funny girl

von Anthony McCarten 
4,1 Sterne bei92 Bewertungen
funny girl
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Naibenaks avatar

McCarten, wie ich ihn mag: Humor trifft sehr ernsthafte Menschen/ Themen, die bewegen, schockieren, nachdenklich machen... Super!

Callsos avatar

Eine Muslime auf der Comedybühne - mittel lustig....

Alle 92 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "funny girl"

Junge Londonerin zu ihren kurdischen Eltern: »Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: Ich werde Stand-up Comedian. Die gute: Ich trage ab heute Burka – allerdings nur auf der Bühne.«
Eine hochexplosive multikulturelle Gesellschaftskomödie, so berührend und packend wie ›Englischer Harem‹.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257068924
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:26.02.2014
Das aktuelle Hörbuch ist am 08.03.2014 bei Diogenes erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Callsos avatar
    Callsovor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Eine Muslime auf der Comedybühne - mittel lustig....
    Funny Girl ist ganz nette Unterhaltung

    Ein ganz nettes Buch. Eine ganz ordentliche Idee und eine brauchbare Umsetzung. So klingt es halt, wenn einem (oder besser mir) das Buch nur bedingt gepekt udn nur bedingt überzeugt hat. Die Buchtheamtik und Story ist tatsächlich ganz interessant und einzigartig, gleichwohl war dieser Roman nicht das Buch, das mich total von den Socken gehauen hat.

    Eine Muslimne, die die kleinen und großen Comedy-Bühnen erorbert. Dabei kämpft sie innenrhalb ihrer gläubigen und konservativen Familie um jedes Fitzelchen Freiheit.

    Azime, die junge Titelheldin kämpft sich durch Blind-Dates mit Heiratskandidaen, bemüht sich um erste Comedyerfolge und sucht  zugleich einen möglichen Mörder und die große Liebe. Insofern hat das Buch nicht nur leichtes Gepäck, sondern beinhaltet eine Vielzahl an Großthemen.

    Mitunter verliert somit das Buch leider an Glaubwürdigkeit, zudem waren die Witze für mich nur eher selten richtig gut und unterhaltsam.

    Drei Sterne - ein gut durchschnittliches Buch.


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    Ernie1981s avatar
    Ernie1981vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Am Anfang extrem zäh.... danach gut, aber nicht berauschend
    Hm.... langweiliger Einstieg

    Inhalt:

    Junge Londonerin zu ihren kurdischen Eltern: »Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: Ich werde Stand-up-Comedian. Die gute: Ich trage ab heute Burka – allerdings nur auf der Bühne.«

    Persönliche Meinung:

    Mit diesem Buch habe ich gekämpft. Angefangen zu lesen, zur Seite gelegt, neues Buch angefangen, wieder angefangen usw. Ich hatte aber die Worte einer Freundin im Ohr:MUSST, du lesen!!!! Ist super!!! Diebersten 120 Seiten fand ich gähnend langweilig. Danach war es eine interessante Geschichte über verschiedene Kulturen und Generation... Gelacht habe ich nie ....

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    Belladonnas avatar
    Belladonnavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein unterhaltsamer Roman der mit viel Humor ein brisantes Thema anspricht und mich zutiefst bewegt hat.
    Meine Rezension zu Funny Girl

    Beschreibung

    Die zwanzigjährige Azime lebt gemeinsam mit ihren kurdischen Eltern in London und arbeitet im Büro des kleinen Möbelgeschaft ihres Vaters. Obwohl Azime kein Kopftuch trägt und sich bisher gegen die Heiratspläne ihrer Mutter gewehrt hat, unterscheidet sich ihre Leben als Muslimin stark von dem einer jungen und modernen Frau. Azime ist nicht auf den Mund gefallen und unterhält vor allem ihre beste Freundin mit ihren Witzen.

    Als eine Freundin von Azime Selbstmord begeht, und Islamisten einen radikalen Terroranschlag auf London verüben ändert sich ihr Leben komplett. Azime möchte nicht mehr die stille Muslimin geben, sondern schnappt sich eine Burka und tritt aus dem Schatten ihrer Familie ins Rampenlicht – Azime wird Comedian! Mithilfe ihres Humors möchte sie aufrütteln und die Menschen über die Grenzen der Kulturen hinweg miteinander verbinden. Dabei hat sie einen steinigen Weg, voller Morddrohungen und von der eigenen Familie verstoßen, zu meistern.

    Meine Meinung

    Mit dem bereits 2015 erschienen Roman „Funny Girl“ trifft Anthony McCarten den Nerv der Zeit. Das Thema Islam ist ein ziemlich brisantes Eisen und brandaktuell! Viele Menschen fragen sich, wie mit dieser anderen und uns fremden Kultur umzugehen ist, Anthony McCarten beantwortet diese Frage mit seinem humorvollen und dennoch nachdenklich stimmenden Roman.

    Die Hauptprotagonistin Azime ist eine junge Muslimin die mit ihrer kurdischen Familie in einem Londoner Problemviertel wohnt. Als sich eine Freundin von Ihr das Leben nimmt, wagt Azime den Sprung zwischen ihrer traditionellen Religion und dem modernen Leben. Sie wagt sich mit ihrem Charme und Humor an die Öffentlichkeit und teilt ihre Gedanken mit den Menschen. Dabei stößt sie vor allem in ihrer Familie und bei einigen männlichen Vertretern ihres Glaubens auf Wiederstand. Doch obwohl sie Morddrohungen erhält, bleibt Azime standhaft und kämpft für eine bessere Welt, in der ihr Humor dazu beitragen kann die Kulturen zu verbinden und ein Stückchen Frieden zu schaffen.

    Man sollte meinen, dass so ein heikles Thema große Schatten wirft, doch Anthony McCarten ist es mit seinem lebhaften Schreibstil und einer außergwöhnlichen und authentischen Hauptprotagonistin gelungen, eine humorvolle und unterhaltsame Geschichte zu erschaffen. Auch wenn „Funny Girl“ so einige Klischees bedient, konnte mich der Roman mit überraschenden Wendungen überzeugen und mich dazu bewegen, meine eigenen Gedanken zu befragen.

    Über den Autor

    Anthony McCarten wurde 1961 in New Plymouth (Neuseeland) geboren und ist ein erfolgreicher Romanautor. Gemeinsam mit seinem Freund Stephen Sinclair schrieb McCarten im Jahr 1987 das Theaterstück „Ladies Night“. Später folgten weitere Theaterstücke sowie Drehbücher.

    Fazit

    Ein unterhaltsamer Roman der mit viel Humor ein brisantes Thema anspricht und mich zutiefst bewegt hat.

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    © Bellas Wonderworld; Rezension vom 05.10.2016

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    engineerwifes avatar
    engineerwifevor 3 Jahren
    Ich bin absolut begeistert ...

    Vor einigen Jahren schon hat mich der Autor mit seinem Buch Englischer Harem absolut überzeugt. Inzwischen habe ich mit diesem Buch den vierten Roman von Anthony McCarten beendet und bin wieder total begeistert. Der Inhalt wird im Klappentext beschrieben, darauf muss nicht mehr eingegangen werden. Die Gefühle jedoch, die diese, wenn auch nur fiktive, Story in mir hervorbrachte, waren überwältigend. Als Nicht-Muslim kann man die Schwierigkeiten einer Frau in einer muslimischen Familie wahrscheinlich gar nicht ermessen. Auch in diesem Buch wird jedoch mal wieder sehr deutlich, dass die Muslime, die in Europa leben, oft viel beharrlicher an ihren alten Gebräuchen festhalten als die Leute im eigenen Land. Mir wurde das auch schon von einem türkischen Freund bestätigt. Sehr betroffen gemacht hat mich der Tod der jungen Kurdin. Ein Tod wie er unnützer nicht sein könnte. „Azime, einfach nur Azime, wie Madonna“ habe ich in mein Herz geschlossen und bewundere den Mut dieser jungen Frau. Ich hoffe, Mr. McCarten ist fleißig und wir bekommen bald ein neues Buch von ihm.  

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    Meenamas avatar
    Meenamavor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Wo fängt Unterdrückung an und was kann man für die Freiheit aufgeben. Ein interessantes Buch zum Nachdenken.
    Freiheit

    Zum Inhalt: 
    Azime ist ein kurdisch-muslimisches Mädchen. Sie lebt in London unter ihresgleichen. Das besondere an Azime ist, dass sie witzig sein will, d. h. sie möchte Comedian werden und gleichzeitig ausbrechen aus den Zwängen, die ihr ditkiert werden. Diese Tatsache verträgt sich natürlich nicht mit den muslimisch-konservativen Ansichten ihrer Familie, in der - wie soll es auch anders sein -die Hauptaufgabe einer Frau Heiraten und Kinder kriegen ist. Unterstützt wird Azime in ihrem Vorhaben von einem Freund. Die Entscheidung in einer Burka auf die Bühne zu treten führt zu diversen Folgen, mit denen Azime nicht gerechnet hat.

    Meine Meinung:
    Funny girl ist kein lustiges Buch. Natürlich hat man ab und zu auch was zu lachen aber das Thema dieses Buches ist vor allem politisch. Da ich selber türkischer Abstammung bin und das Buch ein sehr sensibles Thema behandelt, hat es mich gefreut festzustellen, dass sich der Autor sehr intensiv mit dem Islam und der türkisch-kurdischen Gesellschaft beschäftigt hat. Dieses Buch gewährt einen Einblick in eine Welt, die von Traditionen, Unterdrückung und vor allem von Männern dominiert wird. Hier wird nichtsdestotrotz nicht pauschal verurteilt, sondern näher hingeguckt. Allerdings hat sich bei mir keine Spannung eingestellt, der dazu geführt hat, dass ich unbedingt weiter lesen musste. Dieses Buch hat meiner Meinung nach sehr viel Stoff zum Nachdenken anzubieten. Ich habe mir viele Fragen gestellt, wie z. B.:  Wo fängt Unterdrückung an?, Was sollte man für seine "Redefreiheit" opfern? Wie wichtig ist Zusammengehörigkeitsgefühl in einer Gesellschaft? u.v.a.
    Auf jeden Fall ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich auch mal mit einer "Parallelgesellschaft", wie sie auch in unserem Land vorhanden ist auseinandersetzen wollen.

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    Maki7s avatar
    Maki7vor 3 Jahren
    funny girl

    Inhalt

    Die 20jährige Azime lebt mit ihren kurdischen Eltern und Geschwistern in einem Problemviertel von London, arbeitet unentgeltlich im Möbelladen ihres Vaters und muss regelmässig die Heiratskandidaten, die ihre Mutter für sie aussucht, verscheuchen. Eine ehemalige Schulfreundin stirbt durch einen Sturz aus dem 8. Stock , weil sie sich in einen Nicht-Muslim verliebt hat und ihre andere Freundin wird regelmässig von ihrem frischgebackenem Ehemann verprügelt.

    Die einzige Möglichkeit, die eine Frau in dieser Gemeinschaft hat, ist heiraten, Kinder bekommen und die Tradition aufrechterhalten. Doch Azime möchte auf die Bühne als Stand-Up Comedian, dazu auch noch in einer Burka grad nach den Terroranschlägen in London.

    Meinung

    Das Cover und der Titel muten einen lustigen, leichten Roman an, doch die Themen die McCarten hier angeht sind sehr ernst. Ehrenmorde, Gewalt in der Ehe sogar unterstützt durch die Frauen der Gemeinschaft, Perspektivlosigkeit, die Kluft zwischen muslimischen Einwanderern und Briten, Redefreiheit. 

    Er taucht in die ernsten Probleme ein, aber im fehlt der Mut, glaubwürdig da wieder rauszukommen. An einigen Stellen hab ich wirklich herzlich gelacht, aber nicht an den Stellen, an denen Azime auf der Bühne stand, die Witze fand ich seicht und enttäuschend. Ich hab definitiv mehr erwartet. 

    Die Idee ist sehr gut, auch wie er das Leben und die Probleme der jungen Frauen in dieser traditionellen Gemeinschaft versucht hat zu erfassen, aber ihm hat die Courage gefehlt, es glaubwürdig zu beenden, so wird quasi ein Happy End hingewurstelt und alle sind glücklich und zufrieden.

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    Nespavanjes avatar
    Nespavanjevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein, auf den ersten Blick, lustiger Roman, der jedoch seine tragischen und ernsten Untertöne hat.
    Serious Girl

    Azime ist eine junge kurdische Frau die in London groß geworden ist und am Heimweg von einer Beerdigung ist. Eine ehemalige Schulfreundin hat sich aus dem 8. Stock vom Balkon in den Tod gestürzt. Azime ist eine junge Frau mit einem geheimen besten Freund und einer geheimen Leidenschaft: Stand Up Comedy.

    Auf den ersten Blick würde man glauben, dass man mit „Funny Girl“ einen wirklich lustigen Roman über eine junge Frau vor sich hat, die eben unbedingt Stand Up Comedy machen möchte und auf dem Weg dahin mit ein paar Schwierigkeiten zu rechnen hat. Es spielt zur Zeit der U-Bahn Anschläge in England und hat damit auch einen etwas ernsteren und tragischen Charakter. Ehrlich gesagt war das eine oder andere ein bisschen vorhersehbar, aber das tut der Spannung keinen Abbruch. Eher ist man dazu geneigt mit Azime Mitleid zu hegen, weil sie die Heiratskandidaten, die ihre Mutter ihr vorstellt vergraulen muss und sich ein Stückchen Freiheit erkämpfen will indem sie sich ganz einfach in einer Burka auf die Bühne stellt. Dabei stellt er manche Vorurteile auf den Kopf, nicht ohne sie vorher zu bestätigen. Nebenbei bemerkt fand ich es schon sehr Interessant, dass es zwar einen englischen Titel und auch einen Übersetzer gibt, allerdings dürfte dieser Roman derweil nur auf Deutsch erschienen sein denn eine englische Ausgabe hab ich bisher vergeblich gesucht. „Funny Girl“ ist mein erster Roman von McCarten, aber bestimmt nicht der letzte den ich von ihm lesen werde.

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    Alexandra_Luchss avatar
    Alexandra_Luchsvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: “Funny girl” ist humorvoll, kontrastreich und bleibt definitiv in Erinnerung. Hier wird ein schwieriges Thema ganz anders aufbereitet.
    Humor gegen die Konflikte der Kulturen

    Azime lebt gemeinsam mit ihren Eltern und Geschwistern in London. Die Eltern, gebürtige kurdische Türken, betreiben ein kleines Möbelgeschäft und engagieren sich in der türkischen Gemeinde im Londoner Süden. Azime fühlt sich im engen familiären Käfig gefangen und findet schließlich über die Komik eine Möglichkeit, sich frei Gehör zu verschaffen. Sie wird der erste weibliche muslimische Stand-up Comedian und tritt (eigentlich um nicht erkannt zu werden) in Burka auf. So polarisierend sie dadurch auf ihr Publikum (das englische sowie das türkische) wirkt, so polarisierend wirkt auch „Funny Girl“ auf den Leser!

    Ich habe in den letzten Tagen und Wochen wirklich jedem, der es hören wollte (oder auch nicht hören wollte), von diesem Buch erzählt. Die Geschichte von Azime, die ihren Gedanken und Gefühlen über Comedy Ausdruck verleiht, hat mir unheimlich gut gefallen. Natürlich kann ich selbst nicht einschätzen, wie realistisch die Strukturen in der kurdischen Familie oder der Gemeinde dargestellt werden, kann Themen wie Ehre und gar Ehrenmord nur als Außenstehende aufnehmen. Die Kontraste und die Botschaften, die das Buch aber aus diesen Situationen ableitet, kann ich wiederum gut nachempfinden. Über Komik, so der Autor, wird zwischen den Menschen eine Brücke geschlagen. Indem wir gemeinsam Lachen, sind wir verbunden miteinander im Moment, aber auch mit all jenen, die diesen Humor schon vor uns geteilt haben. Komik vereint und trennt nicht, ruft zu Selbstironie und einem milden Blickwinkel auf unsere Schwächen auf.
    Ich bin aus dem Markieren witziger, nachdenklicher und interessanter Textstellen in diesem Buch gar nicht herausgekommen. Manche Witze sind wirklich böse, halten uns einen Spiegel vor oder sind gar kontrovers. Andere sind nett und harmlos, bringen uns zum Schmunzeln und haben das Buch für mich zu einem echten Genuss gemacht. Über die sozialen Medien kam nach einem meiner Posts die Frage auf, ob dies Witze „auf Kosten anderer“ sind, ob es richtig ist darüber zu Lachen. Ob das lustig ist. Natürlich gibt es kein allgemeines empfinden für „lustig“ und ich kann nur dafür sprechen, dass dieses Buch meinen Geschmack getroffen hat. Gleichzeitig ist Humor häufig „gegen“ irgendeine Eigenschaft oder Personengruppe gerichtet. Für mich bedeutet das nicht in jedem Fall einen Angriff, sondern wie schon gesagt, die lockere Möglichkeit auch über ernste Themen zu sprechen.
    „Funny girl“ bietet eine tolle Geschichte, die durch eine spannende Nebenhandlung noch wertvoll ergänzt wird. Vielleicht wirkt der Ehrenmord in der Handlung ein wenig zu klischeehaft und stellt die Kontraste der Kulturen zu platt heraus, die Auflösung dieser Geschichte ist ergreifend und rundet die Botschaft des Buches wunderbar ab.
    Genau wie alle Charaktere im Buch gerade durch ihre Einzigartigkeit sympathisch wirken, ruft dieses Buch dazu auf die eigene Einzigartigkeit zu akzeptieren und zu nutzen. Trotz Konflikten für seine Ziele einzustehen und sich dabei gegenseitig mit Respekt zu begegnen.

    Ich habe „Funny girl“ von der ersten bis zur letzten Seite genossen und habe sowohl die eingeschobenen Stand-up Comedy Texte, als auch die ernsteren Abschnitte mit Begeisterung verschlungen. Die Witze und Dialoge sind nicht immer politisch korrekt, die Botschaft aber wertvoll. Wer mit dieser Art von zum Teil derbem Humor ein Problem hat, sollte dieses Buch nicht lesen, alle anderen können eine spannende, kontrastreiche Geschichte genießen.

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    Iudass avatar
    Iudasvor 4 Jahren
    Azime, einfach nur Azime.

    Lachen verbindet. Das ist eine universelle Wahrheit, und das konnte die junge Azime schon oft erleben. So möchte sie auch anderen das Lachen schenken.

    Da gibt es nur ein Problem: Azime ist Kurdin. Und ihre Verwandtschaft sieht es so gar nicht gern, daß sie, rebellisch wie sie ist, Komikerin werden will. Wo sie doch sogar das Tragen des Kopftuches vehement verweigert und jeden Mann, den der Heiratsvermittler für sie aufliest, gekonnt in die Flucht schlägt.
    Das allem zum Trotz besucht sie regelmäßig eine Comedy-Schule und hat bald ihre ersten Auftritte auf kleinen Bühnen. Um unerkannt zu bleiben, entscheidet sie sich, auf der Bühne eine Burka zu tragen, doch leider bleibt ihr Geheimnis nicht lang geschützt und recht schnell wird ihre echte Identität preisgegeben und sie damit auch aufgebrachten Hatern, die ihr nach dem Leben trachten.

    Anthony McCarten, 1961 in Neuseeland geboren, ist schon lange kein Unbekannter mehr und hat sich mit diversen Romanen und Drehbüchern einen Namen gemacht. Eines davon ist funny girl, erschien vor einem Jahr im Diogenes Verlag und ist knapp 400 Seiten stark.

    Darin finden sich ein netter Kriminalfall, eine Prise Liebe und viel Humor. Mit Azime begegnet dem Leser eine sehr starke Frau, ein Individuum mit Charakter und nicht nur eine bloße literarische Figur. Azime ist jung, hat gerade erst die Schule beendet und sucht nun nach ihrer Erfüllung und ihrer Identität. Und dabei reibt sie sich zwischen ihrem Wunsch nach einem westlichen Leben, wie sie es in London leben kann, und den alten Traditionen ihrer kurdischen Familie, die in Green Lanes zusammen mit anderen Immigranten versuchen, so weiterzuleben wie bisher, auf. Diese wägt sie immer wieder ab, hinterfragt und kritisiert beide Seiten der Medaille. Es ist nicht nur ein stumpfes Abklappern von Klischees, sondern ein kluges Argumentieren. Es macht Freude, Azimes Gedanken und Beobachtungen zu folgen. Und sie ist eine hervorragende, witzige Beobachterin – das muß sie sein, um eine gute Komikerin zu sein. Auch ihre Familie und Verwandten, ihr Freund Deniz und die zumeist recht kruden Typen der Comedy-Schule sind individuell und greifbar, sie sind Ergänzungen und Widersacher Azimes. Dabei sind aber alle Charaktere des Romans durchweg witzig, schräg, wenn nicht gar als kraß zu bezeichnen. Jeder hat irgendwo eine Schrulle weg, lebt mit seinem Spleen und wenn es geht, lebt er seine Macken auch aus. An vielen Stellen ist britischer Humor kaum zu übersehen und das ist auch etwas problematisch für den deutschen Leser, selbst wenn die Übersetzung sich größte Mühe machte: für den einen oder anderen der Leserschaft werden viele Witze nicht recht zünden, weil sie too british sind.

    Aber gerade diese Individualität und Originalität der Charaktere ist essentiell wichtig, denn sie unterstreicht die Kernaussage des Romans: die Achtung und Wertschätzung des Einzelnen, seine Ziele frei entfalten zu können, ohne andere zu damit zu schaden. Es ist eine Aufforderung zu mehr Toleranz. Und gerade das muß auch Azime lernen, die zu Beginn starr- und hitzköpfig gegen alles Traditionelle wettert, stur ihre Meinung vertritt und selbst Vorurteile gegen ihre eigene Kultur hegt. Sie muß Irrtürmer erkennen und für ihre Ziele kämpfen, Rückschläge einnehmen und sich gegen Anfeindungen wehren.

    McCarten verwebt in seinem Roman oft tragische, ernste Themen mit witzigen Anekdoten und amüsanten Komiken, doch das alles mit Feingefühl, nicht beleidigend oder unter die Gürtellinie gehend. Dabei kommt aber auch Kritik nicht zu kurz und mit Azime zeigt er, wie leicht Menschen auch manipulierbar und führbar sind. Ihr, die keinerlei Bühnenerfahrung mitbrachte und einfach nur zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort mit der richtigen Idee war – war sie doch der erste kurdische und weibliche Comedian – wird nicht durch ihre Witze Einlaß in die Bühnenwelt gewährt, sondern schlicht aufgrund ihrer Einzigartigkeit, aus der andere Profit schlagen wollten. Sie steht aber darüber und so gelingt ihr zum Abschluß der große Auftritt vor Publikum, in dem sie mit Vorurteilen, die sie und ihre Umwelt belastet, aufräumt, ohne den Blick für die Realität zu verlieren.

    Und so zeigen der Roman schlußendlich, wieviel Wahrheit in der Aussage stecken kann, daß ein Lachen verbindet und das trotz aller Individualität.

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    littleowls avatar
    littleowlvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Wunderbare Tragikomödie mit brandaktuellem Inhalt
    Rezension zu "funny girl"

    Schauplatz dieser Gesellschaftskomödie ist das Londoner Problemviertel Green Lanes. Hier lebt die zwanzigjährige Azime mit ihren beiden jüngeren Geschwistern und ihren Eltern, die vor Jahrzehnten aus dem kurdischen Teil der Türkei nach Großbritannien ausgewandert sind. Azime ist eine moderne junge Frau: Sie trägt kein Kopftuch, möchte sich ihren Ehemann selbst aussuchen und hegt eine heimliche Faszination für britische Comedians. Doch ihre Eltern hängen an den muslimischen Traditionen und Azimes Mutter zwingt sie zu Blind Dates mit viel älteren Männern, die ein Heiratsvermittler aufgetan hat. Als ihr bester Freund Deniz sie zu einem Comedy-Kurs mitnimmt, wächst in Azime der Wunsch, der erste weiblich muslimische Stand-Up-Comedian zu werden. Zwei Ereignisse bestärken sie dabei: Eine Schulfreundin stirbt durch einen Sturz vom Balkon, anscheinend ein Ehrenmord, verübt vom Vater des Mädchens, der jedoch ungestraft davonkommt. Zudem erschüttern im Juli 2005 islamistische Terroranschläge London, deren Folgen sich auch in Azimes Leben zeigen. Aber der Weg zum Comedystar ist steinig und Azime fällt es gar nicht so leicht, sich von ihren Wurzeln zu trennen.

    In seinem Roman greift Anthony McCarten ein brandaktuelles Thema auf. Viele junge Menschen, die wie Azime zwar aus Einwandererfamilien stammen, aber in Großbritannien aufgewachsen sind, sind hin und her gerissen zwischen Tradition und Moderne. Die Geschichte zeigt, wie schwer der Umgang mit diesem Zwiespalt ist. McCarten ist es gelungen, das Leben kurdischer Einwandererfamilien sehr realistisch und differenziert darzustellen. Zum Beispiel wird im Roman deutlich, wie isoliert Einwanderer in ihren Vierteln leben. Dabei zeigt er sowohl positive als auch negative Seiten auf, weist auf Probleme aber auch auf Chancen hin. Am Ende steht die versöhnliche Botschaft, dass sich die Situation zum Guten ändern kann.

    Um eine gute Komödie mit einem so kontroversen Inhalt zu schreiben, braucht man als Autor eine Menge Feingefühl. Das ist hier zum Glück der Fall: McCarten geht mit einem Augenzwingern an ernste, auch tragische Themen heran, ohne dabei jemals taktlos zu sein. Besonders bei der Geschichte um Azimes tote Freundin findet er sehr geschickt die perfekte Mischung von Komik und Tragik. Allgemein hat der Autor einen tollen, subtilen Humor. Das war für mich mal eine schöne Abwechslung zu billigem Slapstick und derben Schenkelklopfern.

    Die Protagonistin Azime habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie ist eine selbstbewusste junge Frau und weiß, wie sie sich subtil ihren traditionsverhafteten Eltern widersetzen und gleichzeitig eine direkte Konfrontation vermeiden kann. Jedoch ist sie natürlich auch von Ängsten und Selbstzweifeln geplagt und zunächst selbst überfordert mit den heftigen Reaktionen auf ihre Auftritte.

    Seiner ernsten Thematik begegnet der Roman mit einer wunderbaren Botschaft: Gerade in schwierigen Zeiten kann Humor viel bewegen und Brücken zwischen Menschen mit den unterschiedlichsten Meinungen schlagen. Die ganze Geschichte ist eine Hymne auf die Kraft des Lachens, der sich keiner entziehen kann. Diese Ansicht kann ich nur unterschreiben.

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