Anthony B. Atkinson

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Autor von Ungleichheit.

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Anthony B. AtkinsonUngleichheit
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Ungleichheit
Ungleichheit
 (1)
Erschienen am 21.04.2018

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Rezension zu "Ungleichheit" von Anthony B. Atkinson

Konstruktives „“Programm“ zur Minderung der Ungleichheit
michael_lehmann-papevor 2 Jahren



Es ist wohl „das Thema“ der Zeit. Weltweit. Die beobachtbare, durch Fakten gestützte „Schere zwischen Arm und Reich“, die sich in den letzten Jahren immer weiter geöffnet hat. Und eine Unruhe, die sich im Zuge dessen mehr und mehr an vielen Orten der Welt Bahn bricht.

Wobei Atkinson mit seinem neuen Werk eine Lösung sucht und anbietet, nicht nur bei der Analyse und einem empörten Aufschrei stehen bleibt. Klar ist, dass zunächst dennoch im Buch eine sehr differenziert und fundierte Analyse (mit einigem eher trockenem statistischem Material) vorgelegt wird. Denn, wie Atkinson vorweg bemerkt, im Blick auf konkrete Vorschläge, wie sich die Ungleichheit verringern ließe, bedarf es einer Grundlage.

„Daher müssen wir zunächst klären, was mit diesem Ziel gemeint ist und was nicht“.

Das klärt Atkinson im Übrigen und sehr klarer Sprache und sehr eindeutig. Und stellt schon mit der Analyse ebenso klar und eindeutig das aktuelle ökonomische System tief in Frage. Und das zu Recht, folgt man seinen gewichtigen Argumenten.

Und führt sich fort in den 15 messerscharf formulierten Vorschlägen für eine soziale Sicherung der Menschen in mittelfristiger Zukunft.

Bereits diskutierte Möglichkeiten wie ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ (als „Partizipationseinkommen“ noch ein Stück anders gedacht als in der bisherigen Diskussion), finden sich dabei genauso, wie eher (noch) exotisch anmutende Vorschläge in Richtung einer „Grundausstattung durch eine (allgemein zu zahlende) Erbschaft“, die jedem Menschen beim Eintritt ins Erwachsenenalter „gutgeschrieben“ wird oder eine „Erneuerung einer Sozialversicherung“ statt der bisherigen Sozialhilfe.
Dazu gehört ebenfalls ein starkes Plädoyer für ein hohes Kindergeld weltweit (deutlich höher als das, was bisher bekannt ist, da, wo überhaupt ein solches Kindergeld gewährt wird) und eine stark steigende „Lebensvermögenssteuer“ auf Einkünfte durch Erbschaften.

15 konkrete Ideen und durchgerechnete Vorschläge, die absolut überzeugend präsentiert werden und logisch fast zwingend dem Leser vor Augen gestellt werden für die vier großen Ziele und Bereiche, die Atkinson als entscheidend für die nahe Zukunft setzt.

Technischer Fortschritt und Gegenmacht, Lohn und Beschäftigung in der Zukunft (Industrie 4.0), Teilung des Kapitals und Soziale Sicherheit für alle.

Dabei ist gerade das Kapitel „Können wir uns das leisten“ ein hervorragender Einstieg in die gesamte Lektüre und eine klare Berechnung dessen, was möglich wäre, wenn die Mächte in Politik und Wirtschaft tatsächlich willens wären, die Stellschrauben zu drehen.

Ab Seite 304 findet sich im eine übersichtliche Zusammenfassung der 15 Anregungen / Forderungen Atkinsons, die allerdings ohne die genaue Lektüre des teils sehr trockenen Stoffs im Buch nicht einfach so zu verstehen sind, sondern eher als Anhaltspunkte für die Lektüre dienen.

Nüchtern, sachlich, durchgerechnet, teils die aktuellen Verhältnisse auf den Kopf stellend und mit der Maßgabe, die vorhandenen wirtschaftlichen und finanziellen Ressourcen stark, wenn auch nicht vollständig, umzuverteilen, legt Atkinson ein wahrhaft monumentales Programm vor, dass aller Diskussion wert und würdig ist und in einzelnen Teilen umgehend umgesetzt werden könnte.

Und das dringlich, denn in einem muss man Atkinson Recht geben, auch wenn man bei manchen seiner Vorschläge den Kopf schütteln mag: Soziale Ungleichheit ist das „Spaltmaterial“ der Gegenwart, welches immer mehr Druck erzeugt und irgendwann nicht mehr friedlich aufgefangen werden kann, wenn keine zukunftsfähige Alternative für en einzelnen geboten wird.

Was Atkinson in diesem Buch nachvollziehbar gelingt.

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