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haberland86

vor 4 Monaten

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Mit „Alles Licht, das wir nicht sehen“ wirft der amerikanische Autor und Pulitzer-Preisträger Anthony Doerr einen poetischen Blick auf den zweiten Weltkrieg, ohne dabei in Klischees zu verfallen.

Besonders gut gefiel mir dabei Werner, der nicht als böses, deutsches Monster konstruiert wurde, sondern als das, was damals weltweit Millionen junger Männer waren – ein ganz normaler Junge, der leider das Pech hatte, in die falsche Zeit hineingeboren zu werden.

Werner verfügt schon als Kind über einen schier unstillbaren Wissensdurst. Er möchte die Welt und ihre funktionsweise verstehen. Dank seines analytischen Verstands ist es für ihn ein Leichtes, Radios und Peilsender zu bauen. Ein Talent, das den Nazis nicht lange verborgen bleibt und das sie für ihre Zwecke zu instrumentalisieren wissen.

Auch Marie-Laure konnte mich überzeugen, die im Alter von 6 Jahren erblindete und deren Welt seither hauptsächlich aus Geräuschen besteht. Und aus dem, was ihre flinken Finger ertasten. Für vieles findet sie großartige Bilder und Vergleiche, die den Leser verblüffen, überraschen oder einfach nur in Staunen versetzen.

Als ihr Vater mit ihr von Paris in die nordfranzösische Provinz flüchtet, muss sie sich in einer völlig fremden Umgebung zurechtfinden, die im Laufe der Zeit immer gefährlicher wird.

Genau wie in Anthony Doerrs vorherigen Büchern, spielt die Natur – und insbesondere das Meer mit seinen Bewohnern – in „Alles Licht, das wir nicht sehen“ eine bedeutende Rolle. Auch dieser Roman besticht mit einer poetischen und raffinierten Sprache, die dem Leser eine faszinierende und detailverliebte Welt offenbart.

Weniger gefiel mir die langatmige Erzählweise des Autors, bei der auf relativ vielen Seiten ziemlich wenig passiert. Für meinen Geschmack leider zu wenig.

Der Roman wurde mir auf Goodreads empfohlen, nachdem ich „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak gelesen und gut bewertet hatte. Tatsächlich gibt es zwischen beiden Büchern einige Gemeinsamkeiten, doch letztendlich konnte mich Zusaks Buch tief berühren, wohingegen „Alles Licht, das wir nicht sehen“ lediglich an der Oberfläche kratzte.

Zwar fand ich die Geschichte bis zum Schluss interessant, war aber nicht von ihr gefesselt und hatte auch nie Probleme damit, das Buch aus der Hand zu legen.

Es dauerte knapp 200 Seiten, bis ich mit der Geschichte warm wurde, da die vielen Perspektivwechsel und Zeitsprünge, mir den Einstieg schwer machten.

Teilweise fand ich sogar die Nebenstränge, wie etwa Stabsfeldwebel von Rumpels Suche nach dem Meer der Flammen (einem Stein, der seinen Besitzer unsterblich machen soll) und die Frage, ob er ihn finden wird, ehe seine Krankheit ihn dahinrafft oder das Schicksal von Werners Freund Frederik, spannender und ergreifender, als die Hauptstränge.

Obwohl die Idee toll ist und der Autor vieles richtig gemacht hat, konnte er mich am Ende leider nicht wirklich erreichen.

Die vollständige Rezension findet sich auf meinem Blog.

Autor: Anthony Doerr
Buch: Alles Licht, das wir nicht sehen
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