Antje Kunstmann

 4 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor*in von Lauter leise Kinder.

Lebenslauf

Antje Kunstmann, geboren 1974, ist Redakteurin bei der Brigitte, im Ressort Gesundheit. Außerdem schreibt sie regelmäßig zu den Themen Psychologie, Familie und Erziehung. Sie ist promovierte Biologin, lebt in Hamburg und hat vier Kinder. Alle sind eher introvertiert, genauso wie ihre Mutter.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Antje Kunstmann

Cover des Buches Lauter leise Kinder (ISBN: 9783864932304)

Lauter leise Kinder

 (4)
Erschienen am 26.10.2022

Neue Rezensionen zu Antje Kunstmann

Cover des Buches Lauter leise Kinder (ISBN: 9783864932304)
dasbuchzuhauses avatar

Rezension zu "Lauter leise Kinder" von Antje Kunstmann

Die Stärken der leisen Kinder
dasbuchzuhausevor 8 Monaten

Meist geht es bei den leisen, den introvertierten Kindern darum, dass ihnen gesagt wird, dass „sie mal aus sich herausgehen sollen“ oder „sich in der Schule einfach mehr melden sollen“. Viel zu selten sprechen wir von ihren Stärken und dass es gut ist, wie sie sind. „Lauter leise Kinder“ verspricht schon im Untertitel „Vom Glück, ein introvertiertes Kind zu haben“ etwas anderes.


„Lauter leise Kinder“ ist ein Buch über die stillen, die leisen Kinder. Manchmal sind sie einfach ruhig, manchmal gibt es die, die schüchtern sind (schüchtern heißt nicht introvertiert), es gibt hochsensible Kinder, die ruhig sind und noch viele weiter Facetten der stillen Kinder.


Das Buch ist in die folgenden Kapitel unterteilt:


Vorwort

Von still zu stark – lasst uns die Perspektiver wechseln

Das Einmaleins der Stille – oder was hat mein Kind mit Barack Obama zu tun?

Ist Stillsein angeboren oder anerzogen?

Leise Mädchen, laute Jungen? Warum Stillsein (k)eine Frage des Geschlechts ist

Gut gemacht! – Die Stärken der Stillen

Die stille Revolution oder – wer darf mit zum Mars?


Antje Kunstmann geht darauf ein, dass stille Kinder oft nicht nur nicht unterstützt, sondern auch oft nicht wahrgenommen werden, was dazu führen kann, dass sie sich nicht akzeptiert fühlen, vor allem, wenn ihnen das Stillsein auch noch vorgeworfen wird. Stille Kinder brauchen genauso Anerkennung wie die lauten und wenn sie nicht gesehen werden, kann es auf das Selbstwertgefühl und die Motivation schlagen. Antje Kunstmann fragt zu Recht „Wie anders und wie viel besser wäre die Schulzeit für sie und andere stille Kinder, wenn sie ihr Selbstbild nicht immer wieder verteidigen müssten gegen die Erwartungen, sie sollten anders sein als sie sind?“


Auch geht sie darauf ein, wie wir die ruhigen Kinder bestärken können und wie wichtig es ist, dass die Welt nicht nur aus Extrovertierten besteht. Introvertiertheit und Selbstbewusstsein schließen sich nicht aus, auch laut sein, eine Rampensau sein, ist als introvertierter Mensch möglich. Wir brauchen danach nur eine Pause, um uns von den Menschen zu erholen. „Lauter leise Kinder“ ist auch ein Aufruf an all diejenigen, die mit Kindern zu tun haben, auch den leisen Kindern Aufmerksamkeit und Anerkennung zu geben. Traut ihnen etwas zu! Durchsetzungsvermögen und Intelligenz hat nichts mit Lautstärke zu tun.


Eine Gesellschaft profitiert davon, dass die Menschen unterschiedlich sind. Deshalb ist es wichtig, schon Kindern dies mitzugeben und sie zu stärken. Das ist das, was mir an dem Buch gefällt. Es holt uns auch als Eltern noch einmal ab und hilft uns, einen Schritt zurückzugehen, um die Situation von außen zu betrachten und relaxter zu sein. Schön, wenn der Kumpel vom Kind schon aufsteht und das Busticket allein kaufen kann. Das eigene Kind braucht noch ein wenig Unterstützung und wird es dann machen, wenn es sich soweit fühlt. Dies ist nicht leicht zu akzeptieren, aber wir tun unserem Kind einen Gefallen, wenn wir ihm Zeit geben, auch wenn andere eine andere Meinung dazu haben im persönlichen Umfeld.


„Lauter leise Kinder“ ist ein Buch, dass Eltern leiser Kinder hilft, diese besser zu verstehen und zu stärken und Geduld mit der lauten Gesellschaft um sie herum zu haben. Und auch für diejenigen, die sich als Lehrer*innen, Erzieher*innen, Trainer*innen mit Kindern beschäftigen, ist es ein hilfreiches Buch zu mehr Verständnis und mehr Wahrnehmung der

Cover des Buches Lauter leise Kinder (ISBN: 9783864932304)
Osillas avatar

Rezension zu "Lauter leise Kinder" von Antje Kunstmann

Über die Bereicherung der Gesellschaft durch leise Kinder.
Osillavor einem Jahr

"Lauter leise Kinder" … ein vielversprechender Titel! Denn, wenn ich so darüber nachdenke, sieht man doch immer wieder Ratgeber über Kinder, die laut oder unruhig sind, die auffallen. Was aber ist mit den leisen Kindern und Menschen in unserer Gesellschaft? In der Schule gehen sie gerne mal unter und müssen sich immer wieder anhören, dass sie doch ein bisschen mehr am Unterricht teilnehmen sollen. Aber was bringen jene leisen Kinder mit sich? Was ist positiv am Leisesein? Wieso kann man Kinder nicht so nehmen, wie sie sind? Die Klärung all dieser Fragen habe ich mir von diesem Buch erhofft. Aber so richtig ist der Funke nicht übergesprungen. Als Mutter eines leisen Kindes habe ich nichts wirklich neues gefunden und hatte das Gefühl, dass sich die Autorin ziemlich im Kreis drehte. Für Lehrer oder Erzieher ist dieses Buch aber sicherlich gut geeignet, denn hier können sie mal ihren eigenen Blickwinkel wechseln und vielleicht etwas offener für leise Kinder werden.

Die Autorin:

Antje Kunstmann (geboren 1974) ist Mutter von vier eher introvertierten Kindern und bezeichnet sich selbst auch als introvertiert. Sie arbeitet als Redakteurin bei der Brigitte und schreibt regelmäßig zu den Themen Psychologie, Familie und Erziehung. Die promovierte Biologin lebt in Hamburg.

Inhalt:

„An ruhige Kinder werden gerne Forderungen herangetragen, lebhafter zu sein, oder mehr aus sich herauszukommen. In unserer extrovertierten Welt fallen sie zunehmend auf, werden pathologisiert und mit Skepsis betrachtet. Dabei steckt so viel Stärke in den Stillen! Ihr Einfühlungsvermögen, ihre Fantasie, ihre Unabhängigkeit und Konzentration etwa. Damit diese Kinder nicht übersehen werden, müssen Bezugspersonen die Talente der Ruhigen erkennen, wertschätzen und fördern. Antje Kunstmann macht Mut, dass die stillen Kinder genau so richtig sind, wie sie sind. Eine Entlastung für alle Eltern von schüchternen, hochsensiblen oder introvertierten Kindern!“ (Klappentext)

Kritik und Fazit:

Das Cover zeigt ein lesendes Kind auf einer Leiter sitzend. Im Hintergrund schweben Blumensamen. Es wird also auf jeden Fall ein – in diesem Moment – stilles Kind dargestellt. Der rosé-farbene Hintergrund lässt das Buch etwas mädchenhaft wirken, was ich nicht ganz so passend finde, da es ja auch stille Jungen gibt. Der Titel ist in großen Buchstaben unterschiedlicher Farben gestaltet worden. Vor allem jene Worte erregten mein Interesse an dem Buch.

Die Autorin setzt sich dann auch ziemlich bald mit einigen Begriffserklärungen wie Intoversion, Extroversion, Hochsensibilität und Schüchternheit auseinander. Dabei schlägt sie einen leichten und gut verständlichen Ton an, sodass man ihr sprachlich jederzeit gut folgen kann. Was mich im gesamten Buch allerdings sehr störte, waren die vielen Studien, die genannt wurden. Für mich bedeutete das immer wieder einen Bruch im Lesefluss und ich hätte mir daher lieber eine runde Zusammenfassung dessen gewünscht, als die ständige Aufzählung. Das wurde dann einfach zu viel, um alles greifen zu können, sodass das Lesen recht ermüdend war. So jagte eben leider eine Studie die nächste.

Es fehlte mir auch eine klare Struktur innerhalb der Kapitel, ich erkannte kaum einen roten Faden und das macht es schwer, inhaltlich zu folgen. Immer wieder kommt es dann zu Wiederholungen aus anderen Kapiteln, die vielleicht Sinn machen, wenn man das Buch nicht von vorne bis hinten liest. Allerdings bietet sich ein Springen im Buch nicht wirklich an, wenn man sich mit der komplexen Thematik stiller Kinder auseinandersetzen möchte.

Zitat: "Es macht eben auch unabhängig, wenn man gut mit sich selbst sein kann." Antje Kunstmann: Lauter leise Kinder (Seite 181)

Die Autorin diskutiert lang und breit über die Unterschiede von introvertiert, schüchtern und hochsensibel, was ich im Prinzip gut fand, jedoch sind auch hier die Übergänge fließend und so lassen sich die Begriffe nicht immer klar voneinander abgrenzen. Mutismus wird allerdings dann mit keinem Wort erwähnt. Das finde ich schon sehr schade, weil es definitiv zum Thema „stille Kinder“ gehört und leider sowieso schon viel zu selten benannt wird. Bei einem Buch, dass sich genau dieser Thematik aber annimmt, hätte ich diesen Aspekt wirklich gerne zu Papier gebracht gesehen. Vor allem, da die Autorin Erfahrungsberichte einiger stiller Kinder anfügt und einer davon (S. 135/136) definitiv in des Spektrum des Mutismus fällt. Hier sollte mit einem gesonderter Blick drauf hingewiesen werden, dass nicht jedes stille Kind sich dazu entscheidet, weniger zu sprechen. Sondern dass es eben auch den Fall gibt, dass sie einfach in gewissen Situationen nicht sprechen können. Das hat dann nichts mehr mit dem eigenen freien Willen zu tun. Das Kind in dem oben erwähnten Erfahrungsbericht ist nicht einfach nur still, es ist blockiert. Erst gegen Ende des Buches reißt die Autorin das Thema Angststörungen an. Viel zu spät, wie ich finde.

Gut empfand ich aber die Darstellung, welche Bereicherung leise Kinder sein und welche Begabungen daraus resultieren können. Was leise Kinder durch ihre Ruhe und den häufigen Fokus nach innen, sowie ihrer Beobachtungsgabe alles lernen und erfassen können zum Beispiel. Dass ihre Konzentration, die Detailwahrnehmung, die Empathie, das analytisches Denken und die Beharrlichkeit Eigenschaften sind, die in unserer Gesellschaft enorm wichtig sind. „Ich bin gern allein.“ ist da eine häufige Aussage, die zeigt, dass es okay ist, introvertiert und nicht immer mit vielen Menschen in einer Gruppe unterwegs zu sein.

Im fünften Abschnitt des Buches dreht sich dann alles um die Stärken stiller Kinder. Am Ende der einzelnen Unterkapitel bietet die Autorin ein paar Strategien an, die sich aber doch öfters wiederholen. Das macht wohl Sinn, wenn man quer liest, als chronologischer Leser möchte man irgend wann aber einfach nur noch weiterblättern. Diese Wiederholungen spiegeln auch die Texte an sich wieder. Es dreht sich eigentlich immer wieder alles um die selben Themen. Ständig werden Vergleiche zwischen extrovertiert zu introvertiert gemacht. Gleichzeitig sollte aber doch einfach der Fokus auf die leisen Kinder gesetzt werden, das ginge auch ohne ständige Vergleiche.

Zitat: "Die lauter werdende Welt verändert das Leben der Leisen." Antje Kunstmann: Lauter leise Kinder (Seite 219)

Ein besonderes Augenmerk liegt immer wieder auf der Schule und der mündlichen Mitarbeit. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es zum Problem werden kann, wenn man sich mündlich nur selten beteiligt, weil man eben ein stiller Mensch ist. Sowas zieht sie Noten runter und immer wieder wird von den leisen Kindern erwartet, dass sie aus sich herauskommen, dass sie sich verbiegen, damit sie in das veraltete Bewertungssystem der Schule reinzupassen haben. Besonders Lehrer erfahren in diesem Buch, wieso leise Kinder im Unterricht wenig sprechen. Sie erkennen dann vielleicht auch, dass man leisen Schülern einfach etwas mehr Zeit geben sollte, damit sie alles zu Ende gedacht haben, um Sicherheit zu bekommen und weil sie nicht platt einfach Dinge wiederholen wollen, weil das, was sie beitragen, den Unterricht voranbringen soll.

"Lauter leise Kinder" ist vielleicht eher etwas für Menschen, die stille Leute verstehen wollen, weil sie es bisher nicht begreifen konnten. Für mich, als Mutter eines stillen Kindes, war hier nichts Neues dabei. Ich brauchte keine Bestätigung, das mein Kind genau so richtig und gut ist, wie es ist. Aber vielleicht gibt es ja da draußen tatsächlich Eltern, die diese Bestätigung benötigen. Ich hab ein introvertiert Kind, war in meiner Jugend auch eher introvertiert, und hab vielleicht von Natur aus ein besseres Verständnis dafür. Für mich was das hier Geschriebene alles selbstverständlich. Für den ein oder anderen Lehrer könnte die Lektüre dieses Buches aber ein AHA-Erlebnis sein.

Cover des Buches Lauter leise Kinder (ISBN: 9783864932304)
Cloudy-73s avatar

Rezension zu "Lauter leise Kinder" von Antje Kunstmann

Entlastung für Eltern
Cloudy-73vor einem Jahr

Mit diesem Buch werden Eltern so entlastet, weil sie hören, dass stille Kinder genauso richtig sind wie sie sind. Ich habe mich in den Erfahrungen der Autorin, die Mutter von vier stillen Kindern ist, unbedingt wiedergefunden und verstanden gefühlt. 


Sie untergliedert in Introversion, Schüchternheit und Hochsensibilität und gibt auch Checklisten an die Hand, an deren man sein Kind (oder sich selbst) einordnen kann. Und das fand ich so hilfreich, auch mit dem Hintergrund, dass das Stillsein auch eine Stärke sein kann und das auch langsam aber sicher in der Gesellschaft, bzw. den Schulen ankommt. 


Die Autorin schildert das Thema super interessant und lockert immer wieder mit persönlichen Geschichten ihrer vier Kinder auf, ebenso kommen lässt sie Briefe anderer Kinder und die Ergebnisse von Gesprächen mit vielen Expertinnen und Experten mit einfließen lassen. 


Insgesamt ist es ein tolles, hilfreiches Buch für die Eltern stiller Kinder, aber auch für Erwachsene, die selbst mit diesem Thema zu tun haben. Sie gibt Tipps an die Hand, wie man in dieser lauten Welt bestehen kann, ohne sich verbiegen zu müssen. 


„Liebe leise Kinder, bleibt ruhig wie ihr seid! Es ist ein großes Geschenk für euch und für andere.“ So schön! ♥️


Leseempfehlung! 5/5 🌟🫶

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 10 Bibliotheken

auf 1 Merkzettel

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks