vor seine Augen. Wir er dafür bereit sein, seine bequeme Distanz, sein „philosophieren“ auch als Schutz zu lockern? „So mutiert die romantische Liebe zur Monsterqualle“, aber immerhin wird sie spürbar. Eine Geschichte über Freundschaft und Liebe, über die Entscheidung, erwachsen zu werden, über die Gefahr, alles nur zu bereden und zu zerreden, aber auch über die Wichtigkeit, sich selbst kennen zu lernen, die Gratwanderung zwischen Erfahrung und Reflexion, Leben und Theorie auszutarieren. „Schließlich saß ich Samstagnachmittag wie ein dicker Hofnarr mit gebrochenen Gliedmaßen auf einer Wiese am Rande des Geschehens und fühlte mich scheiße“. So liest sich diese „moderne Liebesgeschichte“ wie ein Abbild vieler „Verdrehungen der Liebe“, bietet aber, gerade durch die klugen Einwürfe Katjas im Buch, ebenso viel an Nachdenkenswertem für den Leser, gibt Anstöße, sich selbst ein stückweit in den Blick zu nehmen im Spiegel der Geschichte dieser beiden. Trotz mancher Längen und auch unrealistisch anmutender „Verwicklungen“ (manchmal möchte man Max schon schütteln, jetzt aber einfach mal „praktisch“ zu werden), eine flüssig und unterhaltsam geschriebene, kluge Lektüre über die Liebe und das „wahre Leben“.

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