Nah ist die Erinnerung ist kein Buch, das ich ständig lesen würde – dafür ist es mir fast zu ruhig, da ich meist anderes lesen. Aber gerade deshalb war es für mich eine angenehme Abwechslung. In einer Welt voller lauter Geschichten und dramatischer Wendungen hat es gutgetan, mal in eine ruhige, feinfühlige Erzählung einzutauchen, die nicht sofort alles preisgibt, sondern sich langsam entfaltet.
Joannas Reise durch Trauer und alte Erinnerungen hat mich nicht überwältigt, sondern eher sanft mitgenommen. Das Cottage in Schottland, die stillen Reflexionen, die bröckelnde Freundschaft – all das hatte etwas Beruhigendes, fast Meditatives. Es ist ein Buch, das nicht mit großen Emotionen protzt, sondern durch seine Zurückhaltung gewinnt. Ich habe mich dabei ertappt, dass ich beim Lesen automatisch langsamer wurde – und das war erstaunlich wohltuend.
Also ja, es wäre nicht mein täglicher Lesestoff. Aber wenn der Kopf voll ist und man sich nach etwas Stilleren sehnt, fühlt sich dieser Roman an wie ein Spaziergang bei leichtem Regen: unaufgeregt, ehrlich und irgendwie heilend.










