Antje Hinz Russland hören

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Inhaltsangabe zu „Russland hören“ von Antje Hinz

Sonderedition im Schmuckschuber zum Schleswig-Holstein Musik Festival 2008 mit dem Motiv des Länderschwerpunktes Russland. Nominiert für den Deutschen Hörbuchpreis 2008 in der Kategorie "Beste Information"! Begründung der Jury: Solide produziertes, anspruchsvoll publiziertes Essay über die politische, religiöse und kulturelle Geschichte Russlands. Ein gelungenes Beispiel für Information. „Auch wenn man uns in sieben Wassern wäscht, bleibt unser russisches Wesen erhalten!“ Was macht sie aus - die „waschechte“ russische Seele, die der Dichter Iwan Turgenjew nicht ohne Stolz beschreibt? Ist es der orthodoxe Glaube, der Patriotismus, die tiefe Liebe zur eigenen Kultur, zu den Dichtern und Komponisten, die für das Volk stets moralische Anführer und Propheten waren? Sehen sich die Russen als Europäer oder als Asiaten? Woher nehmen sie ihren unerschütterlichen Überlebenswillen, ihre Hoffnung - über alle Kriege, Krisen und Katastrophen hinweg? Die Slawistin, Musikwissenschaftlerin und Rundfunkjournalistin Antje Hinz macht sich auf die Suche nach der russischen Seele: beginnend beim Gründungsmythos der Kiewer Rus, der Herrschaft der Rjurik-Fürsten und der Christianisierung Russlands über die fruchtbaren Einflüsse aus Byzanz, die Jahre der tataro-mongolischen Fremdherrschaft, die Zaren-Dynastie der Romanows bis zum Aufbruch der russischen Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts, über die Terrorherrschaft Stalins und bis zum Wandel Russlands unter Michail Gorbatschow mit Glasnost und Perestroika. Der bekannte Schauspieler Rolf Becker entführt den Hörer in imposante Kirchen zu den Schöpfern der „Fenster zu Gott“ – den prachtvollen Ikonen. Er besucht Kiew, Nowgorod, Sankt Petersburg und Moskau, berichtet von kühnen Fürsten, weltoffenen Handelsleuten, von Zaren und Zarinnen – grausam und machthungrig - aber auch weltoffen und kunstsinnig. Er trifft auf Märchenwesen wie die Hexe Baba Jaga und begegnet mit Originalzitaten den Helden der großen russischen Romane und Opern. Er durchstreift die künstlerische Avantgarde, skandiert ihre Manifeste und präsentiert ihre bahnbrechenden Schöpfungen. Und wirft einen Blick in die Zukunft Russlands, losgelöst von aktuellen politischen Ereignissen und Debatten. 01 Ungeklärte Anfänge: europäisch oder asiatisch? 02 Christianisierung: Entwicklung von Sprache und Schrift 03 Kiew: die Mutter aller russischen Städte 04 Nowgorod: die „neue Stadt“ unter westlichem Einfluss 05 Der Goldene Ring: Natur, Architektur und Volkskunst 06 Moskau: das dritte Rom und die Macht der Ikonen 07 Die Moskowitische Renaissance: Russlands Aufstieg zum Zarenreich 08 Kosakenaufstände und religiöses Theater: die Dynastie der Romanow 09 Aufbruch gen Westen: Sankt Petersburg unter Peter dem Großen 10 Französische Lebensart und italienische Oper: der Hof unter Katharina II. 11 Ein Zar gegen Napoleon für russische Ideale: Alexander I. 12 “Fenster nach Europa“: Sankt Petersburg in literarischen Portraits 13 Widerhall der russischen Kultur: das „Mächtige Häuflein“ 14 Sehnsucht nach erfüllter Liebe: Peter Tschaikowsky 15 Keimzelle für Demokratie und Geist: die russische Intelligenzija 16 Vom schwarzen Quadrat zum roten Stern: die russische Avantgarde 17 Höhensprünge: das Ballett unter Sergej Diaghilew 18 Verleumdung, Verfolgung und Willkür: Stalins Schreckensherrschaft 19 „Volksverbunden und massenverständlich“: der Sozialistische Realismus 20 Patriotismus, Glaube und Kultur: Russland im Umbruch

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  • Rezension zu "Russland hören" von Antje Hinz

    Russland hören
    Sokrates

    Sokrates

    04. December 2011 um 13:35

    Auch dieser Teil der Reihe ist ein Hörerlebnis: intelligent, aufwendig recherchiert, anspruchsvoll und äußerst ansprechend führt das Hörbuch den Hörer durch die Frühgeschichte Russlands, die ersten Besiedlungen, weiter zur Formierung der ersten Städte, den ersten Herrschern, bis hin zu den ersten Zaren: Iwan der Schreckliche sei genannt. Nicht ungenannt – weil für die russische Geschichte elementar – bleiben Peter der Große und Katharina die Große. Neben rein historischen Ereignissen werden auf Religion, Philosophie und Literatur eingegangen; Tolstoi und Dostojewski finden einen Platz, genauso wie die bäuerliche Kultur, Volksmusik und Volksmärchen, die russisch-orthodoxe Religion und – im frühen 20. Jahrhundert – die in Russland stark hervortretende Avantgarde (Kandinsky etc.). Ein wahrlich breiter Rundumschlag – aber es lohnt sich!

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  • Rezension zu "Russland hören" von Antje Hinz

    Russland hören
    HeikeG

    HeikeG

    14. August 2008 um 17:18

    Kluge Köpfe haben große Ohren Eine musikalisch illustrierte Reise durch die Kulturgeschichte Russlands. Von den Mythen bis in die Gegenwart. Die Jury des Deutschen Hörbuchpreises hat auf der Leipziger Buchmesse den kleinen Silberfuchs-Verlag aus Kayhude für den "Deutschen Hörbuchpreis 2007" in der Kategorie "Beste verlegerische Leistung" für die Reihe "Länder hören" nominiert. Kayhude? "Hier in Kayhude kann ich in der Natur leben und arbeiten", berichtet Corinna Hesse - eine der zwei Gründerinnen. Seit drei Jahren lebt die Musikwissenschaftlerin und Journalistin in dem Dorf an der Alster. 2006 gründete sie mit ihrer Kollegin Antje Hinz den Silberfuchs-Verlag. Beide schreiben, konzipieren und gestalten anspruchsvolle Hörbücher über Länder und ihre Kulturen, über Kunst, Literatur und Musik. Und alle zeichnet ein fundiert recherchierter Inhalt in einer spannenden, lebendigen, abwechslungsreichen und ausdrucksstarken Aufbereitung aus. Hinzu kommt außerdem eine hochwertige, künstlerisch gestaltete Verpackung. Der Sprecher - Schauspieler Rolf Becker - ist dabei eine Idealbesetzung. Beckers sonore und wohl modulierte Stimme ist schon fast so etwas wie das Markenzeichen der Hörbuch-Reihe. Auch die neueste Produktion "Russland hören" reiht sich nahtlos und ohne Abstriche in die bereits erschienen Länderporträts Chinas, Japans, der Niederlande und Ungarns ein. Die russische Kulturgeschichte ist facettenreich, so wie das riesige Land, welches sich über zwei Kontinente erstreckt und mit der Gründung Kiews im Jahr 482 seinen Ursprung fand. "Kaum ein Volk ist so stolz auf seine Dichter und Künstler wie das russische und fühlt sich der eigenen Kultur näher als der Politik. Wohin sollen sie sich orientieren? In Russlands Brust schlagen zwei Seelen: eine östliche und eine westliche, so wie Petersburg als der Kopf und Moskau als das Herz des Landes gilt." Russland zwischen Ost und West ist das Thema dieser knapp 80 minütigen CD. Geht eine derartige Straffung nicht zu Lasten der Qualität? Es funktioniert und zwar mittels einer exzellenten Erzählstruktur, die Wesentliches betont, Neugier auf angerissene Themen weckt und auch den Humor nicht zu kurz kommen lässt, so im Kapitel über die Christianisierung Russlands: Der alkoholfeindliche Islam, so heißt es bereits der berühmten Nestor-Chronik, hatte keine Chance, denn "Trinken ist die Freude unseres Reiches und wir können nicht ohne es auskommen". Die wichtigsten geschichtlichen und kulturellen Ereignisse werden harmonisch mit Gesängen aus der griechisch- und russisch-orthodoxen Liturgie oder aber Werken großer russischer Komponisten wie Schostakowitsch, Rachmaninow und Tschaikowski unterlegt und verschmelzen so zu einer russlandtypischen Einheit. Auch wenn die Musik manchmal einen zu dramatischen Effekt erzeugt, erlebt der Hörer eine ungewöhnlich anregende Reise durch Zeit und Raum von den ersten Anfängen der Waräger bis in die moderne Neuzeit, ein Abtauchen in eine andere Kultur. Da gibt es prachtvolle Kirchen und mächtige Städte wie Kiew, Nowgorod, Sankt Petersburg und Moskau zu bestaunen, tapfere Fürsten, blutrünstige Herrscher, heimtückische Hexen und visionäre Helden kreuzen die Bahn. Der Hörer lauscht staunend den alten Volksliedern, modernen Opern und interpretierten Texte. Becker skandiert Manifeste und zitiert Gedichte. So klingt Kulturgeschichte lebendig, wird die Suche nach der russischen Seele zur ebenso unterhaltsamen wie lehrreichen Entdeckungsreise. Aber auch die Schattenseiten des Landes werden beleuchtet. Ein eigenes Kapitel widmet sich den Folgen der Herrschaft Stalins bis ins Jahr 1953, einer Zeit, geprägt von grausamen Hungersnöten und Zwangsarbeit. Ergänzt wird alles durch ein sehr liebevolles und aufwendig gestaltetes sechzehnseitiges Booklet mit russischen Ikonenbildern und historischen Darstellungen aus der Geschichte Russlands. Eine Zeittafel der Geschichte des Landes zum Nachschlagen ergänzt die Erzählungen. Den Hörer erwarten anspruchsvolle Informationen in zwanzig kurzen etwa fünfminütigen Kapiteln. Dieses Hörbuch ist ein guter Einstieg, ein erster Überblick für Russland-Neulinge. Aber auch für Russlandkenner bietet es genügend Neues, macht Lust, Vergessenes oder noch Unbekanntes nachzulesen. Der mittlerweile wirtschaftlich selbstständige Verlag, dessen Name sich aus einer indianischen Mythologie ableitet, dessen Schöpfer - mit Namen Silberfuchs - die Welt durch Gesang (die einzige Kunst, die aus dem Inneren des Menschen kommt) schuf, arbeitet bereits an weiteren interessanten Projekten. Die Edvard-Grieg-Gesellschaft hat für ein Hörbuch zum 100. Todesjahr des Komponisten angefragt. Auch ein Hörbuch über Johannes Brahms ist geplant. Man darf gespannt sein. Fazit: Der Begründung der Jury zu Nominierung für den "Deutschen Hörbuchpreis 2007" kann kommentarlos zugestimmt werden: "Diese hochwertigen Reiseführer fürs Ohr verbinden Information, Literatur und Musik auf ganz besondere Weise und sind zudem wunderschön ausgestattet." "Russland hören" gehört unbedingt dazu!

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