Anthony Rice

 4.6 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Der Verzauberte Blick, Entdeckungsreisen und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Anthony Rice

Dr. Anthony Rice studierte Meeresbiologie an der Universität von Liverpool. Er arbeitete zunächst als wissenschaftlicher Kurator am Natural History Museum, London, um anschließend die Leitung der Abteilung für Tiefsee-Biologie am Southampton Oceanography Centre zu übernehmen. Inzwischen konzentriert er sich ganz auf seine Beratertätigkeit für Meeresumweltschutz und schreibt Bücher.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Anthony Rice

Cover des Buches Entdeckungsreisen (ISBN:9783534270958)

Entdeckungsreisen

 (2)
Erschienen am 01.01.2019
Cover des Buches Accounts Demystified (ISBN:9780273744702)

Accounts Demystified

 (0)
Erschienen am 30.05.2011

Neue Rezensionen zu Anthony Rice

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Rezension zu "Entdeckungsreisen" von Anthony Rice

Forscher - Reisen , Band mit Text und vielen originalen Bildern
Gwhynwhyfarvor 4 Monaten

»Insofern erzählt das vorliegende Buch nicht nur drei Jahrhunderte abenteuerlicher Expeditionsgeschichte zu und mit den unterschiedlichsten Zielen, es berichtet auch vom allmählichen Entstehen eines Weltbildes im vorfotografischen Zeitalter – und im letzten Kapitel vom beginnenden Siegeszug der Kamera.«

Abenteuerliches Reisen, wie sie hier beschrieben werden, sind heute nur noch in Büchern zu finden. Unentdeckte Welten, Tiere, Pflanzen. Die Forscher von damals waren oft eine Mischung aus Abenteurer, Biologen, Zeichner und Reiseschriftsteller in einer Person. Sie schlugen sich mit Buschmessern durch das Dickicht, paddelten auf kleinen Booten unbekannte Flüsse hinauf, wurden von Mücken zerstochen, von anderen kleinen Tieren gebissen, von großen aufgefressen, von Eingeborenen angegriffen, kämpften mit Malaria, Sumpffieber, Würmern usw. und manch einer überlebte seine Reise nicht. Sie waren Entdecker, Aufklärer, Erfinder, Wissenschaftler – Abenteurer – wagemutige Menschen. Alexander von Humboldt, Alfred Russel Wallace, Maria Sibylla Merian, um nur einige zu nennen, waren leidenschaftliche Forscher. Von eben diesen Reisen berichtet der Band mit Text und vielen Bildern.

»Anchovisbirnenbaum, heute grias cauliflora, über den Sloan schrieb: ›Die Früchte werden von den Spaniern eingesalzen und statt Mangos gegessen und als große Rarität von Spanisch-Westindien ins alte Spanien geschickt.«

Das Buch beginnt mit einer Zeichnung des Anchovisbirnenbaum und dazu gesellt sich die »Reise nach Jamaika, 1687-1689 – Sir Hans Sloane«. In diesem Kapitel geht es auch um die erste Milchschokolade, um ein Jamaika, das so gar nicht mit dem Heutigen nicht zu vergleichen ist, um gezeichnete und gepresste Pflanzen.
In den einzelnen Kapiteln wird über die Forscher und ihre Reisen berichtet, das Ganze ausstaffiert mit beeindruckenden Zeichnungen. Interessant ist das Kapitel über Sibylla Merian, »Schmetterlinge in Surinam«, die es nicht leicht hatte zu Lebzeiten. Wegen ihrer Zeichnungen wurde sie als Hexe beschimpft. Wer zeichnet als Frau von Stand auch Kröten und Totenkopfäffchen – soll sie doch lieber sticken. Interessant auch »Die Fahrt der ›Investigator‹«, 1801-1805 – Matthew Flinders & Ferdinand Bauer: Nach der Unabhängigkeit der USA von Großbritannien quollen die Gefängnisse im Königreich wieder über, da man Gefangene nicht mehr nach Amerika abschieben konnte. Neuholland bot sich an, das sich heute Australien nennt. Man ging damals noch davon aus, dass die Insel geteilt sei. So schickte man eine gut ausgestattete Expedition auf die Reise, das Land zu vermessen, einen Mineralogen, je einen Maler für Landschaft und naturwissenschaftliche Objekte, einen Botaniker (Ferdinand Bauer) usw. Zu Flinders gibt es einige interessante Geschichten. Bei seiner Umseglung von Nord Australien segelte er die »Cumberand«, stark beschädigt, nach Mauritius, um sie reparieren zu lassen. Leider hatte er nicht mitbekommen, dass England mit Frankreich im Krieg lag. Das hatte zur Folge, dass der französische Gouverneur ihn festnehmen ließ und wegen Spionageverdacht sechseinhalb Jahre einkerkerte.

Das Buch endet mit »Entdeckungen in der Tiefsee, 1872-1776 – Die Fahrt der ›Challenge‹«. Bis dato hatte man geglaubt, in der Tiefsee könne kein Leben existieren. 10 Entdeckungsreisen, Expeditionen zwischen 1687 und 1876, spannend geschildert, interessante Lebensgeschichten zu den Forschern und ziemlich viel Bildmaterial machen die Buch zum Erlebnis für Naturinteressierte, Freunde von Naturzeichnungen, historisch Interessierte und natürlich Reiselustige. Wie war es damals? – Heute: technisch gut ausgestattet, die Welt vermessen, geimpft usw. – Damals: Reisen war nur Privilegierten vorbehalten und als Forscher die Welt zu entdecken, was zunächst abenteuerlich klingt, sicher auch war – doch ebenfalls lebensgefährlich, konnte die Reise mit dem Tod enden. Diese Forscher brachten den Zauber exotischer Pflanzen und seltener Lebewesen nach Europa. Eine bunte Welt, eine Vielfalt von Arten, Farben, damals Unvorstellbares – alles mit Feder, Bleistift, Kohle und Aquarell festgehalten. Heute sind die Kunstwerke beheimatet in den Archiven des Museum of Natural History in London. Aber das Buch ist mehr. Die Entdeckung der Welt, Gesellschaftsformen aus früheren Zeiten, Kolonialstil, der damalige Stand der Wissenschaft, der Kampf der europäischen Mächte um die Kolonien. Rundum interessantes Buch.

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Rezension zu "Entdeckungsreisen" von Anthony Rice

Schwergewichtiges Kunstwerk
aus-erlesenvor 5 Monaten

Wer heutzutage vermeintlich exotische Orte besucht, muss sich der Tatsache stellen, dass er nicht der Erste ist, der das Paradies entdeckt hat. Das ist der Wermutstropfen auf so manchem Spektakel. Vor Jahrhunderten noch, konnte man sich sicher sein eine unentdeckte Insel nach sich oder seinem Gönner benennen zu dürfen. Ein flüchtiger Blick in den Atlas beweist dies auf zigfache Weise. 
Reisen waren im 17., 18. und 19. Jahrhundert noch echte Abenteuer, für echte Kerle. Die Rückkehrer, also eigentlich nur die Lenker und Denker dieser Reisen, wurden zu Vorträgen eingeladen und selbst von gekrönten Häuptern hofiert. Was sie mitbrachten von ihren Reisen ist heutzutage Alltag. Man denke nur an die Massen von Schokolade, die die Regale der Supermärkte füllen. 
Sir Hans Sloane war so ein Entdecker, der sich um die – bleiben wir beim leckersten Beispiel für frühe Globalisierungsnachweise – Schokolade besondere Verdienste erwarb. Von 1687 bis 1689, vor mehr als dreihundert Jahren!, schipperte er gen Westen. Jamaika war nicht das vorrangige Ziel der Reise des Arztes mit irischen Wurzeln. Die Naturwissenschaften an sich hatten es ihm angetan. Die im Jahr seiner Geburt gegründete Royal Society „zur Verbreitung naturwissenschaftlichen Wissens“ förderte undorganisierte Fahrten in eben diese fremden, weil fernen Welten. Neugier und Wissensdurst, gepaart mit aggressiver Expansionspolitik, wovon die Forscher natürlich nichts wissen wollten, waren der Antrieb. Außer den Pflanzen, und oft auch Tieren brachten die Seefahrer und Forscher unendlich viele Zeichnungen mit, die der staunenden Menge wie der abgeschlagene Kopf des Teufels präsentiert wurden. Das Natural History Museum zu London könnte sich noch so sehr vergrößern, es würden immer noch nicht alle Exponate ausgestellt werden können. Die Archive quellen über vor Forschergeist und künstlerischer Ästhetik. 
Dieser Prachtband ist nichts anderes als das „Best of the Best“ der zweidimensionalen Errungenschaften menschlicher Eroberungsgier und einmaligen Forscherdrang. Keine noch so moderne Kamera mit noch so vielen und detailgenauen Filtern kann die Einzigartigkeit der abgebildeten Objekte widergeben! Das Großformat ist die einzig sinngebende Maßeinheit für ein Buch dieser Ausdruckskraft. Jede Faser eines jeden Blattes, jedes noch so kleine „Blütenstäubchen“, jede Facette eines prächtigen Federkleides, ist den Gestaltern verborgen geblieben. Da kann keine Buntstiftkasten und keine 256 Millionen Farben anzeigende Bildersoftware mithalten. Mutter Natur ist und bleibt die einzig wahre Künstlerin. Die Schmetterlinge von Surinam sind durch Maria Sibylla Merians Zeichnungen einem vorher nie gekannten Publikum bekannt geworden. Die Fahrt der „Investigator“ von 1801 bis 1805 mit Matthew Flinders und Ferdinand Bauer an Bord hat die wohl schönsten Pflanzenzeichnungen überhaupt hervorgebracht. Die Küste Australiens wurde erstmals, wenn auch nur unzureichend kartographiert. Die Flora und Fauna war noch wenig erkundet und noch weniger dargestellt worden. Flinders und Bauer macht dem Unwissen ein Ende. 
Wer unter anderem ihre detailreichen (doppelseitigen) Zeichnungen auf dem Schoß liegen hat, weiß um die Schönheit der Natur. Und um die Ausdruckskraft, die ein Buch entfalten kann, wenn es mit Liebe zum Detail und dem Drang nach Perfektion gestaltet wird. Hier trifft alles auf einmal zusammen!

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S

Rezension zu "Der Verzauberte Blick" von Anthony Rice

Der verzauberte Blick, rezensiert von Götz Piesbergen
Splashbooksvor 5 Jahren

Wer populärwissenschaftliche Magazine liest, der weiß, dass diese vor allem durch ihre Fotos beeindrucken. Um dabei die ungefähr verwendeten 10 bis 15 Bilder auszuwählen, ist vorher ein drastischer Selektionsprozess geschehen, bei dem die ursprüngliche Menge an Material durchaus das Zehnfache betragen konnte. Und das nicht in der heutigen digitalen Zeit, sondern auch, als die Bilder noch auf Filmmaterial festgehalten wurde.

Doch wie war das damals, zu der Zeit der großen Expeditionen? Damals gab es noch keine Fotografie. Stattdessen wurden die Entdeckungen auf Zeichnungen festgehalten. Mit dem Buch "Der verzauberte Blick. Das Naturbild berühmter Expeditionen aus drei Jahrhunderten" wurden einige dieser Illustrationen ausgewählt und abgedruckt.

Der Zeitraum der Expeditionen wurde mit zwischen 1687 und 1867 ausgewählt. Viele dieser Kunstwerke stammen dabei aus dem Museum of Natural History in London. Dabei wird man neben den Unternehmungen von Charles Darwin oder James Cook auch weniger bekannte Expeditionen vorfinden. So ist die erste Reise die nach Jamaika, von Sir Hans Sloane. Und auch das im letzten Kapitel vorgestellte Unternehmen, die Reise der "Challenger" und ihre Entdeckungen in der Tiefsee, dürfte vielen Lesern unbekannt sein.

Dabei werden nicht einfach nur Bilder abgedruckt. Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Vorstellung der Expedition, sowie einer kurzen Biographie der wichtigsten beteiligten und Künstler. Erst wenn dies geschehen ist, kommen die Illustrationen an die Reihe.

Rest lesen unter:
http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/21658/der_verzauberte_blick_das_naturbild_beruehmter_expeditionen_aus_drei_jahrhunderten

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