António Lobo Antunes Der Judaskuß

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Inhaltsangabe zu „Der Judaskuß“ von António Lobo Antunes

In einer Bar in Lissabon erzählt ein Betrunkener einer Schönen der Nacht von seinen Erfahrungen im Angolakrieg. Unaufhaltsam redet dieser Mann, wütend, ausfallend, obszön, zärtlich und verzweifelt, er durchschreitet noch einmal die Hölle der Vergangenheit, nur um in der Gegenwart dieser Nacht nicht allein zu bleiben.

Dicht, beklemmend. Lobo Antunes kennt den Kolonialkrieg und lässt ihn durch den Mund eines Betrunkenen anklagen. Nichts für schwache Nerven.

— juergenalbers

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  • Die emotionale Macht des Wortes

    Der Judaskuß

    Duffy

    26. October 2016 um 16:55

    Lobo Antunes ist wohl Portugals sprachgewaltigster Schriftsteller, seine Wortkaskaden lassen dem Leser Bilder voller Vielfalt und Emotionen vor dem geistigen Auge erscheinen. Es ist sein Stil, der ihn unverwechselbar macht und der es immer wieder schafft, sein Publikum so nah wie nur möglich an Gefühlsebenen heranzuführen. Gerade wenn es um so sensible Themen geht wie in diesem Buch, das eigentlich nur ein Monolog ist, denn in einer Lissaboner Bar erzählt ein Betrunkener seiner zufällig von ihm zur Begleitung auserkorenen Herzensdame für eine Nacht seine Geschichte. Die Geschichte von 27 Monaten, die er in Angola im Krieg für Portugal verbracht hat, einem nutzlosen, grauenvollen und erniedrigenden Krieg für alle Seiten. Er stellt nicht nur das Kolonialsystem selbst in Frage, sondern klagt die unglaublichen Greueltaten an, die aus ihm und den Soldaten menschliches Treibgut gemacht haben. Er redet und redet ohne aufzuhören, alle Schattierungen der Emotionalität von wütend-aggressiv bis zärtlich-melancholisch durchläuft er, unversöhnlich gegen sich und auch gegen seine Begleiterin, die er letztendlich mit in seine Wohnung nimmt, um der Selbstzerstörung dieser Nacht auszuweichen, seiner Einsamkeit etwas entgegenzusetzen und mit oberflächlichem Sex und Alkohol Stunden der Erholung zu gewinnen. Dass es ihm auf keinen Fall gelingen wird, diesen Krieg aus sich herauszubekommen, weiß er, doch die Verzweiflung treibt ihn in die Situation, sich wenigstens für kurze Zeit daraus befreien zu können, um die Nacht zu überleben und nicht die Einsamkeit das tun zu lassen, was keine Kugel geschafft hat.Dieses Werk machte Antunes in Portugal populär, es war in erster Linie ein Skandal in der einst so erfolgreichen Kolonialmacht, es war aber auch ein Plädoyer für die, die in diesem Krieg ihr Leben verloren haben und damit auch den Anfang für den Schlussstrich unter das gesamte Kapitel der Koloniamacht gezogen haben.Antunes' Sprache ist einmalig, selten kann ein Autor offensichtlich so mühelos durch Worte so lebendge Bilder zeichnen. Ein großes Werk, denn es hat Bestand, die Kriege unserer Zeit und die damit verbundenen menschlichen Schicksale sind immer noch dieselben, nur das sie anderswo stattfinden. Man sollte mit der Empfehlung "Pflichtlektüre" vorsichtig sein, schaden kann diese Lektüre sicher  niemandem. Die Leute, für die es Pflicht sein sollte, Bücher wie dieses zu lesen, werden dann doch eher zu etwas "Hochgeistigem" greifen.

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  • Rezension zu "Der Judaskuß" von António Lobo Antunes

    Der Judaskuß

    Feverbrain

    28. January 2011 um 09:17

    Definitiv unter den Top3 aller Bücher, die ich jemals gelesen habe! Ein solche dichte, reiche und tiefschürfende Sprache habe ich noch nie gelesen. Fast jeden Satz des Buches kann und muss man sich auf der Zunge vergehen lassen. Und genau dies ist das einzige Manko, welches ich dem Buch anhafte: mann kann nicht mehr als maximal 10Seiten auf einmal verdauen. Auch die Handlungsstränge des Buches sind dadurch schwer in einen sinnhafte Abfolge zu bringen. Aber dies ist auch nicht weiter schlimm, weil sich das Buch viel weniger wegen des Inhalts als vielmehr der Gewalt der Worte lohnt. Wirklich sehr lesenswert und Antunes hat den Nobelpreis definitiv verdient.

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  • Rezension zu "Der Judaskuß" von António Lobo Antunes

    Der Judaskuß

    fredgoetzis

    10. March 2009 um 21:55

    das buch ist toll - auch wenn der titel vollkommen falsch übersetzt wurde. der originaltitel bedeutet so ca. "am a...der welt"...nu dann...

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