António Lobo Antunes An den Flüssen, die strömen

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Inhaltsangabe zu „An den Flüssen, die strömen“ von António Lobo Antunes

Die beeindruckende Chronik einer Krankheit. In seinem persönlichsten, ergreifendsten Buch erzählt der weltberühmte Schriftsteller António Lobo Antunes ganz offen von seiner Erkrankung an Krebs. Er berichtet von den zwei langen Wochen, die »Senhor Antunes«, sein literarisches Alter Ego, in einem Krankenhaus verbringt, mit seinem Schicksal hadert, sich Operation und Behandlung unterzieht und sein Leben Revue passieren lässt. Seine täglichen Aufzeichnungen halten den Kampf ums Überleben fest, hier mischen sich Fieberträume und Verzweiflung, Schmerzen und Ängste, Erinnerungen an seine Kindheit, seine Eltern, aber auch an die Landschaft, die ihn prägte.

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  • Rezension zu "An den Flüssen, die strömen" von António Lobo Antunes

    An den Flüssen, die strömen
    Clari

    Clari

    30. September 2011 um 17:10

    Angst und Fieberträume ...... Wer von diesem Buch, das während einer schweren Krebserkrankung entstanden ist, Aufschluss über Leid und Tod im herkömmlichen Sinne erwartet, der wird zunächst verwundert sein. Antonio Lobo Antunes, der hoch gerühmte portugiesische Dichter, hat seine Visionen, die er im Ausnahmezustand einer schweren Darmkrebserkrankung erlebt hat, aufgeschrieben. Sie entführen uns in eine Welt, die nicht mehr die unsere ist. Langen poetischen Ausflügen gleich erreichen uns Satzfetzen, mit denen wir zunächst nichts anzufangen wissen. Sie sind wirr und ungeordnet. So also fühlt es sich an, wenn man sich im Fieberwahn befindet! Wenngleich die Gedanken keine Zusammenhänge aufweisen, kann man doch die Ängste und das Unbehagen spüren, in einer fremden Welt zu sein. Da tanzen Bilder vor dem inneren Auge des Erzählers, die an frühe Kindheit, Mutter, Vater und Großeltern erinnern. Unterbrochen von tiefen und zuweilen fast komatösen Schlafzuständen reißen die Erinnerungen immer wieder sehr plötzlich ab. Medizinische Handreichungen, Gespräche über den Kopf des Patienten hinweg, der vermeintlich gar nicht hört, worum es geht, schrecken ihn auf. Verschwommen wahrgenommene Glückwünsche, die Hoffnung auf Genesung versprechen, unterbrechen den Gedankenfluss. Vieles ist dem Erzähler unheimlich, und er weiß nicht, was mit ihm geschieht. In der Summe der Sätze steckt seine ganze Vergangenheitsgeschichte. Doch abgerissen und vom Schlaf unterbrochen stehen die Sätze im Raum, die den Leser animieren, sich selber aus den Gedankenfetzen einen Reim zu machen: „ ...und er stieg nicht mit den Flüssen herunter, kleine Blätter taten es, ein Weidenzweig tat es kreiselnd, wir steigen nicht hinunter, Vater, Senhor Hélio und der Großvater auf der Veranda, und er glaubte nicht, dass die Großmutter den Großvater aus Angst akzeptiert hatte....“ Dieses Beispiel zeigt, wie wenig zusammenhängend die Erzählung verläuft. Der biographische Roman ist jedoch von einer ungeheuren Sprachgewalt und filigranen poetischen Ausdruckskraft. Man kann mitten im Buch, zu Beginn oder am Ende anfangen: der Klang der Sprache bestimmt den Text und lässt uns staunen.

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