Anthony Doerr Der Muschelsammler

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Inhaltsangabe zu „Der Muschelsammler“ von Anthony Doerr

Ein blinder Muschelsammler an der Küste Kenias entdeckt die wunderbaren Heilkräfte einer hochgiftigen Meeresschnecke. Touristen fangen einen Karpfen, der so groß ist, dass man ihn nicht fotografieren kann. Die Frau eines Jägers kann die Traumbilder der Tiere nacherleben, wenn sie sie berührt. Doerr entwirft eine weite und reiche Natur- und Seelenlandschaft, die etwas Magisches besitzt.

Schöne Erzählungen, ganz im gewohnten u. besonderen Erzählstil von Anthony Doerr.

— -nicole-
-nicole-

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  • ‚Man verbringt sein Leben damit, diesen Dingen auszuweichen, und am Ende sucht man sie.‘

    Der Muschelsammler
    sabatayn76

    sabatayn76

    03. June 2017 um 10:44

    ‚Der Muschelsammler‘ beinhaltet acht Erzählungen von Anthony Doerr, in denen er von ungewöhnlichen Menschen in verschiedenen Teilen der Welt erzählt. So begegnet der Leser z.B. dem blinden Muschelsammler, der die Heilkräfte der hochgiftigen Kegelschnecke Conus graphus entdeckt, er trifft einen Jäger, der sich in die Assistentin eines Zauberers verliebt, welche die Träume von Tieren lesen kann, und er erfährt von der 18-jährigen Griselda, die mit ihrer Schwester ein Volksfest besucht, dort einen faszinierenden Eisenesser kennenlernt und mit ihm durchbrennt. Ich habe vor ein paar Jahren mit großer Begeisterung ‚Alles Licht, das wir nicht sehen‘ von Doerr gelesen und war vor ein paar Monaten beeindruckt von seiner Novelle ‚Memory Wall‘. Aus diesem Grunde war ich sehr gespannt auf die frühen Erzählungen des US-amerikanischen Autors, auch wenn ich selten Erzählungen lese, da ich oft keinen oder nur schlecht Zugang zu diesen finde. Leider ging es mir mit ‚Der Muschelsammler‘ ähnlich: Die Erzählungen haben mich nicht bewegt, mich nicht gepackt, und ich bin von der Lektüre eher enttäuscht. Die Geschichten sind insgesamt sehr heterogen, spielen in unterschiedlichen Gegenden der Erde, behandeln grundverschiedene Menschen. Die Gemeinsamkeit der Erzählungen liegt in der magischen Komponente, die sie alle mehr oder weniger aufweisen. Dies ist allerdings auch mein größter Kritikpunkt, denn ich empfand die magischen Momente in den Erzählungen als nicht glaubwürdig. Als Liebhaberin des magischen Realismus bin ich durchaus offen für die Verschmelzung von Realität und Magie - solange dies überzeugend ist, wie z.B. bei ‚Hundert Jahre Einsamkeit‘ von Gabriel García Márquez, dessen Schilderungen trotz oder gerade wegen der magischen Komponente stets authentisch wirken. Doerr ist das in ‚Der Muschelsammler‘ meiner Meinung nach gar nicht gelungen, so dass die Mehrheit der Erzählungen für mich nicht funktioniert hat, mich nicht mitreißen, mich nicht verzaubern konnte.‚Der Hausmeister‘ hat mir dabei am besten gefallen. Hier erzählt Doerr vom Leben und Sterben in Monrovia/Liberia und vom Neuanfang des Hauptprotagonisten in den USA. Und obwohl die Schilderungen bisweilen zu explizit und blutrünstig waren, hat Doerr hier spannende Einblicke in das westafrikanische Land und das Leben in der Fremde ermöglicht.

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  • Wunderschöne Sprache

    Der Muschelsammler
    gagamaus

    gagamaus

    30. March 2017 um 21:48

    Von Anthony Doerr kannte ich bis jetzt das Buch „Alles Licht, das wir nicht sehen“ für das er berechtigter Weise den Pulizerpreis bekommen hat und Memory Wall, eine kleine Novelle, die mich gefesselt und begeistert hat und die mich in ihrer Kraft und Intensivität, aber auch in ihrer Wortgewaltigkeit und Sprachfreude sehr an sein Erstlingswerk, die Geschichtensammlung „Der Muschelsammler“ erinnert, die jetzt neu aufgelegt wurde und die ich jetzt endlich nachgeholt habe, da mir dieser tolle Autor damals noch durch die Lappen gegangen ist und ich ihn erst später für mich entdeckt habe. Es handelt sich um 8 unterschiedlich lange Erzählungen, die, obwohl sie oberflächlich gesehen nicht zusammenhängen und auch vom Stil her immer etwas anders erzählt werden, so doch eines gemeinsam haben… sie überraschen den Leser mit Menschen, die normal und durchschnittlich scheinen und dann doch ungewöhnlich sind, so wie jeder Charakter und jeder Mensch etwas Einzigartiges hat – sei es eine Eigenschaft oder Eigenart oder ein bemerkenswertes Erlebnis – so sind sie doch auch sehr nah dran an der Wirklichkeit und in Kleinigkeiten findet man sich als Leser oft wieder und kann vieles nachempfinden, was die Protagonisten erleben. Die Beschreibungen sind wunderschön und so voller Leben und Weisheit, dass es mich gar nicht wundert, dass schon sein Erstlingsbuch viele Leser überzeugt hat. Ich bin wirklich kein Fan von Geschichtensammlungen und bei Doerr geht es mir noch mehr so, dass mir die Erzählungen viel zu kurz sind und ich mehr über die Darsteller und ihr Leben erfahren hätte wollen. Diese Unzufriedenheit zeugt aber in Doerr‘s Fall vor allem davon, dass ich von seiner Fabulierfreude und seiner Erzählkunst einfach wieder voll und ganz begeistert war und dem kleinen Büchlein nur meine unbedingte Leseempfehlung aussprechen kann.

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  • Schöne Erzählungen - ganz im gewohnten u. besonderen Erzählstil von Anthony Doerr

    Der Muschelsammler
    -nicole-

    -nicole-

    17. March 2017 um 12:42

    Der Zauber von Meer und Natur... Der Muschelsammler ist erstmals im Jahr 2002 in der amerikanischen Originalausgabe erschienen und Anthony Doerrs preisgekröntes Debüt. Die acht wunderbaren Erzählungen sind zwar inhaltlich völlig unterschiedlich, jedoch haben sie alle etwas gemeinsam: Den beeindruckenden Erzählstil Doerrs. Oft steht das Meer mit seinen vielen Facetten im Vordergrund, aber auch der Zauber des Winters wird hier mit Liebe zum Detail beschrieben. Das Buch enthält folgende Geschichten: - Der Muschelsammler - Die Frau des Jägers - So viele Chancen - Lange Zeit war das Griseldas Geschichte - Der 4. Juli - Der Hausmeister - Verwicklungen am Rapid River - Mkondo"Über ihm zogen die Sterne herauf in myriadenfachem Erschauern. Sein Leben hatte die letzte Windung vollführt und tauchte hinab. Dorthin, wo es nicht mehr weiterging, wo es am dunkelsten war, wo sich das Schneckenhaus im Schattenhaften verlor." - Seite 39 (Der Muschelsammler)Nachdem ich schon mit Begeisterung die anderen Werke des Autors gelesen habe, war ich nun sehr gespannt auf diese Erzählungen, die nun im März 2017 als Taschenbuch veröffentlicht wurden. (Die gebundene Ausgabe erschien bereits 2007). Die einzelnen Geschichten sind völlig unterschiedlich: In "Der Muschelsammler" entdeckt ein blinder Muschelsammler zufällig die Heilkraft einer hochgiftigen Meeresschnecke; in "So viele Chancen" begeistert sich ein vierzehnjähriges Mädchen nach einem Umzug ans Meer für das Fliegenfischen und in "Der 4. Juli" spielt ein skurriler Wettkampf eine zentrale Rolle.Die Erzählungen sind in dem typischen Stil Anthony Doerrs erzählt, den man schon aus "Winklers Traum vom Wasser" oder auch "Alles Licht, das wir nicht sehen" kennt - immer leicht poetisch, zwischendurch -besonders bei Beschreibungen von Landschaften- auch immer mal in langen, verschachtelten Sätzen. Die Kurzgeschichten, die zwischen 20 und 50 Seiten lang sind, haben alle ausdrucksstarke Charaktere, die man selbst auf den wenigen Seiten sehr gut kennen lernt. Dieses hat mir sehr gut gefallen.Das Cover ist mit dem einzelnen Segelboot auf dem Meer eher schlicht gehalten und passt meiner Meinung nach sehr gut zu dem Inhalt."Der Fluss taute auf und trieb riesige Eisschollen in Richtung Missouri. Das Glucksen und Plätschern des fließenden Wassers, das Geräusch der Befreiung, des Schmelzens drang durch die offenen Fenster der Hütte herein. Der Jäger spürte die alte Erregung, spürte, wie seine Seele auflebte." - Seite 60 (Die Frau des Jägers)Mein Fazit: Acht Kurzgeschichten, jede auf besondere Art erzählt. Auch hier sticht Doerrs einzigartiger Erzählstil hervor: Leicht poetisch und mit detailreiche Beschreibungen, die aber perfekt zu den Storys passen. Das nur 256 Seiten dünne Buch lässt sich flüssig lesen, eine schöne Lektüre für zwischendurch. Insgesamt hat mir diese Story-Sammlung sehr gut gefallen - nur bei ein, zwei Geschichten war das Ende etwas zu abrupt, es blieben ein paar Fragen offen. Ansonsten ein sehr lesenswertes, wunderbares Buch. Ich vergebe 4,5 Sterne hierfür.

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