António Lobo Antunes

 4 Sterne bei 98 Bewertungen
António Lobo Antunes

Lebenslauf von António Lobo Antunes

Von Krieg, der Geschichte Portugals und wichtiger Literatur: António Lobo Antunes ist im Jahr 1942 in Portugal geboren. Er studierte wie sein Vater Medizin, spezialisierte sich jedoch auf Psychiatrie, da er bereits als Jugendlicher Schriftsteller werden wollte und Parallelen zwischen Literatur und Psychologie sah. 1970 wird er zum Militär eingezogen und arbeitet mehrere Jahre lang als Militärarzt in Angola während des Kolonialkrieges. Nach seiner Rückkehr ist er weiter als Mediziner tätig und steigt 1985 zum Chefarzt und Psychiater in einer Nervenklinik in Lissabon. Zusätzlich macht er erste Gehversuche im Bereich der Literatur. In seinem Debütroman „Judaskuss“ von 1979 verarbeitet er seine Erfahrungen während des Krieges in Angola. 1985 schließt Lobo Antunes seine Karriere als Mediziner ab und widmet sich fortan ausschließlich dem Schreiben. Auch weitere Romane von ihm werden erfolgreich publiziert und heute zählt António Lobo Antunes zu den wichtigsten zeitgenössischen Schriftstellern Portugals. In seinen Werken beschäftigt er sich vor allem mit der Geschichte seines Heimatlandes, aber auch Tod, Trauer, Liebe und Einsamkeit sind wichtige Elemente und Motive in seinen Geschichten.

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Alle Bücher von António Lobo Antunes

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Das Handbuch der Inquisitoren

Das Handbuch der Inquisitoren

 (17)
Erschienen am 01.09.1999
Die natürliche Ordnung der Dinge

Die natürliche Ordnung der Dinge

 (7)
Erschienen am 07.08.2006
Der Judaskuß

Der Judaskuß

 (7)
Erschienen am 07.08.2006
Portugals strahlende Größe

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 (7)
Erschienen am 01.09.2000
Elefantengedächtnis

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 (7)
Erschienen am 06.02.2006
Drittes Buch der Chroniken

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 (5)
Erschienen am 18.10.2010
Einen Stein werd ich lieben

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 (6)
Erschienen am 05.05.2008
Die Vögel kommen zurück

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 (4)
Erschienen am 07.08.2006

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Neue Rezensionen zu António Lobo Antunes

Neu

Rezension zu "Mitternacht zu sein ist nicht jedem gegeben" von António Lobo Antunes

Wehmut pur!
Angie*vor 2 Monaten

INHALT/KLAPPENTEXT:

Eine Frau Anfang fünfzig fährt für ein Wochenende an den Strand. Das Ferienhaus ihrer Familie, an der Atlantikküste nördlich von Lissabon gelegen, ist verkauft worden, und sie möchte Abschied nehmen, ihren Erinnerungen an die Kindheit, an die gemeinsamen Sommer dort nachhängen. Doch die Vergangenheit bricht regelrecht über sie herein, und der Kurzurlaub gerät ihr zur Abrechnung über ihr Leben, zur Rückschau auf das ganze Drama ihrer Existenz. In diesen drei Tagen weichen ihre Erinnerungen an die glücklichen Zeiten der Kindheit einem immer bedrohlicheren Strudel der Verzweiflung …

Rezension

Meine Meinung: 
Es ist auch sicher nicht jedem Leser gegeben dieses Buch zu lesen. Der komplizierte und anspruchsvolle Schreibstil braucht einige Zeit um beim Lesenden im Kopf anzukommen und die Sortierung der Aussagen des Autors  sind nicht einfach zu erledigen. Wenn man sich allerdings nach vielen Seiten anstrengenden Lesegenusses darauf eingestellt hat, funktioniert es gut.
Drei Tage aus dem Leben der nicht bei Namen genannten ca. fünfzigjährigen Frau werden vom Autor in drei Teilen beschrieben. Je mehr ich in das Buch, die Stimmung und die Charaktere der Frau, ihrer Kindheit, ihrer Eltern und der zwei Brüder eingetaucht bin, desto grösser wurde mein Unbehagen und ein unbestimmtes Gefühl von Traurigkeit, Mitleid, Verstehen und Nicht-Verstehen ergriff mich. Dieses Buch machte mich depressiv und ich habe es immer wieder aus der Hand legen müssen, da es mich bedrängt und verfolgt hat. Es endet tragisch, bitter - für die Familie und auch für die Frau.
Hier eine Kostprobe des Schreibstils:
Zitat Seite 63/64
" - Ich bin hier
wie auch das Fahrrad
-Ich bin hier
und die Pullis meines ältesten Bruders in der Schublade 
-Wir sind alle hier
in dem Augenblick, als ich es gebraucht hätte, dass er mich
huckepack nahm, im Garten eine Runde im Galopp drehte und
ich glücklich
-Schneller
ich so glücklich
-Schneller Bruderherz
und wir springen über ein Beet, zwei Beete, der Brief an
die Vase gelehnt und der Krankenwagen, darin ein Ertrunke-
ner, wir springen über die Leute an der Gartenpforte, die leisen
Gespräche
-Ganz schnell Bruderherz"
Ich hoffe ihr konntet einiges aus dem Schreibstil erlesen, der recht ungewöhnlich ist. 
Dieses wehmütig verfasste Buch hat mich nicht wirklich erreicht und begeistert, aber es ist mit Sicherheit ein gutes Buch vom bekannten und angesehenem Autor António Lobo Antunes!
Meine subjektive Bewertung: *** Drei gute Sterne!

Mein Dank gilt dem Autor und dem Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!
  

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Rezension zu "Die natürliche Ordnung der Dinge" von António Lobo Antunes

Die Genialität eines Meisters
Duffyvor 4 Monaten

Ein alter Mann erzählt seine Geschichte. Doch die junge Geliebte, die er damit konfrontiert, fühlt sich eher belästigt, für sie ist es der Tribut, den sie zahlt, damit sie ausgehalten wird. Doch diese Geschichte ist ein Familiendrama, das sich über mehrere Generationen hinzieht und so wird sie auch im weiteren Verlauf von mehreren Erzählern dargeboten, die nicht nur dieses Familienleben schildert, sondern auch die nicht ganz gewöhnliche Geschichte Portugals seit den 50er Jahren. Und es ist eine Schilderung der Hassliebe zu Lissabon, die die Erzähler, jeder auf seine Weise, thematisieren.
Niemand schreibt so wie Antunes. Das liest man sicher über den einen oder anderen Autoren auch in Rezensionen, aber dieses Alleinstellungmerkmal hat sich der Portugiese in vielen Romanen redlich erarbeitet. Wobei man noch nicht mal sagen kann, dass er diesen Stil "entwickelt" hat, vielmehr ist er ihm immanent, ein Teil von ihm, man könnte sagen, angeboren. Denn diese Art, mit Worten umzugehen, Sätze, die über mehrere Seiten, nur durch Kommata getrennt, mit einem Kaleidoskop von Bildern und Inhalten aufwarten, ist einfach nicht zu konstruieren.
Antunes lesen erfordert Geduld. Der Novize wird möglicherweise mehrmals im Laufe der ersten 50 Seiten das Gefühl haben, er müsse das Buch weglegen, doch hat man sich erst einmal an diesen Ton gewöhnt, dann kann man sich fallenlassen und es wird schwierig, wieder aufzutauchen. Einmal im Sog von Antunes Sprache kann man sich dem nicht mehr erwehren. Das ist übrigens nicht nur mit diesem Buch so, sondern betrifft alle seine Romane.
Mit Saramago hat zuletzt ein Portugiese den Nobelpreis erhalten. All die großartigen Schreiber wie Boyle, Auster usw. sind Kandidaten und Antunes reiht sich in diese Liga ein. Die fragwürdigen Entscheidungen der Jury in den letzten Jahren könnten endlich mal wieder durch die Verleihung an einen wirklich lebenden Großen Gewicht gewinnen. Antunes steht in der ersten Reihe.

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Rezension zu "Das Handbuch der Inquisitoren" von António Lobo Antunes

Unter dem Schatten der Revolution
Duffyvor einem Jahr

"Herr Doktor", rechte Hand des einstigen portugiesischen Diktators Salazar, residierte auf einem großen Landgut. Nach dem Ende des Regimes verfällt der Besitz, wurde geplündert und beschädigt. Der alte Besitzer, seiner Privilegien und Macht beraubt, sitzt in einem Gewächshaus mit einer Flinte und sieht sogar in den Raben Kommunisten, die er einfach erschießen will. Doch nun kommen die von ihm unterdrückten und belogenen Menschen zu Wort, die hier auf diesem Landgut eine gequälte Existenz führten.
Wie auf einer Theaterbühne lässt Antunes seine Protagonisten agieren. In Form von Berichten und Kommentaren wird mit der Zeit zwischen der Diktatur und dem Sozialismus abgerechnet und natürlich ganz besonders mit den Hauptverantwortlichen.
Antunes Still ist wohl einmalig in der Literaturwelt. Niemand schreibt so eindringlich und mit Wiederholungen, die eigentlich durch bloßes Austauschen manchmal nur eines Wortes eine neue Bedeutung bekommen, seine reiche Sprache verblüfft den Leser immer wieder aufs Neue und gerade dieser Stil ist es, der seine Werke so intensiv machen. Antunes ist ein begnadeter Erzähler, jemand der weit ausholen kann, aber trotzdem immer nur das Wichtigste schreibt. Natürlich ist diese Art zu Schreiben erst einmal gewöhnungsbedürftig, Antunes ist nichts für zwischendurch, aber hat man Zugang zu seinem Stil gefunden, dann kommt man nicht mehr los davon.
Ganz große Bestandsaufnahme der portugiesischen Geschichte nach der Diktatur. Reich-Ranicki sprach von einem Roman von weltliterarischem Atem. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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António Lobo Antunes wurde am 01. September 1942 in Benfica (Portugal) geboren.

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