Licht

von Anthony McCarten 
3,9 Sterne bei25 Bewertungen
Licht
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (17):
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Historisch interessanter Stoff; nach einem langsamen Einstieg gibt es eine deutliche Steigerung. Liest sich sehr flüssig.

Kritisch (2):
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Trotz vorheriger Lektüre von "Die letzten Tag der Nacht" habe ich immer wieder den Faden verloren, schade.

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Inhaltsangabe zu "Licht"

Die Geschichte von zwei unterschiedlichen Männern, die sich treffen, um gemeinsam die Welt zu verändern. Der eine bringt mit seiner Erfindung weltweit Licht ins Dunkel, der andere ist ein Genie des Geldes. Doch während J. P. Morgan aus der Beziehung als reichster Mann der Welt hervorgeht, lässt sich der Erfinder der Glühbirne, Thomas Edison, von der schillernden Welt seines Partners verführen und setzt nicht nur seine Erfindungskraft, sondern auch sein Seelenheil aufs Spiel.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257069945
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:368 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:22.02.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    leserattebremens avatar
    leserattebremenvor einem Jahr
    Der spannende Kampf um das Licht

    Edison ist der berühmte Erfinder der Glühbirne, er ist Forscher und Entdecker, Entwickler auf höchsten Niveau. Und er ist wild entschlossen, gemeinsam mit dem Investor Morgan, seine Erfindung der Glühbirne für Gleichstrom gegen seinen Konkurrenten Westinghouse, der Wechselstrom verwendet, durchzusetzen und scheut auch nicht vor einem dreckigen Kampf zurück. Am Ende seines Lebens blickt er zurück, und muss sich die Frage stellen, ob es das wirklich alles wert gewesen ist.
    Anthony McCarten beschreibt in seinem Roman "Licht" den spannenden Kampf um die Herrschaft des Stroms und eine Zeit, in der an jeder Ecke eine Erfindung zu warten schien. Edison verliert sich in diesem Kampf gewissermaßen selbst und lässt sich vom reichen Magnaten Morgan steuern, der alles tut, um Geld zu verdienen, unabhängig von Moral und Anstand. Ob Edison in Wirklichkeit so passiv war, wie er hier dargestellt wird, sei einmal dahingestellt. Graham Moore beschreibt ihn in seinem Roman "Die letzten Tage der Nacht" hingegen als herrschsüchtigen und ignoranten Menschen, der selbst einfach nur Erfolg haben will. Dem gegenüber steht hier ein Edison, dem es eher um den ideellen Wert des Erfindens geht, darum die Menschheit voranzubringen, ohne unbedingt selbst nutzen darauf zu ziehen. So oder so ist er der gefeierte Erfinder der Glühbirne, dessen Namen auch heute noch fast jeder kennt. Seine Geschichte beschreibt McCarten sehr bewegend und nimmt einen mit auf eine Reise mit dem Erfinder Thomas Alva Edison, der ein abwechslungsreiches Leben hatte, das einem als Leser unweigerlich berührt. Seine Gedanken am Ende gehen nicht spurlos an einem vorbei und McCarten schafft es, uns diesen einzigartigen Mann ganz nahe zu bringen.
    Mich hat "Licht" von Anthony McCarten beim Lesen begeistert, gerade auch weil es so völlig anders geschrieben ist als Graham Moores "Die letzten Tage der Nacht", obwohl beide auf faszinierende Art das gleiche Thema behandeln. Ein großartiger Roman über einen ganz besonderen Menschen, dem wir auch noch heute viel verdanken. 

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    Petriss avatar
    Petrisvor einem Jahr
    Brilliance

    Der Autor:
    Anthony McCarten, geboren in Neuseeland kommt vom Theater und Film. Das merkt man seinen Romanen an. Sie sind voller schöner Bilder, aber auch voller Sprachwitz und Pointen, wunderbar und flüssig zu lesen und doch immer voller Tiefgang und Botschaft. Er zählt zu meinen Lieblingsautoren, und ich habe bisher so ziemlich alles von ihm gelesen. Wenn jemand die Gelegenheit hat, ihn auf einer Lesung zu hören, unbedingt hingehen. Er ist ein Theatermensch und unglaublich guter Entertainer, dabei sehr sympathisch und klug.

    Der Roman:
    Für mich war „Licht“ nicht neu, weil ich ihn bereits vor einigen Jahren auf Englisch im Original gelesen habe. Den englischen Titel „Brilliance“, wunderbar zweideutig, hätte man gut auch auf Deutsch verwenden können. Licht ist ein wenig blass und nichtssagend meiner Meinung nach.

    Auch bei der zweiten Lektüre war ich wieder völlig begeistert. Nachdenklich, sachlich interessant, immer wieder auch witzig und vor allem sehr kritisch mit den Veränderungen der elektrischen Revolution. Im Mittelpunkt steht Thomas Alva Edison, doch eigentlich geht es viel mehr um die Machenschaften der Geldgeber und ihre Spielchen!
    Die einzelnen Figuren sind sehr genau gezeichnet, sehr menschlich, gleichzeitig wird nichts beschönigt, sie bleiben vielschichtig. Auch etwas, das ich an McCarten mag. Er verurteilt nie, bei ihm gibt es kein Schwarz-Weiß.

    Resümee:
    Ein wunderbarer Roman, den ich allen Lesern und Leserinnen empfehlen kann. Wer sich für Technik interessiert, für Geschichte, für schrullige Menschen, Amerika Ende des 19. Jahrhunderts, die Wurzeln unseres komfortablen Lebens, einfach für gute Geschichten, der wird begeistert sein! Ich warte auf alle Fälle schon jetzt auf den nächsten McCarten!

    Kommentare: 2
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    killmonotonys avatar
    killmonotonyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: McCarten brilliert mit seiner Schreibe – und beleuchtet das Leben Edisons fernab einer Biographie.
    Rezension: Licht

    Anthony McCarten erzählt in „Licht“ die Geschichte von Thomas Alva Edison, seinem Werdegang und seinen Erfindungen. Er berichtet von seinen Kindheitstagen, seinen ersten Jobs und seiner Zeit als großer Erfinder. Doch „Licht“ ist viel mehr als eine Biographie, denn es erzählt nicht nur die Geschichte der Glühbirne und der Elektrizität und wie diese beiden Erfindungen die Welt verändert haben, sondern auch vom Wandel der Menschheit, vom Streben nach Fortschritt um des Fortschritts willen, und um Geldgier.

    Der Einstieg fiel mir ein wenig schwer, doch nach und nach war ich dann doch richtig vertieft in die Geschichte und die Seiten sind nur so geflogen. 🙂 Anthony McCarten erzählt hier mit seiner gewohnt klaren Sprache und trockenem Humor und auf zwei Erzählebenenen. In der einen blickt der alte Edison an einem Bahnhof noch einmal auf sein Leben zurück und in der anderen erfahren wir vom Leben des jungen (gut, zumindest jüngeren) Edison, der, zunächst unsicher bezüglich seiner Erfindung, sich mit dem nach Macht strebenden J.P. Morgan zusammentut. Doch die beiden wollen aus unterschiedlichen Gründen an die Spitze: Edison um zu beweisen, dass sein Gleichstrom gegenüber Teslas Wechselstrom der sicherere und bessere ist,  und Morgan einzig allein wegen Geld, Macht und Ruhm. Edison wird im Laufe der Geschehnisse immer wahnsinniger und auch rücksichtsloser; er lässt seine Frau und Kinder lange Zeit zurück und er experimentiert mit seinem Strom auch an Tieren. Als dann schließlich der „elektrisierte Stuhl“ gebaut werden soll, willigt Edison ein, zu helfen, jedoch soll er mit Wechselstrom betrieben werden und nach seinem Widersacher benannt werden. Dies stellt den letzten Punkt auf seiner Karriere-Leiter dar, und durch die schrecklichen Ereignisse, die folgen, bringen ihn schließlich dazu, zurückzutreten. Edison zweifelt an sich, an seiner Erfindung, und an seinem gesamten Werk:

    „Wer weiß, was uns noch erwartet. Was da noch kommt. Macht die Experimente rückgängig, das sage ich. Zerschlagt die Erfindungen. Gebt uns das Dunkel zurück.“

    Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com

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    Belladonnas avatar
    Belladonnavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Dieser Roman über große Erfinder und die Macht des Geldes lässt einen garantiert nicht mehr so schnell los.
    Meine Rezension zu "Licht"

    Beschreibung

    Licht. Eine der bedeutendsten Errungenschaften der Menschheit, die Dank des Erfinders Thomas Alva Edison den Weg in die Straßen und Häuser der Menschen fand. Die fesselnde Geschichte auf dem Weg zur Elektrizität verbindet zwei der unterschiedlichsten Männer überhaupt: Thomas Alva Edison, der Erfinder der Glühbirne, Besitzer von zahlreichen Patenten und den reichsten Mann der Welt, J. P. Morgan, der seine Genialität an der Wall Street unter Beweis stellte. Zusammen wollen sie die Welt erleuchten. Im skrupellosen Wirtschaftskampf setzt sich der Erfinder einer Welt aus, der er nie angehören wollte und die seine Moral und Überzeugungen schwer in Mitleidenschaft zieht. Der Kampf zwischen Macht und Geld machen es Edison immer schwerer sich selbst treu zu bleiben.

    50 Jahre nachdem Thomas Alva Edison die Glühbirne erfand, soll ihm zu Ehren eine Parade statt finden, doch an Edison haben mittlerweile die scharfen Zähne der Zeit genagt und er findet die Menschen sollten ihn nicht für seine Forschung und Erfindung im Bereich der Elektrizität ehren, denn diese hat neben dem Guten auch eine Menge Schlechtes, ja sogar den Tod hervor gebracht hat.

    Meine Meinung

    Aus eigenem Antrieb hätte ich mich mit großer Wahrscheinlichkeit nie so richtig mit dem Erfinder Thomas Alva Edison auseinander gesetzt, doch Anthony McCarten ist es in seinem neusten Roman „Licht“ eindeutig gelungen mein Interesse zu wecken und mir das Tor zu der spannenden Welt der großen Entdecker und Erfinder aufzustoßen.

    "…immer die gespannte Erwartung auf das, was dieser großartige Verstand als Nächstes hervorbringen würde-, denn nur wenige waren geboren und wandelten auf Erden, um etwas Gutes aus dem Fluss ihrer Gedanken zu bergen, und nur eine Handvoll davon machte aus dem Ergebnis etwas, das von Nutzen für die Menschheit war." (Seite 335)

    Der Schriftsteller Anthony McCarten verwebt in seinem Roman historische Fakten und Fiktion zu einer mitreisenden Lebensgeschichte über den berühmten Erfinder Thomas Alva Edison. Am Ende seines Lebens angekommen wartet Edison an einem einsamen Zuggleis und lässt sein erstaunliches Leben Revue passieren. Ohne jegliche Schulbildung ist es Edison mit Verstand, Erfindergeist und harter Arbeit gelungen Großartiges zu leisten. Seine größte Erfindung, die Glühbirne, zieht die Aufmerksamkeit des Unternehmers und Privatbankiers John Pierpont Morgan auf sich. Dieser wittert die große Chance, Geld und Ruhm mit der weltweiten Elektrifizierung zu erlangen. Trotz Edison’s Bedenken an einer Zusammenarbeit und seinen Vorbehalten gegenüber der Unternehmerbranche willigt er in die Zusammenarbeit mit J. P. Morgan ein.

    "Gerade erst hatte er beschlossen, Geschäftsmann zu werden, und schon spürte er in seinem Inneren die Aufgewühltheit, die Nervosität des modernen Lebens." (Seite 120)

    Atemberaumbend gut wurde die Atmosphäre die den Geist der Gesellschaft und Wirtschaft während der Industrialisierung einfängt zwischen den Zeilen untergebracht. Der Wettstreit zwischen den Teams Thomas Alva Edison/J. P. Morgan und Nikola Tesla/George Westinghouse bietet genügend Stoff für eine mitreisende und fesselnde Geschichte. Dies hat Anthony McCarten perfekt aufgegriffen und in Szene gesetzt.

    Anthony McCarten hat einen wunderbaren Erzählstil gewählt und verleiht den einzelnen Szenen eine Dynamik und Spannung, die einen das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen lassen möchten. Ehrlich gesagt habe ich das Buch fast in einem Rutsch durchgelesen. Vor allem die Hauptprotagonisten Edison und J. P. Morgen sind fein gezeichnet, dabei sind sie so unterschiedlich wie Licht und Dunkelheit. Etwas zu kurz kam mir dabei die Persönlichkeit von Nikola Tesla, die trotz des wirtschaftlichen Wettstreits moralisch und menschlich gesehen wahre Größe bewiesen hat.

    "»Damit, dass man die Welt verbessert, verdient man kein Geld. Nur mit ihrer Zerstörung.«" (Seite 21)

    Fazit

    Fiktion und Realität in perfekter Symbiose. Dieser Roman über große Erfinder und die Macht des Geldes lässt einen garantiert nicht mehr so schnell los.

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    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 21.04.2017

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    M
    maria1vor 2 Jahren
    Am Ende des Lebens...


    Wie ist es, wenn man irgendwann sein Leben verliert, wenn man eine falsche Entscheidung trifft und einem das Leben daher entgleitet? Wie geht man am Ende des Lebens mit Fehlschlägen um, mit Handlungen, derer man sich schämt? Und wie mit dem Gefühl, nicht das beste aus seinem Leben gemacht zu haben?


    McCarten schildert sehr einfühlsam - teilweise auch in der Rückschau - verschiedene Stationen im Leben von Edison.


    Edison, der großartige Erfinder, der immer neue Ideen hat und mit seinen Erfindungen Gutes tun und sie zum Wohle den Menschheit einsetzen will. Edison, der durch den frühen Tod seiner ersten Frau traumatisiert ist und daher ein Gerät entwickeln will, mit dessen Hilfe man Kontakt zu den Toten aufbauen kann.


    Er verstrickt sich in den Stromkrieg, kämpft gegen Westinghouse, verbündet sich mit seinem Banker, vertraut auf den Gleichstrom und will nicht sehen, dass die Zukunft im Wechselstrom liegt. Als dann noch der elektrische Stuhl gebaut und die erste Hinrichtung vollzogen ist, nimmt das Unglück seinen Lauf.


    Edison verliert sich immer weiter...


    Ich mag das Buch sehr, ich mag es, wie McCarten das Seelenleben seines "Helden" schildert. Edison, der trotz all seiner Gaben letztlich als Verlierer dasteht, der auf das falsche Pferd setzt und sein Seelenheil verliert. Und ich habe mit Edison gefühlt, der mir trotz allem sympathisch war, weil er selbstkritisch genug war, um seine Verfehlungen zu erkennen.


    Wieder mal ein wunderbares Buch von McCarten. Und wer Moores "Die letzten Tage der Nacht" schon kennt - ich finde, dieses Buch, das eine ganz andere Perspektive einnimmt, ist eine wunderbare Ergänzung.


    Unbedingt lesen!









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    Bris avatar
    Brivor 2 Jahren
    Das moralische Gedächtnis

    " ... Das, was in unserem Gehirn geschieht, ist etwas Elektrisches. Die Wissenschaft kann sehen, was mit einem vorgeht, wenn man anfängt, wie ein Geschäftsmann zu denken. Die Gedanken machen einen Bogen um einen bestimmten Teil des Gehirns sie nutzen ihn nicht mehr, mustern ihn aus, lassen ihn verrosten, und dieser Teil ist der Regler. Der Regler für die moralische Integrität wird abgeklemmt - das moralische Gedächtnis... "

    50 Jahre ist es her, dass Thomas Alva Edison eine Glühbirne entwickelte, die einem Großteil der Menschen Licht ins Dunkel brachte. Deshalb wird ihm zu Ehren gefeiert. Sogar eine Parade soll es geben. Zumute ist ihm danach allerdings nicht. Er ist alt und fühlt sich nicht imstande, einer großen Menschenmenge entgegenzutreten, die ihn - so seine Meinung - eigentlich verteufeln sollte. Hat er doch durch seine Forschung und Erfindungen nicht nur Gutes getan, sondern auch den Tod gebracht. So ist es mit allen Forschungen, mit der Wissenschaft im Allgemeinen. Der Wissenschaftler ist meist einfach ein neugieriger Mensch, der der Menschheit Fortschritt und positive Entwicklung angedeihen lassen will, doch was Dritte aus seinen Ergebnissen machen, das kann er kaum beeinflussen, noch verhindern. So ist das Erfinden ein zweischneidiges Schwert. Und wenn sich das Kapital einmischt, ist es gänzlich aus mit dem Grundsatz: allein zum Wohle der Menschheit.

    Edison ist das bewusst und so flüchtet er, zumindest für kurze Zeit. Er flüchtet vor der Parade, vor den Rufen der Menschen, von denen er nicht glaubt, dass sie ihm wohl gesonnen sind und in eine andere Zeit. Nur ein paar Minuten gönnt Anthony McCarten dem Erfinder, einige der für ihn wichtigen Lebensstationen näher zu beleuchten - und die sind meist nicht nur durch überbordendes Glück gezeichnet.

    Der Skepsis seinem Leben und Tun gegenüber steht eine Person in Opposition, die aus Edison dem Erfinder einen Geschäftsmann machte: J. P. Morgan - Milliardär, Bankier, Verfechter der Wirtschaftlichkeit, Feind des Wettbewerbs, der schon im ausgehenden 19. Jahrhundert die Konzernherrschaft voraussieht. Allerdings malt er sie in den strahlendsten Farben und glaubt fest daran, dass ihr Entstehen für die positive Weiterentwicklung der Gesellschaft vonnöten sei. Und das global.

    "... seit bald zehn Jahren, da sehe ich das Bild einer einfacheren Gesellschaft vor mir. Einer, in der Bankiers eine größere Rolle spielen. Ein System, in dem es keine gierigen Kleinfirmen mehr gibt, die alle miteinander im Krieg liegen und bei denen jeder immer nur das nachmacht, was der Rivale anbietet, und die sich alle durch den Wettbewerb ruinieren. Unwirtschaftlichkeit. Das ist heute unser großer Feind. Ein Markt der niemandem etwas einbringt, bedingt durch den Wildwuchs des Wettbewerbs. Keiner hat etwas von diesem Wettbewerb. Am wenigsten die Armen, die Arbeiter, die Männer und Frauen, die schuften und leiden. Deshalb schlage ich ... Kombinate vor. Für alles nur eine einzige große Firma. Ein neues Modell geführt von Männern, die sich auskennen, von Ehrenmännern, die etwas vom Geld verstehen, Männern denen es gelingt, die Gier der Menschen einzudämmen. [...] Bankhäuser, wirtschaftliche Großbetriebe können das ändern. Keine Regierung, die sich in alles einmischt. [...] Gewaltige Großfirmen, über die Staatsgrenzen hinaus - damit befreien wir die Menschheit und erfüllen die gebrochenen Versprechen unserer Gründerväter." ..."

    Wow, was für eine Vorstellung! Bankiers, die die Gier zügeln, die den Armen zu mehr Lebensqualität verhelfen? Für uns heute absurd. Aber Edison hatte nicht die Erfahrungen, konnte sie nicht haben, die wir besitzen. Er möchte immer nur eines: die Welt für alle besser machen - und scheitert nach eigenen Maßstäben grandios daran.

    Und dann gibt es da auch noch seinen ewigen Widersacher: Nikola Tesla. Der Verfechter des Wechselstroms, der Edison zwar gefährlicher vorkommt, aber billiger zu produzieren ist. Zwei Genies, die gemeinsam noch Größeres hätten umsetzen können, als im Widerstreit. Morgan wird mit beiden arbeiten, immer auf der Suche nach dem besseren Profit und sich deshalb auch von Tesla abwenden, der die Vision hat, der Menschheit eine kostenlose immerwährende Energiequelle zur Verfügung zu stellen.

    Inhalt und Form dessen, was Anthony McCarten anhand der retrospektiv von seinem Protagonisten schlaglichtartig beleuchtete Geschichte erzählt, sind gleichermaßen spannend und humanistisch. Dabei fühlt man sich sprachlich in die damalige Zeit versetzt, ohne dass es altmodisch wirkt - und hier ist einmal mehr eine wunderbare Übertragung in die deutsche Sprache zu erwähnen. Geschaffen wurde sie von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié.

    Anthony McCarten schreibt nicht nur Romane, sondern ist vor allem auch für seine erfolgreichen Theaterstücke und Drehbücher bekannt. Unter anderem wurde er in der Kategorie Bestes Drehbuch für Die Entdeckung der Unendlichkeit für einen Oscar nominiert, und so erstaunt es nicht wirklich, dass sich während der Lektüre von Licht so etwas wie das Gefühl, einem Kammerspiel beizuwohnen, einstellt. Die Szenerie wechselt wie die Kulissen nach einem Umbau der Bühne im Theater. Das ist großartig und verleiht dem atemlosen Lesetempo, in das man nur zu leicht verfällt, eine gehörige Portion an Intensität und Nähe.

    Meiner absoluten Leseempfehlung sei noch der Aufruf Edisons angefügt, dem ich mich beugen werde: Lies Faraday! Und über Tesla werde ich mich auch weitergehend informieren. Diese Art Literatur ist es, die mich zum Schwärmen bringt, weil sie mir neue Türen aufstößt, mich in Gebiete einführt, die ich aus eigenem Antrieb wohl kaum betreten hätte. Und wenn sie dabei noch klug konzipiert so wunderbar unterhält, dann hatte ich mal wieder wunderbares Leseglück. Schön, dass das bereits 2012 im Original erschienene Buch nun auch in einer wie immer liebevoll auf den Inhalt abgestimmten Aufmachung in deutscher Sprache erhältlich ist. Einzig der übersetzte Titel Licht greift mir nicht weit gut. Brilliance heißt der Roman im Original und vermag so viel mehr zu umfassen als das schlichte Wort Licht: die Leuchtkraft eines strahlenden Geistes und seiner wichtigsten Erfindung.





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    hundertwassers avatar
    hundertwasservor 2 Jahren
    Mehr Licht!


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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    "Wo Licht, da auch Schatten"

    Das bereits 2012 unter dem Originaltitel „Brilliance“ veröffentlichte Werk von Anthony McCarten ist ein historischer Roman, der die als „Stromkrieg“ bekannte Auseinandersetzung zwischen Thomas Alva Edison und George Westinghouse zur Elektrifizierung der USA behandelt.

    Der Leser begleitet dabei in erster Linie den visionären T. A. Edison, der ohne abgeschlossene Schulausbildung und trotz eingeschränktem Gehör für eine Vielzahl wichtiger Erfindungen in der Telegrafentechnik verantwortlich war und letztlich mit der Erfindung der Glühbirne den Grundstein für die Elektrifizierung von Amerika und Europa gelegt hat. Als der Bankier J. P. Morgan das Potential des elektrischen Lichts erkennt und Edison die finanziellen Mittel zur Verfügung stellt, die für den kostspieligen Ausbau des Stromnetzes nötig sind, gerät das Leben des idealistischen Erfinders aus den Fugen. „Wo Licht, da auch Schatten“ und so kann auch eine für die Menschheit derart wichtige Erfindung wie das elektrische Licht sowohl Fortschritt bedeuten als auch Leben zerstören.

    Mein Eindruck:
    McCarten beschreibt in diesem Buch eine äußert interessante Zeit, die nicht nur viele wissenschaftliche Errungenschaften hervorgebracht hat, sondern auch das Finanzwesen stark prägte. Er hat sich einer Vielzahl historischer und biographischer Fakten bedient (die sich auch ohne Fiktion spannend lesen) und erzählt damit die Geschichte eines Mannes, der mit seinen Erfindungen das Leben der Menschen verbessern wollte und sich dabei selbst verlor. T. A. Edison wird hier als sehr eigensinniger und interessanter Mann beschrieben, den man für seine visionären Gedanken beneiden und für sein Privatleben und den Verlauf seiner wissenschaftlichen Arbeit bedauern kann.
    Mich konnte die Geschichte und der Schreibstil des Autors durchweg fesseln, obwohl in meinen Augen der humorvolle Unterton im Verlauf des Buches etwas verloren ging. Die Dialoge waren lebendig und die Charaktere echt, wenn auch nicht immer sympathisch oder nah. Die persönliche Veränderung von Edison hinsichtlich seiner wissenschaftlichen Überzeugungen unter Einfluss von J. P. Morgan ließ mich über Manipulation, Gier und das Gewicht der eigenen Prinzipien nachdenken. Gleichzeitig konnte ich durch diese Lektüre viel über den amerikanischen Stromkrieg und den flächendeckenden Ausbau des Stromnetzes lernen und habe nun große Lust weitere fiktive und nicht-fiktive Werke über dieses Thema zu lesen. Aufgrund seiner Thematik war das letzte Drittel für mich nicht immer leicht zu verkraften, wenn ich auch finde, dass dieses Thema unbedingt behandelt werden muss. Es gab da durchaus Szenen, die derart unangenehm waren, dass ich das Buch erstmal zur Seite legen musste.

    Fazit:
    Ein spannender historischer Roman über den Stromkrieg in den USA mit Fokus auf den Erfinder der Glühbirne Thomas Alva Edison. Neben den historischen Fakten beschreibt Anthony McCarten sehr eindrücklich was mit einem Menschen passiert, der sein eigentliches Ziel aus den Augen verliert.

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    BWV-57s avatar
    BWV-57vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Historisch interessanter Stoff; nach einem langsamen Einstieg gibt es eine deutliche Steigerung. Liest sich sehr flüssig.
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    J
    JuLe_81vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Interessant und gut geschrieben, konnte mich aber nicht komplett überzeugen.
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Jule89s avatar
    Hallo lieber Leser und Lovlybooker,

    ACHTUNG: In dieser Leserunde gibt es KEINE Bücher zu gewinnen. Wer also teilnehmen möchte, braucht ein eigenes Buch, egal ob geliehen oder gekauft.

    Diese Leserunde findet im Rahmen des "Diogenes Buchclub" statt, den ich auf meinem Blog "Jules Leseecke" ins Leben gerufen habe. Der Austausch funktioniert hier jedoch unkomplizierter und schneller. Und ein Einstieg ist schneller möglich.

    Klappentext:
    ›Licht‹ ist die Geschichte von zwei sehr unterschiedlichen Männern, die sich treffen, um gemeinsam die Welt zu verändern. Der eine bringt mit seiner Erfindung weltweit Licht ins Dunkel, der andere ist ein Genie des Geldes. Doch während J. P. Morgan aus der Beziehung als reichster Mann der Welt hervorgeht, lässt sich der Erfinder der Glühbirne, Thomas Edison, von der schillernden Welt seines Partners verführen und setzt nicht nur seine Erfindungskraft, sondern auch seine Liebe und sein Seelenheil aufs Spiel.

    Alle weiteren Informationen zum Buch findet ihr hier auf der Seite des Diogenes Verlags.

    Alle Teilnehmer bitte ich Spoiler stets entsprechend zu kennenzeichnen. Funktioniert bei Lovelybooks ja zum Glück recht einfach. ;)

    Die Leserunde beginnt am 01.03. und endet am 31.03. Ein Einstieg ist jederzeit möglich.

    PS.: Jeder Mitleser ist herzlich willkommen!
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