Antje Joel

 5 Sterne bei 1 Bewertungen
Autor von Prügel und Jagd.

Lebenslauf von Antje Joel

Antje Joel, geboren 1966, arbeitet seit 1994 als freie Journalistin und Autorin. Ihre Texteerschienen unter anderem in der Süddeutschen Zeitung, der Brigitte, im Tagesspiegel und imSpiegel. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Axel-Springer-Preis und der Egon-Erwin Kisch-Preis.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Prügel

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Neu erschienen am 28.01.2020 als Taschenbuch bei ROWOHLT Taschenbuch.

Alle Bücher von Antje Joel

Cover des Buches Prügel (ISBN:9783499680434)

Prügel

 (1)
Erschienen am 28.01.2020
Cover des Buches Jagd (ISBN:9783499632792)

Jagd

 (0)
Erschienen am 13.03.2018

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Rezension zu "Prügel" von Antje Joel

Gewalt beginnt nicht erst mit Schlägen - ein erhellendes und wichtiges Buch
virginiestorm_autorinvor einem Monat

Als er endlich zuschlug, war Antje Joel auf eine ernüchternde Art erleichtert:

»Denn nun hatte seine Gewalt endlich eine Form angenommen, die unübersehbar, die belegbar war. Nicht nur gegenüber anderen. Auch gegenüber mir selbst.«


Was ist noch Disziplinierung, was noch Humor und was ist schon Gewalt?


»Oft wissen Frauen auch nicht, ob sie vergewaltigt wurden. (...) Sie sind nicht sicher, ab wann man sagen kann, dass das, was sie erlebt haben, definitiv eine Vergewaltigung war.«


Das Buch ist vollgepackt mit persönlichen Erfahrungen der Journalistin Antje Joel, mit ihren Erlebnissen im Frauenhaus, dem Jugendamt, dem Scheidungsrichter, der Polizei, den Nachbarn und den Eltern.


Doch sie erzählt nicht nur von ihrer privaten Odyssee. Sie hat auch mit Menschen gesprochen, die mit dem Thema “Gewalt” zu tun haben wie dem Forensiker Evan Stark, der bei seinen Forschungen Männer nach den Gründen für ihre Gewalt befragt hat. Oder dem Engländer Lundy Bancroft, der seit 30 Jahren mit Tätern arbeitet.


Joel schreibt über Sprache, über Definitionsmacht und die für Außenstehende oft unerklärliche Frage: “Warum bleibt eine Frau jahrelang bei einem prügelnden Partner?”.


Sie räumt mit destruktiven Mythen auf: dass die schlimme Kindheit des Mannes schuld sei an seinen Aggressionen. Dass er nicht über seine Bedürfnisse sprechen könne.


»Ein Gewalttäter will nur dann auf sein Kindheitstrauma aufmerksam machen, wenn er es als Entschuldigung nutzen kann, so zu bleiben wie er ist. Nicht, wenn es Anlass sein sollte, dass er sich ändert.«


Sie würden auch nicht die Kontrolle verlieren, sondern die Einschüchterung und Gewalt sei ein effektives und wirksames Mittel, um schnell zu bekommen, was sie wollten.


Die Frauen dagegen glaubten: “Wenn ich ihn nur ein bisschen mehr lieben würde, würde er geheilt werden!”


Häusliche Gewalt höre nie auf.

Den offiziellen Zahlen nach sei es nicht vorbei, wenn man es geschafft habe, sich zu trennen. Denn gerade die getrennt lebenden Frauen seien besonders gefährdet.


Es sei keine Gewaltprävention, Frauen dazu aufzufordern, Männer nicht unnötig zu provozieren. Den Männern selbst obliege die Verantwortung darüber, wie sie sich verhalten.


Interessant, das Gesetz “Claires Law” aus England, nach dem Frauen (und Männer), die ihren Partner als bedrohlich erleben, bei der Polizei Akteneinsicht verlangen können.


Die Autorin schreibt über Tina Turner, Trump und Hillary Clinton, über Entschuldigungen, Rechtfertigungen, Rollenbilder, Macht und Amokläufe.


Sehr konstruktiv fand ich auch die Darstellung der Unterschiede eines Gewaltpräventionskurses und einer Paar-/Therapie. Denn Therapie schade oft eher, als dass sie helfe.

Der Gewalttäter wolle sich selten ändern, eher suche er sich eine neue Frau, bei der er seine Strategien weiterhin anwenden könne.

Ursache der Gewalt sei die Einstellung, dass den Männer die Kontrolle über die Frau zustehe. 


Ein mutiges, persönliches sowie informatives Buch, das die Mechanismen von Gewalt, erste Warnzeichen und Lösungen beschreibt.



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