Antje Melanie Rieche

 4.5 Sterne bei 13 Bewertungen

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Das Mädchen, das sie irre nannten: Roman

Das Mädchen, das sie irre nannten: Roman

 (13)
Erschienen am 11.06.2019

Neue Rezensionen zu Antje Melanie Rieche

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Rezension zu "Das Mädchen, das sie irre nannten: Roman" von Antje Melanie Rieche

Eine Geschichte unter die Haut geht
CorinaPfvor 4 Tagen

Inhalt:

In diesem Buch begleiten wir Hanna. Hanna lebt in Polen zur Nachkriegszeit. Dort lebt man nachdem Kommunismus. Alle sind gleich und man muss dies tun was einem der Staat vorschreibt. Die Familie lebt dies und Hanna merkt schnell, dass sie nicht dazu passt. Sie ist bringt sich immer wieder in Schwierigkeiten und sie weiß oft nicht warum sie bestraft wird, da man als Kind keine Erklärungen bekommt. Ihre Schwester dagegen fügt sich komplett und will es den Eltern immer recht machen. Hanna besucht heimlich immer wieder ihre Großmutter und diese zeigt ihr, dass nicht alles stimmt was die Eltern lehren.
Muss sich  Hanna fügen oder kann sie dem vorgeschrieben Leben entfliehen?

Schreibstil:

Der Schreibstil war sehr flüssig manchmal nachden Kapiteln etwas abgehackt. Ich kam schnell in die Geschichte hinein und fand auch die Protagonistin von Anfang an sympatisch. Es ist aus der allwissenden Person geschrieben jedoch bleibt die Sichtweise meist bei Hanna.

Protagonistin:

Hanna ist ein sehr wissbegieriges Kind. Sie fragt immer nach und bekommt keine Antworten. Sie versteht die Welt um sich nicht doch keiner kann ihr dabei die Fragen benatworten. Bis sie mehr Zeit mit ihrer Großmutter verbringt.

Nebencharaktere:

Marta ist die ältere Schwester von Hanna. Sie macht alles was ihre Eltern  von ihr verlangen. Doch sie kann es nie ihren Eltern rechtmachen. Sie fühlt sich von ihrer Schwester immer in den Schatten gestellt und ihr bereitet es freude ihre Schwester bei der kleinsten Gelegenheit zu verpfeifen. Leider hinterfragt sie nie die Werte und Taten ihrer Eltern.

Die Großmutter lebt neben der Familie aber sie darf zu keinem Gebrutstag oder Feier. Die Kinder werden von ihr ferngehalten und sie wird als verrückt deklariert.  Doch als sie Hanna sieht und ihr drang mehr zu wissen, blüht sie auf. Sie lernt Hanna immer mehr und zeigt ihr dass es mehr gibt als der Staat und die Eltern ihr vorgeben.

Das Cover:

Das Cover finde ich nicht ansprechend. Wenn ich es im Laden gesehen hätte wäre ich daran weitergegangen. Es ist für das Buch passend aber auch sehr unscheinbar.

Fazit:

Mir hat die Geschichte gefallen, auch dass es sich um eine wahre Geschichte teilweise handelte hat mir gut gefallen. Der Schreibstil sowie die Protagonistin waren gut. Ich gebe dem Buch deshalb 4 Sterne.


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Rezension zu "Das Mädchen, das sie irre nannten: Roman" von Antje Melanie Rieche

Kein einfaches Schicksal
mabuerelevor 8 Tagen

„...Nimm niemals eine Frage zurück, wenn du sie erst einmal gestellt hast! Denn wenn du das tust, wirst du niemals eine Wahrheit herausbekommen. Und selten kommt die Wahrheit auf einer federweichen Wolkendecke daher, hörst du!...“


Wir schreiben das Jahr 1956. In den polnischen Dörfchen Modlica lebt die fünfjährige Hanna zusammen mit ihren Eltern und der älteren Schwester Marta. Hanna ist wissbegierig. Doch das passt nicht ins Weltbild des Vaters. Kinder haben zu gehorchen, zuzugreifen, wenn es erforderlich ist, und still zu sein. Marta lebt danach. Die Handreichungen, die schon von Kindern in diesem Alter verlangt wurden, ließen mich den Kopf schütteln.

Dem Elternhaus gegenüber lebt die Großmutter. Sie spricht Deutsch. Der Vater verbietet jeden Kontakt mit ihr. Zu ihrem 6. Geburtstag aber entwischt Hanna ihren Eltern für kurze Zeit und geht zu ihr. Obige Worte stammen von der Großmutter.

Die Autorin hat ein spannendes und bewegendes Lebensbild beschrieben. Im Mittelpunkt steht die Diskrepanz zwischen Anpassung und Auflehnung.

Der Schriftstil ist dem ernsten Thema angepasst. Die Widersprüche in der Familie werden schnell deutlich. Da ist zum einen der konservative Erziehungsstil, der Bildung für Mädchen als unnötig ansieht. Zum anderen aber versucht der Vater alles, um sich als braver Staatsbürger ins kommunistische System einzufügen. Trotzdem schickt er seine Kinder regelmäßig zur Beichte. Nicht nur das Stellen von Fragen, auch das Lesen ist verpönt und wird kritisch beäugt.

Erschwerend kommt hinzu, dass zwischen Marta und Hanna eine permanente Spannung besteht. Marta nutzt jede Gelegenheit, um Hanna anzuschwärzen. So sagt sie zu Hanna:


„...Vater würde böse werden, wenn du nicht aufhörst, so wissbegierig zu sein. Eine Frau verpflichtet sich nur dem Heim, dem Herd und, wenn es denn sein muss und weil Mutter es so will, höchstens noch der Kirche...“


Auch das Schulsystem auf dem Dorf ist noch nicht in der neuen Zeit angekommen. Ausschluss vom Unterricht ist noch eine der harmloseren Erziehungsmethoden.

Die Großmutter gibt Hanna ein Buch zu lesen, das ihr eine andere Welt zeigt und ihr Weltbild auf den Kopf stellt. Sie bringt ihr auch heimlich Fahrradfahren bei. Und sie ermahnt sie:


„...Es wird in deinem Leben unzählige Dinge geben, die du nicht verstehst. […] Denn niemals darf dich etwas davon abhalten, Dinge zu tun, die du für richtig hältst. Du musst eine Resilenz aufbauen, die auch in den schwierigsten Situationen unerschütterlich bleibt...“


Nach dem Tode der Großmutter aber wird sich Hanna wie gewollt in die Familie einfügen. Dann bringen zwei Ereignisse ihr Leben mit 15 Jahren gründlich durcheinander. Zum einen findet sie Briefe, die belegen, dass das Leben der Familie auf einer Lüge aufgebaut ist. Zum anderen lernt sie während einer Ferienreise mit Mutter und Schwester einen jungen Mann kennen, der ihr zeigt, dass auch in Polen ein fortschrittliches und selbstbestimmtes Leben möglich ist. Doch die Mutter ist schneller und erzwingt die Abreise.

Sehr genau wird Hannas Einsamkeit dargestellt. Auf Unterstützung in der Familie kann sie nicht hoffen. Anfängliche Auflehnung weicht einer bewussten Verschleierung ihrer Pläne.

Erst am Ende wird klar, welche Ereignisse den Vater zu dem Mann gemacht haben, der er geworden ist. Es sollte weitere Jahre dauern, bis Marta erneut vor Hanna stand. Nun erklärt ihr Hanna den Unterschied zwischen Leben und Überleben.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt am konkreten Beispiel, welche Spuren der Krieg auch für die Nachkriegsgeneration hinterlassen hat.

Kommentare: 3
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Rezension zu "Das Mädchen, das sie irre nannten: Roman" von Antje Melanie Rieche

Das Mädchen, das sie irre nannten
LadyJancelotvor 8 Tagen

Danke für das Rezensionsexemplar!

Eventuelle Mini-Spoiler enthalten!

✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰

>> Inhalt <<

Hanna, oder auch Hania genannt, wächst in den 50er Jahren in einem kleinen Dorf in Polen auf.
Schon früh wird ihr beigebracht, wie sich eine Dame zu verhalten hat. Was sie (nicht) zu sagen oder zu tun hat, ebenso werden ihr die Konsequenzen aufgezeigt, wenn sie sich nicht an diese gesellschaftlichen Regeln hält. Da Hanna sich jedoch sehr dagegen wehrt, bleiben Strafen seitens des Vaters selten aus, von Mutter oder Schwester Marta ist wenig Hilfe zu erwarten.
Hanna erlebt eine schwere Kindheit, die sie ohne ihre "verrückte" Großmutter vermutlich nicht überlebt hätte - oder ohne die verbotenen Bücher, die ihr geschenkt wurden.

✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰

>> Charaktere <<

Protagonistin Hanna ist ein sehr eingenwilliges Kind, das Gedanken immer laut ausspricht - zu ihrem Leidwesen. Ihre Kindheit wird geprägt von häufigen und brutalen Strafen vom eigenen Vater und dem ständigen Hass, den ihr ihre ältere Schwester Marta entgegenbringt. Auch der Verlust ihrer einzigen Freundin macht ihr sehr zu schaffen. Dennoch zeugt Hanna von einer starken Person, die nicht leicht aufgibt und sich trotz Strafen immer wieder den gesellschaftlichen Gepflogenheiten widersetzt.

Marta, Hannas ältere Schwester, die sie zu Beginn des Buchs reuevoll aufsucht, ist durchgehend genervt und angewidert von Hanna. Als die "bessere Frau" von den beiden ist sie jedoch auch die weniger intelligente und hässlichere, was sie Hanna sehr übel nimmt. Sie unterstützt ihre kleine Schwester nie und macht sie fast durchgehend fertig.

Hannas Großmutter ist die einzige Person in ihrem Leben, die ihr wirklich einen Halt geben kann. Obwohl sie als verrückt deklariert und aus dem gesellschaftlichen Leben des Dorfes komplett ausgeschlossen wird, gewinnt Hanna sie sehr lieb und besucht sie heimlich. Sie schenkt ihr Bücher und unterstützt sie in ihrem eigenständigen Denken - eine richtig tolle Oma eben.

✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰

>> Fazit <<

Der Schreibstil des Buches war flüssig und leicht und angenehm zu lesen. Einige kleine formale Fehler haben sich zwar eingeschlichen, sind aber nicht weiter erwähnenswert.

Der gesamte Roman hat eine generelle düstere Stimmung. Hannas Kindheit ist nicht schön, sie wird oft geschlagen oder ihr werden Haare ausgerissen. Von Seiten ihrer Schwester schlägt ihr ungezügelter Hass entgegen. Wirklich schöne Momente gab es in Hannas Leben nicht - ebenso wie im Buch. Ich persönlich empfand diese Tatsache manchmal als sehr störend. Kurze Einblicke in die Treffen mit Hannas Großmutter waren das einzige, was einißermaßen schön an Hannas Leben war. Ansonsten bekommt man auch als Leser nicht viel von den guten Seiten des Lebens zu sehen, was das Lesen oft sehr anstrengend gemacht hat.
Ich als Leser entwickelte einen großen Hass auf Hannas Familie, die ihre Tochter wie ein Stück Dreck behandelt und musste öfters das Buch zur Seite legen, um eine Verschnaufpause zu machen.
Kurz gesagt: Zu viel Schlechtes, zu wenig Gutes.

Als persönliche Empfehlung würde ich das Buch jedem nahelegen, der gerne in die Geschichte abtaucht und starke Nerven hat. Denn, dass alle Gefühle wirklich sehr detailliert geschildert werden und man richtig mit Hanna mitfühlt, lässt sich nicht abstreiten. Alle Emotionen sind hervorragend erzählt und man fühlt richtig mit.

✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰ ✰

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Gespräche aus der Community

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Liebe Lesegemeinde,

ich bin eine junge Self Publisherin und habe vor kurzem mein drittes Buch veröffentlicht (meine bisherigen Bücher liefen unter Antje Melanie Schneider - ich habe inzwischen geheiratet). 

Mit der Heirat habe ich auch mal das Thriller-Genre verlassen und ein Buch geschrieben, wozu mich eine ganz besondere Frau inspiriert hat. Der Roman ist zum Teil mit vielen Fakten aus ihrer eigenen Biografie versehen und macht es deshalb zu etwas ganz Besonderem.

Hier einmal der Klappentext:

Polen, 1950er-/1960er-Jahre. Hanna Kowalczyk wächst in einer Familie auf, in der sie nicht sagen darf, was sie denkt und Fragen stellen nicht erwünscht ist.
An ihrem sechsten Geburtstag spricht sie verbotenerweise zum ersten Mal mit ihrer Großmutter. 
Ungeahnt ist dies der Beginn für eine Wendung in Hannas jungem Leben, die alles bisherig Geglaubte in Frage stellt. Und nicht nur das: die Großmutter ist der Schlüssel zu einem streng behüteten Familiengeheimnis.


Ich verlose via LovelyBooks 15 x eBooks (ePub, mobi oder pdf) und 5 x Print-Bücher. Bitte schreibt, welche Versionen für euch in Frage kommen (gerne auch Print + ePub als Beispiel).

Im Anschluss an die Buchverlosung möchte ich dann gerne das Buch mit euch diskutieren und wäre natürlich auch über jede Rezension dankbar. Dies ist aber kein Muss, um an der Verlosung teilzunehmen.

Viele Glück!

Antje Melanie Rieche

Letzter Beitrag von  Antje_Melanie_Riechevor 5 Tagen
Herzlichen Dank! Ich freue mich sehr, dass dir das Buch gefallen hat!
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von 1 Lesern aktuell gelesen

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