António Lobo Antunes Drittes Buch der Chroniken

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Inhaltsangabe zu „Drittes Buch der Chroniken“ von António Lobo Antunes

Weise und leicht, traurig und poetisch, erbarmungslos und ironischAntónio Lobo Antunes ganz privat: In 69 kleinen Geschichten, Phantasien und Reflexionen spricht der Autor von Kindheits- und Lebenserinnerungen, von Krankheit und Tod, von der Literatur und seiner Sicht auf die Welt. Er denkt über Sherlock Holmes und Virginia Woolf nach, über die Verbindung von Geld und Seele, die Harmonie der Welt, über die portugiesische Landschaft und über die Liebe.

Fantastische Sammlung von Chroniken. Jede hat ihre ganz eigene Magie.

— Josi93
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  • Die Sicherheit des Alters

    Drittes Buch der Chroniken
    Duffy

    Duffy

    30. November 2016 um 18:25

    Antunes, den man zu Recht als einen der bedeutendsten Gegenwartsliteraten Portugals bezeichnet, hat neben seinen zahlreichen Romanen auch immer kleine Chroniken geschrieben und diese veröffentlicht. Diese Chroniken waren nicht nur kleine Wegesrandgeschichten sondern auch immer Reflexionen seines Lebens. Die hat er mit sensiblem Gespür für die Feinheiten verfasst, die ihnen diese Einmaligkeit verleiht. Es sind nicht nur die Belege seiner großen Kunst mit dem Wort umzugehen, sondern teilweise tiefgehende Einsichten und Wahrheiten, die sich aus dem großen Erfahrungsschatz des Menschen Antunes speisen.Aus diesem Fundus ist die "Chroniken"-Reihe entstanden, eine Sammlung aller für eine Tageszeitung verfassten Beiträge. Der hier vorliegende dritte Band zeugt von Antunes gewachsener Reife, mit den alltäglichen Dingen und Erinnerungen so umzugehen, dass sie sich für ihn im Alter als Gewinn erweisen. Und vielleicht könnte man es so formulieren, obwohl sich der Kitsch darin förmlich aufdrängt, aber es ist auch immer ein Stück Wahrheit in diesem Begriff: Altersweisheit ist das, was man mit ihm bei der Lektüre dieses Bandes teilen kann und das ist wirklich ein Mehrwert, den nicht viele Bücher vermitteln.Man kann, ohne etwas von Antunes gelesen zu haben, auch mit den Chroniken beginnen und diesen Schriftsteller kennenlernen. Vielleicht sogar der beste Weg, ihm näher zu kommen. Enttäuscht wird man von keinem seiner Bücher, ein so wortgewandter und begnadeter Schreiber ist in diesen Zeiten selten geworden. Nur Mut, liebe Leser, gönnen Sie sich eine Neuentdeckung.

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  • Rezension zu "Drittes Buch der Chroniken" von António Lobo Antunes

    Drittes Buch der Chroniken
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    12. September 2012 um 11:55

    69 Miniaturen eines großen Autors António Lobo Antunes ist einer jener Autoren, die, um das zu sagen, was sie sagen müssen, üblicherweise viel Raum und epische Breite brauchen. Würde man Vergleichbares in der Welt der Musik suchen, so würde man schon zu den späten Symphonien Gustav Mahlers greifen müssen, zu den großen Adagios aus den letzten drei Symphonien Anton Bruckners und natürlich zum Fado, diesem traurigen portugiesischen Gesang, der sich wie ein roter Faden durch die Prosa von António Lobo Antunes zieht. Die immense Spannung der großen Romane des fast siebzigjährigen Portugiesen ergibt sich aus einer durch eine Unzahl von Stimmen und Zeiten, Rückblicken und Perspektivwechseln gekennzeichneten Prosa, die stilistisch unverwechselbar und originell ist. Eine aufgebrochene Poesie der Stimmen, deren Zusammengehörigkeit oft erst zu einem Punkt im Roman Sinn ergibt, an dem man bereits ernstere Zweifel an der eigenen Rezeption des Textes hat. Belohnt wird der Leser, der durchhält und dem Autor das Vertrauen schenkt und entgegenbringt, welches sich dieser erwartet und fordert. Zusätzlich zu seinen großen Romanen hat António Lobo Antunes alle vierzehn Tage Kolumnen für eine große Tageszeitung geschrieben, die in drei Bänden erschienen sind, die mit "Buch der Chroniken", "Zweites Buch der Chroniken" und "Drittes Buch der Chroniken" im Luchterhand Literaturverlag erschienen sind. Im dritten Band sind neunundsechzig kurze Texte zusammengefasst, von denen die meisten in die Kategorie der Meisterwerke fallen. In solch konzentrierter Form wie hier sind diese kurzen Meditationen, Fantasien und Betrachtungen verschiedenster Themen perfekte Beispiele einer Gattung, die sich nur schwer einordnen lässt. Viele der Texte haben einen autobiografischen Hintergrund, bewegen sich aber auf einem Terrain, in dem man die Grenzen zwischen Fakten und Fiktion weder trennen kann, noch will. Der Autor betrachtet unter Anderem den Prozess des Schreibens, der, aus einiger Entfernung wahrgenommen, so noch tiefgehender seziert wird, als es direkt möglich gewesen wäre. Tod, Vergänglichkeit, Krankheit und die Abgründe der menschlichen Seele sind weitere Themen, denen sich António Lobo Antunes hier eingehend und aus den verschiedensten Blickwinkeln widmet. In diesen virtuos instrumentierten Texten wechseln die Stimmungen rasant und trotzdem so genau, dass man als Leser rasch gefangen ist und so manchen Text gleich noch einmal liest. Immer wieder treten die Albträume seiner Zeit im Militär und als Arzt in Angola zu Tage, die überzeugenden und ehrlichen Texte verweigern sich trotzdem jeder möglichen Effekthascherei. Zusätzlich nimmt der Autor seine Vergangenheit und seine Familie unter die Lupe, betrachtet die Ehe seiner Eltern und seine Kindheit im Elternhaus. Die Vergangenheit Portugals ist ein weiterer unauslöschlicher Brennherd in den meisten Texten dieses Autors, auch wenn die Salazar-Diktatur nicht direkt angesprochen wird. Gedanken über zeitgenössische Schriftstellerkollegen wechseln sich mit Gedanken über Sherlock Holmes und Erlebnissen des Autors mit Büchern von Virginia Woolf und anderen Autoren ab, während Reiseerinnerungen interessante Einblicke in die Wahrnehmung des Autors bieten. Die Sternstunden dieser Sammlung sind aber die feinen, traurigen und sehnsüchtigen, teilweise frivolen, realen oder auch eingebildeten Liebesgeschichten, die António Lobo Antunes hier erfunden oder einfach verschleiert und aufgebrochen wiedergegeben hat. Andeutungen und Ausschnitte aus dem großen Bild bestimmen die Texte, die der Leser genau und behutsam entschlüsseln muss, um das Gesamtbild zu sehen, das der Autor möglicherweise vor Augen gehabt hat. Hier ist auch der Schlüssel zu diesen feinen Miniaturen zu finden, welche die meisten erwarteten Regeln der Kunst der Kurzprosa missachten oder umgehen, jedoch gerade möglicherweise deshalb, durch ihre fehlende Greifbarkeit als Kunstwerk und die poetische Sprache António Lobos Antunes', umso heller scheinen. Absolute Empfehlung, vor allem auch als Einstieg in die Welt dieses wichtigen Autors. (Roland Freisitzer; 11/2011)

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