Anthony Burgess

 4,2 Sterne bei 526 Bewertungen
Autor von Clockwork Orange, A Clockwork Orange und weiteren Büchern.
Autorenbild von Anthony Burgess (© Zazie44)

Lebenslauf

Anthony Burgess wurde als John Anthony Burgess Wilson geboren. Als er zwei Jahre alt war, erkrankten seine Mutter und seine Schwester an der spanischen Grippe und starben daran. Burgess Vater verkraftete diesen Verlust nicht. Daraufhin verstieß er seinen Sohn. Dieser wuchs zunächst bei seiner Tante auf, und als der Vater erneut heiratete bei seiner Stiefmutter. Auch mit seiner Stiefmutter hatte er kein allzu gutes Verhältnis. Da er sehr einsam war, brachte er sich selbst das Lesen bei. Durch seine guten Noten und seinen starken katholischen Glauben wurde er sehr schnell ein Außenseiter in der Schule. Er brachte sich selbst das Klavierspielen bei. Inspiriert durch Claude Debussy wollte er Musiker werden, was sein Vater ablehnte. Nach dessen Tod, wo Burgess nichts erbte, bewarb er sich dennoch für ein Musikstudium, wurde jedoch abgelehnt. Dennoch schribe er bis zu seinem Tod immer wieder Musikstücke, die jedoch nie bekannt wurden. Wegen der Ablehnung für das Musikstudium studierte er an der Manchester University Englische Literatur. Nach Abschluss seines Studiums heiratete er Lynne Isherwood und trat der Army bei. Er wurde auf Gibraltar stationiert und unterrichtete Deutsch, Französisch und Spanisch. Während er in Spanien verhaftet war, weil er Franko beleidigt hatte, wurde seine Frau überfallen und erlitt eine Fehlgeburt. 1946 verließ er die Army und arbeitete als Lehrer in England. nach kurzer Zeit ging er nach Malaya und arbeitete dort als Lehrer. In seiner Freizeit schrieb er seinen ersten Roman "The Long Day Wanes," welcher in Malaya zuerst verboten wurde und auch heute noch nicht gerne gesehen ist. Als ihm ein Gehirntumor und nur noch 12 weitere Lebensmonate diagnostieziert wurden, widmete es sich ausgiebig dem Schreiben. Glücklicherweise handelte es sich um eine Fehldiagnose - Burgess war kerngesund. Dennoch widmete er sich nur noch dem Schreiben. Er fing eine Affäre mit der 12 Jahre jüngeren Liliana Macellari an. Diese gebar ihm einen Sohn, den er aber erst anerkannte, nachdem seine Frau Lynne an einer Leberzirrhose starb, da sie Alkoholikerin war. Nach dem Tod heiratete er auch Liliana, die seine Werke ins Italienische übersetzte. Er nahm mehrere Lehraufträge an verschiedenen Universitäten an. Mit seinen Werken erwirtschaftete er mehrere Millionen und kaufte sich zahlreiche Anweisen. 1993 starb er an Lungenkrebs in London.

Alle Bücher von Anthony Burgess

Cover des Buches Clockwork Orange (ISBN: 9783608981575)

Clockwork Orange

 (357)
Erschienen am 11.09.2018
Cover des Buches Der Fürst der Phantome (ISBN: 9783608984545)

Der Fürst der Phantome

 (11)
Erschienen am 22.12.2020
Cover des Buches Joyce für Jedermann (ISBN: 9783518456088)

Joyce für Jedermann

 (4)
Erschienen am 30.08.2004
Cover des Buches Rom im Regen (ISBN: 9783608950243)

Rom im Regen

 (3)
Erschienen am 01.01.1999
Cover des Buches Das Uhrwerk-Testament (ISBN: B00283XY7S)

Das Uhrwerk-Testament

 (2)
Erschienen am 01.01.1983
Cover des Buches Enderby (ISBN: 9783608952964)

Enderby

 (1)
Cover des Buches Tremor (ISBN: 9783129005217)

Tremor

 (1)
Erschienen am 01.09.1997

Neue Rezensionen zu Anthony Burgess

Cover des Buches Clockwork Orange (ISBN: 9783608981575)
mariameerhabas avatar

Rezension zu "Clockwork Orange" von Anthony Burgess

Horrorshowmäßig gut
mariameerhabavor 5 Monaten

Die Sprache ist echt schwierig. Sie hat so horrormäßige Wörter, die in der deutschen Sprache nichts verloren haben und die mich ständig verwirrt haben, weil ich ziemlich oft im Glossar nachschlagen musste. Aber diese Sprache macht das Buch authentischer, lebendiger and total crazy! Weil ich mir vorher auch den Film reingezogen hatte, hatte ich gleich die Fernsehstimme im Kopf und well, well, well, das hat das Buch deutlich besser gemacht.

Von Anfang an hat der Autor darauf abgesehen, dass der Leser Alex hasst, und das habe ich. Er ist unsympathisch, Abschaum und ein riesiges Arschloch, der die Menschen um sich herum ausnutzt und einen höllischen Spaß an Gewalt hat. Dennoch hat er mich so fasziniert, dass ich das Buch nicht zur Seite legen konnte und jeder Verrat gegen ihn hatte etwas Befriedigendes, dass ich mich regelrecht gefreut habe. Du hast es verdient, Alex! Einfach alles hast du verdient, Alex!

Seine Eltern sind ahnungslose Idioten, die lieber unwissend bleiben. Seine Freunde sind kein bisschen besser als Alex. Seine Zellenkameraden haben ihn im ersten Moment verraten, wofür ich sie gelobt habe. Und als die Behandlung beginnt und der Arzt ihm die Liebe zur Musik raubt, da war ich eigenartig froh darüber. Hast es verdient, Alex, du verdammter Hundesohn!

Im späteren Verlauf verwandelt sich Alex in einen Menschen, der vom System geheilt wurde mit einer Methode, die ihm die Wahl einschränkt, denn wenn er etwas Gemeines denkt, nur davon träumt, wird ihm horrormäßig schlecht und er hat die schlimmsten Schmerzen. Genau darum geht es im Buch: Nimmt man einem die Wahl weg und zwingt ihn, nur noch Gutes zu tun, gilt dann dieser Mensch als Gut? Wird er dadurch zu einem respektablen Mitglied der Gesellschaft? Ich kann die Frage unmöglich beantworten. Ich weiß es nicht.

Einerseits ist es eine Methode, die die Gefängnisse leeren und die Gesellschaft stärken könnte. Andererseits kann man nicht mehr von einem Menschen reden, weil er nicht mehr zwischen Gut und Böse wählen kann. Einerseits hat es dieser Mensch dann aber auch verdient, solche Qualen zu erleiden, andererseits ist es ziemlich nah an einem Todesurteil. Also ich kann wirklich nicht darauf antworten.

Das Buch lässt am Ende so einen schalen Geschmack zurück, vor allem weil der Autor der Meinung ist, mit 18 wäre man nicht mehr jung. Ich weiß nicht, mit dem Ende habe ich mich nicht anfreunden können. Das Buch ist gut, das gebe ich gerne zu, aber er löst nicht wirklich ein Verlangen aus, mehr vom Autor zu lesen, und das liegt daran, dass das Buch so nüchtern endet.

Cover des Buches Clockwork Orange (ISBN: 9783608981575)
aus-erlesens avatar

Rezension zu "Clockwork Orange" von Anthony Burgess

Echt horrorshow
aus-erlesenvor 8 Monaten

Alex (15) sitzt mit seinen Freunden in einer Bar. Sie wissen nicht, was sie tun sollen. Als sie aufbrechen, wissen sie noch nicht, was sie erwartet. Ihnen liegt die Welt zu Füßen – im wahrsten Sinne des Wortes. Wie eine Horde marodierender Jugendlicher hinterlassen sie eine blutige Spur der Verwüstung. Mit geschwollenen Worten traktieren sie ihre Opfer, prügeln und vergewaltigen, was das Zeug hält. Bis der lange Arm des Gesetzes Alex, ihren Anführer, in den Würgegriff nimmt. Das Urteil: Gefängnis. Wenn er allerdings an einem Umerziehungsprogramm teilnimmt, wird er begnadigt. Alex nimmt an und erlebt eine echte Horrorshow. Kann man „Clockwork Orange“ wirklich so nüchtern betrachten? Njet!

Denn Alex und seine Droogs, seine Freunde, sind ein Produkt ihrer selbst. Sie sind die erste Generation nach dem Krieg. Sie haben nie kämpfen müssen. Sie wollen die neue Zeit genießen. Aber bitte nur die schönen Seiten! Sie haben keine Wahl, im Sinne von Auswahl. Ihre Opfer sind willkürlich auserkoren ihre Rolle zu spielen. Ihre Opfer sind keine echten Gegner. Meist sind sie so verdutzt, dass sie viel zu spät merken wie ihnen geschieht. Und selbst wenn sie vorausschauend sind, finden Alex, Dim, Pete und Georgie (die wahren Beatles?) einen Weg doch zu ihnen vor- bzw. in sie oder ihre Komfortzone einzudringen. Bei einem ihrer nächtlichen Streifzüge entdecken sie das Manuskript eines Autors, „Clockwork Orange“. Alex ist fasziniert von dem Werk. Und von der Frau des Verfassers. Und von der Idee sich mal so richtig auszutoben. Die Strafe folgt auf dem Fuße. Auch so könnte man „Clockwork Orange“ beschreiben. Aber dem eigentlichen Faszinosum „Clockwork Orange“ ist man immer noch nicht auf die Spur gekommen.

In den Schestdesiati sitzen Alex und seine Droogs gelangweilt in der Moloko-Bar. In ihrer Mira existieren keine Vorschriften. Sie tun was sie wollen. Viddieren sie etwas, was ihnen gefällt, wird es horrorshow. Bis zum bitteren Ende. Und das kommt in Person des Staates. Mit der Ludovico-Methode sollen Kriminelle eine Aversion gegen Gewalt entwickeln. Alex wird zum Vorzeige-Probanden. Ihm werden im Gefängnis Gewaltszenen vorgeführt. Ihm wird übel, dass er es nicht mehr aushält. Er fleht und winselt nach Gnade. Zur Musik von Ludwig van, der Alex verehrt, wird ihm übel wie er es sich nie vorstellen konnte. Ist Alex nun geheilt? Und was heißt es geheilt zu sein? Den freien Willen zu verlieren?

Als das Buch vor über sechzig Jahre erschien, konnte man anfangs nichts damit anfangen. Gewaltverherrlichend, brutal, unverfilmbar - das waren nur einige Schlagworte, mit denen man versuchte das Buch zu unterdrücken. Es kam anders. Ja, Gewalt spielt eine zentrale Rolle in dem Buch. Und die russischen Begriffe, die Alex und seine Droogs (drug, russisch für Freund), waren sicherlich auch nicht hilfreich im immer kälter werdenden Kalten Krieg eine massenhafte Leserschaft zu erreichen. Doch die Konsequenz, mit der Anthony Burgess – immerhin ein angesehener Autor – seinen Stil durchzieht, mit welcher Vehemenz schlussendlich über den Stoff (Was ist Freiheit? Wie nutzen wir sie? etc.) diskutiert wurde, trugen dazu bei, dass das Buch bis heute unvergleichlich ist. Den Schlusspunkt unter die Diskussion setzt unzweifelhaft Stanley Kubricks Film. Es ist völlig unerheblich der Frage nachzugehen, was den Wunsch diesen Stoff in sich aufzusaugen befriedigt, Film oder Buch? Beides. Denn wer den Filmklassiker gesehen hat, will/muss auch das Buchklassiker lesen.

Es bleibt immer die Frage im Raum stehen, was Freiheit wirklich bedeutet (und dabei muss man die Allwissenden aus den Straßenumfragen und Pseudointellektuellen ausblenden) und wie weit diese eingeschränkt wird. Wenn Opfer zu Tätern werden, ist das niemals ein Fortschritt. Dieses Buch zu lesen und anschließend den Film aufzusaugen, ist mehr als nur ein Anfang. Wofür auch immer … Schlussblende … Ende

Cover des Buches Clockwork Orange (ISBN: 9783837117486)
Seralina1989s avatar

Rezension zu "Clockwork Orange" von Anthony Burgess

Gute Geschichte, leider mit völlig unnötigem Slang
Seralina1989vor 9 Monaten

Der junge Alex und seine Bande stellen ziemlich schlimme Sachen an. Bis eines Tages eine alte Dame zu Tode kommt und er in den Knast muss. Auch dort schlägt er einen Neuzugang in seiner Zelle zusammen, sodass dieser am anderen Morgen nicht mehr aufwacht.

Daraufhin wird ihm ein Angebot für ein neues Programm gemacht, welches ihn in sehr kurzer Zeit von seiner kriminellen Energie befreien soll und er entlassen werden kann.

(Spoiler) Was mich angeht, hatte ich mir im Vorfeld unter der Therapie ehr einen operativen Eingriff vorgestellt, bei dem ihm eine Art Herzschrittmacher eingesetzt wird. Aber das Ganze lief dann doch anders ab. Mit einer Art Lösung, die ihm bei Gewaltbildern Schmerzen bereitet. Zum Teil sind diese Bilder ja auch mit klassischer Musik unterlegt. Das hat vor allem nach seiner Entlassung noch Folgen auf ihn als Liebhaber klassischer Musik.

Fazit: Der Schreiber versteht es wirklich, seinen Protagonisten als echten Antihelden dastehen zu lassen und Alex mögen wird einem quasi verunmöglicht. Aber in der hinteren Hälfte ist das durchaus interessant, in was für Spielchen er reingezogen wird. Von daher gab es auch 1-2 Stellen, die ich wirklich feiere und bezeichnend dafür finde, wie er nur für anderer Leute Zweck ausgenutzt wird. Und über die man sicher reichlich diskutieren könnte.

Mir ist klar, welche gesellschaftliche Wirkung so ein Projekt auch in unserem Leben hätte. Trotzdem hat mir hier vor allem die Sprache mit dem ausgedachten Jugendslang ziemlich zu schaffen gemacht und gerade im Einstieg war ich mir oft nicht sicher, was gemeint war.

Zumal sich hier mein Hörbuch und meine Printausgabe in den Wörtern teils doch unterschieden haben. Wieder mal bin ich froh darüber, dass ich die Variante Print & Hören genutzt habe. Denn ich bin mir nicht sicher, ob ich sonst über den 1.Teil des Buches hinausgekommen wäre.

(ACHTUNG SPOILER noch einige Gedanken, die zu viel verraten hätten): Wir beginnen in der ersten Hälfte damit, Alex und seine Freunde kennen zu lernen und welche miesen Dinger der Trupp dreht. Dann kriegen wir nach einem kleinen 2-Jahres-Zeitsprung in Part 2 einen Ausschnitt von seinem Knastalltag und wie er zum „Resozialisierungsprojekt“ kommt. Hier wird gerade nach der Heilung, aber auch im 3.Teil sehr schnell klar, dass Alex nur eine Versuchspuppe ist, deren Innenleben keinen wirklich interessiert. Weder die Politiker, die das Projekt angestrengt haben, noch die „Freiheitskämpfer“, die ihn dann als armes Opfer hinstellen wollen….

Interessant ist auch, dass man versucht hat, ihn in den Selbstmord zu treiben. Und wie das nun wieder genutzt wird – oder wie es genutzt hätte werden sollen. Hier könnte man sehr viel in diese Szene reininterpretieren, wer nun wie dahinterstecken könnte.

Auch wenn ich am Anfang vom letzten Kapitel nicht wirklich mit dem Prota ausgesöhnt bin, denn ihm sind ja einige Sachen im Laufe der Geschichte passiert. Aber es wäre zu hoffen, dass er endlich den richtigen (bzw. ehrenvollen) Weg vor sich gesehen hat, um sich eine gute Zukunft aufzubauen. Weil er ja scheinbar endlich erwachsen wird.

Gespräche aus der Community

Ich lade ein zur Leserunde meines neu erschienenen Romans und freue mich auf lebhafte Teilnahme und Diskussion!

Der Klappentext:

Durch einen spektakulären Unfall wird der Einzelgänger Salvatore mitten im Krieg berühmt. Freund und Feind reißen sich um ihn. Aber wem kann er wirklich vertrauen – dem blauen Kameraden, den depressiven Adventisten oder der schönen, aber chronisch übermüdeten Unbekannten?

Tragikomödie, Thriller, gesellschaftliches Horror-Szenario, Außenseiter-Liebesgeschichte voller schrill-abgründiger Charaktere: Der neue Roman des Autors von „Familie Fisch macht Urlaub“ ist eine packende Groteske über den Krieg in unserer Welt, sein schweigsamer Held ein moderner Simplicissimus.

Hintergrundinfos zu mir als Autor und zu dem Romanprojekt (das WIRKLICH ungewöhnliche Wege ging!) finden Sie auf meinem Blog.

Ich stelle jeder Teilnehmerin/jedem Teilnehmer ein Paperback oder ein E-Book (je nach Wunsch) kostenlos zur Verfügung, Versand ebenfalls kostenlos. Also: wer bei Namen wie Sorokin, Douglas Adams, Murakami, Tom Sharpe, David Sedaris oder Thomas Pynchon neugierig wird, der muss sich bei dieser Leserunde bewerben!

32 BeiträgeVerlosung beendet
MichaelWaesers avatar
Letzter Beitrag von  MichaelWaeservor 8 Jahren
Hallo, Schön, dass es doch noch geklappt hat. Danke, und wie sagt man: Empfehlen Sie uns weiter! MW

Zusätzliche Informationen

Anthony Burgess wurde am 24. Februar 1917 in Manchester (Großbritannien) geboren.

Community-Statistik

in 893 Bibliotheken

auf 77 Merkzettel

von 12 Leser*innen aktuell gelesen

von 3 Leser*innen gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks