Anthony Trollope

 4 Sterne bei 42 Bewertungen
Autor von The Warden, Septimus Harding, Spitalvorsteher und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Anthony Trollope

Anthony Trollope (1815-1882), in London geboren, entstammte einer vornehmen, aber verarmten Familie. Neben seiner Tätigkeit als Postbeamter begann er zu schreiben und veröffentlichte in rascher Folge Kurzgeschichten, Reisebücher, Essays und zahlreiche Romane. Seine liebevoll-ironischen Porträts der viktorianischen Mittelschicht tragen ihm bis heute die Sympathien der Leser ein.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Anthony Trollope

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Cover des Buches Septimus Harding, Spitalvorsteher (ISBN: 9783717519959)

Septimus Harding, Spitalvorsteher

 (4)
Erschienen am 20.04.2009
Cover des Buches Die Claverings (ISBN: 9783717521396)

Die Claverings

 (3)
Erschienen am 17.10.2007
Cover des Buches Die Türme von Barchester (ISBN: 9783717520702)

Die Türme von Barchester

 (2)
Erschienen am 08.03.2005
Cover des Buches Maleachis Bucht (ISBN: 9783857171734)

Maleachis Bucht

 (0)
Erschienen am 01.09.2006
Cover des Buches Miss Mackenzies Mut zu lieben (ISBN: 9783898014243)

Miss Mackenzies Mut zu lieben

 (0)
Erschienen am 06.09.2019
Cover des Buches Cecilia (ISBN: 9783929745368)

Cecilia

 (0)
Erschienen am 01.01.1996
Cover des Buches The Warden (ISBN: 9780099528654)

The Warden

 (5)
Erschienen am 01.10.2012

Neue Rezensionen zu Anthony Trollope

Neu

Rezension zu "Septimus Harding, Spitalvorsteher" von Anthony Trollope

Wenn ein Weltverbesserer aktiv wird
SiColliervor 6 Monaten

Ha, es würde ihm keine Sekunde Unbehagen verursachen, schon morgen seine Politik zu ändern, wenn es die Zeitung fordert. (Seite 259)

 

Meine Meinung

Das ist eines der ganz wenigen Bücher, die ich gelesen habe, ohne vorher zu wissen, worum es geht. Einfach deswegen, weil ich schon lange etwas von Anthony Trollope lesen wollte. Um es kurz zu machen: es hat sich gelohnt, sehr gelohnt. Auch wenn das Thema - heute würde man so etwas wohl als „Shitstorm“ bezeichnen - nicht unbedingt meines ist. Aber Trollope hat einen so einmaligen Schreibstil, daß selbst so eine ernste Thematik amüsant zu lesen ist.

Dabei könnte alles so schön sein: Septimus Harding, Witwer, ist Vorsteher eines Armenasyls mit zwölf Insassen. Seine älteste Tochter ist mit dem Erzdiakon der Diözese verheiratet, seine jüngste Tochter Eleanor wird wohl bald einen Mr. Bold heiraten, die Bewohner des Heims sind zufrieden und Mr. Harding auch. So könnte es eigentlich bleiben, wäre Mr. Bold nicht ein Weltverbesserer erster Ordnung. Und so bringt er einen Ball ins Rollen, der sich zur einer Lawine entwickelt, die nicht mehr zu stoppen ist, und Mr. Hardings Leben (das seines zukünftigen Schwiegervaters) zu zerstören droht. Wie das bei Weltverbesserern so war und ist, nehmen sie auf äußere Umstände oder gar Folgen ihres Tuns wenig bis keine Rücksicht noch denken sie groß darüber nach, wenn sie eine Entwicklung in Gang setzen.

So auch hier, als Mr. Bold öffentlich die Frage stellt, ob die Bezüge von Mr. Harding eigentlich im Sinne des Stifters des Armenasyls gerechtfertigt sind oder ob statt des Vorstehers nicht die Insassen das Geld bekommen sollten. Da ist es mit der Ruhe denn vorbei. Mr. Harding ist verunsichert, Eleanor verärgert, die Armen hoffen auf Reichtum, der „Ihnen zustehen würde“, der Erzdiakon sieht alles völlig in Ordnung - wo kommen wir hin, wenn kirchliche Institutionen und vor allem Pfründe infrage gestellt werden?! - der Bischof ratlos. Als dann die Tageszeitung „Jupiter“ den Fall groß aufgreift und landesweit über das kleine Städtchen und die Berechtigung des Mr. Harding auf sein Einkommen diskutiert wird, ist das Chaos perfekt.

Mit teilweise beißender Ironie, einem gewissen Sarkasmus sowie einer gehörigen Portion Humor entwickelt Trollope die Handlung, die zwar im 19. Jahrhundert angesiedelt ist, sich in ähnlicher Form aber durchaus auch heute so ereignen könnte. Die Funktion, die im Buch die einflußreiche Zeitung „Jupiter“ hat, würden heute die sogenannten „sozialen Medien“ übernehmen, wo sich ja auch ohne viel Vorwissen (warum muß man von einer Sache eigentlich etwas verstehen, wenn man sich dazu äußern will?) munter zu allen möglichen und unmöglichen Themen verbreitet wird und Forderungen aufgestellt werden, die an Absolutheit kaum zu überbieten sind.

Und die Moral von der Geschicht? Gut gemeint ist nicht gut gemacht. Etwas, was für Aktivisten aller Zeiten Gültigkeit hat. Ich habe nämlich (meistens) den Eindruck, daß man - wie Mr. Bold - alles nur sehr einseitig durch eine getönte Brille sieht, danach handelt - und das große Ganze völlig aus dem Blick verliert. Mit entsprechenden Konsequenzen. Aber an die denken diese Aktivisten ja nicht, denn für diese müssen sie weder gerade stehen noch gar Verantwortung übernehmen.

Im Nachwort meiner Ausgabe heißt es übrigens zum Abschluß desselben (S. 381): „Die folgenlose Aufrichtigkeit des Spitalvorstehers, die für andere als reine Donquichotterie erscheint und Harding an den Rang sprachlicher und gesellschaftlicher Konventionen rückt, ist insofern ein beredeter Kommentar Trollopes auf seine eigene Zeit.
Inwiefern dies auch ein Kommentar auf andere Zeiten, zum Beispiel unsere, ist, bliebe zu untersuchen.

 

Mein Fazit

Wenn ein Weltverbesserer aktiv wird und gut gemeint nicht gut gemacht ist, kann eine Entwicklung aus dem Ruder geraten. Mit Ironie, Sarkasmus und einer großen Portion warmherzigem Humor erzählt Trollope eine Geschichte, die so oder ähnlich auch heute ablaufen könnte. Vergnügliche Lesestunden mit einem durchaus ernsten Thema sind garantiert.

 

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Rezension zu "Barchester Towers. Die Türme von Barchester, englische Ausgabe" von Anthony Trollope

Humorvolles Intrigenspiel
Schlehenfeevor 9 Monaten

„Barchester Towers“ ist der zweite Band aus Anthony Trollopes „Chronicles of Barchester“. Es geht wieder in das fiktive Barchester, einem Bischofssitz. Der alte Bischof ist verstorben, doch bevor es ernste Nachfolger aus der eigenen Stadt gibt, wird dem hiesigen Klerus der neue Bischof, Dr. Proudie, vor die Nase gesetzt. Dieser steht aber völlig unter der Fuchtel seiner Frau, die im Hintergrund die Fäden zieht und deshalb einen jungen, ehrgeizigen und intriganten Kleriker namens Obadiah Slope mit nach Barchester bringt. Slope hat Ansichten und Änderungswünsche die den ansässigen Klerikern gewaltig widerstreben und schon bald intrigieren Slope und der Erzdiakon, den man noch aus dem ersten Buch kennt, gegeneinander. Im Zentrum der Gerüchteküche steht schnell auch die junge Witwe Eleanor Bold, der Slope Avancen macht. Auch die Familie Stanhope, frisch aus Italien nach Barchester zurückgekehrt, mischt kräftig bei allen Intrigen mit.


Meine lange Inhaltszusammenfassung deutet schon an, dass sehr viele Charaktere hier mitmischen und dass es vor kirchlichen Zusammenhängen und Begriffen nur so wimmelt. Vor allem letzteres konnte mich nicht so fesseln wie vermutlich die Engländer des 19. Jahrhunderts.


Trollopes wunderbar humorvolle Beschreibung des Hauens und Stechens zwischen Alteingesessenen und Hinzugekommenen war der große Pluspunkt dieses Romans. Heutzutage läuft es wohl nicht anders ab, wenn zum Beispiel ein Neuling in der Firma einen Posten übernimmt, auf den sich ein anderer Hoffnungen gemacht hat.


Ein weiteres Merkmal des Romans ist die überaus detaillierte Charakterisierung auch einiger Nebencharaktere. Manchmal wollte ich dem Autor aber nur sagen: „Jetzt komm mal zum Punkt“, da mein Lesefluss durch die detaillierten Beschreibungen ins Stottern kam. So benötigte ich doch mehr Zeit für „Barchester Towers“ als ich ursprünglich dachte.


Das Erzähltempo ist eher viktorianisch gemächlich.

Mir gefiel „Barchester Towers“ noch etwas mehr als das erste Barchester-Buch „The Warden“ und ich bin gespannt, welchen Charakteren man im nächsten Buch wohl wieder begegnet und ob es wieder hauptsächlich um kirchliche Angelegenheiten geht.

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Rezension zu "Die Claverings" von Anthony Trollope

Die Claverings
Maki7vor 5 Jahren

Julie eröffnet Harry Clavering, dass sie den reichen Lord Ongar heiraten wird. Die beiden standen sich zwar nahe und haben sich Liebe geschworen, aber Harry ist nur der Sohn eines Landpfarrers, arbeitet als Lehrer und hat kaum nennbares Einkommen und eine Frau muss nun mal an die finanzielle Absicherung denken und der steinreiche, adlige Lord Ongar sei nun mal die bessere Partie für eine mittellose Frau.


Harry leidet zunächst an gebrochenem Herzen, fängt eine weitere Ausbildung an und zieht in die Stadt. Bald verliebt er sich in Florence, die Tochter seines Vorgesetzten. Die beiden verloben sich, doch auch wenn Harry Florence sofort heiraten will, besteht sie darauf zu warten, bis Harry seine Ausbildung beendet und finanziell besser da steht. Im Gegensatz zu Julie ist Florence nicht auf das Geld bedacht, sondern sie kennt Harry besser als er sich selbst und weiss, er wäre Arm nicht glücklich. 

Julias Ehe dagegen ist eine Katastrophe, aber Lord Ongar stirbt bald nach einer schweren Krankheit und sie erbt sein Vermögen, doch ihr Ruf ist ruiniert. Sie kehrt nach London zurück ohne Freunde oder Familie. Sie ist einsam und erhofft sich eine neue Chance mit Harry, der ihr als einziger Freund zur Seite steht und wieder Gefühle für sie entwickelt.  


Ich will nicht viel vom Inhalt verraten. Alles in allem liegt hier ein interessanter und charmanter Roman aus der viktorianischen Zeit vor, der sehr gelungen ist und ein echtes Lesevergnügen war.

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