Antje Boetius , Henning Boëtius Das dunkle Paradies

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Inhaltsangabe zu „Das dunkle Paradies“ von Antje Boetius

Die Erforschung der Tiefsee ist ein hochaktuelles Thema in allen Medien

Die zehnjährige »Volkszählung« in den Weltmeeren förderte im Herbst 2010 Bilder erstaunlicher Mitbewohner insbesondere aus den tiefen Regionen zutage, aus jener Terra incognita des 21. Jahrhunderts: den Ozeanen, die zwei Drittel der Erde bedecken, bis 11.000 Meter tief sind und großteils im Dunkel liegen. Nur langsam dringt die Wissenschaft in diese geheimnisvolle Welt vor, begreift, dank neuer Technologien, etwas vom komplexen Geschehen unter Wasser. Antje Boetius und ihr Vater haben auf dem aktuellen Stand der Forschung diesem dunklen Paradies ein anschauliches, engagiertes Buch gewidmet. Sie erzählen aus der Kindheit der Ozeane, zeigen, dass Wasser nicht einfach Wasser ist, welchen Reichtum an Tieren und Mikroben die Tiefsee birgt, wie Menschen von alters her mit dem Meer leben, wie und mit welchen Folgen sie dessen Zustand verändern. Fotos von Expeditionen in die Tiefsee komplettieren diese spannende Reise ins rätselhafte Reich Poseidons.

Die neuesten Erkenntnisse der Ozeanographie und zugleich eine Kulturgeschichte des Meeres.

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  • Rezension zu "Das dunkle Paradies" von Antje Boëtius

    Das dunkle Paradies

    michael_lehmann-pape

    31. January 2012 um 10:19

    Faszination Tiefsee Mit Hochdruck laufen gerade gegenwärtige einige Projekte zur weiteren Erforschung der Tiefsee, zunächst vor allem zum bemannten Erreichen des tiefsten Punktes der Weltmeere. Orte, an denen bisher weitgehend nur unter hohem Aufwand unbemannte Tauchroboter Zugang gefunden haben. Eine „Terra incognita“ somit, die durchaus zurecht mit der weltabgewandten Seite des Mondes verglichen wird, was den bisherigen Einblick der Menschen in diese unzugängliche, unwirtliche Welt angeht. Eine Welt, die ein, soweit bisher bekannt, äußerst komplexes Lebenssystem darstellt und auch eine bedrohte Welt. Auch in den Tiefen der Meere zeigen sich Folgen menschlichen Handelns, droht das diffizil angelegte ökologische Gleichgewicht aus dem Tritt zu geraten. Jene unbekannte, faszinierende, bedrohte Welt ist es, die sich Antje Boetius, Tiefseeforscherin und ihr Vater Henning, Autor, zum Thema ihres gemeinsamen Buches erkoren haben. Schon eine erstes Blättern im Buch durch die diversen Bildteile zeigt, dass die Autoren einen weiten Blick werfen. Auch auf das Meer in der Literatur, der Philosophie und in alten Mythen, nicht nur auf Bilder und Beschreibungen dessen, was die Forschung in den letzten Jahren in den Tiefen der Meere gefunden hat. So wundert es nicht, dass die Entstehungsgeschichte des Planeten Erde selbst, soweit diese von Belang für die nun vorliegende Form der Meere ist, im Buch seinen Niederschlag findet und von dort an detailliert dem Leser die vorliegenden Forschungsergebnisse durch die Zeiten hinweg erläutert, mit Zeichnungen und, so vorhanden, Bildmaterial dann ergänzt. Auch wenn die Autoren den Ozean der Verständlichkeit halber als „große Badewanne“ bezeichnen, in allen angesprochenen Facetten wird die Urgewalt und schiere Größe dieses weitgehend noch unbekannten Lebensraumes fassbar im Buch vermittelt. Die im Buch integrierte „Reportage“ als Darstellung einer praktischen Forschungstätigkeit zeigt allein schon in Bild und Text im Blick auf benötigtes Material, welch dem Menschen feindlicher Lebensraum die Tiefsee ist. Ebenso, wie an anderen Stellen im Buch das hohe Artenreichtum in Flora und Fauna der Meere bildreich und fundiert vorgestellt wird. Viele Beschreibungen, Forschungsergebnisse und Darstellungen, die verdeutlichen, wie in zumindest einigen Tiefseewesen eine „vollkommene Symbiose des Schönen mit dem Nützlichen“ sich herausgebildet hat. Ungestört bisher von eingreifenden Handlungen des Menschen. Eine evolutionäre „Urtümlichkeit“ der Entwicklung, die, wie erwähnt, bedroht ist. Mehr und mehr. Eine Bedrohung, an der die Autoren nicht vorbeigehen, in deren Hinsicht die Leidenschaft im Buch durchaus zu spüren ist. Ohne genau zu wissen, was der Mensch mit seinem Hunger nach Rohstoffen, in Bezug auf den Klimawandel und die Umweltverschmutzung anrichtet, geschieht genau dies mehr und mehr mit und in jenen so versperrten Regionen der Tiefsee. Hier vor Augen zu führen, wie menschliches Verhalten einwirkt, vor allem aber diese einzigartige Welt soweit als bekannt ins Bewusstsein zu rücken in ihrer „paradiesischen Schönheit“, das ist das eigentliche Anliegen der Autoren, welches sie durchaus faszinierend durch das Buch zu transportieren verstehen. Auch wenn die teils religiös verbrämte Sprache („Kathedrale der Finsternis“, „Altäre der Tiefsee“, „Leben in der Krypta“) doch ein wenig deplaziert wirkt. Das aber ein Bewusstsein darüber, das „stecke Deinen Finger in das Meer und Du bist mit der ganzen Welt verbunden“ (durch alle Zeiten gar noch hindurch) eine Erkenntnis ist, die im Umgang mit der Erde und ihren faszinierenden Biotopen wichtig für die Einsicht in die Notwendigkeit eines schützenden Umdenkens ist, das ist sicherlich unbestritten. „Das dunkle Paradies“ bietet einen vielfachen, faszinierenden, ebenso wissenschaftlich wie persönlich gehaltenen Einblick in eine der Letzten, echten unbekannten Welten dieser Erde und zugleich einen Eindruck der Entwicklung der Welt, der Kulturlandschaft „Ozean“ und der Wissenschaftsgeschichte. Eine sehr zu empfehlende Lektüre.

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