Anthony Berkeley Der Kellermord

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Inhaltsangabe zu „Der Kellermord“ von Anthony Berkeley

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    Der Kellermord

    Stefan83

    06. October 2011 um 18:40

    Nachdem Anthony Berkeley Cox ein Jahr zuvor den Mord noch ziemlich weit oben im Haus hat stattfinden lassen ("Der Mord unter dem Dach"), verlegt er ihn in seinem nachfolgenden Band, "Der Kellermord", ein paar Stockwerke weiter nach unten. Dieser mittlerweile achte Band aus der Reihe um den Hobbydetektiv und Kriminalisten Roger Sheringham ist einmal mehr ein "Whodunit" par excellence, was von einem Mitbegründer des berühmten Detection Clubs aber auch so nicht anders zu erwarten war. Und dennoch ist sein Name in Deutschland inzwischen völlig in Vergessenheit geraten, woran wohl leider auch die Wiederveröffentlichung des Buches "Der Fall mit den Pralinen" innerhalb der "Fischer Crime Classics"-Reihe auf lange Sicht nichts ändern wird. Für einen Freund der Goldenen Ära des Kriminalromans wie mich, stellt Berkeley aber eine Entdeckung da, die ich auch in weiteren Büchern ganz sicher noch verfolgen werde. Unabhängig davon, ob sie nur noch antiquarisch zu bekommen sind oder nicht. "Der Kellermord" spielt im Jahre 1931 in London. Beim Einzug in ihr neues Heim machen Reginald Dane und seine junge Frau eine schockierende Entdeckung. In einer Ecke ihres Kellers wurde offensichtlich jemand erschossen und anschließend mit Backsteinen einbetoniert. Chief Inspector Moresby vom Scotland Yard nimmt sich des Falles an, der schon bald in einer Sackgasse zu enden droht. Niemand kann das Opfer, eine Dame mittleren Alters identifizieren. Keiner der Nachbarn will etwas Ungewöhnliches bemerkt haben. Nur per Zufall stößt er bei einer nachträglichen Exhumierung auf eine Eisenplatte im Oberschenkel, welche ihn schließlich an eine private Vorschule führt, wo die Frau namens Mary Waterhouse gearbeitet hat. Und wie es der Zufall will kreuzt er dabei auch die Wege seines alten Freundes Roger Sheringham, der in der Schule eine Weile als Aushilfslehrer tätig war und sich zwecks eines Buches Notizen über die dortigen Vorkommnisse gemacht hat. Die wiederum nutzt jetzt Moresby, um den möglichen Täter zu finden. Als er diesen endgültig eingekreist glaubt, fehlt es ihm an Beweisen. Einmal mehr muss Roger Sheringham selbst tätig werden, um den Fall zu lösen... Berkeley konfrontiert den Leser mit einer sehr interessanten Ausgangslage, hat man doch zu Beginn wie Moresby selbst keinerlei Indizien zur Hand, die in irgendeiner Art und Weise Aufschluss über das Verbrechen geben können. Mit demselben Wissenstand ist man nun in der Lage mitzurätseln, nur um sehr schnell festzustellen, dass die Polizeiarbeit alles andere als rühmlich und vielmehr ein großes Stück Routine ist. Es ist dabei verwunderlich, dass in einem guten Dreiviertel des Buches Roger Sheringham nicht mit von der Partie ist und wir in erster Linie den Fall aus Moresbys Sicht beobachten dürfen. Berkeley überzeugt dabei mit einer erstaunlich modern anmutenden Sprache, die sich, im Gegensatz zu "Der Fall mit den Pralinen", recht geradlinig lesen lässt und sich nicht mehr so sehr in Ausschweifungen verliert. Trotzdem muten die grade mal knapp 190 Seiten lang an, was nicht zuletzt daran liegt, dass Moresby anfangs so gar keine Fortschritte macht und stets aufs Neue Theorien ent- und verwirft. Das ist sicherlich nah an der Realität der polizeilichen Arbeit, allerdings auch ziemlich ermüdend zu verfolgen. Mit Auftauchen Sheringhams gewinnt der Plot dann aber an Tempo und die abschließende Auflösung ist ebenso überraschend wie genial durchdacht. Insgesamt ist "Der Kellermord" ein unterhaltsamer Vertreter des "Golden Age", der Freunden des Genres nur zu empfehlen ist, modernen Krimilesern wohl aber keine Freude machen wird. Ich habe Sheringham langsam zu schätzen gelernt und freue mich auf weitere Geschichten mit ihm.

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