Die Morde von Pye Hall

von Anthony Horowitz 
4,3 Sterne bei90 Bewertungen
Die Morde von Pye Hall
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Positiv (79):
niggeldis avatar

Spannender Krimi im Krimi à la Agatha Christie mit ein paar Längen, dennoch lesenswert.

Kritisch (3):
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Toller spannender Beginn, doch leider hat die Spannung sehr schnell nachgelassen. Schade, von der tollen Idee hatte ich mir mehr versprochen

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Inhaltsangabe zu "Die Morde von Pye Hall"

Susan Ryeland, Lektorin bei Cloverleaf Books, arbeitet schon seit Jahren mit dem Bestsellerautor Alan Conway zusammen, und die Leser lieben seine Krimis mit dem Detektiv Atticus Pünd, der seine Fälle charmant wie Hercule Poirot zu lösen pflegt.
Doch in seinem neuesten Fall ist nichts wie es scheint. Zwar gibt es zwei Leichen in Pye Hall und auch diverse Verdächtige, aber die letzten Kapitel des Manuskripts fehlen und der Autor ist verschwunden. Ein merkwürdiger Brief legt nahe, dass er sich das Leben genommen hat. Susan Ryeland muss selbst zur Detektivin werden, um nicht nur den Fall der Morde von Pye Hall zu lösen, sondern auch die Umstände des Todes von Alan Conway zu enträtseln.Geschickt miteinander verwoben präsentiert der Erfolgsautor Anthony Horowitz hier zwei Krimis in einem und erzählt eine raffinierte und überaus spannende Story voller Eifersucht, Gier, Leidenschaft und Mord.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783458177388
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:600 Seiten
Verlag:Insel Verlag
Erscheinungsdatum:11.03.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 09.03.2018 bei Jumbo erschienen.

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    Webbeevor einem Monat
    Kurzmeinung: Sprachgewandt, raffiniert, intensiv und kurzweilig – ein Lesegenuss der lange in Erinnerung bleibt
    Die Morde von Pye Hall

    Susan Ryeland ist Lektorin bei einem renommierten Verlag und zuständig für eine überaus erfolgreiche Krimi-Reihe des Autors Alan Convay. Das neueste Manuskript um den verschrobenen Detektiv Atticus Pünd dreht sich um mehrere Morde auf dem Landsitz Pye Hall und die damit zusammenhängenden Intrigen innerhalb einer englischen Kleinstadt.
    Doch es gibt ein Problem. Das letzte Kapitel des Romans, in dem der Fall gelöst werden soll, fehlt. Als die Lektorin sich an den Autor wenden will, trifft die Hiobsbotschaft ein: Alan Convay ist tot! Allem Anschein nach, hat er sich das Leben genommen und sogar einen Abschiedsbrief hinterlassen.
    Auf der Suche nach den fehlenden Seiten in Convays Haus und in seinem Umfeld stößt Susan schnell auf Ungereimtheiten und auch der Abschiedsbrief kommt ihr im Lichte neuer Erkenntnisse merkwürdig vor. Zudem stellt sie fest, dass es viele Menschen gab, die ein Motiv gehabt hätten, den Schriftsteller zu ermorden. Immer mehr drängt sich ihr der Verdacht auf, dass Convay seine eigene Geschichte in seinem letzten Roman verarbeitet haben könnte, denn es gibt sehr viele Parallelen zur Realität. So existiert beispielsweise für jeden Verdächtigen in Pye Hall eine entsprechende Person in der realen Welt. Auch die von ihm gewählten Schauplätze sind, leicht verändert, der Wirklichkeit entliehen. Susan entdeckt immer mehr Verstrickungen und Konflikte zwischen dem Autor und fast jedem, auf den sie im Zuge ihrer Recherchen trifft – und sogar bis hinein in ihr eigenes Privatleben.’Sie muss nun im Alleingang gleich zwei Fälle lösen, die Morde von Pye Hall – um das Buch zu einem Ende zu bringen, und den scheinbaren Mord an dem Autor – um sich selbst zu retten.

    Dieses Buch im Buch, ist nicht das, was es zu sein scheint. Anthony Horowitz füttert seine Leser zunächst mit einer klassischen Detektivgeschichte, die wirklich spannend und verzwickt ist, lässt diese dann abrupt enden und beginnt eine neue Geschichte, die sich als lupenreiner Thriller entpuppt. Dabei verwebt er beide Handlungsstränge derart geschickt miteinander, dass man als Leser mehrmals heftig in die Irre geführt wird, mehrere Wendungen und am Ende noch eine Überraschung erlebt.

    Fazit: Sprachgewandt, raffiniert, intensiv und kurzweilig – ein Lesegenuss der lange in Erinnerung bleibt und außerdem eine sehr gelungene Hommage an Arthur Conan Doyle und Agatha Christie ist

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    Vampirellavor 2 Monaten
    Mal ein anderer Sherlock Holmes

    Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Wir verfolgen 2 Geschichten. Einmal die Romangeschichte und dann noch die Geschichte vom Tod des Autors. War mal was anderes. Ähnelt sehr Sherlock Holmes - Geschichten.

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    AenHens avatar
    AenHenvor 3 Monaten
    Der Krimi im Krimi … ist besser

    Susan Ryeland ist Lektorin bei Cloverleaf Books und betreut den Autor Alan Conway bzw. seine äußerst erfolgreiche Krimireihe um Detektiv Atticus Pünd. Diese Aufgabe ist für sie eine wahre Hassliebe, denn mit dem Autor selbst kommt sie so gar nicht klar. Dieser hat nun sein achtes Opus vorgelegt „Morde von Pye Hall“. Susan teilt dem Leser mit, dieses Buch habe ihr Leben verändert – und dann gibt sie dem Leser eben dieses Manuskript an die Hand und die Handlung springt um. Auf den nun folgenden knapp 300 Seiten lesen wir rein die Geschichte um Atticus Pünd und Pye Hall. Als diese endet, wechselt der Plot wieder zu Susan, ihren Problemen mit dem Manuskript und den Geschehnissen in der realen fiktiven Welt (im Gegensatz zur fiktiven fiktiven Welt um Pünd), in der sie nun etwas herausfinden möchte, selbst zur Detektivin wird, denn die Lektorin erreicht die Nachricht vom Tod des ungeliebten Autors - Selbstmord. Susan zweifelt schnell an dieser Theorie und geht auf Spurensuche.

    Die Überschrift dieses Kriminalromans, oder das zugrundeliegende Konzept ist „Parallelen“. Zwei Handlungen, beide klassische Whodunnits. Ein Autor, der seine gesamte Umwelt in seine Kriminalromane eingewoben hat. Jeder Wohnort, jede Person seines Umfeldes taucht in seinen Geschichten auf. Ein Detektiv, der an Hercule Poirot erinnert, zahlreiche Anspielungen an Agatha Christie und ihr Werk an sich im Text.

    Die Idee der Doppelhandlung hat mich an diesem Krimi von Beginn an begeistert und ich habe sie als sehr erfrischend empfunden. Ein bisschen schade finde ich allerdings, dass die beiden Parts in meinen Augen nicht gleichwertig sind. Großartige Hochspannung kommt ohnehin nicht auf, sondern tatsächlich mehr dieses Flair von Rätselraten – aber das funktioniert im Atticus Pünd-Teil einfach viel besser! Der eingebettete Krimi liest sich flott und ein bisschen nostalgisch, der ummantelte Part um Susan Ryeland lebt in meinen Augen fast nur von den Parallel-Entdeckungen, die aber auch mehr amüsant sind. Auf mich wirkt es einfach so, als habe sich der Autor bei der Erarbeitung des Pünd-Krimis einfach viel mehr Mühe gegeben und Arbeit hineingesteckt, hier wirklich ein rundes Ergebnis zu erzielen. Insgesamt kommt immer noch ein prima Krimi heraus, der sich auch aus der Masse abhebt, aber eben tatsächlich mehr aufgrund der Konstruktion. Außen hui, innen … wäre maßlos übertrieben, aber leider bin ich ein wenig enttäuscht, da ich mir wirklich sehr viel mehr versprochen habe. Als Gewinn für mich persönlich zähle ich aber, dass ich mich vielleicht noch mal mit Agatha Christies Werk näher beschäftige.

     

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    -Leselust-s avatar
    -Leselust-vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Super spannend. Den Fall um Herr Pünd hat mir unglaublich gut gefallen. Der zweite moderne Handlungsstrang nicht ganz so. Insgesamt aber top
    Brillanter Krimi – beste Unterhaltung.

    Mal wieder beste Unterhaltung von Anthony Horowitz. Nach der Lektüre seiner Sherlock Holmes Bücher wollte ich unbedingt mehr von dem Autor lesen. In "Die Morde von Pye Hall" knüpft Horowitz an die großartigen Kriminalfälle von Hercule Poirot & Co an. In den 1950ern in einem kleinen Dorf in Somerset ermittelt ein kluger Detektiv und verlässt sich ohne die moderne Technik und DNA Beweise ganz auf seinen Spürsinn und sein schlussfolgerndes Denken. Die Auflösung hat mir gut gefallen. Die Verknüpfungen zum zweiten Handlungsstrang in der heutigen Zeit waren zwar auch ganz nett, hätten für mich aber nicht unbedingt sein müssen. Ich habe mich mit Pünd in den 50ern wesentlich wohler gefühlt. Eins steht aber fest: Horowitz schreibt spannende und unterhaltsame Kriminalromane und ich freue mich schon jetzt auf sein neues Buch.

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    stravaganzas avatar
    stravaganzavor 3 Monaten
    Achte auf die Anzahl der Elstern....

    Alter englischer Kinderreim über Elstern (S. 67, Morde von Pye Hall)

     

     One for  sorrow,                              

    Two for joy,

    Three for a girl,

    Four for a boy,

    Five for silver,

    Six for  gold,

    Seven for a secret,

    Never tob e told.

     

    Eine fürs Leid

    Zwei für das Glück

    Drei für ein Mädchen

    Und vier fürs Gegenstück

    Fünf für Silber

    Sechs für das Gold

    Und sieben für ein Geheimnis,

    Das keiner wissen sollt.



    Covergestaltung:

    Sehr schön gestaltetes Cover, mit einer Elster in einem schwarzen Baum auf rotem Hintergrund. Die Elster hält eine Kette mit Anhänger in Dolch-Form im Schnabel.

    Das Cover passt zum englischen Titel (Magpie Murders auf Deutsch: Elstern-Morde).

    Und es hebt sich, wie ich finde, von der (mehrheitlich) immer gleichen Gestaltung von Krimi-Covern ab.

     

     Inhalt (gemäss innerer Umschlagklappe):

    Susan Ryeland, Lektorin bei Cloverleaf Books, arbeitet schon seit Jahren mit dem Bestsellerautor Alan Conway zusammen.

    Die Leser lieben seine Krimis mit dem Detektiv Atticus Pünd, der seine Fälle charmant wie Hercule Poirot zu lösen pflegt.Doch in seinem neuesten Fall ist nichts wie es scheint. Zwar gibt es zwei Leichen in Pye Hall und auch diverse Verdächtige, aber die letzten Kapitel des Manuskripts fehlen und der Autor ist verschwunden.

    Ein merkwürdiger Brief legt nahe, dass er sich das Leben genommen hat. Susan Ryeland muss selbst zur Detektivin werden, um nicht nur den Fall der Morde von Pye Hall zu lösen, sondern auch die Umstände des Todes von Alan Conway zu enträtseln.

     

    Meinung:

    Der Roman «Die Morde von Pye Hall» besteht eigentlich aus zwei Romanen. Es handelt sich dabei um ein Buch in einem Buch.

     Zuerst lernt der Leser Susan Ryeland kennen, die Cheflektorin eines kleinen Londoner Verlags namens Cloverleaf Books ist. Sie ist über 40, ein wenig chaotisch, hat eine zweistöckige Wohnung mit viel zu vielen Büchern und einen englisch-griechischen «Teilzeitfreund» namens Andreas.

    Nach dieser kurzen Einführung macht der Leser eigentlich das Gleiche, das auch Susan macht:

    Er liest das Manuskript «Morde von Pye Hall» von Alan Conway, welches einen Erzähler in der 3. Person hat. Es ist der achte Krimi der Atticus Pünd Reihe. Die Reihe spielt in den späteren 1940er und früheren 1950er Jahren. Dieser Fall im speziellen spielt im Juli 1955. Atticus Pünd ist halb Grieche und halb Deutscher, ehemaliger Polizist und jetzt als Detektiv in England tätig.

    Witzig fand ich, dass sich am Anfang des Manuskripts als erstes ein paar Seiten befinden, welche Überschriften wie «Über den Autor», «Weitere Titel aus der Atticus Pünd Reihe» und «das sagt die Presse» haben. Wenn man bedenkt, dass ja alles rein fiktional ist. Den Autor Alan Conway gibt es in Realität ja genau so wenig, wie die restlichen sieben Atticus Pünd Romane (was eigentlich sehr schade ist, da ich den Atticus Pünd Teil besser als den Anderen fand, aber zum anderen Teil später noch).

    Wer schon einmal einen Agatha Christie Krimi gelesen hat, wird schnell merken, dass Horowitz sich kräftig bei ihr bedient hat. Bei Atticus Pünd (Hercule Poirot) fängt es ja schon an. Aber auch die Personen, die Landschaft und die Art des Falles, lassen immer wieder an Agatha Christie denken. Ich fand das ganze deshalb auch gelungen, da es ja nicht wirklich ein «Hercule Poirot» Krimi ist, sondern doch etwas Eigenständiges und das macht es in meinen Augen eben aus.

    Über den eigentlichen Inhalt möchte ich eigentlich nichts sagen, sonst hat man schon zu viel verraten. Mein Tipp: einfach sehr aufmerksam lesen, damit man die Anspielungen nicht übersieht, obwohl einige davon im Gegenwarts-Teil aufgelöst werden.

     

    Das gilt aber auch für den anderen Teil, welcher in der Gegenwart spielt und ebenfalls ein Kriminalfall ist und immer wieder parallelen zum Atticus Pünd Roman aufweist. Was ja an und für sich kein Wunder ist, geht es doch darum, herauszufinden wo das letzte Kapitel von «Die Morde von Pye Hall» verblieben ist und ob der Tod des Autors Alan Conway ein Selbstmord oder möglicherweise ein Mord war.

    Hier muss sich Susan Ryeland, die der Leser ja schon kennengelernt hat, als Detektivin beweisen. Dieser Teil hat dann auch Susan als Ich-Erzählerin und der Leser folgt ihr bei «Zeugenbefragungen» und durch ihren Alltag als Lektorin. Man erfährt auch so einiges aus dem modernen Verlagswesen und wie gewisse Autoren so ticken (ob Anthony Horowitz so ähnlich wie Alan Conway ist? Hoffen wir es nicht!).

    Hier gibt es nicht nur Anspielungen auf Agatha Christie Romane, sondern auch zu Fernsehserien (Horowitz hat ja auch Drehbücher für «Inspector Barnaby» verfasst).

    Und Agatha Christies Enkel hat sogar einen Kurzauftritt.

     

    Der Roman fand ich an und für sich sehr gut lesbar, aber eben man muss ihn schon sehr aufmerksam lesen, immerhin ist es ein Krimi verteilt auf zwei Teile, welche schon ein ziemliches Verwirrspiel bilden.

    Beide Teile sind auch eher ein «whodunit» Krimi, also nichts mit wilden Verfolgungsfahrten oder sonst gearteter Action. Wer lieber Action mag, ist mit «Die Morde von Pye Hall» schlecht bedient. Wer gerne Agatha Christie liest oder auch englische Krimiserien à la «Inspector Barnaby», «Lewis» oder «Poirot» im TV ansieht, dem wird Anthony Horowitz Roman sicher gefallen.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     


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    L
    lesemaus301vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Mega spannend
    Anthony Horowitz

    Wieder einmal hat es Anthony Horowitz geschafft mit seinem neuen Thriller "Die Morde von Pye Hall" ein absolut spannendes Buch zu schaffen. 
    Das besondere daran ist, dass zwei Fälle in einem Buch aufgeklärt werden. Zum einen der Tod des Schriftstellers Alan Conway und zum anderen die Morde in Pye Hall, dem letzten Buch von ihm. 
    Das Buch fesselt einen von Anfang bis Ende und man kann die ganze Zeit mit raten, wer der Mörder sein könnte. Es gibt jede Menge Verdächtige, denen man es allen auch zu trauen würde. Wer es am Ende wirklich war, war sehr überraschend, was dieses Buch zu einem klasse Thriller macht. 

    Da das Buch mich zu 100% überzeugt hat, bekommt es von mir 5 Sterne und ich kann es jedem Buchfan wärmstens empfehlen. Es lohnt sich absolut es zu lesen. 

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    lex-bookss avatar
    lex-booksvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Der Krimi im Krimi - klassischer, gemütlicher, unterhaltsamer Whodunnit mit einigen Längen. 3,5 Pkt.
    3,5 Pkt. - Teilweise zu weitschweifig, aber nette Idee

    „Die Morde von Pye Hall“ ist ein Buch nach alter britischer Detektivart. Für solche Geschichten bin ich immer zu haben und hier bekommt man sogar zwei Krimis in einem. Zunächst gibt es da die Rahmenhandlung: Lektorin Susan Ryeland liest das neueste Manuskript des Bestsellerautors Alan Conway. Dessen Hauptfigur ist Atticus Pünd, ein scharfsinniger Detektiv im Stile Hercule Poirots, der zwei rätselhafte Todesfälle in einem englischen Dorf untersucht. Dummerweise fehlt das letzte Kapitel, in dem Pünd den Fall für den Leser auflöst. Also macht sich Susan auf die Suche nach den fehlenden Seiten. Conway selbst kann sie nicht mehr danach fragen, denn der hat zwischenzeitlich Selbstmord begangen. Aber hat er das wirklich? Während ihrer Recherchen stößt Susan auf einige seltsame Parallelen zwischen Conways Leben und seinem letzten Krimi. Susan beginnt – genau wie Romanheld Pünd – zu ermitteln.

    Ein Krimi im Krimi... schöne Idee, die größtenteils gelungen umgesetzt ist. Wenn man von den Längen in der zweiten Hälfte mal absieht. Die Handlung splittet sich zu einem Drittel (ca. 200 Seiten) in den Fall um Atticus Pünd, zu zwei Drittel (400 Seiten) in die Rahmenhandlung, die sich irgendwann merklich zieht. Das hat einmal damit zu tun, dass Lektorin Susan als Protagonistin ziemlich farblos bleibt – auch wenn Horowitz eine kleine, leidenschaftslose Liebesgeschichte einwebt, auf die er meiner Meinung nach aber gut und gerne hätte verzichten können.

    Zum anderen hat mir der Atticus-Fall auch einfach besser gefallen. Er ist eine hübsche Hommage an die Glanzzeit des britischen Kriminalromans. Nicht nervenzerrend spannend, aber er liest sich altmodisch-charmant und es macht Spaß die Verdächtigen kennenzulernen und mitzurätseln. Die Unterbrechung kurz vor Ende ist recht gemein, weil dem Leser die Wahrheit Millimeter vor der Nase weggerissen wird.

    Horowitz Detailliebe artet dann stellenweise etwas aus. Offensichtlich hatte er Freude daran, die eigene Branche auf die Schippe zu nehmen. Das legt schon der Umstand nahe, dass der Erfinder des sympathischen Ermittlers Atticus Pünd in Wahrheit ein echter Kotzbrocken ist. Einige, längere Auszüge aus Manuskripten und Romanentwürfen nagen allerdings schon sehr an der Handlungsdichte, auch wenn sie als Gag auf das "Schriftstellertum" ganz witzig sind. Gegen Ende hatte ich Probleme, bei der Sache zu bleiben.

    Die Auflösungen haben mir aber beide gut gefallen, wobei mich der Blick auf die Autorenseite von Wikipedia fast noch mehr verblüfft hat: Horowitz hat nämlich nicht nur versteckte Bezüge zwischen seinen zwei Krimis eingebaut, sondern auch echte, biographische Details. Warum er kein Nachwort verfasst hat, weiß der Henker. Ohne weitere Erklärungen, habe ich das vage Gefühl, einen Witz nicht ganz verstanden zu haben. Oder möchte Horowitz, dass ich selbst beginne zu „ermitteln“? Vermutlich gäbe es einiges zu entdecken. Und damit schließt sich der Kreis zwischen Autor, Buch und Leser. Oder eben auch nicht. Die Geschichte ist auch ohne weitere Recherchen rund.

    Fazit: Unterhaltsame Hommage an den alten, britischen Detektivroman, die durch die Längen mit der Zeit … tja, einfach etwas zu lang erscheint.

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    Seehase1977s avatar
    Seehase1977vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Origineller und außergewöhnlicher Roman, ein intelligenter Krimi im Krimi, spannend und schön britisch. Ein Lesehighlight 2018!
    Ein Krimi im Krimi – Originell und raffiniert erzählt

    Voller Vorfreude hält Susan Ryeland, Lektorin bei Cloverleaf Books, das neueste Manuskript des Bestsellerautors Alan Cornway in den Händen. Die Leser lieben seine Krimis und vor allem die Hauptfigur, der Detektiv Atticus Pünd hat die Herzen der Fans erobert. Sein neuester Fall liest sich spannend, es gibt zwei Leichen und diverse Verdächtige und Susan kann es kaum fassen, als sie bemerkt, dass die letzten Seiten des Manuskripts, die die Lösung des Falls verschwunden sind.

    Doch nicht nur die fehlenden Seiten sind merkwürdig, auch der plötzliche Tod des Autors Alan Cornway gibt Rätsel auf. Zwar deutet vieles in dem gefundenen Abschiedsbrief auf Selbstmord hin, doch Susan hat Zweifel. Sie beginnt, im Umfeld Cornways zu recherchieren, nicht nur um den rätselhaften Tod des Autors, sondern auch um die fehlenden Seiten des Manuskripts zu finden um den Fall der Morde von Pye Hall aufzuklären…

    Meine Meinung:

    „Die Morde von Pye Hall“ von Anthony Horowitz habe ich aufgrund einer Empfehlung gelesen. Die ganz besondere Stimmung und die Atmosphäre in diesem Buch, sowie die fesselnde, verwobene Story, haben mir sehr gut gefallen und mir spannungsreiche Krimi-Lesestunden beschert.

    Im ersten Teil des Buches erzählt die Lektorin Susan Ryland, warum die Lektüre des Manuskripts „Die Morde von Pye Hall“ ihr Leben grundlegend verändert hat. Schon diese einleitenden Sätze haben mich wie gebannt weiterlesen lassen. Was nun folgt ist die Geschichte des unveröffentlichten Kriminalromans. Da das Schriftbild sich verändert und nun aussieht, als wären die Seiten mit Schreibmaschine getippt, hat man fast das Gefühl, das Konzept tatsächlich in Händen zu halten.

    Der Schauplatz des Krimis ist ein verschlafenes englisches Dorf in den 50er Jahren und ein Herrenhaus, in dem kurz hintereinander zwei Todesfälle zu beklagen sind. Die Haushälterin stirbt bei einem Treppensturz, der Hausherr des Anwesens Pye Hall wird jedoch grausam ermordet. Diese Umstände führen den Detektiv Atticus Pünd an den Ort des Geschehens, der nun a la Miss Marple seine Ermittlungen durchführt, mit zahlreichen Verdächtigen spricht, alles aus seinem ganz besonderen Blickwinkel betrachtet und dadurch seine ganz eigenen Schlüsse zu den Todesfällen zieht.

    Dieser Teil des Buches hat mich völlig begeistert. Das ganze Setting, der Kriminalfall, die Figuren und ihre Charaktere waren wunderbar, authentisch und alles mit einem charmanten englischen Häubchen bedeckt.

    Der abrupte Sprung zurück in die „Realität“ und zu Susan, die nun die Unvollständigkeit des Manuskriptes bemerkt, war fast ernüchternd und etwas enttäuschend. Zu sehr war ich in den „Morden von Pye Hall“ gefangen. Susans Suche nach den fehlenden Seiten, ihre Zweifel am Selbstmord von Alan Cornway und letztlich ihre schreckliche Entdeckung, lesen sich deshalb nicht weniger spannend, auch wenn ich mir in diesem Handlungsstrang recht schnell sicher war, wer hier der Täter sein könnte. Dennoch war das Ende überraschend und auch die Aufklärung des Falls von Atticus Pünd war exzellent und klug inszeniert.

    Ein Krimi im Krimi, außerordentlich gut erzählt, mit authentischen, lebensnahen Charakteren mit jeweils ganz eigenem Backup.

    Mein Fazit:

    „Die Morde von Pye Hall“ war mein erstes Buch von Anthony Horowitz, aber sicherlich nicht das letzte! Hervorragend verwebt er die beiden spannenden und raffiniert konstruierten Handlungsstränge und schafft mit seinem Erzählstil eine angenehme, ganz besondere und manchmal typisch englische Atmosphäre. Interessante und authentische Charaktere runden die Story ab und machen sie nahezu perfekt. Für mich ein Lesehighlight 2018. Leseemfpehlung? Ja, unbedingt!!

    Kommentare: 3
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    E
    eleisouvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Die Geschichte in der Geschichte
    Die Geschichte in der Geschichte

    Der Schriftsteller Alan Conway hinterlässt seinem Verlag ein unvollendetes Manuskript seines Krimis und das ohne das letzte Kapitel. In dem Manuskript muss der Detektiv Atticus Pünd die Morde von Pye Hall aufklären. Die Lektorin Susan Ryeland macht sich auf die Suche nach dem verlorenen letzten Kapitel des Kriminalromans damit das Buch noch rechtzeitig erscheinen kann und setzt dabei ihr Leben aufs Spiel. Die Suche erweist sich darüber hinaus als äußerst schwierig denn gleichzeitig recherchiert sie auch über das Verschwinden des Autors. 
    Das Buch erzählt soweit zwei Geschichten, einmal die relae Geschichte der Suche der Lektorin und einmal die fiktive Geschichte vom Manuskript, also die Aufklärungder Morde von Pye Hall. Die Geschichte in der Geschichte hat mir ausgesprochen gut gefallen und auch wenn ich am Anfang ein wenig Schwierigkeiten hatte in die Geschichte reinzukommen, unterhielt mich der Plot und die Auflösung sehr gut.

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    R
    rinochkavor 5 Monaten
    Wunderbar

    Alan Conway ist ein sehr erfolgreicher Krimiautor, seine Bücher um den genialen Ermittler Atticus Pünd sind Bestseller. Susan Ryeland ist Lektorin bei dem Verlag, bei dem Alan Conway's Bücher erscheinen und soll das neue Buch von ihm korrekturlesen. Doch leider fehlen die letzten Kapitel und da der Autor sich das Leben genommen hat, macht Susan sich auf die Suche nach dem fehlenden Buchende. 

    Ich bin von dem Buch begeistert, es ist im Stil der Agatha Christie und Arthur Conan Doyle geschrieben und hat viele Anspielungen auf die Romane dieser Autoren. 
    Der Aufbau des Buches ist ein "Krimi im Krimi", zum einen hat man den Krimi um die fehlenden Buchkapitel, zum anderen hat man auch das Buch selbst. Die beiden Krimis sind sehr spannend zu lesen und haben logische und interessante Auflösungen. Die Handlung verläuft eher langsam, trotzdem konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. 

    Von mir bekommt das Buch 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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