Anthony McCarten funny girl

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Inhaltsangabe zu „funny girl“ von Anthony McCarten

Junge Londonerin zu ihren kurdischen Eltern: »Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: Ich werde Stand-up Comedian. Die gute: Ich trage ab heute Burka – allerdings nur auf der Bühne.« Eine hochexplosive multikulturelle Gesellschaftskomödie, so berührend und packend wie ›Englischer Harem‹.

Aktuell. Witzig. Pointiert. Tragisch. Aufwühlend. Grandios.

— Estel90

Eine eigensinnige junge Kurdin in London - eine aufstrebenden, angefeindeten Komikerin - aber auch ein Kriminalroman ... mit vielen Witzen!

— R_Marie

Am Anfang extrem zäh.... danach gut, aber nicht berauschend

— Ernie1981

Ein unterhaltsamer Roman der mit viel Humor ein brisantes Thema anspricht und mich zutiefst bewegt hat.

— Belladonna

4,5 Sterne! Sehr gutes Buch! Von dder Thematik her wichtiger als je!

— Kleines91

Regt zum Nachdenken an und brachte mich mehrmals zum lauten Lachen. Empfehlenswert

— schlaura

Wo fängt Unterdrückung an und was kann man für die Freiheit aufgeben. Ein interessantes Buch zum Nachdenken.

— Meenama

Politisch, philosophisch, witzig, tiefsinnig, atemberaubend, sprachakrobatisch ... in einem Wort: Perfekt

— Chrischan

Ein, auf den ersten Blick, lustiger Roman, der jedoch seine tragischen und ernsten Untertöne hat.

— Nespavanje

“Funny girl” ist humorvoll, kontrastreich und bleibt definitiv in Erinnerung. Hier wird ein schwieriges Thema ganz anders aufbereitet.

— Alexandra_Luchs

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  • Hm.... langweiliger Einstieg

    funny girl

    Ernie1981

    10. November 2016 um 21:40

    Inhalt: Junge Londonerin zu ihren kurdischen Eltern: »Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: Ich werde Stand-up-Comedian. Die gute: Ich trage ab heute Burka – allerdings nur auf der Bühne.« Persönliche Meinung: Mit diesem Buch habe ich gekämpft. Angefangen zu lesen, zur Seite gelegt, neues Buch angefangen, wieder angefangen usw. Ich hatte aber die Worte einer Freundin im Ohr:MUSST, du lesen!!!! Ist super!!! Diebersten 120 Seiten fand ich gähnend langweilig. Danach war es eine interessante Geschichte über verschiedene Kulturen und Generation... Gelacht habe ich nie ....

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  • Meine Rezension zu Funny Girl

    funny girl

    Belladonna

    05. October 2016 um 11:28

    Beschreibung Die zwanzigjährige Azime lebt gemeinsam mit ihren kurdischen Eltern in London und arbeitet im Büro des kleinen Möbelgeschaft ihres Vaters. Obwohl Azime kein Kopftuch trägt und sich bisher gegen die Heiratspläne ihrer Mutter gewehrt hat, unterscheidet sich ihre Leben als Muslimin stark von dem einer jungen und modernen Frau. Azime ist nicht auf den Mund gefallen und unterhält vor allem ihre beste Freundin mit ihren Witzen. Als eine Freundin von Azime Selbstmord begeht, und Islamisten einen radikalen Terroranschlag auf London verüben ändert sich ihr Leben komplett. Azime möchte nicht mehr die stille Muslimin geben, sondern schnappt sich eine Burka und tritt aus dem Schatten ihrer Familie ins Rampenlicht – Azime wird Comedian! Mithilfe ihres Humors möchte sie aufrütteln und die Menschen über die Grenzen der Kulturen hinweg miteinander verbinden. Dabei hat sie einen steinigen Weg, voller Morddrohungen und von der eigenen Familie verstoßen, zu meistern. Meine Meinung Mit dem bereits 2015 erschienen Roman „Funny Girl“ trifft Anthony McCarten den Nerv der Zeit. Das Thema Islam ist ein ziemlich brisantes Eisen und brandaktuell! Viele Menschen fragen sich, wie mit dieser anderen und uns fremden Kultur umzugehen ist, Anthony McCarten beantwortet diese Frage mit seinem humorvollen und dennoch nachdenklich stimmenden Roman. Die Hauptprotagonistin Azime ist eine junge Muslimin die mit ihrer kurdischen Familie in einem Londoner Problemviertel wohnt. Als sich eine Freundin von Ihr das Leben nimmt, wagt Azime den Sprung zwischen ihrer traditionellen Religion und dem modernen Leben. Sie wagt sich mit ihrem Charme und Humor an die Öffentlichkeit und teilt ihre Gedanken mit den Menschen. Dabei stößt sie vor allem in ihrer Familie und bei einigen männlichen Vertretern ihres Glaubens auf Wiederstand. Doch obwohl sie Morddrohungen erhält, bleibt Azime standhaft und kämpft für eine bessere Welt, in der ihr Humor dazu beitragen kann die Kulturen zu verbinden und ein Stückchen Frieden zu schaffen. Man sollte meinen, dass so ein heikles Thema große Schatten wirft, doch Anthony McCarten ist es mit seinem lebhaften Schreibstil und einer außergwöhnlichen und authentischen Hauptprotagonistin gelungen, eine humorvolle und unterhaltsame Geschichte zu erschaffen. Auch wenn „Funny Girl“ so einige Klischees bedient, konnte mich der Roman mit überraschenden Wendungen überzeugen und mich dazu bewegen, meine eigenen Gedanken zu befragen. Über den Autor Anthony McCarten wurde 1961 in New Plymouth (Neuseeland) geboren und ist ein erfolgreicher Romanautor. Gemeinsam mit seinem Freund Stephen Sinclair schrieb McCarten im Jahr 1987 das Theaterstück „Ladies Night“. Später folgten weitere Theaterstücke sowie Drehbücher. Fazit Ein unterhaltsamer Roman der mit viel Humor ein brisantes Thema anspricht und mich zutiefst bewegt hat.----------------------------------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 05.10.2016

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  • Ich bin absolut begeistert ...

    funny girl

    engineerwife

    07. March 2016 um 16:05

    Vor einigen Jahren schon hat mich der Autor mit seinem Buch Englischer Harem absolut überzeugt. Inzwischen habe ich mit diesem Buch den vierten Roman von Anthony McCarten beendet und bin wieder total begeistert. Der Inhalt wird im Klappentext beschrieben, darauf muss nicht mehr eingegangen werden. Die Gefühle jedoch, die diese, wenn auch nur fiktive, Story in mir hervorbrachte, waren überwältigend. Als Nicht-Muslim kann man die Schwierigkeiten einer Frau in einer muslimischen Familie wahrscheinlich gar nicht ermessen. Auch in diesem Buch wird jedoch mal wieder sehr deutlich, dass die Muslime, die in Europa leben, oft viel beharrlicher an ihren alten Gebräuchen festhalten als die Leute im eigenen Land. Mir wurde das auch schon von einem türkischen Freund bestätigt. Sehr betroffen gemacht hat mich der Tod der jungen Kurdin. Ein Tod wie er unnützer nicht sein könnte. „Azime, einfach nur Azime, wie Madonna“ habe ich in mein Herz geschlossen und bewundere den Mut dieser jungen Frau. Ich hoffe, Mr. McCarten ist fleißig und wir bekommen bald ein neues Buch von ihm.

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  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Freiheit

    funny girl

    Meenama

    31. August 2015 um 09:44

    Zum Inhalt:  Azime ist ein kurdisch-muslimisches Mädchen. Sie lebt in London unter ihresgleichen. Das besondere an Azime ist, dass sie witzig sein will, d. h. sie möchte Comedian werden und gleichzeitig ausbrechen aus den Zwängen, die ihr ditkiert werden. Diese Tatsache verträgt sich natürlich nicht mit den muslimisch-konservativen Ansichten ihrer Familie, in der - wie soll es auch anders sein -die Hauptaufgabe einer Frau Heiraten und Kinder kriegen ist. Unterstützt wird Azime in ihrem Vorhaben von einem Freund. Die Entscheidung in einer Burka auf die Bühne zu treten führt zu diversen Folgen, mit denen Azime nicht gerechnet hat. Meine Meinung: Funny girl ist kein lustiges Buch. Natürlich hat man ab und zu auch was zu lachen aber das Thema dieses Buches ist vor allem politisch. Da ich selber türkischer Abstammung bin und das Buch ein sehr sensibles Thema behandelt, hat es mich gefreut festzustellen, dass sich der Autor sehr intensiv mit dem Islam und der türkisch-kurdischen Gesellschaft beschäftigt hat. Dieses Buch gewährt einen Einblick in eine Welt, die von Traditionen, Unterdrückung und vor allem von Männern dominiert wird. Hier wird nichtsdestotrotz nicht pauschal verurteilt, sondern näher hingeguckt. Allerdings hat sich bei mir keine Spannung eingestellt, der dazu geführt hat, dass ich unbedingt weiter lesen musste. Dieses Buch hat meiner Meinung nach sehr viel Stoff zum Nachdenken anzubieten. Ich habe mir viele Fragen gestellt, wie z. B.:  Wo fängt Unterdrückung an?, Was sollte man für seine "Redefreiheit" opfern? Wie wichtig ist Zusammengehörigkeitsgefühl in einer Gesellschaft? u.v.a. Auf jeden Fall ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich auch mal mit einer "Parallelgesellschaft", wie sie auch in unserem Land vorhanden ist auseinandersetzen wollen.

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  • funny girl

    funny girl

    Maki7

    09. August 2015 um 10:41

    Inhalt Die 20jährige Azime lebt mit ihren kurdischen Eltern und Geschwistern in einem Problemviertel von London, arbeitet unentgeltlich im Möbelladen ihres Vaters und muss regelmässig die Heiratskandidaten, die ihre Mutter für sie aussucht, verscheuchen. Eine ehemalige Schulfreundin stirbt durch einen Sturz aus dem 8. Stock , weil sie sich in einen Nicht-Muslim verliebt hat und ihre andere Freundin wird regelmässig von ihrem frischgebackenem Ehemann verprügelt. Die einzige Möglichkeit, die eine Frau in dieser Gemeinschaft hat, ist heiraten, Kinder bekommen und die Tradition aufrechterhalten. Doch Azime möchte auf die Bühne als Stand-Up Comedian, dazu auch noch in einer Burka grad nach den Terroranschlägen in London. Meinung Das Cover und der Titel muten einen lustigen, leichten Roman an, doch die Themen die McCarten hier angeht sind sehr ernst. Ehrenmorde, Gewalt in der Ehe sogar unterstützt durch die Frauen der Gemeinschaft, Perspektivlosigkeit, die Kluft zwischen muslimischen Einwanderern und Briten, Redefreiheit.  Er taucht in die ernsten Probleme ein, aber im fehlt der Mut, glaubwürdig da wieder rauszukommen. An einigen Stellen hab ich wirklich herzlich gelacht, aber nicht an den Stellen, an denen Azime auf der Bühne stand, die Witze fand ich seicht und enttäuschend. Ich hab definitiv mehr erwartet.  Die Idee ist sehr gut, auch wie er das Leben und die Probleme der jungen Frauen in dieser traditionellen Gemeinschaft versucht hat zu erfassen, aber ihm hat die Courage gefehlt, es glaubwürdig zu beenden, so wird quasi ein Happy End hingewurstelt und alle sind glücklich und zufrieden.

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  • Serious Girl

    funny girl

    Nespavanje

    13. June 2015 um 20:48

    Azime ist eine junge kurdische Frau die in London groß geworden ist und am Heimweg von einer Beerdigung ist. Eine ehemalige Schulfreundin hat sich aus dem 8. Stock vom Balkon in den Tod gestürzt. Azime ist eine junge Frau mit einem geheimen besten Freund und einer geheimen Leidenschaft: Stand Up Comedy. Auf den ersten Blick würde man glauben, dass man mit „Funny Girl“ einen wirklich lustigen Roman über eine junge Frau vor sich hat, die eben unbedingt Stand Up Comedy machen möchte und auf dem Weg dahin mit ein paar Schwierigkeiten zu rechnen hat. Es spielt zur Zeit der U-Bahn Anschläge in England und hat damit auch einen etwas ernsteren und tragischen Charakter. Ehrlich gesagt war das eine oder andere ein bisschen vorhersehbar, aber das tut der Spannung keinen Abbruch. Eher ist man dazu geneigt mit Azime Mitleid zu hegen, weil sie die Heiratskandidaten, die ihre Mutter ihr vorstellt vergraulen muss und sich ein Stückchen Freiheit erkämpfen will indem sie sich ganz einfach in einer Burka auf die Bühne stellt. Dabei stellt er manche Vorurteile auf den Kopf, nicht ohne sie vorher zu bestätigen. Nebenbei bemerkt fand ich es schon sehr Interessant, dass es zwar einen englischen Titel und auch einen Übersetzer gibt, allerdings dürfte dieser Roman derweil nur auf Deutsch erschienen sein denn eine englische Ausgabe hab ich bisher vergeblich gesucht. „Funny Girl“ ist mein erster Roman von McCarten, aber bestimmt nicht der letzte den ich von ihm lesen werde.

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  • Azime – einfach nur Azime

    funny girl

    Herbstrose

    Azime lebt in London, ist zwanzig Jahre alt, unverheiratet und erledigt in dem kleinen Möbelgeschäft ihres Vaters die Büroarbeiten. Eine junge moderne Frau wie jede andere? Nein, eines unterscheidet sie von anderen Londonerinnen ihres Alters, sie ist Muslima. Ihre Eltern stammen aus einem kurdischen Dorf in der Türkei und leben immer noch nach alten, überlieferten Regeln. Zwar trägt Azime kein Kopftuch und konnte sich auch erfolgreich den vielen Versuchen ihrer Mutter, sie mit einem Landsmann (meist im Alter ihres Vaters) zu verheiraten, widersetzen, aber auch für sie gilt: Der Mann hat das Sagen, die Frau muss gehorchen. Doch plötzlich will Azime mehr, sie will aufrütteln, will die starren Regeln durchbrechen. Auslöser sind ein Terroranschlag radikaler Islamisten in London und der vermeintliche Selbstmord einer Freundin, die verbotenerweise mit einem Italiener eine Beziehung hatte. Azime vermutet einen Ehrenmord der Familie und beginnt mit Nachforschungen. Auch Azime hat ihre Heimlichkeiten, die sie vor ihrer Familie verbergen muss. Mit einem Freund besucht sie, eher zufällig, einen Kurs für angehende Comedians und ist begeistert. Auf der Bühne kann man beinahe alles sagen, was man sonst nur denken darf. Sie erkennt die Chance, gegen Intoleranz anzukämpfen und mit Humor zwischen den Kulturen zu vermitteln. Bald schon hat sie ihren ersten Auftritt zu dem sie, um nicht erkannt zu werden, eine schwarze Burka überzieht. Sofort hat sie großen Erfolg, das Publikum ist begeistert. Die erste muslimische Frau, die auf der Bühne steht und Comedy macht erregt natürlich Aufsehen, und am nächsten Tag erscheint ihr Foto im Guardian. Die Familie ist entsetzt und verstößt sie, ihr jüngerer Bruder wird handgreiflich und von muslimischen Glaubensbrüdern bekommt sie sogar Morddrohungen. Doch Azime ist nicht mehr zu bremsen, sie kann nicht anders, sie muss ihr Talent nutzen, muss sich mitteilen, muss Witze erzählen und ihr Publikum zum Lachen bringen. Gemeinsames Lachen verbindet, ist ein Mittler zwischen den verschiedenen Kulturen und Religionen. Erste Erfolge zeigen sich bereits in ihrer Familie … Mit dem Roman „funny girl“ ist es Anthony McCarten wieder einmal gelungen, ein ernsthaftes, brisantes Thema auf unterhaltsame Weise zu vermitteln. Sein unaufdringlicher, humorvoller Schreibstil ist wie geschaffen für diese Geschichte. Azime ist eine junge Muslima die zwischen den Kulturen steht, zwischen Tradition und Moderne. Schlagfertig und manchmal auch voller Selbstzweifel verfolgt sie mutig ihr Ziel, die Welt durch Humor etwas menschlicher zu machen. Kritik an der Gesellschaft und an deren Verhältnis zur Integration wechseln gekonnt mit humorigen Passagen. Ganze Bühnenauftritte Azimes werden geschildert, Witze als Waffe gegen intolerante Zeitgenossen. Klischees werden bedient, Unerwartetes geschieht, alles ist dynamisch miteinander verwoben – und zum Ende ist es dann doch anders als erwartet. Fazit: Ein Buch das nachdenklich stimmt, zum gelegentlichen Schmunzeln verführt, gefühlvoll ist und dennoch enormen Tiefgang hat. Sehr lesenswert!

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    • 7

    awogfli

    19. April 2015 um 11:43
  • Humor gegen die Konflikte der Kulturen

    funny girl

    Alexandra_Luchs

    06. April 2015 um 16:46

    Azime lebt gemeinsam mit ihren Eltern und Geschwistern in London. Die Eltern, gebürtige kurdische Türken, betreiben ein kleines Möbelgeschäft und engagieren sich in der türkischen Gemeinde im Londoner Süden. Azime fühlt sich im engen familiären Käfig gefangen und findet schließlich über die Komik eine Möglichkeit, sich frei Gehör zu verschaffen. Sie wird der erste weibliche muslimische Stand-up Comedian und tritt (eigentlich um nicht erkannt zu werden) in Burka auf. So polarisierend sie dadurch auf ihr Publikum (das englische sowie das türkische) wirkt, so polarisierend wirkt auch „Funny Girl“ auf den Leser! Ich habe in den letzten Tagen und Wochen wirklich jedem, der es hören wollte (oder auch nicht hören wollte), von diesem Buch erzählt. Die Geschichte von Azime, die ihren Gedanken und Gefühlen über Comedy Ausdruck verleiht, hat mir unheimlich gut gefallen. Natürlich kann ich selbst nicht einschätzen, wie realistisch die Strukturen in der kurdischen Familie oder der Gemeinde dargestellt werden, kann Themen wie Ehre und gar Ehrenmord nur als Außenstehende aufnehmen. Die Kontraste und die Botschaften, die das Buch aber aus diesen Situationen ableitet, kann ich wiederum gut nachempfinden. Über Komik, so der Autor, wird zwischen den Menschen eine Brücke geschlagen. Indem wir gemeinsam Lachen, sind wir verbunden miteinander im Moment, aber auch mit all jenen, die diesen Humor schon vor uns geteilt haben. Komik vereint und trennt nicht, ruft zu Selbstironie und einem milden Blickwinkel auf unsere Schwächen auf. Ich bin aus dem Markieren witziger, nachdenklicher und interessanter Textstellen in diesem Buch gar nicht herausgekommen. Manche Witze sind wirklich böse, halten uns einen Spiegel vor oder sind gar kontrovers. Andere sind nett und harmlos, bringen uns zum Schmunzeln und haben das Buch für mich zu einem echten Genuss gemacht. Über die sozialen Medien kam nach einem meiner Posts die Frage auf, ob dies Witze „auf Kosten anderer“ sind, ob es richtig ist darüber zu Lachen. Ob das lustig ist. Natürlich gibt es kein allgemeines empfinden für „lustig“ und ich kann nur dafür sprechen, dass dieses Buch meinen Geschmack getroffen hat. Gleichzeitig ist Humor häufig „gegen“ irgendeine Eigenschaft oder Personengruppe gerichtet. Für mich bedeutet das nicht in jedem Fall einen Angriff, sondern wie schon gesagt, die lockere Möglichkeit auch über ernste Themen zu sprechen. „Funny girl“ bietet eine tolle Geschichte, die durch eine spannende Nebenhandlung noch wertvoll ergänzt wird. Vielleicht wirkt der Ehrenmord in der Handlung ein wenig zu klischeehaft und stellt die Kontraste der Kulturen zu platt heraus, die Auflösung dieser Geschichte ist ergreifend und rundet die Botschaft des Buches wunderbar ab. Genau wie alle Charaktere im Buch gerade durch ihre Einzigartigkeit sympathisch wirken, ruft dieses Buch dazu auf die eigene Einzigartigkeit zu akzeptieren und zu nutzen. Trotz Konflikten für seine Ziele einzustehen und sich dabei gegenseitig mit Respekt zu begegnen. Ich habe „Funny girl“ von der ersten bis zur letzten Seite genossen und habe sowohl die eingeschobenen Stand-up Comedy Texte, als auch die ernsteren Abschnitte mit Begeisterung verschlungen. Die Witze und Dialoge sind nicht immer politisch korrekt, die Botschaft aber wertvoll. Wer mit dieser Art von zum Teil derbem Humor ein Problem hat, sollte dieses Buch nicht lesen, alle anderen können eine spannende, kontrastreiche Geschichte genießen.

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  • Azime, einfach nur Azime.

    funny girl

    Iudas

    02. March 2015 um 10:03

    Lachen verbindet. Das ist eine universelle Wahrheit, und das konnte die junge Azime schon oft erleben. So möchte sie auch anderen das Lachen schenken. Da gibt es nur ein Problem: Azime ist Kurdin. Und ihre Verwandtschaft sieht es so gar nicht gern, daß sie, rebellisch wie sie ist, Komikerin werden will. Wo sie doch sogar das Tragen des Kopftuches vehement verweigert und jeden Mann, den der Heiratsvermittler für sie aufliest, gekonnt in die Flucht schlägt. Das allem zum Trotz besucht sie regelmäßig eine Comedy-Schule und hat bald ihre ersten Auftritte auf kleinen Bühnen. Um unerkannt zu bleiben, entscheidet sie sich, auf der Bühne eine Burka zu tragen, doch leider bleibt ihr Geheimnis nicht lang geschützt und recht schnell wird ihre echte Identität preisgegeben und sie damit auch aufgebrachten Hatern, die ihr nach dem Leben trachten. Anthony McCarten, 1961 in Neuseeland geboren, ist schon lange kein Unbekannter mehr und hat sich mit diversen Romanen und Drehbüchern einen Namen gemacht. Eines davon ist funny girl, erschien vor einem Jahr im Diogenes Verlag und ist knapp 400 Seiten stark. Darin finden sich ein netter Kriminalfall, eine Prise Liebe und viel Humor. Mit Azime begegnet dem Leser eine sehr starke Frau, ein Individuum mit Charakter und nicht nur eine bloße literarische Figur. Azime ist jung, hat gerade erst die Schule beendet und sucht nun nach ihrer Erfüllung und ihrer Identität. Und dabei reibt sie sich zwischen ihrem Wunsch nach einem westlichen Leben, wie sie es in London leben kann, und den alten Traditionen ihrer kurdischen Familie, die in Green Lanes zusammen mit anderen Immigranten versuchen, so weiterzuleben wie bisher, auf. Diese wägt sie immer wieder ab, hinterfragt und kritisiert beide Seiten der Medaille. Es ist nicht nur ein stumpfes Abklappern von Klischees, sondern ein kluges Argumentieren. Es macht Freude, Azimes Gedanken und Beobachtungen zu folgen. Und sie ist eine hervorragende, witzige Beobachterin – das muß sie sein, um eine gute Komikerin zu sein. Auch ihre Familie und Verwandten, ihr Freund Deniz und die zumeist recht kruden Typen der Comedy-Schule sind individuell und greifbar, sie sind Ergänzungen und Widersacher Azimes. Dabei sind aber alle Charaktere des Romans durchweg witzig, schräg, wenn nicht gar als kraß zu bezeichnen. Jeder hat irgendwo eine Schrulle weg, lebt mit seinem Spleen und wenn es geht, lebt er seine Macken auch aus. An vielen Stellen ist britischer Humor kaum zu übersehen und das ist auch etwas problematisch für den deutschen Leser, selbst wenn die Übersetzung sich größte Mühe machte: für den einen oder anderen der Leserschaft werden viele Witze nicht recht zünden, weil sie too british sind. Aber gerade diese Individualität und Originalität der Charaktere ist essentiell wichtig, denn sie unterstreicht die Kernaussage des Romans: die Achtung und Wertschätzung des Einzelnen, seine Ziele frei entfalten zu können, ohne andere zu damit zu schaden. Es ist eine Aufforderung zu mehr Toleranz. Und gerade das muß auch Azime lernen, die zu Beginn starr- und hitzköpfig gegen alles Traditionelle wettert, stur ihre Meinung vertritt und selbst Vorurteile gegen ihre eigene Kultur hegt. Sie muß Irrtürmer erkennen und für ihre Ziele kämpfen, Rückschläge einnehmen und sich gegen Anfeindungen wehren. McCarten verwebt in seinem Roman oft tragische, ernste Themen mit witzigen Anekdoten und amüsanten Komiken, doch das alles mit Feingefühl, nicht beleidigend oder unter die Gürtellinie gehend. Dabei kommt aber auch Kritik nicht zu kurz und mit Azime zeigt er, wie leicht Menschen auch manipulierbar und führbar sind. Ihr, die keinerlei Bühnenerfahrung mitbrachte und einfach nur zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort mit der richtigen Idee war – war sie doch der erste kurdische und weibliche Comedian – wird nicht durch ihre Witze Einlaß in die Bühnenwelt gewährt, sondern schlicht aufgrund ihrer Einzigartigkeit, aus der andere Profit schlagen wollten. Sie steht aber darüber und so gelingt ihr zum Abschluß der große Auftritt vor Publikum, in dem sie mit Vorurteilen, die sie und ihre Umwelt belastet, aufräumt, ohne den Blick für die Realität zu verlieren. Und so zeigen der Roman schlußendlich, wieviel Wahrheit in der Aussage stecken kann, daß ein Lachen verbindet und das trotz aller Individualität.

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  • Rezension zu "funny girl"

    funny girl

    littleowl

    17. January 2015 um 21:31

    Schauplatz dieser Gesellschaftskomödie ist das Londoner Problemviertel Green Lanes. Hier lebt die zwanzigjährige Azime mit ihren beiden jüngeren Geschwistern und ihren Eltern, die vor Jahrzehnten aus dem kurdischen Teil der Türkei nach Großbritannien ausgewandert sind. Azime ist eine moderne junge Frau: Sie trägt kein Kopftuch, möchte sich ihren Ehemann selbst aussuchen und hegt eine heimliche Faszination für britische Comedians. Doch ihre Eltern hängen an den muslimischen Traditionen und Azimes Mutter zwingt sie zu Blind Dates mit viel älteren Männern, die ein Heiratsvermittler aufgetan hat. Als ihr bester Freund Deniz sie zu einem Comedy-Kurs mitnimmt, wächst in Azime der Wunsch, der erste weiblich muslimische Stand-Up-Comedian zu werden. Zwei Ereignisse bestärken sie dabei: Eine Schulfreundin stirbt durch einen Sturz vom Balkon, anscheinend ein Ehrenmord, verübt vom Vater des Mädchens, der jedoch ungestraft davonkommt. Zudem erschüttern im Juli 2005 islamistische Terroranschläge London, deren Folgen sich auch in Azimes Leben zeigen. Aber der Weg zum Comedystar ist steinig und Azime fällt es gar nicht so leicht, sich von ihren Wurzeln zu trennen. In seinem Roman greift Anthony McCarten ein brandaktuelles Thema auf. Viele junge Menschen, die wie Azime zwar aus Einwandererfamilien stammen, aber in Großbritannien aufgewachsen sind, sind hin und her gerissen zwischen Tradition und Moderne. Die Geschichte zeigt, wie schwer der Umgang mit diesem Zwiespalt ist. McCarten ist es gelungen, das Leben kurdischer Einwandererfamilien sehr realistisch und differenziert darzustellen. Zum Beispiel wird im Roman deutlich, wie isoliert Einwanderer in ihren Vierteln leben. Dabei zeigt er sowohl positive als auch negative Seiten auf, weist auf Probleme aber auch auf Chancen hin. Am Ende steht die versöhnliche Botschaft, dass sich die Situation zum Guten ändern kann. Um eine gute Komödie mit einem so kontroversen Inhalt zu schreiben, braucht man als Autor eine Menge Feingefühl. Das ist hier zum Glück der Fall: McCarten geht mit einem Augenzwingern an ernste, auch tragische Themen heran, ohne dabei jemals taktlos zu sein. Besonders bei der Geschichte um Azimes tote Freundin findet er sehr geschickt die perfekte Mischung von Komik und Tragik. Allgemein hat der Autor einen tollen, subtilen Humor. Das war für mich mal eine schöne Abwechslung zu billigem Slapstick und derben Schenkelklopfern. Die Protagonistin Azime habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie ist eine selbstbewusste junge Frau und weiß, wie sie sich subtil ihren traditionsverhafteten Eltern widersetzen und gleichzeitig eine direkte Konfrontation vermeiden kann. Jedoch ist sie natürlich auch von Ängsten und Selbstzweifeln geplagt und zunächst selbst überfordert mit den heftigen Reaktionen auf ihre Auftritte. Seiner ernsten Thematik begegnet der Roman mit einer wunderbaren Botschaft: Gerade in schwierigen Zeiten kann Humor viel bewegen und Brücken zwischen Menschen mit den unterschiedlichsten Meinungen schlagen. Die ganze Geschichte ist eine Hymne auf die Kraft des Lachens, der sich keiner entziehen kann. Diese Ansicht kann ich nur unterschreiben.

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  • Klasse Geschichte!!!!

    funny girl

    Solara300

    26. November 2014 um 09:05

    Kurzbeschreibung Die 20 Jährige Azime Gevas liebt es nicht nur ihre Meinung kundzutun, sondern hat auch eine starke Persönlichkeit die bei ihrer Familie und ihren Traditionen aber nicht so gut ankommt. Denn Azime hat die verrückte Idee eine erste weibliche muslimische Stand - up- Comedian zu werden. Cover Das Cover ist für mich sehr schlicht und doch musste ich bei diesem Werk hinsehen. Gerade weil es sehr schlicht gehalten ist mit einer Frau dessen Augen nur nicht verdeckt sind. Charaktere Azime Gevas ist eine starke Persönlichkeit die mit ihrer Art zwar die meisten Männer in die Flucht schlägt, aber ansonsten eine liebe Art hat. Schreibstil Der Autor Anthony McCarten hat hier eine Geschichte erschaffen kombiniert mit einem flüssigen Schreibstil, der einen schnell mitnimmt. Für mich sehr schön geschrieben.   Meinung Was tun wenn man ein Stand - up- Comedian werden will. Ja dann sind wir bei Azime Gevas die mit ihren 20 Jahren einen Dickkopf hat und die ihre Bestimmung darin sieht genau das zu werden. Die erste muslimische weibliche Stand - up- Comedian auf der Welt. Dass ihre Familie nicht davon begeistert ist und das sich Azime nicht an Traditionen halten will stößt auf wenig Gegenliebe. Aber tief in ihrem Inneren spürt Azime das genau dass ihr Weg ist. Für mich sehr schön beschrieben die Gefühle und auch der Hintergrund dazu und weshalb Azime diese Entscheidung trifft.   Fazit Sehr empfehlenswert!   5 von 5 Sternen

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  • super spannende und lustige Geschichte!

    funny girl

    SandraWer

    25. August 2014 um 13:41

    Dieses Buch kann man fast in einem durchlesen. Es passiert so viel und man kann wirklich in die Welt von Azime eintauchen und diese verstehen. Auf eine sehr humorvolle Art wird man in Azimes Leben und das ihrer Familie eingeführt, wobei man auch viel über die kurdisch/englische Kultur, also die Vermischung der beiden Kulturen lernen kann. Azime hat den Traum Kabarett zu machen, da stellt sich ihr aber einiges in den Weg. "Harte Arbeit mag sich langfristig auszahlen, aber faulheit zahlt sich sofort aus" eine Behauptung die Azime zum Trotz gegen ihren Vater, den Möbelverkäufer aufstellt und der mich amüsiert hat. Sie muß gegen ihre ganze Familie und deren Kultur aufstehen und bekommt sogar Morddrohungen, doch sie ist stark genug, dem standzuhalten und findet ihren Weg. Am Ende hat sich der Kampf gelohnt. Absolut empfehlenswert!

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  • Geniales Meisterwerk!

    funny girl

    awogfli

    Wahnsinn! Anthony Mc'Carten ist wirklich ein Meister der komischen Tragödie. Wenn er so weitermacht, wird er vielleicht sogar noch zu meinem Lieblingsautor. In funny girl geht es um eine junge muslimische Frau, die sich gegen die Traditionen des Elternhauses und der kurdisch-islamischen Gemeinde auf den Weg zum Comedystar macht - burkatragend - selbstverständlich ausschließlich auf der Bühne. So genial und verrückt die Idee ist, läßt sich McCarten nicht hinreissen, durch Brachialhumor und Stereotypen auf das Thema draufzuschlagen, sondern bereitet in vielen leisen Zwischentönen die Emanzipation einer jungen muslimischen Frau aus Innensicht auf. Ich kann es kaum fassen, wie gut sich ein weißer männlicher Autor in diese Figur und Kultur hineinversetzen kann. Dabei werden sowohl Gewalt, Ehrenmord, Erpressung und Drohungen thematisiert, aber auch dass sich viele muslimische Frauen nur zu gerne korrumpieren lassen, sich ins traditionelle Leben zu fügen, sei es weil sie einfach die Wärme, Liebe und Aufmerksamkeit des Familienclans schätzen oder nicht die "erwachsene" Verantwortung für ihr Leben übernehmen wollen bzw. auch lediglich nicht denken wollen. Dasselbe gilt im Familienverband auch für die Teenagersöhne, die ohne nachzudenken, bedenkliche Anweisungen ihrer Väter und Onkel ausführen. Soweit wäre dieses Buch immer noch nur ein guter Roman, vielleicht sogar ein sehr guter. Was die Geschichte aber so genial macht ist, dass Azime - so heisst das Mädchen - als Comedian tatsächlich sehr begabt ist, und ihr doch nicht wirklich glückliches Leben auf der Bühne mit Witzen darlegt und kommentiert. Das ist herrlich komisch, subversiv, teilweise sogar bösartig und anzüglich (Ein Humor den ich sehr schätze) Fazit: Absolute Leseempfehlung von mir - heuer bisher mein Lesehighlight! P.S. Wer mal eine total witzige tiefgründige Geschichte über einen krebskranken sterbenden Teenager lesen möchte, dem sei Superhero von Mc'Carten ans Herz gelegt - meine Entdeckung des letzen Jahres.

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  • Funny Girl: Zwischen Burka und Barbara Streisand

    funny girl

    Lesebienchen

    14. July 2014 um 08:58

    Vierfacher Ehrenmord bewegt Kanada „Abscheulich, hinterhältig und ehrlos“ nannte der Richter die Taten Mohammed Shafias, der seine drei Töchter und ihre Stiefmutter 2009 ermordete und anschließend einen Unfall vortäuschte. Nein, so beginnt der neue Roman von Anthony McCarten nicht. Oder vielleicht doch, denn noch vor dem eigentlichen Beginn steht eine Widmung, die sich einprägt und beim Lesen jedes einzelnen Buchstabens mitschwingt: Ja, Zainab Shafia ist eine jener 3 Töchter, die 2009 von ihrem eigenen Vater mit gerade mal 19 Jahren ermordet worden ist. Ein Mord, der nicht nur die Welt, sondern vor allem den Autor McCarten erschüttert hat. Nun könnte man leicht annehmen, dass sein Roman „funny girl“ die anti-muslimische Moralkeule schwingt, dem Leser zeigt, wie konservativ, fanatisch, gewalttätig diese Religion ist. Doch weit gefehlt, denn „funny girl“ ist, wie der Titel bereits sagt, funny. Erzählt wird die Geschichte von Azime Gevas, einer 20jährigen Kurdin, die mit ihrer Familie in London lebt. Zwischen Tradition, Familienliebe, Familiendruck und der Freiheit einer Großstadt versucht sie, ihr Leben zu leben, sich nicht einengen zu lassen, nicht fremdbestimmt zu werden. Allein aufgrund dieser großartigen Frauengestalt lohnt es sich, den Roman zu lesen. Denn Azime ist lebensbejahend, witzig und ehrlich, ein Mensch, der den Mut hat, für sich und sein Leben sich einzusetzen, auch gegen die, die man liebt, so schwer dies auch fällt. Azime, das funny girl. Doch nicht allein aufgrund ihres Humors trifft der Titel auf sie zu, sondern vielmehr aufgrund einer Entscheidung, die sie trifft, denn Azime möchte der erste weibliche muslimische Stand-up-Comedian der Welt werden. Und dies im Jahr 2005, zu einer Zeit, als die Terroranschläge vom 07.Juli gerade ihre grauenvollen Narben in London hinterlassen haben. Doch gerade diese Zeit der Trauer, des Leids, der Ohnmacht scheint Azime richtig für ihr Vorhaben. Sie will mit Humor, Wunden heilen, Vorurteile abbauen und zeigen, dass nicht alle Muslime potentielle Attentäter sind.  „Du redest, weil du reden musst. Die meisten Leute dagegen halten den Mund, weil sie das können.“ (S.292)  Und Azime schafft den Sprung auf die Bühne. Sie erzählt von sich und ihrem Leben, „wenn man braunhäutig in einer bleichen Gesellschaft lebt“ (S.264), „in einer Kolonie türkischer Familien aufgewachsen, so isoliert in der Großstadt, als lebten sie in einem kleinen türkischen Dorf.“(S.264)  Und sie erzählt von ihrem Vater: „Selbstverständlich hat mein Dad mehr als eine Frau. Ich glaube, in Fachkreisen nennt man das „Polygamie“…aber bei uns zu Hause reden wir nur von „Multitasking“. (S.208)  Azime ist schonungslos und frech und als wäre dem noch nicht genug erzählt sie dies alles auf der Bühne bekleidet mit einer Burka. Natürlich bleibt da der Widerstand seitens ihrer Familie, ihrer Verwandtschaft nicht aus und es scheint sich bis zum Äußersten zuzuspitzen.  „Funny girl“ ist ein außergewöhnlicher Roman, dem der Drahtseilakt zwischen kritischem Gesellschaftsporträt und einfühlsamer Familienstudie gelingt.  McCarten beleuchtet alle Seiten islamistischen Denken und Handelns, auch die Schattenseiten, geprägt von Ehrenmorden, Gewalt gegen Frauen, tyrannisch-patriarchalischen Strukturen. Und dennoch ist dieser Roman ein zutiefst toleranter. Er ruft auf zu Verständnis, jedoch nicht zum Beschönigen, er wirbt um Entgegenkommen und sich Kennenlernen, nicht um Hass und Gewalt. In der Figur der Azime gelingt ihm dies. Mit ihrem Humor entlarvt sie die Abgründe, aber zeigt gleichzeitig auch die Schönheit ihrer Herkunft auf, die Liebe ihrer Familie, das gemeinsame Leben, der fantastische Geruch des heimischen Essens, ein Gefühl von Heimat. Und Azime selbst lernt zu einer Zeit, in der sei beinahe an den Widerständen gegen ihre Karriere zu zerbrechen droht, die bedingungslose Liebe und Hilfe ihrer Familie kennen, allen voran ihrer Mutter Sabite, die, verzweifelt bemüht, ihre Tochter unter die Haube zu bringen, am Ende doch selbst eine Witz reißen muss.  „Schlag nie einen Mann mit Brille….nimm lieber einen Baseballschläger.“ (S.371)  Lachen ist der Schlüssel, der auch verrostet scheinende Türen aufschließen und zu einem Miteinander führen kann. Ob mit oder ohne Kopftuch, wir alle können lachen, Neues kennenlernen und uns gegenseitig respektieren. Dies zeigt uns Azime, das funny girl. Und einmal mehr verdient sie diesen Titel, der doch so verschmolzen mit der großen Barbara Streisand zu sein scheint. Denn auch diese singt in ihrem Film „funny girl“:  “People who need people, Are the luckiest people in the world”  

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