Anthony Berkeley

 3.5 Sterne bei 17 Bewertungen
Autor von Der Fall mit den Pralinen, Galgenvögel und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Anthony Berkeley

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Anthony BerkeleyDer Fall mit den Pralinen
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Der Fall mit den Pralinen
Der Fall mit den Pralinen
 (13)
Erschienen am 05.11.2008
Anthony BerkeleyDer Kellermord
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Der Kellermord
Der Kellermord
 (1)
Erschienen am 01.01.1982
Anthony BerkeleyDer Mord unter dem Dach - klassischer Kriminalroman.
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Der Mord unter dem Dach - klassischer Kriminalroman.
Anthony BerkeleyGalgenvögel : Kriminalroman. Übesetzung aus dem Englischen von Hilda Martens.
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Galgenvögel : Kriminalroman. Übesetzung aus dem Englischen von Hilda Martens.
Anthony BerkeleyThe Poisoned Chocolates Case (Classic Crime)
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The Poisoned Chocolates Case (Classic Crime)
Anthony BerkeleyDie vergifteten Pralinen : Kriminalroman.
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Die vergifteten Pralinen : Kriminalroman.
Die vergifteten Pralinen : Kriminalroman.
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Erschienen am 01.01.1962
Anthony BerkeleyGalgenvögel
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Galgenvögel
Anthony BerkeleyThe Piccadilly Murder
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The Piccadilly Murder
The Piccadilly Murder
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Erschienen am 01.01.2001

Neue Rezensionen zu Anthony Berkeley

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Rezension zu "Der Fall mit den Pralinen" von Anthony Berkeley

Etwas langatmige - aber schon knifflig, typisch englisch, aber nicht gar so spannend
Julitraumvor 2 Jahren

Chefinspektor Moresby von Scotland Yard hat einen Giftmord mit Pralinen aufzuklären und dieser ist alles andere als einfach. Moresby kommt einfach nicht weiter. Durch seine Bekanntschaft zu einem Hobby-Kriminalzirkel, der aus 6 ganz unterschiedlichen Personen besteht, stellt er diesen Hobby-Kriminallisten den schwierigen Fall dar. Die 6 sollen sich so ihre Gedanken machen und tatsächlich wartet jeder der 6 Spürnasen mit einer anderen Theorie zum Fall auf. Doch welche Lösung stimmt?

Bei diesem Krimi handelt es sich um einen recht typisch englischen Krimi, dem allerdings vielleicht ein wenig mehr Spannung auch gut getan hätte. Allerdings kann man die Spannung in dieser Krimikonstellation auch schwer unterbringen.  Wenn auch etwas langatmig, so ist dieser Krimi jedoch ein wahrer Fundus für Krimi-Spürnasen, denn hier kann nach Herzenslust mitgerätselt werden bzw. die Auflösungsvorschläge der Kriminallisten überdacht werden. Auch mit augenzwinkerrnder Ironie, die der Autor gerne hin und wieder einfließen lässt, wird nicht gespart und so kommt auch ein feiner Humor nicht zu kurz.

 

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Stefan83s avatar

Rezension zu "Galgenvögel" von Anthony Berkeley

Das scharfsinnige Spiel mit dem Klischee
Stefan83vor 5 Jahren

So erhellend und informativ die ausführlichen Rezensionen von Krimi-Couch-Kollege Michael Drewniok in der Regel sind – sie beinhalten gleichzeitig auch einen Nachteil. Jede weitere Besprechung birgt zumeist die Gefahr einer Wiederholung bzw. einer ähnlich gelagerten Themenauswahl. Insbesondere bei so wenig umfangreichen Titeln wie „Galgenvögel“, dem letzten Band aus der Reihe um den Kriminalisten und Hobby-Detektiv Roger Sheringham. Dieser war, nach „Der Fall mit den Pralinen“ und „Der Kellermord“, meine bereits dritte Begegnung mit einem Werk von Anthony Berkeley Cox, welcher den klassischen Whodunit wie kaum ein anderer Autor nachhaltig beeinflusste und 1928 schließlich gar für die Gründung des legendären „Detection-Clubs“ verantwortlich zeichnete. Literarische Spielwiese für „Golden-Age“-Größen wie Dorothy L. Sayers, Agatha Christie oder Gilbert Keith Chesterton. Wie sie, so galt auch Cox als Verfechter des fairen Detektivromans, den Ronald A. Knox in zehn Regeln genau definierte - und dessen „Mord-als-Spiel“-Charakter von der anderen Seite des großen Teichs (u.a. von Raymond Chandler) oftmals mit Spott und Hohn bedacht wurde.

Und in der Tat wurden die starren Vorgaben Knox' selbst von manchen Clubmitgliedern nicht als wirklich seriös empfunden. Agatha Christies Roman „Alibi“ ist wohl der bis heute bekannteste Bruch mit dem Regelwerk des Whodunits. Anthony Berkeley Cox ging nie soweit, nutzte jedoch andere Wege, um das enge Korsett zum umgehen und dem traditionellen Duell der Gentleman etwas Pfiff zu verleihen. „Galgenvögel“ ist dafür ein mehr als passendes Beispiel.

Als Roger Sheringham vom exzentrischen Ronald Stratton eine Einladung zu dessen Gesellschaft erhält, nimmt er freudig an, neugierig auf den bekannten Kriminalroman-Schriftsteller, dessen Reichtum nur von seinem ungewöhnlichen Interesse an der Welt des Verbrechens übertroffen wird. Verkleidet als berühmte Mörder der Vergangenheit runden die Gäste die ohnehin skurril-makabre Ausstattung des Hauses ab, auf dessen Flachdach drei lebensgroße Puppen am Galgen baumeln. Egal wohin man schaut – das Motto „Mord“ ist allgegenwärtig. Vielleicht ein Grund, weshalb die Party nicht so recht in Schwung kommen will. Ein anderer ist unübersehbar Ina Stratton, Ronalds renitente Schwägerin. Vom Alkohol in Fahrt gebracht, lässt sie keine Gelegenheit aus, mit Gemeinheiten um sich zu werfen und Zwietracht in der Gesellschaft zu verbreiten. Gewürzt werden die derben Angriffe zudem mit wilden Lügengeschichten, wodurch so manchem Gast unter seiner Maske der Hals zu schwellen droht. Auch Roger Sheringham, der ihr am liebsten den selbigen umdrehen würde und daher kaum überrascht ist, als man sie wenig später tot am Galgen auffindet. War es Selbstmord, wie sie vorher nicht müde wurde anzukündigen? Oder hat da jemand vielleicht nachgeholfen?

Sheringham geht noch vor Ankunft der Polizei auf Spurensuche und findet recht schnell Indizien, die auf einen Mord hinweisen. Vor allem das Fehlen eines Stuhls – dieser stand weit vom Galgen entfernt – gibt Rätsel auf. Der Mörder muss sich also unter den Gästen befinden. Sheringham, dem das Ableben der scheußlichen Frau eher wie eine glückliche Fügung, denn wie ein Verbrechen erscheint, handelt instinktiv … und schiebt den Stuhl unter die im Wind kreisende Leiche am Galgen. Damit sollte der Mörder, dem Sheringham insgeheim Beifall zollt, vor polizeilichem Zugriff sicher sein. Trotzdem verlangt der Kriminalist in ihm, diesen ausfindig zu machen. Man will ja schließlich seine detektivischen Sinne schärfen.

Doch schon bald muss er erkennen, dass er einen großen Fehler gemacht hat, denn Inspektor Crane schluckt die Selbstmordgeschichte nicht – im Gegenteil: Die Gäste werden einzeln einem scharfen Verhör unterzogen, und Sheringham gerät mit jeder weiteren Frage näher ins Visier der Justiz. Was als intellektuelle Herausforderung begonnen hat, wird nun zum Wettlauf mit der Polizei ...

Nachdem „Der Fall mit den Pralinen“ und „Der Kellemord“ gute, aber halt auch typisch englische Whoundit-Unterhaltung geboten haben, wirkt „Galgenvögel“ wie ein äußerst forscher Versuch, dem Filz von diesem konservativen Genre zu blasen. Ein Versuch, den man als unheimlich gelungen bezeichnen darf, bietet der im Jahr 1933 erschienene Roman doch trotz seines schrägen Humors all jene Ingredienzien, welche für den Spaß bei der Mördersuche unerlässlich sind. Nur werden sie dem Leser hier in einem gänzlich anderen Gewand und von einem völlig anderen Standpunkt aus präsentiert. So erinnert, vielleicht abgesehen von der Besetzung und dem Schauplatz, nichts mehr an die Geschichten, die man von Christie, Sayers oder halt auch Cox selbst bisher gewohnt war. Stattdessen herrscht „Columbo“-Flair vor. Soll heißen: Wir beobachten wie und von wem die Tat begangen worden ist. Und wir wissen um sein Motiv. Der einzige Unterschied: Peter-Falk-“Ersatz“ Roger Sheringham ist nicht an der Aufklärung des Falls, sondern vielmehr an deren Vertuschung gelegen, hat doch seine Manipulation des Tatorts einen Bumerang-Effekt, der ihn selbst zum Hauptverdächtigen der Tat macht.

Was auf den ersten Blick abstrus klingt, funktioniert, auch dank Cox' zielgenauer und perfekt getimter Schreibe, hervorragend. Wie Sheringham versucht seinen Hals aus der Schlingen zu ziehen und den eigentlichen Mörder zu decken, das ist ganz großes Kino. Auch weil der Detektiv so ganz dem typischen Klischee des Mannes mit der Lupe widerspricht. Wo Holmes und Poirot ihr übermäßiges Ego als Auszeichnung ihrer Verdienste zu tragen berechtigt sind, stolpert Sheringham mehr als einmal über sein eigenes, weshalb sogar der beste Freund, Colin Nicolson, den er in sein Tun unter dem Galgen einweiht, nicht mehr so recht an seine Unschuld glauben will. Dessen immer wiederkehrende Beteuerungen, er werde ihn nicht verraten, treiben Sheringham beinahe in den Wahnsinn – und uns Leser gleichzeitig das breite Grinsen ins Gesicht.

Überhaupt liest sich „Galgenvögel“ wie aus einem Guss, verliert Cox in der zunehmend größer werdenden Verwirrung seiner Protagonisten nie den Überblick, was angesichts der vielen Twists und Turns, die der rasante Plot nimmt, als Meisterleistung bezeichnet werden muss. Cox spielt mit den Elementen des Whodunits, verformt und überzeichnet sie, ohne dabei Gefahr zu laufen, seinen Roman zu einer Persiflage verkommen zu lassen. Trotzdem bleibt das Buch, auch am Ende, das eine schlichtweg geniale Überraschung bereithält, erfrischend frei von Zwängen der Etikette.

„Galgenvögel“ ist ein wilder, witziger und temporeicher Tanz auf der Rasierklinge, der auch achtzig Jahre nach seiner Veröffentlichung noch aufs Beste unterhält. Für mich der bis hierhin beste Titel aus Cox' fleißiger Feder.

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Rezension zu "Der Kellermord" von Anthony Berkeley

Im Keller wartet der Tod
Stefan83vor 7 Jahren

Nachdem Anthony Berkeley Cox ein Jahr zuvor den Mord noch ziemlich weit oben im Haus hat stattfinden lassen ("Der Mord unter dem Dach"), verlegt er ihn in seinem nachfolgenden Band, "Der Kellermord", ein paar Stockwerke weiter nach unten.

Dieser mittlerweile achte Band aus der Reihe um den Hobbydetektiv und Kriminalisten Roger Sheringham ist einmal mehr ein "Whodunit" par excellence, was von einem Mitbegründer des berühmten Detection Clubs aber auch so nicht anders zu erwarten war. Und dennoch ist sein Name in Deutschland inzwischen völlig in Vergessenheit geraten, woran wohl leider auch die Wiederveröffentlichung des Buches "Der Fall mit den Pralinen" innerhalb der "Fischer Crime Classics"-Reihe auf lange Sicht nichts ändern wird. Für einen Freund der Goldenen Ära des Kriminalromans wie mich, stellt Berkeley aber eine Entdeckung da, die ich auch in weiteren Büchern ganz sicher noch verfolgen werde. Unabhängig davon, ob sie nur noch antiquarisch zu bekommen sind oder nicht.

"Der Kellermord" spielt im Jahre 1931 in London. Beim Einzug in ihr neues Heim machen Reginald Dane und seine junge Frau eine schockierende Entdeckung. In einer Ecke ihres Kellers wurde offensichtlich jemand erschossen und anschließend mit Backsteinen einbetoniert. Chief Inspector Moresby vom Scotland Yard nimmt sich des Falles an, der schon bald in einer Sackgasse zu enden droht. Niemand kann das Opfer, eine Dame mittleren Alters identifizieren. Keiner der Nachbarn will etwas Ungewöhnliches bemerkt haben. Nur per Zufall stößt er bei einer nachträglichen Exhumierung auf eine Eisenplatte im Oberschenkel, welche ihn schließlich an eine private Vorschule führt, wo die Frau namens Mary Waterhouse gearbeitet hat. Und wie es der Zufall will kreuzt er dabei auch die Wege seines alten Freundes Roger Sheringham, der in der Schule eine Weile als Aushilfslehrer tätig war und sich zwecks eines Buches Notizen über die dortigen Vorkommnisse gemacht hat. Die wiederum nutzt jetzt Moresby, um den möglichen Täter zu finden. Als er diesen endgültig eingekreist glaubt, fehlt es ihm an Beweisen. Einmal mehr muss Roger Sheringham selbst tätig werden, um den Fall zu lösen...

Berkeley konfrontiert den Leser mit einer sehr interessanten Ausgangslage, hat man doch zu Beginn wie Moresby selbst keinerlei Indizien zur Hand, die in irgendeiner Art und Weise Aufschluss über das Verbrechen geben können. Mit demselben Wissenstand ist man nun in der Lage mitzurätseln, nur um sehr schnell festzustellen, dass die Polizeiarbeit alles andere als rühmlich und vielmehr ein großes Stück Routine ist. Es ist dabei verwunderlich, dass in einem guten Dreiviertel des Buches Roger Sheringham nicht mit von der Partie ist und wir in erster Linie den Fall aus Moresbys Sicht beobachten dürfen. Berkeley überzeugt dabei mit einer erstaunlich modern anmutenden Sprache, die sich, im Gegensatz zu "Der Fall mit den Pralinen", recht geradlinig lesen lässt und sich nicht mehr so sehr in Ausschweifungen verliert. Trotzdem muten die grade mal knapp 190 Seiten lang an, was nicht zuletzt daran liegt, dass Moresby anfangs so gar keine Fortschritte macht und stets aufs Neue Theorien ent- und verwirft. Das ist sicherlich nah an der Realität der polizeilichen Arbeit, allerdings auch ziemlich ermüdend zu verfolgen. Mit Auftauchen Sheringhams gewinnt der Plot dann aber an Tempo und die abschließende Auflösung ist ebenso überraschend wie genial durchdacht.

Insgesamt ist "Der Kellermord" ein unterhaltsamer Vertreter des "Golden Age", der Freunden des Genres nur zu empfehlen ist, modernen Krimilesern wohl aber keine Freude machen wird. Ich habe Sheringham langsam zu schätzen gelernt und freue mich auf weitere Geschichten mit ihm.

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