Buchinhalt:
Illinois, 1931: Viele Menschen haben in der Wirtschaftskrise alles verloren, so auch Sam und Julia Wortham und ihre beiden Kinder. Per Anhalter versuchen sie, nach Illinois zu kommen, wo sich Sam einen Job verspricht. Sie stranden auf einer verlassenen Farm, die der alten Emma Graham gehört. Die alte Frau nimmt die kleine Familie auf, doch schon bald regen sich Neid und Missgunst im Dorf: die Leute unterstellen den Worthams, sie würden Emma ausnutzen und wären nur auf deren Grundbesitz aus. Allen Widrigkeiten zum Trotz kümmern sich Sam und Julia um Emma und langsam entstehen zarte Familienbande...
Persönlicher Eindruck:
Der erste Band der Country Road Chronicles-Reihe nimmt den Leser mit in den Mittelwesten der USA, kurz nach der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre. Die Menschen sind arm, leben mehr schlecht als recht von der Hand in den Mund und sehen sich nach Beständigkeit und Neuanfang.
Hauptfiguren der Geschichte sind Julia und Samuel Wortham, ein junges Paar mit zwei kleinen Kindern. Sam hat seine Arbeit verloren und die Familie ist unterwegs zu einem Cousin, doch auf der beschwerlichen Reise stranden die Worthams schließlich auf einer verlassenen Farm. Während Julia sich wünscht, ort bleiben zu können, denkt Sam schon realistischer: die Farm gehört jemandem. Sam widerstrebt es zutiefst, fremdes Eigentum zu benutzen und will weiter, doch Julia kann ihn dazu überreden, mit der hochbetagten Besitzerin, die derzeit in einer kleinen Pension lebt, zu reden. Was danach kommt, zeigt dem Leser Gottes wundersames Handeln.
Emma Graham überlässt den Worthams die Farm, im Gegenzug kann sie in ihr Zuhause zurückkehren. Alles scheint gut zu werden für alle Beteiligten, doch schon bald regt sich Missgunst im Dorf – die Worthams werden als Schmarotzer beschimpft. Rädelsführerin ist die Organistin der Kirche, Miss Hazel, die nichts unversucht lässt, die kleine Familie zu vertreiben.
Die Geschichte erinnerte mich an Klassiker wie Unsere kleine Farm oder Die Waltons, es ist eine berührende Geschichte mit Niveau, Tiefgang und gut ausgearbeiteten Figuren, die der Leser schnell ins Herz schließt. Gottvertrauen und ein christlicher Grundton bestimmen den Alltag der Personen, ohne den Glauben an Gott wäre es wohl auch kaum möglich, ohne Geld und ohne Perspektive auf einen Neuanfang zu vertrauen.
Natürlich gibt es auch Gegner, die dem neuen Glück der Worthams kritisch gegenüberstehen. Einer davon ist Nachbar George Hammond, Vater von 10 Kindern. Er betreibt die Farm nebenan, hält zunächst auch nichts von den Worthams, steht aber selber in der Schuld von Emma. Erst mit der Zeit erkennen zumindest Teile der Bevölkerung die neue Situation an, doch leicht ist es nicht für Sam und seine Frau.
Mir hat der Roman ausgesprochen gut gefallen, er erzeugt Kopfkino vom Allerfeinsten und lässt den Leser nachdenken. Die Reihe ist auf drei Bände angelegt und eine absolute Leseempfehlung meinerseits, ein historischer Roman abseits des Mainstreams, der Tiefgang, Spannung und christliche Thematik gekonnt miteinander verknüpft.