Anthony Doerr Alles Licht, das wir nicht sehen

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Inhaltsangabe zu „Alles Licht, das wir nicht sehen“ von Anthony Doerr

In seinem Roman erzählt Anthony Doerr kenntnisreich und in einer wunderschönen Sprache, kunstvoll miteinander verwoben, die Geschichte zweier Jugendlicher im Zweiten Weltkrieg, der blinden Marie-Laure, die mit ihrem Vater aus dem besetzten Paris nach Saint-Malo flieht, und des jungen Waisen Werner, der in der Wehrmacht eingesetzt wird. Unaufhaltsam treibt die Geschichte sie aufeinander zu, spannend, labyrinthisch und atemlos.

Geschichten im Zweiten Weltkrieg, ein schwieriges Unterfangen, das der Autor mit poetischer Leichtigkeit bewältigt. Lesenswert!

— Stephan59

Toll geschrieben, aber leider fand ich nicht ruchtig in das Buch hinein.

— Vucha

Ein sehr berührendes Buch, das mich nicht losgelassen hat.

— Jana68

2. Weltkrieg durch die Augen eines duetschen Jungen und die Ohren eines blinden Mädchens aus Paris. Distanzierter Stil, trotzdem toll-

— papaverorosso

Sehr gutes Buch! Der Einstieg ist nicht so gelungen

— sternchennagel

Ein sprachgewaltiges und erschütterndes Buch über eine blinde Französin und einen deutschen Soldaten in der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

— miah

Liest sich ziemlich gut, bleibt aber sehr distanziert!

— Pippo121

Eine poetische und sensible Geschichte, die mich leider nicht ganz überzeugen konnte.

— haberland86

Persönlicher kann man den Zweiten Weltkrieg nicht nachempfinden.

— fliegende_zeilen

Ein wunderschön geschriebenes, melancholisches Buch.

— ClaraOswald

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    Alles Licht, das wir nicht sehen

    bootedkat

    11. November 2017 um 13:39

    Marie-Laure und Werner kommen aus unterschiedlichen Welten. Marie-Laure lebt in Paris. Das Mädchen ist blind und wächst als Halbwaise bei ihrem Vaters auf, der nach Möglichkeiten versucht, ihr den Alltag zu erleichtern, sie aber ebenso fördert. Werner lebt mit seiner Schwester Jutta in einem Waisenhaus in Essen. Beiden gemein ist die Liebe zum Radio und die Tendenz, Dinge zu hinterfragen. Als 1939 der zweite Weltkrieg ausbricht, ändert sich alles für die beiden.Das Radio wird hier zum roten Faden der Erzählung. In Anbetracht der Zeit, in der die Geschichte spielt, ist das wenig verwunderlich, denn zur Zeit der Weimarer Republik und des zweiten Weltkriegs war das Radio, oder der so vielfach bezeichnete Volksempfänger, das Hauptmedium für Information und leider auch Indoktrination.Anthony Doerr erzählt die Geschichten seiner Protagonisten sehr differenziert, was es dem Leser ermöglicht, die Beweggründe sowohl von Marie als auch von Werner nachzuvollziehen, auch wenn man sich manchmal wünscht, sie würden anders handeln. Dadurch, dass Doerr seine Charaktere aber wie Menschen handeln lässt und nicht wie Romanfiguren wird die Geschichte aber stimmig. Ebenso werden die Schrecken der damaligen Zeit nicht ausgelassen. Gerade, weil nichts beschönigt wird, ist das Leseerlebnis aber umso intensiver. Trotzdem gibt es sie in der Geschichte, die hellen Momente, die durch das Dunkel von Gewalt durchscheinen und so trägt „Alles Licht, das wir nicht sehen“ seinen Titel völlig zurecht.

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  • Ein Buch, das in der Seele trifft

    Alles Licht, das wir nicht sehen

    NiWa

    25. October 2017 um 06:48

    In Frankreich sieht die blinde Marie-Laure dem 2. Weltkrieg entgegen. Gerüchte, Gerüche und Angst begleiten sie durch das besetzte Land. In Deutschland bereitet sich der Waisenjunge Werner auf eine Eliteausbildung vor. Nur die besten Jungen sind auserwählt, für Führer und Vaterland Spezialaufträge zu erfüllen, die ihn an die Grenze seiner Menschlichkeit bringen werden.Mit „Alles Licht, das wir nicht sehen“ hat Anthony Doerr ein erzählerisches Meisterwerk geschaffen, das einem gebannt in die Zeiten des 2. Weltkriegs versetzt. Anhand der Jugendlichen Marie-Laure und Werner gibt er den Menschen ein Gesicht, treibt sie aufeinander zu und lässt sie wieder ziehen. Und man sieht, dass sie ihrem Schicksal gnadenlos ausgeliefert sind.Marie-Laure ist blind und hat sich zu arrangieren gelernt. Ihr Vater hat sich stets gut gekümmert, das wissbegierige Mädchen mit allerhand Finessen versorgt und will natürlich gerade in Kriegszeiten das Beste für sie. Werner hat es schwer im Leben. Als hochtalentiertes Waisenkind ist er eine Ausnahmeerscheinung, die es weg von den Kohlengruben hin zur Eliteschule schafft. Großes steht ihm bevor - sagen sie. Doch Werner ist sich nicht sicher, ob er diese große Taten wirklich vollbringen will. Die Schicksale dieser Jugendlichen sind von der ersten Seite an miteinander verwoben, obwohl sie sich kaum berühren. Abschnittsweise wird von Marie-Laure und Werner erzählt, wie sie ihre Kindheit verbrachten und mit welchen Gefühlen sie dem Krieg gegenüberstehen. Dabei hat Doerr einen meisterhaften Erzählstil gefunden, in dem er wie in einem Labyrinth durch die Windungen der beiden Schicksale führt.Die Geschichte von Marie-Laure und Werner geht unter die Haut. Ich bewundere Autoren, die es schaffen, nicht nur Geschichten sondern Geschichte zu erzählen. Sie geben uns ein Gefühl für die Gegenwart, schärfen den Blick und weisen daraufhin, dass das Leben nicht selbstverständlich ist.Der 2. Weltkrieg wird in seiner unnachahmlichen Brutalität beschrieben: Luftangriffe, Hungersnöte, Krankheiten und verschwundene Elternteile. Gleichzeitig stempelt der Autor nicht ab, sondern zeigt, warum die Menschen zu ihren Überzeugungen gelangen. Er veranschaulicht, wer sie waren, was sie sind und wie sie sein werden - ohne sich dabei in Schwarzmalerei zu verlieren.Außerdem gibt er den Besonderheiten dieser Zeit entsprechenden Raum. Abseits vom Kriegsgeschehen stachelt das Radio nicht nur den Fanatismus sondern auch die Wissbegier an. Es überträgt Botschaften, lässt Musik erklingen und rettet oder beendet sogar Menschenleben.„Alles Licht, das wir nicht sehen“ lässt mich den Hut vor Anthony Doerr ziehen und ihm tief empfundene Anerkennung aussprechen. Dieses Werk berührt, bannt und fesselt. Es ist ein Buch, das mich mitten in der Seele trifft.

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    • 8
  • Ein wahres Kleinod

    Alles Licht, das wir nicht sehen

    dominona

    03. October 2017 um 08:57

    Dieser Roman ist eine Verbindung verschiedener Figuren im zweiten Weltkrieg und alle Schicksale sind durch eine Sache verbunden, was sich aber erst entwickelt.Man braucht einen Moment, um sich an die kurzen Kapitel und Sprünge zu gewöhnen, aber dann ist man einfach nur noch versunken in jede einzelne Zeile, denn der Autor begeistert mit einer Sprache, die in jedem Moment kleine Details festhält, die alles an der Szene plastisch werden lassen. Ich habe jede Seite genossen und war ein wenig traurig, als das Buch zu Ende war und jeder weiß, dass das die tollen Bücher ausmacht.

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  • Eine wunderbar berührende Geschichte - sprachlich herausragend

    Alles Licht, das wir nicht sehen

    Lilli33

    26. September 2017 um 10:15

    Gebundene Ausgabe: 519 Seiten Verlag: C.H.Beck (27. April 2016) ISBN-13: 978-3406680632 Originaltitel: All the Light We Cannot See Preis: 19,95€ auch als Taschenbuch, als E-Book und als Hörbuch-Download erhältlich Eine wunderbar berührende Geschichte – sprachlich herausragend Inhalt: Werner lebt im Ruhrgebiet mit seiner Schwester Jutta in einem Kinderhaus. Er möchte Ingenieur werden und versucht, sich alles Mögliche selbst beizubringen. Bald werden die Oberen auf ihn und seine Fähigkeiten aufmerksam, und er wird in der Eliteschule Schulpforta aufgenommen. Hier werden die Jungen zu Hitlers Rekruten herangezogen. Marie-Laure ist blind. Mit ihrem Vater, einem Museumsangestellten, muss sie vor dem Krieg aus Paris nach Saint-Malo fliehen, wo ein Großonkel von ihr lebt. Ihr Vater soll den größten Schatz des Museums, einen sagenumwobenen Diamanten, vor den Besatzern in Sicherheit bringen. Meine Meinung: Der Roman beginnt 1934 und endet 2014, wobei sich der größte Teil zwischen 1934 und 1944 abspielt. Doerr erzählt von Marie-Laures glücklicher Kindheit mit ihrem Vater, der sich rührend um seine blinde Tochter kümmert und sie trotz ihres Handicaps zu einer selbstständigen und aufgeweckten Person erzieht. Dabei haben mir vor allem die Einblicke in das Leben einer blinden Person gefallen. Das Leben ist so viel komplizierter, wenn der wichtigste Sinn wegfällt. Auch später, als der Krieg ausbricht, kann man sich gut vorstellen, welche Ängste dieses Mädchen ausstehen muss, weil sie ja gar nicht sehen kann, wo die Gefahren lauern. Marie-Laure entwickelt sich zu einer starken Persönlichkeit, die ihrem Umfeld große Freude bereitet und im Kampf gegen die Deutschen eine gehörige Portion Mut beweist. Immer abwechselnd mit den Erzählungen um Marie-Laure erfahren wir Details aus Werners Leben, das in vielerlei Hinsicht anders als das des Mädchens verläuft. Werner will lernen, will ein Wissenschaftler sein. Um dieses Ziel zu erreichen, muss er sich mit den Nazis arrangieren. Dass er dabei nicht unbedingt ein gutes Gefühl hat, macht ihn nur sympathisch. Die ganze Handlung läuft darauf hinaus, dass die beiden Protagonisten sich irgendwann begegnen. Zwei junge Menschen auf verschiedenen Seiten des Systems. Die Frage ist, wie sie sich begegnen werden, als Freunde oder als Feinde? Als wären die Gräuel des Krieges nicht schon spannend genug, hat Doerr noch einen weiteren Handlungsstrang eingeflochten, in dem sich ein deutscher Offizier auf die Suche nach dem wertvollen Edelstein macht und Marie-Laure und ihre Familie dadurch noch mehr in Bedrängnis geraten. Sprachlich ist Anthony Doerrs Roman hervorragend gelungen. Die Sprache passt ganz wunderbar in die vergangene Zeit. Sie ist gewählt, gehoben, teilweise leicht poetisch. Einfach sehr schön zu lesen. Auch wenn die Erzählweise sehr ruhig ist und die Handlung nur langsam voranschreitet, konnte mich Doerr von der ersten bis zur letzen Seite nicht zuletzt durch wundervolle Beschreibungen fesseln. Der Blick auf den 2. Weltkrieg aus der Sicht von Kindern bzw. Jugendlichen macht dieses Buch fast zu einem All-age-Roman. Anthony Doerr wurde 2015 für diesen Roman mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet – meiner Meinung nach absolut zu Recht. ★★★★★

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  • Großartige Literatur – Leichtigkeit für ein schweres Thema

    Alles Licht, das wir nicht sehen

    Stephan59

    19. September 2017 um 14:05

    Der Zweite Weltkrieg, eine Abfolge tiefschürfender, erschütternder und abgrundtief schrecklicher Ereignisse, und doch gab es dazwischen Momente der scheinbaren Abwesenheit von Krieg, Episoden, des Lebens, die auch ihren Platz hatten, nur immer wieder vom letztlich alles bestimmenden schieren Weltuntergang des Krieges eingeholt und überschattet. Und so wechselnd und spannungsreich gestaltet sich das Leben der zwei jungen Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, der junge Deutsche, der der Aussichtslosigkeit des Lebens in Armut entfliehen will und das blinde französische Mädchen, ein guter Plot, die Lebenswege der beiden zu begleiten, die sich später erst mit einander verwirken werden. Das Ruhrgebiet, Berlin, Paris und St. Malo, einige der gut recherchierten Spielorte der Handlung. Die Stilisierung der Protagonisten und die poetische Sprache Doerrs führen den Leser durch die ganze Geschichte, dass man immer weiterlesen will. Dass es kein Happy End geben wird, dafür sorgt der Krieg und lässt uns mit gemischten Gefühlen wie nachdenklich zurück. lesenswert!

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  • Sehr berührender Roman über das Schicksal zweier Jugendlicher im 2. Weltkrieg

    Alles Licht, das wir nicht sehen

    Jana68

    Anthony Doerr hat mit "Alles Licht, das wir nicht sehen" einen sehr bemerkenswertes und berührendes Buch geschrieben. Die Haupthandlung spielt in Saint-Malo zur Zeit der Bombardierung im August 1944. Wir erleben diese Tage sowohl mit Werner, einem sehr jungen, Technik-begabten deutschen Waisenjungen, als auch mit Marie-Laure, einer 16jährigen Französin, die bereits in ihrem 7. Lebensjahr vollständig erblindet ist. Mit jedem neuen Kapitel wechselt die Perspektive und mit jedem neuen Teil gibt es einen Zeitsprung zwischen jenen Tagen im Sommer 1944 und den Jahren davor, in denen wir beide Protagonisten in ihrem Umfeld kennenlernen. Die Vorgeschichte der beiden führt aufeinander zu, zu einer einzigen, kurzen aber entscheidenden Begegnung. Es hat mich sehr beeindruckt, wie Marie-Laurie lernt, mit ihrem Handicap umzugehen und die Welt durch ihre Sinne zu "sehen". Ihr Vater baut für sie Detailgetreue Modelle ihrer unmittelbaren Umgebung, die sie sich mit ihren Fingern aneignet. Er übt mit ihr geduldig, bis sie sich auch ohne Hilfe alleine zurechtfindet. Bald bewegt sie sich mit einer solchen Sicherheit, dass man manchmal wirklich vergißt, dass sie blind ist. Sie ist ein faszinierendes und liebenswertes Mädchen, dass sich kaum über ihr Schicksal beklagt, der es sogar gelingt, ihren Großonkel Etienne aus der jahrelangen Lethargie, in der er seit seinen Erlebnissen aus dem Großen Krieg feststeckt, hervorzulocken. Ich fand es auch beeindruckend, wie Werner versucht, dem üblichen Weg in die Kohle-Zeche auszuweichen. Sein Vater hat wie viele andere dort unten sein Leben verloren. So will Werner auf keinen Fall enden. Er bastelt aus gefundenen Resten Radioempfänger, erarbeitet sich dabei alles selbst und bringt mit den Stimmen und der Musik aus dem Empfänger ein wenig Abwechslung in den grauen Alltag der Waisenkinder im Kinderhaus. Aus ihm hätte in der Tat so viel werden können. Doch seine Begabung führt ihn beinah zwangsläufig in die Hände der Wehrmacht, denn es ist für ihn die einzige Alternative, die einzige Möglichkeit, nicht unter Tage einfahren zu müssen, aus seinem Talent und seinen Interessen etwas zu machen. Seine Vorstellungen über seine Ausbildung werden bitter enttäuscht; die erbarmungslose Desillusionierung läßt ihn fast vollständig erstarren, er ist nicht in der Lage, seinem Freund beizustehen. Er fokussiert sich ausschließlich auf seine Aufgabe: Er hat einen Peilsender gebaut, mit dem er nun den organisierten Widerstand aufspüren muss... Unweigerlich stellt sich die Frage nach Schuld und Mitschuld; ob ein Teil von Schuld durch das Retten einiger weniger Leben getilgt werden kann. Als Generation, die lange danach geboren wurde, ist es unglaublich schwer, sich damit auseinanderzusetzen und Antworten zu finden. Um wieviel schwerer muss das jedoch gewesen sein für all jene Überlebenden und Hinterbliebenen, die nach dem Krieg ihren Weg zurück ins Leben finden mussten, die lernen mussten, nicht nur neben- sondern auch miteinander zu leben, die lernen mussten, sich für etwas zu entschuldigen, an dem sie selbst gar nicht wirklich schuldig waren. Und was gibt man den Kindern und Kindeskindern mit auf den Weg in ihre Zukunft, ohne diese Welt noch dunkler als schwarz zu malen und dennoch sicher zu gehen, dass sie und wir dafür zu sorgen, dass so etwas nie wieder geschieht. Ein sehr berührender Roman in bildhafter und poetischer Sprache, der zum Nachdenken anregt. Sehr lesenswert.

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    • 2
  • Alles Licht, das wir nicht sehen

    Alles Licht, das wir nicht sehen

    Fantasie_und_Träumerei

    03. August 2017 um 14:38

    Ein Krieg fordert Opfer. Bringt Menschen dazu an ihre Grenzen zu gehen und darüber hinaus. Eröffnet Sehnsüchte, die vorher nicht bekannt waren. Verlangt alles von dir. Und legt deine Seele frei.All diese Dinge haben sowohl die blinde Marie-Laure, als auch der Waisenjunge Werner durchlebt. Jedes Kind auf seine Weise. Ja, sie sind noch Kinder, als sie mitten hinein gerissen werden. Als sie vom Monster Krieg verschlungen werden. Marie-Laure muss ihre Heimat verlassen. Flieht mit dem Vater zum Onkel, der den ersten Krieg nicht gut überstanden hat. Man sagt ihm nach, dass er nun nicht mehr er selbst ist, aber wie soll man auch "er selbst" bleiben, wenn man all diese Gewalt gesehen und in Not gelebt hat. In Paris war sie Zuhause, kannte jeden Winkel, obwohl sie schon seit einiger Zeit nichts mehr sehen kann. Plötzlich dieser Wechsel. Die Heimat, die gewohnte Umgebung, Sicherheit und Geborgenheit verlassen, und vom recht angesehenen Vater-Tochter-Gespann zu Menschen zu werden, denen Misstrauen und Verachtung entgegengebracht wird. Letztendlich ist aber auch das nicht mehr wichtig, denn am Ende geht es nur ums Überleben. Werners Werdegang verläuft anders. Vom Waisen ohne Perspektiven, wird er zum jungen Mann, dessen Träume erfüllt werden sollen. Den Weg dorthin hat er sich jedoch anders vorgestellt. Unbeschwerter, erfüllter, ohne Gewalt, Hass und den Wahnsinn, der den Menschen im zweiten Weltkrieg eingetrichtert wird. In den tiefen seiner Seele ist er ein Guter. Gutmenschen sind verpönt. Einzig der Gemeinschaftssinn, der Kampf fürs Volk, fürs Land, zählt. Koste es, was es wolle.Anthony Doerr hat einen ganz besonderen Roman geschrieben, der schon nach wenigen Seiten ein unerwartetes Eigenleben entwickelt. Voller Kraft ziehen mich die sanften Worte des preisgekrönten Autors in ihren Bann. Lassen mich Gefühle, Ängste, Nöte der Protagonisten spüren. Ich bin begeistert davon, wie der Roman aufgebaut ist. In verschiedenen Ebenen nähern sich die Ereignisse einander an, bis sie ganz fein miteinander verwoben sind, immer stärker werden und am Ende zu einer Geschichte werden, die ausdrucksstark und beeindruckend ist. "Alles Licht, das wir nicht sehen" bekommt von mir eine ganz große Leseempfehlung. 

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  • Zwei Menschen, die das Schicksal zusammenführt.

    Alles Licht, das wir nicht sehen

    Haliax

    01. August 2017 um 13:22

    Zwei Menschen, zwei Schicksale und zwei Länder. Die blinde Marie Laure wächst in Paris auf und flieht mit ihrem Vater durch die Folgen des Krieges nach Saint Malo, um bei ihrem Onkel Unterschlupf zu suchen. Hingegen wächst Werner in Deutschland auf, wo er schon bald Teil der Hitlerbewegung wird. Zwei Geschichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch finden sie einen kurzen Moment zusammen.Ich wollte das Buch unbedingt lieben, denn ich habe bisher so viel positives gelesen. Die Geschichte über die beiden Menschen hat mich berührt und auch mitgenommen. Leider fanden sich mittendrin aber ständig Längen, die mich einfach nicht packten. Dementsprechend demotiviert habe ich danach weitergelesen. Am Beginn störten mich die kurzen Kapitel nicht, aber der ständige Sprung von der einen Perspektive (Marie) zu der anderen (Werner) nach nur 2-3 Seiten war auf Dauer anstrengend, da man immer herausgerissen wird. Das Buch ist in Abschnitten unterteilt, die Zeitsprünge ermöglichen. Die eigentliche Handlung findet im Jahr 1944 statt. Es finden sich ältere Abschnitte, die den Verlauf bis zu dem Endpunkt 1944 beschreiben. Außerdem erhält man am Ende des Buches eine kleine Reise in die Zukunft.Die Längen befinden sich vorwiegend in den älteren Abschnitten, da sie viel Informationen der Geschichte der beiden Protagonisten enthalten.Anthony Doerr hat mich mit seiner lyrischen Fähigkeit umgehauen. Seine Schreibfertigkeiten sind etwas ganz besonderes. Er spielt sehr gern mit der Sprache und weiß sie auch definitiv einzusetzen. Das lyrische Können dieses Buches ist eine Augenweide und enthält keine der üblichen Floskeln, die sich Autoren öfters bedienen. Es war sicher nicht das letzte Buch dieses Autors, das ich in die Hand genommen habe.FazitEin Roman mit vielen Längen und sehr kurzen Kapitel, die von einem Charakter zum nächsten springen. Dennoch ist die Geschichte etwas besonders, denn sie wird mit einer Schreibkunst beschrieben, die nur jeden begeistern kann. Die ganze Bandbreite der Geschichte entfaltet sich erst vollends am Ende des Buches. 

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  • Leserunde zu "Du erinnerst mich an morgen" von Katie Marsh

    Du erinnerst mich an morgen

    Knorke

    Diese Leserunde ist für die Mitglieder der Challenge "Zukunft vs. Vergangenheit".                        Monatsgenre "Romane und                                                Gegenwartsliteratur" Auch diesen Monat wollen wir wieder den Austausch wagen. Was für Romane stehen in eurem Regal? Was sollte jeder mal gelesen haben? Wer braucht eine Entscheidungshilfe, was als nächstes gelesen werden soll?

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    • 31
  • ZU perfekt

    Alles Licht, das wir nicht sehen

    MrsFraser

    09. July 2017 um 13:06

    Literaturpreis-Sammler Anthony Doerr weiß offensichtlich, wie man ein Buch schreibt. Er weiß, welche Themen die Menschen berühren, er besitzt umfangreiche wissenschaftliche Kenntnisse, die er immer wieder überzeugend einfließen lässt (oder hat wirklich gut recherchiert) und versteht es, seinen Roman so zu strukturieren, dass der Leser von unterschiedlichen Storylines, die meisterhaft verwoben werden, wie in einem Sog durch das Buch gezogen wird.  Ein blindes Mädchen, dessen Vater einen wertvollen und vermeintlich verfluchten Diamanten vor den Nazis versteckt und ein Waisenjunge mit einem besonderen Talent für Funktechnik, der seinem vorbestimmten Schicksal unter Tage auf Zollverein entkommen kann, indem er Soldat wird. In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges treffen diese beiden inzwischen erwachsenen ‚Kinder’ aufeinander und während sie unter Beweis stellt, dass sie trotz ihres Handicaps in den Jahren des Krieges unerschrocken und selbständig geworden ist, muss er sich schließlich eingestehen, wofür er und seine Liebe zur Wissenschaft und zur Mathematik benutzt wurden.  Doerrs Beschreibungen sind schön, poetisch, romantisch und bildhaft. Wie er gekonnt wissenschaftliche Themen und Aspekte der Unendlichkeit mit dem menschlichen Wesen verbindet, ist schlicht magisch. Ich kann J. R. Moehringer nur zustimmen, wenn er sagt: „Doerr sieht die Welt mit den Augen eines Wissenschaftlers, aber er fühlt sie mit dem Herzen eines Poeten.“  Allerdings, in meinen Augen hat es Doerr ein bisschen übertrieben. Obwohl er zum Beispiel ein vollständiges Bild aller einen Krieg begleitenden Übel und Schrecken liefert, schafft es sein ‚schöner’ Stil nicht, die Gräueltaten wirklich grausam wirken zu lassen. Irgendwie schwebt er etwas verklärt über den Dingen. Alles wirkt gefiltert, verharmlost. Deshalb frage ich mich, ob sich Doerr mit der Wahl seines Schauplatzes (bzw. seiner ‚Schauzeit’, dem 2. Weltkrieg) wirklich einen Gefallen getan hat. Sicherlich spricht so etwas eine breite Leserschaft an und bringt einem bestimmt auch ein, zwei Bonuspunkte auf dem Weg zum nächsten Buchpreis ein, ist aber in meinen Augen nicht geeignet, um die leise und bescheidene Geschichte zu erzählen, die ‚Alles Licht, das wir nicht sehen’ eigentlich ist.

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  • Leserunde zu "Alles Licht, das wir nicht sehen" von Anthony Doerr

    Alles Licht, das wir nicht sehen

    sternchennagel

    *******HIER GIBT ES NICHTS ZU GEWINNEN!!!*******Willkommen liebes Wolfsrudel!Die 1. Leserunde der lesenden Wölfe! Wie aufregend ihr lieben! Freut ihr Euch auch schon so wie ich?!Unsere Abstimmungen in der Gruppe haben den eindeutigen Sieger erkoren: " Alles Licht, das wir nicht sehen" von Anthony Doerr. Dieses Buch hatte 2015 den Pulitzer Preis erhalten und ist ein Top Bestseller! Ob uns das Buch auch überzeugen kann? Ich bin gespannt und freue mich auf einen tollen Austausch mit Euch.START: 16.06.2017 00:00Und denkt daran: Alles kann, nichts muss! Lesen soll Spaß machen

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    • 209
  • Wenn das Schicksal 2 Menschen zusammenführt

    Alles Licht, das wir nicht sehen

    Betsy

    07. July 2017 um 16:53

    In dieser Geschichte begleiten wir 2 Jugendliche durch den 2. Weltkrieg. Auf der einen Seite die blinde Marie-Laure, die gemeinsam mit ihrem Vater aus Paris zu ihrem Großonkel nach Saint-Malo flieht und dann den jungen Werner aus der Nähe von Essen, der gemeinsam mit seiner Schwester Jutta in einem Waisenhaus aufwächst und die Chance bekommt an einer Napola (Nationalpolitsche Lehranstalt) aufgenommen zu werden und danach seinem Land zu dienen. Die Jahre vergehen und beide werden älter und geprägter vom Krieg und obwohl sie unabhängig voneinander ihren Weg gehen, treibt die Geschichte sie immer näher zueinander. Dazu spielt auch noch ein sagenhafter Diamant namens „Das Meer der Flammen“ eine große Rolle, auf den angeblich ein unheilvoller Fluch lastet.Eine lyrische Geschichte, die einen trotz der ruhigen Erzählweise in seinen Bann zieht, da man den Weg dieser beiden Jugendlichen gebannt mitverfolgt. Man erlebt wie sie aufwachsen, wie aufgeweckt, wissbegierig und intelligent beide sind, wie unterschiedlich ihr Weg zur Zeit der Nazis ist und auch welche Schicksalsschläge ihnen widerfahren. Und immer wieder geht es auch um den sagenhaften Diamanten, der als die Nazis in Paris einmarschieren in Sicherheit gebracht wird und einen besonders kunstbesessenen Stabsfeldwebel auf den Plan ruft.Auch wenn es mittlerweile viele Geschichten um und über den 2. Weltkrieg gibt und man vieles schon einmal gelesen hat, ist dieses Buch dennoch etwas besonderes und verknüpft nicht nur kunstvoll die Geschichte von Marie-Laure und Werner, sondern zeigt durch beide die Liebe zur Wissenschaft und Kunst, die verschiedenen Seiten des Krieges und sorgt durch die Geschichte des Diamanten, der hier ebenfalls eine wichtige Rolle spielt, auch noch für zusätzliche Spannung. Die Geschichte wird großteils aus der Sicht von Marie-Laure und Werner erzählt und wechselt immer mal zwischen der Gegenwart im Jahr 1944 und ihrem Werdegang bis dahin, angefangen im Jahre 1934, was sehr gut gemacht wurde und man durch diese Zeitsprünge umso gespannter ist zu erfahren wie beide dorthin gekommen sind wo sie sind. Die Kapitel selbst sind dann auch recht kurz und man kommt beim Lesen schnell voran.Der Autor erschafft eine sehr atmosphärische Geschichte rund um die beiden und ihm gelingt es Maire-Laure trotz ihrer Blindheit als eine starke Persönlichkeit zu schildern, sodass man sie oftmals gar nicht als blind wahrnimmt und zugleich sehr davon berührt ist, wie reif und stark sie für ihr Alter ist. Wir erleben mit wie sie durch die Hilfe ihres Vaters den Lebensmut nach ihrer Erblindung nicht verliert und wieder sich ihrem neuen Leben anpasst. Im weiteren Verlauf des Krieges zeigt sie sehr viel Mut und ist ein Vorbild für andere. Werner selbst ist ein einfacher, guter Junger, der sich mehr vom Leben erhofft und sich auf sich glücklich schätzt auf eine Napola zu kommen, nichtsahnend was ihm dort bevorsteht. Er ist hin- und hergerissen und versucht durch seine Arbeit im Forschungslabor bei einem Lehrer seine Gedanken abzulenken. Auch als er seiner Arbeit bei der Wehrmacht nachgeht und dafür verantwortlich ist, dass Menschen sterben, versucht er sich auf seine Tätigkeit zu konzentrieren und alles andere auszublenden, doch nach einem dramatischen Unfall ist ihm dies nicht mehr so leicht möglich und er trifft alsbald eine wichtige Entscheidung für sich.Es gibt hier auch viele besondere Nebenfiguren, die einen als Leser beschäftigen und ohne die diese Geschichte bei weitem nicht so stimmungsvoll und berührend wäre, wie sie es letztendlich ist. Leider wird manchen von ihnen weniger Raum gegeben als man es gerne gesehen hätte. Besonders ein eigener Handlungsstrang um Werners Schwester Jutta wäre schön gewesen, da es sehr interessant gewesen wäre zu erfahren, wie es ihr nach der Trennung von ihrem Bruder ergangen ist und man dies nur sehr grob und geballt am Ende erfährt bzw. zwischendurch durch ein paar zensierte Briefe. Klar, das Hauptaugenmerk liegt auf Marie-Laure und Werner, dennoch gab es etliche andere Figuren, die hier leider etwas zurückblieben, aber dennoch auch wichtig für die Geschichte waren.Im Großen und Ganzen bleibt es recht realistisch, da nicht alles gut ausgeht. Leider wird das Tempo gegen Ende dann ziemlich angehoben und alles passiert sehr schnell, was dem ansonsten so ruhigen und bedächtigen Verlauf der Geschichte etwas widerspricht und ihr auch nicht unbedingt gut tut. Besonders nach einem größeren Zeitsprung in die Zukunft, wo man dann erfährt wie es den Überlebenden erging und hier alles so geballt und schnell abgehakt wird. Trotz eines inhaltlich runden Endes, war ich etwas enttäuscht von der Art und Weise wie das Buch abgeschlossen wird. Man könnte sagen, die Geschichte läuft langsam, aber konsequent und spannend auf seinen Höhepunkt zu, nur als dieser dann erreicht ist, scheint der Rest leider nicht mehr mithalten zu können, was zum Glück allerdings erst kurz vorm Ende passiert. Fazit: Eine wunderschöne und stimmungsvolle Geschichte mit zwei unglaublich tollen Hauptcharakteren, deren Weg man als Leser gebannt verfolgt und schon sehr gespannt darauf ist, wann und wo sich ihre Wege wohl kreuzen werden. Dies erfolgt dann auch erst sehr viel später als gedacht, aber dafür umso monumentaler und zeigt, dass ihre Begegnung wohl schon vor Jahren vorherbestimmt war. Wer allerdings ein große Liebesgeschichte erwartet wird hier enttäuscht werden, denn auch wenn es so klingt, ist es keine im üblichen Sinne verlaufende kitschige Geschichte. Toll in die Handlung verwoben ist die Geschichte rund um den sagenvollen Diamanten „Das Meer der Flammen“ und wie dieser hier seine eigene Rolle spielt. Leider lief die Geschichte dann etwas länger als gut für sie war, besonders die letzten Kapitel, die weiter in der Zukunft spielen, waren atmosphärisch nicht mit dem Rest zuvergleichen. Nach dem erwarteten Höhepunkt der Geschichte war leider irgendwie die Luft raus. Es wird zwar alles sehr gut abgeschlossen, aber einfach nicht so liebevoll und ausführlich wie man es erwartet hätte, sondern ziemlich kurz und ohne viel Drumherum. Dennoch eine absolute Lesempfehlung, dank der so vielschichtigen und stimmungsvollen Handlung!

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    • 2
  • Alles Licht, das wir nicht sehen

    Alles Licht, das wir nicht sehen

    miah

    04. July 2017 um 17:51

    Inhalt:Es wird die Geschichte zweier junger Menschen erzählt.Marie-Laure erblindete als kleines Mädchen. Ihr Vater kümmert sich liebevoll um sie und hilft ihr zu einem möglichst eigenständigen Leben. Im Zweiten Weltkrieg müssen sie aus Paris fliehen. Sie ziehen zu Onkel Etienne nach Saint-Malo.Werner ist ein deutsches Waisenkind, das zusammen mit seiner Schwester Jutta im Ruhrgebiet aufwächst. Der Zweite Weltkrieg trennt die beiden, denn Werner wird Soldat.Meine Meinung:Die Geschichte beginnt im August 1944. Werner und Marie-Laure befinden sich in derselben Stadt, die bombardiert wird. Diese Rahmenhandlung ist immer nur kurz und wird von längeren Abschnitten unterbrochen, die in der Vergangenheit spielen. Beginnend im Jahr 1934 wird abwechselnd die Geschichte von Werner und Marie-Laure erzählt und wie es dazu kam, dass sie beide im August 1944 in Saint-Malo sind.Die Kapitel sind allesamt sehr kurz, aber intensiv. Der Schreibstil ist ausdrucksstark, sprachgewaltig und poetisch zugleich. Der Autor zeichnet eigentlich unvorstellbare Schreckensbilder des Krieges, die aber so tatsächlich Realität waren. Und doch gelingt es ihm auch, die kleinen Momente festzuhalten, wenn zum Beispiel Marie-Laure in ihrer eigenen Welt hochkonzentriert Schneckenhäuser und Kiefernzapfen sortiert.Die beiden Hauptprotagonisten sind überzeugende Charaktere.Marie-Laure, die seit ihrer Erblindung mit der Unterstützung ihres Vaters in der Welt zurechtzukommen versucht, und Werner, ein Waisenjunge, der sich selbst alles über Radios, Technik, Elektrik, etc. beibringt. Beide sind Opfer ihrer Zeit.Marie-Laure muss mit ihrem Vater aus Paris in die Provinz fliehen. Sie wird aus der ihr vertrauten Umgebung gerissen und muss schließlich auch ohne ihren Vater zurechtkommen, der beispielsweise durch den Bau eines maßstabsgetreuen Modells von Saint-Malo wirklich Unglaubliches leistete, um seiner Tochter zu helfen.Werners Schicksal scheint recht vorhersehbar. Seine Begabung wird von den Nazis entdeckt und zu ihren Zwecken genutzt. Werner besucht ein Internat, in dem er zusätzlich am Nachmittag und Abend Peilsender baut. Schließlich muss er in den Krieg, um mit diesen Geräten die Frequenzen nach Nachrichten der Gegner abzusuchen, um diese auszuschalten.Die Geschichte war bis zum Schluss interessant, aber ich hatte insbesondere zu Beginn ein paar Schwierigkeiten. Mit jedem Kapitel wechselte die Perspektive. Da die Kapitel aber nur sehr kurz sind, fiel es mir zunächst schwer, mich in die Geschichte einzufinden, und die Verbindungen zwischen der Vergangenheit und Gegenwart zu verstehen.Hin und wieder wechselte der Fokus von Marie-Laure und Werner auf andere Nebenfiguren. Besonders das Schicksal von Werners Freund Frederik hat mich sehr berührt. Darüber hätte ich gerne mehr erfahren.Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Immer wieder musste ich innehalten, um mir das Geschriebene vor Augen zu führen. Daher habe ich mehr Zeit gebraucht, um dieses Buch zu lesen, als ich normalerweise für ein Buch dieser Länger benötigen würde. Das hat mich aber nicht abgeschreckt. Die Lektüre ist tiefgründig, obwohl die Sprache zum Teil eher nüchtern und distanziert bleibt. An Emotionen fehlt es dennoch nicht, weil diese über das persönliche Empfinden des Lesers zu den Ereignissen und damit indirekt vermittelt werden.

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  • Eine poetische und sensible Geschichte, die mich leider nicht ganz überzeugen konnte.

    Alles Licht, das wir nicht sehen

    haberland86

    01. July 2017 um 17:20

    Mit „Alles Licht, das wir nicht sehen“ wirft der amerikanische Autor und Pulitzer-Preisträger Anthony Doerr einen poetischen Blick auf den zweiten Weltkrieg, ohne dabei in Klischees zu verfallen.Besonders gut gefiel mir dabei Werner, der nicht als böses, deutsches Monster konstruiert wurde, sondern als das, was damals weltweit Millionen junger Männer waren – ein ganz normaler Junge, der leider das Pech hatte, in die falsche Zeit hineingeboren zu werden.Werner verfügt schon als Kind über einen schier unstillbaren Wissensdurst. Er möchte die Welt und ihre funktionsweise verstehen. Dank seines analytischen Verstands ist es für ihn ein Leichtes, Radios und Peilsender zu bauen. Ein Talent, das den Nazis nicht lange verborgen bleibt und das sie für ihre Zwecke zu instrumentalisieren wissen.Auch Marie-Laure konnte mich überzeugen, die im Alter von 6 Jahren erblindete und deren Welt seither hauptsächlich aus Geräuschen besteht. Und aus dem, was ihre flinken Finger ertasten. Für vieles findet sie großartige Bilder und Vergleiche, die den Leser verblüffen, überraschen oder einfach nur in Staunen versetzen.Als ihr Vater mit ihr von Paris in die nordfranzösische Provinz flüchtet, muss sie sich in einer völlig fremden Umgebung zurechtfinden, die im Laufe der Zeit immer gefährlicher wird.Genau wie in Anthony Doerrs vorherigen Büchern, spielt die Natur – und insbesondere das Meer mit seinen Bewohnern – in „Alles Licht, das wir nicht sehen“ eine bedeutende Rolle. Auch dieser Roman besticht mit einer poetischen und raffinierten Sprache, die dem Leser eine faszinierende und detailverliebte Welt offenbart.Weniger gefiel mir die langatmige Erzählweise des Autors, bei der auf relativ vielen Seiten ziemlich wenig passiert. Für meinen Geschmack leider zu wenig.Der Roman wurde mir auf Goodreads empfohlen, nachdem ich „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak gelesen und gut bewertet hatte. Tatsächlich gibt es zwischen beiden Büchern einige Gemeinsamkeiten, doch letztendlich konnte mich Zusaks Buch tief berühren, wohingegen „Alles Licht, das wir nicht sehen“ lediglich an der Oberfläche kratzte.Zwar fand ich die Geschichte bis zum Schluss interessant, war aber nicht von ihr gefesselt und hatte auch nie Probleme damit, das Buch aus der Hand zu legen.Es dauerte knapp 200 Seiten, bis ich mit der Geschichte warm wurde, da die vielen Perspektivwechsel und Zeitsprünge, mir den Einstieg schwer machten.Teilweise fand ich sogar die Nebenstränge, wie etwa Stabsfeldwebel von Rumpels Suche nach dem Meer der Flammen (einem Stein, der seinen Besitzer unsterblich machen soll) und die Frage, ob er ihn finden wird, ehe seine Krankheit ihn dahinrafft oder das Schicksal von Werners Freund Frederik, spannender und ergreifender, als die Hauptstränge.Obwohl die Idee toll ist und der Autor vieles richtig gemacht hat, konnte er mich am Ende leider nicht wirklich erreichen.Die vollständige Rezension findet sich auf meinem Blog.

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  • Zweiter Weltkrieg - ungewöhnlich

    Alles Licht, das wir nicht sehen

    histeriker

    30. June 2017 um 20:17

    Inhalt:Marie-Laure ist ein französisches Mädchen, das mit 6 Jahren erblindet. Werner ist ein deutscher Weise, der sich für Radios interessiert. Beide sind Teenager im Zweiten Weltkrieg, was für eine Verbindung gibt es zwischen ihnen?Bewertung:Ich habe schon einige Romane über diese Zeit gelesen. Dieser Roman unterscheidet sich durch die Thematik und die Charaktere. Zuerst zu der Thematik: Es ist schön nicht schon wieder über Holocaust lesen zu müssen. Die Schicksale hier sind auch interessant genug und das Buch ist dadurch nicht weniger interessant oder erschreckend. Natürlich sollte man Holocaust nicht aus der Acht lassen, aber man muss schon zugeben, dass der Krieg nicht nur dadurch die Menschenleben beeinflusst hat. Vor allem die Geschichte von Werner fand ich sehr interessant, die Napola-Erziehung war hier sehr gut und eindringlich geschildert. Auch die Kämpfe um Sant Malo waren ein neure Blickwinkel für mich und dadurch interessant.Die Charaktere sind auch ungewöhnlich, ich wurde am Anfang nicht sehr warm mit Ihnen (wahrscheinlich durch den Stil), aber auch nicht abgeneigt. Mit der Zeit hat es sich verbessert, aber ich kann nicht sagen, dass ich mit ihnen gelitten und gelebt habe. Ich habe immer eine Art Distanz beibehalten.Der Stil ist ungewöhnlich, die vielen kurzen Kapitel und der ständige Personenwechsel helfen einen am Ball zu bleiben, gleichzeitig behält man aber auch Distanz. Mit der Zeit kamen noch andere Personen dazu, was manchmal ein bisschen verwirrend war und gleichzeitig wurden einige Ereignisse so spannend, dass man gerne die geschichte der einer Person gerne weiterverfolgt hätte, es war aber gerade nicht dran. Den mystischen Teil mit den Stein hätte ich nicht gebraucht, aber es hat mich auch nicht wirklich gestört.Ein Buch, das ich empfehlen kann.

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