Superhero

von Anthony McCarten 
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Superhero
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In diesem Roman treffen Comic, Theater und Drehbuch aufeinander. Doch der Mix funktioniert! Aufwühlend, und dennoch humorvoll.

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Ungewöhnlich und seltsam – und genau deswegen etwas ganz Besonderes!

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Inhaltsangabe zu "Superhero"

Donald Delpe ist 14, voller unerfüllter Sehnsucht, Comiczeichner. Er möchte nur eines wissen: Wie geht Liebe? Doch er hat wenig Zeit - er ist schwerkrank. Was ihm bleibt, ist ein Leben im schnellen Vorlauf. Das schafft aber nur ein Superheld. Donald hat sogar einen erfunden - MiracleMan. Aber kann MiracleMan ihm helfen, oder braucht Donald ganz andere Helden?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257237337
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:22.04.2008
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.05.2007 bei Diogenes erschienen.

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    buchstabentraeumerinvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: In diesem Roman treffen Comic, Theater und Drehbuch aufeinander. Doch der Mix funktioniert! Aufwühlend, und dennoch humorvoll.
    Berührende Geschichte mit spannendem Erzählmix

    JA, DER JUNGE AUF DER BRÜCKE VERGLEICHT SICH MIT VERGLÜHENDEN STERNEN, WÄHREND ER DARAUF WARTET, DASS DIE EINZELNEN ELEMENTE SEINES TODESWUNSCHES – EKEL, WUT, SCHMERZ, ÜBELKEIT, SCHWÄCHE, FRUSTRATION, UNGERECHTIGKEIT, NEID, EINSAMKEIT, REUE – SICH ZU EINER KRAFT VERBINDEN, DIE AUSREICHT, IHN IN DIE TIEFE ZU STOSSEN. (SEITE 38

    Auf der diesjährigen LitBlog Convention hatte ich das Glück, der Lektorin Anna von Planta lauschen zu können, die von ihren Begegnungen mit Anthony McCarten und seinen Werken sprach. Sie erzählte auch von ihrem ersten Eindruck von „Superhero“ und ihrem Erstaunen über dieses ungewöhnliche Manuskript. Der Roman ist in Teilen wie ein Theaterstück, wie ein Comic, wie ein Drehbuch geschrieben – ein Sammelsurium der verschiedenen Möglichkeiten, eine Geschichte zu erzählen. Doch nicht allein das macht „Superhero“ zu dem, was es ist: zu einem besonderen Werk.

    Denn unabhängig vom Erzählstil hat Anthony McCarten eine äußerst feinfühlige Geschichte über einen todkranken Jungen geschrieben, die gleichzeitig traurig, überraschend witzig und vielschichtig ist. Der Autor nimmt das Schicksal von Donald Delpe ernst, zeichnet es aber nicht nur Grau in Grau. Vielmehr strotzt „Superhero“ förmlich vor Farbe und Leben, nicht zuletzt wegen der Comic-Szenen, die man als Leser auf Anhieb vor Augen hat. Sie bringen Abwechslung ins Lesen, ebenso wie in Donald’s tristen Alltag zwischen Behandlungen und Therapie und die Zeit mit seiner Familie. Die Comic-Geschichten sind wunderbar überspitzt und im Grunde dreht sich alles nur um Superhelden und Schurken und Sex. Vor allem Letzterer ist omnipräsent in Donald’s Gedanken und gleichzeitig ein wichtiges Plotelement.

    DANN UM DIE MITTAGSZEIT EIN KLEINER AUSFLUG ZUR RADIOLOGIE, EINE ART MITTAGSPAUSE AUF DEM ATOMWAFFENTESTGELÄNDE; NACH GENAU DER RICHTIGEN DOSIS GAMMA- UND RÖNTGENSTRAHLEN, MIRKO- UND ÜBERHAUPT ALLEM AUSSER DER LA-OLA-WELLE, WIRD ER ZURÜCK ZUM VERGNÜGUNGSDAMPFER GEFAHREN, STATION EINS, STADTKRANKENHAUS WATFORD, UND DA LIEGT ER, MIT GIFT VOLLGEPUMPT, EIN ZUCKENDER ZOMBIE. (SEITE 173

    Doch wer nun meint, dass es in „Superhero“ nur um einen hormongesteuerten Jugendlichen dreht, irrt sich. Klar geht es um Erfahrungen, doch anfangs kaum spürbar, später immer offenkundiger, gewinnt die Story an Tiefe und Emotionalität. Und auch Donald Delpe ist kein eindimensionaler Charakter. Mal fügt er sich desillusioniert in sein Schicksal, mal lehnt er sich geradezu heroisch dagegen auf. Aber ganz gleich, wie er sich gerade fühlt, er flieht regelmäßig in seine Comic-Welt. Sie ist sein Refugium, sein Safe-Space, sein alternatives Universum, in dem alles in Ordnung ist. Dort kann er alles sein und alles erleben, was ihm im echten Leben verwehrt bleibt.

    OB GESUNDHEIT NICHT AUCH METASTASEN BILDEN KONNTE? […] WARUM SOLLTE MAN SICH NICHT MIT AKUTEM WOHLGEFÜHL ANSTECKEN KÖNNEN, EINER KRANKHEIT, ÜBER DIE DIE GESAMTE WELTGESUNDHEITSORGANISATION STAUNEN WÜRDE, EINE EPIDEMIE, DIE SICH GNADENLOS AUSBREITET, DIE JEDEN ERWISCHEN KANN, UND JEDER, BEI DEM SIE AUSBRICHT, FÜHLT SICH… EINFACH WUNDERBAR. (SEITE 238/239)

    Rund um Donald Delpe gibt es noch weitere Charaktere, deren Schicksal von nicht weniger großer Intensität ist. Da wären die Eltern von Donald sowie sein Bruder und sein Psychologe und dessen Ehefrau. Alle rotieren sie um Donald, mit ihren eigenen Sorgen, Wünschen und Hoffnungen im Gepäck. Dank ihnen rückt das Schicksal von Donald – so schwer zu tragen es auch ist – nicht zu sehr in den Vordergrund. Der Autor drückt dadurch nicht unentwegt und schon gar nicht zwanghaft auf die Tränendrüse, sondern achtet sorgsam darauf, dem Leser einen Ausgleich zu bieten und ein rundes Bild zu zeigen.

    Fazit

    „Superhero“ von Anthony McCarten ist eine sehr berührende Geschichte über den schwerkranken Donald Delpe, der seinen eigenen Helden erfindet und am Ende ganz anderen und realen Helden begegnet, die ihn auf seinem Weg begleiten. Diese Geschichte ist stilistisch äußerst vielseitig: Comic trifft auf Theater trifft auf Drehbuch. Doch der Mix funktioniert! Als Leser ist man unmittelbar Teil dieser manchmal etwas verrückten, aber immer liebenswerten Welt von Donald Delpe. Man lacht, man weint, aber nie wird man in diese Emotionen gedrückt – was das Thema nahe legen könnte -, sie kommen unaufdringlich und echt. Ein tolles Buch!

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    Enarias avatar
    Enariavor 8 Monaten
    Ungewöhnliches Drama mit einer Prise Humor

    Donald, 14 Jahre jung, hat keine Zeit mehr. Er liebt Comics wie andere Jungs in seinem Alter, aber eines unterscheidet ihn doch von vielen: Er hat Leukämie und hat keine Hoffnung mehr. Donald wollte noch so viel erleben, unter anderem wie das so mit den Mädchen und dem Sex ist. Wie soll das klappen, wenn er schwerkrank ist?

    Um mit seiner Wut über das Leben umzugehen, zeichnet er MiracleMan, einen Comichelden und seinen AlterEgo. MiracleMan kämpft gegen den Krebs, etwas das Donald nicht mehr kann. Doch Hilfe im richtigen Leben findet sich für Donald in dem sympathischen Psychologen Dr. Adrian King, der nicht nur das Vertrauen des Jugendlichen gewinnt, sondern auch den verlorenen Mut und Lebenswillen zu wecken versucht.

    Anthony McCarten entwickelt in „Superhero“ ein ungewöhnliches Setting, das facettenreicher nicht sein könnte. Wir werden mit Verzweiflung, Hilflosigkeit, zerplatzten Träumen und der Vergänglichkeit des Lebens konfrontiert. Doch neben dem schweren, betrüben Ton, bringt dieses Buch noch eine andere Grundstimmung mit - Eile, Stress und Nase-voll. Das liegt daran, dass Donald genervt ist. Von allem. Und das stellt der Autor sehr gut dar, verdeutlicht wie Donald fühlt und wie ihm die Zeit davon zu laufen scheint.

    Daneben ist aber auch der Stil des Buchs ungewöhnlich. McCarten schreibt im Drehbuch-Stil mit Comicelementen. Manchmal sind wir Leser in Donalds Comictraum mit MiracleMan unterwegs und dann wieder in der Realität - das ist erfrischend neu, aber erfordert doch etwas Gewöhnung. Ich habe mich mit zunehemender Seitenzahl allerdings gefragt, ob ich einen Roman über einen krebskranken Jungen oder ein Hollywood-Kinofilmskript in der Hand halte. Vom Lesegefühl her tendierte ich eher zu Letzterem.

    Dieses Lesegefühl ist auch der Grund, weshalb ich trotz der berührenden Thematik die Figuren bis zum Schluss nicht gänzlich ins Herz schließen konnte und mir der Zugang zu ihnen nicht immer gelungen ist. In der Konsequenz verzeihe ich dann auch die Schwachpunkte in der Handlung nicht: Manchmal war mir die ein oder andere Situation zu konstruiert und mit zu viel überzogenem Drama gewürzt. Genauso empfand ich auch bei Donalds pubertären Sexgedanken, die ich nach kurzer Zeit als übertrieben und störend empfunden habe.

    Fazit
    „Superhero“ ist ungewöhnlich, intensiv und bringt uns Leser trotz der Tragik zum Grinsen. Das ist eine gelungene Mischung, die sich jedoch manchmal mehr nach Hollywood-Kinofilm anfühlt, denn als realistische, authentische Geschichte über einen krebskranken Jungen, der einfach nur sein Leben leben will. Trotzdem kann ich dieses Buch allen empfehlen, die gerne ein Drama mit einer Prise Humor lesen und dem Drehbuch-Stil nicht abgeneigt sind.

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    Herbstroses avatar
    Herbstrosevor 2 Jahren
    Das Leben ist voller Helden


    Eigentlich ist Donald Delpe ein Junge wie jeder andere. Er ist vierzehn Jahre alt, hat stets die Stöpsel seines iPod im Ohr, denkt ständig an Sex und zeichnet sehr gerne und gut Comics. Doch Donald Delpe ist krank, sehr krank - er hat Krebs und ahnt wohl, dass er bald sterben muss. Seine Ängste versucht er mit coolen Sprüchen seines von ihm erschaffenen Actionhelden MiracleMan zu verbergen, der unbesiegbare Held, dessen Welt von sexuellen Fantasien geprägt ist. Donalds quälendstes Problem ist, dass er von dieser Welt abtreten muss, ohne vorher die Geheimnisse der körperlichen Liebe und des Sex kennen gelernt und erfahren zu haben. Dann trifft Donald auf den Klinikpsychologen Dr. Adrian King, ein Mann der selbst mit privaten Sorgen belastet ist. Doch der erkennt Donalds Not und beschließt, ihm auf unkonventionelle Art zu helfen. Er startet eine Aktion, die ihn beruflich in den Abgrund stürzen kann …

    Mit „Superhero“ ist Anthony McCarten ein großartiger Roman gelungen, dessen Aufbau und Schreibstil jedoch etwas gewöhnungsbedürftig sind. McCarten schreibt hier in Form eines Bühnenstückes, drei Akte im Leben des Donald Delpe, bis er von der Bühne des Lebens abtritt. Die jedem Abschnitt vorangestellten Orte des Geschehens und Zeitangaben lesen sich wie Regieanweisungen, kurz und knapp, der Schreibstil ist dabei rücksichtslos direkt und schonungslos offen. Wie sonst könnte man auch das Krebsleiden eines Jugendlichen besser beschreiben?

    Als Leser hetzt man förmlich mit Donald durch die paar Monate, die ihm noch bleiben. Dabei beginnt die Geschichte doch recht hoffnungsvoll, gewürzt mit trockenem Humor, um dann, eben wie ein Theaterstück oder ein Film, voller Emotionen zu enden. Man ist mittendrin, hin und her gerissen und lebt mit den Protagonisten, man lächelt mit ihnen, ist traurig, wütend, verzweifelt und immer wieder voller Hoffnung. Eine Geschichte, die mächtig unter die Haut geht und die in Erinnerung bleibt.

    Fazit: „Superhero“ ist eines der wenigen Bücher, das ich jetzt, nach beinahe zehn Jahren, ein zweites Mal gelesen habe und dabei immer wieder neue Facetten entdecken konnte. Obwohl die Direktheit der Wortwahl vielleicht manchen Leser abschrecken könnte, kann ich das Buch nur empfehlen.

    Kommentare: 2
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    AnneMayaJannikavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Traurig, einfühlsam und kämpferisch!
    Manchmal ist das Leben nicht nett!


    Zum Cover: 
    das Superhelden Kostüm hängt auf der Wäscheleine - frisch gestärkt für neue Taten.

    Zum Buch:
    Donald Delpe ist 14, voller unerfüllter Sehnsucht, Comiczeichner. Er möchte nur eines wissen: Wie geht Liebe? Doch er hat wenig Zeit – er ist schwerkrank. Was ihm bleibt, ist ein Leben im schnellen Vorlauf. Das schafft aber nur ein Superheld. Donald hat sogar einen erfunden – MiracleMan. Aber kann MiracleMan ihm helfen, oder braucht Donald ganz andere Helden? (Quelle amazon)

    Meine Meinung:
    Donald Delpe ist ein 14jähriger und hat Krebs. Die erste Chemo hat er hinter sich. Alle versuchen Hoffnung zu zeigen. 
    Seine Mutter ist wild entschlossen, den Krebs durch Internetrecherche zu besiegen. 
    Sein Vater ist verzweifelt und engagiert einen Psychologen, nachdem Don bei einer Mutprobe mit Freunden Suizid-Anzeichen zeigt. 
    Sein Bruder sieht dem Elend zu.
    Der Psychologe kommt fast nicht an den Jungen heran, es ist wie ein Kampf und genau in dem Moment, wo er dran ist, gerät alles aus den Fugen.

    Ein schrecklich realistisches Thema. Ein zum Teil ausichtloser Kampf. Donald findet das Leben Scheiße und ist der Meinung, es hat ihn betrogen, weil er so Vieles noch nicht gemacht oder erlebt hat. Und er hat recht!
    Er selbst schwankt zwischen den Kampf aufgeben und weiter machen. Manchmal angetrieben durch seine Sex-Phantasien, manchmal durch Shelley, eine neue reale Freundin. Aber irgendwann gewinnt die Chemie und auch Don lässt los.
    Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten zwischen Dons Comic Welt und der Realen Welt. Seinen Helden MiracleMan und den Gegenspieler Gummifinger fand ich eher albern als ansprechend, aber dafür bin ich vielleicht die falsche Zielgruppe.
    Witzig fand ich, das das Buch wie ein Theaterstück aufgezogen ist. Man weiß wo man ist und auch wer spricht. 
    Sehr schön waren die Outtakes am Schluss. Erst dachte ich, das gehört nicht zum Buch, aber Holler die Waldfee. Der Schluss hatte es in sich und es war sehr schön, das alles (aber auch alles erzählt wurde). 

    Fazit:
    Don wächst einem nicht gerade ans Herz und auch der Rest der Familie nicht, aber der kurze Einblick hat mir gezeigt, wie sehr ich das Leben und meine Kinder liebe.

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    Amixor33vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Zum Glück mehrschichtig, statt nur plump pubertär und daher ein gelungener, humorvoller als auch tragischer Mix!
    Anthony McCarten – Superhero

    Das von Anthony McCarten geschriebene Buch „Superhero“ wurde unter anderem für den Deutschen Jugendpreis nominiert. Deswegen muss man es nicht unbedingt mögen, aber man sollte es auf keinen Fall zu vorschnell verurteilen. Weil es genau genommen doch bedeutend mehr Tiefe besitzt, als auf dem ersten Blick. Auch wenn es manchmal flach daher kommt.

    Aber erst einmal zur Handlung: Donald Delphe ist 14 Jahre alt und hat zwei große Probleme. a) Er ist noch Jungfrau b) und hat Leukämie und daher nicht mehr ganz so viel Zeit um genau dies zu ändern. Außerdem ist er ein begnadeter Comiczeichner und zückt bei jeder Gelegenheit seinen Stift. Sein alter Ego ist ein Superheld namens MiracleMan und kämpft sich durch lüsterne Abenteuer mit seiner Freundin und gegen seinen Erzfeind Doktor Gummifinger.

    Diese Welten verlaufen recht fließend. Donald denkt den Großteil der Geschichte in Szenen, nahtlos wechselt die Perspektive von der Realität in die Superheldenebene und zurück. Dies drückt sich auch deutlich aus, sei es durch das Schriftbild, Schriftart oder groß geschriebener Worte. So ist dieses Buch eben auch eine Schnittmenge aus vielen kleinen Comicpassagen und einer Erzählung, aus der wechselnden Sicht der handelnden Akteure.

    In echt hat Donald keine Freundin und eben auch keine Erfüllung seiner sexuellen Wünsche. Seine Freunde prahlen mit ihrer Erfahrung und hier ist das auch Buch zutiefst pubertär. Es ist offensichtlich ein Jugendbuch und man kann teilweise durchaus eine Verbindung zu „Berts ultimativen Katastrophen“ von Anders Jacobsson und Sören Olsson ziehen. Beide Protagonisten haben ein ähnliches Problem und ähnlich primitiv drückt sich dies auch in der Sprache aus.

    Mit letzterem Buch, welches ich als Schullektüre(!) lesen musste, hatte ich persönlich meine Probleme. Ich fand es belanglos, uninteressant und einfach nur schlecht. Das mag sehr subjektiv sein, aber es entspricht wohl nicht im Geringsten meiner Art.
    „Superhero“ schafft es aber durch dieses zusätzliche, ernsthafte Problem – sich nicht in solch einer Sackgasse fest zu fahren. Die Eltern zerreiben sich an der Sorge um ihren Sohn und rufen den befreundeten Psychologen Adrian um Hilfe.

    Dieser nimmt sich der Sache an und hat mit Donald anfangs erhebliche Probleme. Dieser hat keine Lust irgendetwas zu ändern, hat längst aufgegeben zu kämpfen und strebt nur noch nach ersterem Ziel. Es dauert, bis die beiden besser miteinander klar kommen und sich eine interessante, zwischenmenschliche Beziehung zwischen den beiden entwickelt. Angewandte Methoden sind dabei der Kategorie extrem unorthodox zuzuordnen.

    „Superhero“ ist definitiv ein überraschendes Jugendbuch. Sprachlich wie auch inhaltlich, primitiv und platt, aber auch humorvoll, makaber und sarkastisch, ehrlich direkt, trotzdem ernst und irgendwie verdammt tragisch. Das Buch ist mehr als es scheint. Das man sich an gewissen Punkte stoßen kann, kann ich nachvollziehen.

    Aber es ist viel, viel mehr als nur Sex…


    Geschrieben von und für: http://lesumdeinleben.blogspot.de/2012/02/anthony-mccarten-superhero.html

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    P
    Pipinavor 3 Jahren
    Berührend

    Schreibstil, an den man sich gewöhnen muss, der aber absolut passend zur Story ist. Manche Bücher berühren zutiefst, dieses gehört für mich dazu. Ich bin kein Fan von tragischen Büchern, in denen die Hauptperson stirbt, jedoch schafft es dieses Buch dem Leser gleichtzeitig trotzdem ein Happy End zu vermitteln!

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    J
    jahfabyvor 4 Jahren
    Schönes Buch mit komischem Erzählstil.

    Anthony McCarten beschreibt die Geschichte des 14jährigen, an Krebs erkrankten Don. Der Junge ist noch Jungfrau und hat noch nie die Liebe einer Frau gespürt, die nicht seine Mutter ist. Und da er wohl nicht mehr so lang zu leben hat, ist dies sein größtes Problem. Um irgendwie damit umzugehen erschafft er seinen eigenen Comic über den Helden MiracleMan, der Mann, der quasi unsterblich ist. Dons Comics sind so verstörend gewalttätig, pervers und düster, so dass seine Eltern den Psychologen Adrian hinzuziehen. Und somit beginnt die Geschichte zwischen den beiden Männern, in der immer undeutlicher wird, wer hier eigentlich wem hilft.

    McCarten erzählt eine schöne Geschichte über die Liebe, das Leben und den Tod. Leider hat mich die Form, in der er erzählt, sehr gestört. McCarten schreibt fast ein Drehbuch, mit Sprecherangaben und Regieanweisungen, angereichert mit den Gedanken der jeweiligen Personen. Ja, irgendwann habe ich mich daran gewöhnt. Aber so richtig Spaß macht das nicht. Viel zu oft dachte ich, mann, kann er nicht ganz normale Sätze schreiben?

    Der Roman und die Geschichte sind schön und lesenwert, die Textform dagegen hat mich gestört. Vielleicht geht es euch da anders.

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    Emilis avatar
    Emilivor 5 Jahren
    McCarten, Anthony - Superhero


    Seitenzahl: 303

    Autorenportrait:
    (Quelle: Buchcover/Verlag)

     Anthony McCarten, geboren 1961 unter dem Vulkan Mount Taranaki im neuseeländischen New Plymouth, schrieb als 25jähriger mit seinem Freund Stephen Sinclair (Drehbuchschreiber der 'Herr der Ringe'-Trilogie) 'Ladies Night', einen weltweiten Theaterhit um vier Loser ohne Job, Geld und Liebesleben, die eine Männerstrip-Gruppe gründen (2001 mit dem Molière für das beste ausländische Stück ausgezeichnet). Seither schrieb McCarten 11 weitere Theaterstücke, mehrere Drehbücher (u.a. 'Via Satellite', in McCartens Regie, Weltpremiere 1999 in Cannes), Gedichte, einen Kurzgeschichtenband und drei Romane, von denen der zweite ('The English Harem', bei Diogenes als 'Der englische Harem' in Vorbereitung), eine Tragikomödie über Liebe, Essen und Islam, auch im Nahen Osten für Furore sorgt und, von ITV verfilmt, 2005 in England ein Bestseller wurde. Anthony McCarten wohnt in Los Angeles, Wellington und im englischen Gloucestershire, wo er gegenwärtig die Verfilmung von 'Superhero' vorbereitet und seinen vierten Roman abschließt.

    Kurzbeschreibung:
    (Quelle: Buchcover/Verlag)

    Donald Delpe ist 14, voller unerfüllter Sehnsucht, Comiczeichner. Er möchte nur eines wissen: Wie geht Liebe? Doch er hat wenig Zeit - er ist schwerkrank. Was ihm bleibt, ist ein Leben im schnellen Vorlauf. Das schafft aber nur ein Superheld. Donald hat sogar einen erfunden - MiracleMan. Aber kann MiracleMan ihm helfen, oder braucht Donald ganz andere Helden?

    Meine Meinung:

    Eine Geschichte, die berührt. Der 14-jährige Donald Delpe ist krank, er hat Krebs. Er lässt alle Behandlungen über sich ergehen, doch Hoffnung - Hoffnung an eine Heilung hat er wohl nicht. Er ist wütend, wütend auf das was passiert ist, wütend darauf, dass er es nicht ändern kann, wütend, dass seine Eltern wegen seiner Erkrankung, leiden müssen. Seine Gefühle versucht er in einem Comic zu verarbeiten. Und er ist talentiert, Comics schreiben und zeichnen kann er gut. Das ist auch das Einzige im seinem momentanen Zustand, was er gut kann. Der Charakter seiner Zeichnungen und Comicsgeschichten ist ein Held, ein Superheld - und Donald führt die Geschichte seines Superhero zu einem Ende, wie er sich diese eben vorstellt.

    "Superhero" ist ein emotionales Buch. Es bleibt in Erinnerung, es bewegt, lässt nachdenklich werden, lässt mit den Charakteren des Romans fühlen. Die Erzählart ist besonders und auffällig: die eigentliche Handlung um den Hauptprotagonisten Donald vermischt sich mit seinen Comic-Aufzeichnungen. Alle Kapitel tragen als Titel den Ort des momentanen Geschehens und die Zeitangaben, was das Gefühl mitten drin in der Geschichte zu sein, noch verstärkt. Der Roman zieht alle emotionale Register bei dem Leser. Stellenweise ist die witzig, wütend, traurig, verzweifelt, nachdenklich, menschlich. Ich muss gestehen, dass mich die Story of a Superhero sehr bewegt hat, die letzten Seiten zu lesen, war eine Herausforderung. Eine gute Geschichte, die in Erinnerung bleibt.

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    awogflis avatar
    awogflivor 5 Jahren
    Meisterwerk über Liebe, Pubertät, Krankheit und Sterben - dazu gleichzeitig witzig und ernsthaft

    Ein Roman, der in Zeile 8 schon anfängt mit "Wut ist seine Standardeinstellung. Wehmut auch", kann ja nur ein Meisterwerk sein, und mit dieser Einschätzung habe ich mich bis zur letzten Zeile nicht getäuscht.

    Don ist 14, schwerstens pubertierend, notgeil auf der Suche nach Liebe und krebskrank. Sein Psychiater versucht ihm auf unkonventionelle Weise Freude und Lebenswillen zu vermitteln. Ihr meint hier sei der perfekte Mix für einen todtraurigen, tränendrüsendrückenden, empathischen, besonders wertvollen Schmachtfetzen von einem Jugendroman gelegt? Da liegt ihr völlig falsch, aber wer mich kennt, weiss ja ganz genau, dass ich gegen Kitsch allergisch bin.

    Noch nie habe ich eine einerseits so witzige und andererseits so realistische Auseinandersetzung mit dem Thema Krebs, Liebe, Freundschaft und Sterben gelesen. Alleine die bildhaften Beschreibungen, was Krankheit und Chemo im Körper anrichten, suchen ihresgleichen. Weiters habe ich Tränen gelacht ob der Situationskomik, und gerade weil das Buch so witzig ist, ist es todernst. Und das Ende......herrlich ein Triumph - jeder bekommt was er verdient - so aber jetzt hör ich auch schon zu spoilern auf :-)

    Abschliessend möchte ich mich noch bei einem Mitarbeiter des Diogenes Verlags bedanken, der mehrere meiner Reviews gelesen hat und darauf basierend das mir völlig unbekannte Werk ans Herz gelegt hat. Punktgenau meinen Geschmack getroffen - versenkt!

    Fazit: lesenswert für alle!

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    Marenas avatar
    Marenavor 6 Jahren
    Rezension zu "Superhero" von Anthony McCarten

    Donald Delp ist 15, krebskrank und Zeichengenie. Obwohl das Thema eher
    auf die Tränendrüse drückt, versteht es Anthony McCarten den Leser auch
    zum Lachen zu bringen. 5 Sterne für dieses fantastische Buch und als
    Empfehlung gleich den Nachfolger: ganz normale Helden

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