Antje Rávic Strubel

 3,3 Sterne bei 44 Bewertungen
Autorin von Fremd Gehen und Tupolew 134.

Lebenslauf von Antje Rávic Strubel

Antje Rávic Strubel wurde am 12.April 1974 geboren. Nach dem Abitur macht sie eine Ausbildung zur Buchhändlerin. Danach studiert sie an der Universität in Potsdam und in New York Literaturwissenschaften, Amerikanistik und Psychologie. Während ihres Studiums schrieb Strubel bereits für die Potsdamer neuesten Nachrichten und die Berliner Seiten der FAZ. Bekannt wurde sie 2001, als sie bei den Klagenfurter Literaturtagen den Ernst-Willner-Preis erhielt.

Alle Bücher von Antje Rávic Strubel

Cover des Buches Fremd Gehen (ISBN: 9783423132725)

Fremd Gehen

 (9)
Erschienen am 01.11.2004
Cover des Buches Tupolew 134 (ISBN: 9783423134996)

Tupolew 134

 (6)
Erschienen am 01.10.2006

Neue Rezensionen zu Antje Rávic Strubel

Cover des Buches Jenseits der Untiefen (ISBN: 9783455812305)Fay1279s avatar

Rezension zu "Jenseits der Untiefen" von Favel Parrett

Berührend anders
Fay1279vor 3 Jahren

Die Autorin Favel Parrett nimmt uns mit an die Küste Australiens. Wir begleiten Harry, Miles und Joe ein kurzes Stück in ihrem Leben. Der Schreibstil ist anders und ungewöhnlich aber für mich perfekt für das, was die Autorin uns erzählen möchte. Ich habe die ganze Zeit das Bedürfnis gehabt zu schreien: "Rennt, bitte rennt Jungs.....!!!!!! Joe bleibt sicher etwas blass und nicht greifbar aber das ist für mich ok. Umso mehr hat man Harry und Miles vor Augen und würde Ihnen so gern helfen. Die drei Jungs könnten auch unterschiedlicher nicht sein. Ich kann leider zu diesem kurzen aber bewegenden Buch keine umfassendere Bewertung schreiben. Ich kann nur eins sagen: "Bitte lest dieses Buch und lasst es sich entfalten." Mich hat die Autorin erreicht mit ihrem Buch und mit Tränen in den Augen zurückgelassen. 5 von 5 Sternen

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Cover des Buches Jenseits der Untiefen (ISBN: 9783455404340)paperloves avatar

Rezension zu "Jenseits der Untiefen" von Favel Parrett

Die Geschichte liess mich leider kalt...
paperlovevor 5 Jahren

Meine Rezension findet ihr auch auf: https://mrspaperlove.blogspot.com

Inhalt
Die Brüder Joe, Miles und Harry wachsen an der tasmanischen Küste auf. Ihr Leben ist geprägt vom Meer: vom Muscheltauchen, von den Gezeiten, vom unendlichen Glücksgefühl beim Ritt durch die Wellen. Nur Harry, der Jüngste, fürchtet die See und sammelt lieber Meeresschätze am Strand. Fürchten müssen die Jungen auch den Vater, der - ähnlich dem Meer - wild und unberechenbar ist. Keiner durchschaut den verbitterten Mann, den ein dunkles Geheimnis umgibt. Miles sorgt liebevoll für seinen jüngeren Bruder und versucht ihm Geborgenheit zu geben. Aber am Ende reicht brüderliche Fürsorge manchmal nicht aus...

Meine Meinung
Schon die Inhaltsangabe lässt den Leser rätseln, was einen in diesem Buch wohl erwarten wird. Und ganz ehrlich? Ich wusste es bis zuletzt nicht wirklich.
Der Schreibstil ist aussergewöhnlich, bildhaft und hinterlässt ein beklemmendes Gefühl. Dennoch hat es die Autorin nicht geschafft, mein Interesse für die Story oder die Charaktere zu wecken. Wäre das Buch nicht so kurz gewesen, hätte ich es vermutlich nicht einmal zuende gelesen.
Ich kann die guten Bewertungen der anderen Leser durchaus nachvollziehen, aber für mich verlief, zumindest der Grossteil der Geschichte, einfach zu ruhig und es hat mir eine Art roter Faden gefehlt. Das hochdramatische Ende konnte mich dann leider auch nicht mehr begeistern, denn die Story hat mich bis dahin schon längst verloren.

Für Leute, die einen ruhigen Erzählstil schätzen und sich darauf einlassen können, ist dieses Buch sicher ein wahrer Schatz. Für mich war es leider zu unspektakulär.

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Cover des Buches Kältere Schichten der Luft (ISBN: 9783596178193)Lesedetektivs avatar

Rezension zu "Kältere Schichten der Luft" von Antje Rávik Strubel

Eine süße Tortur - nichts für leichte Gemüter
Lesedetektivvor 5 Jahren

Handlung



Ein Kanu-Camp in Schweden. Hier arbeiten Aussteiger, Abenteuersuchende, Arbeitslose und Naturfreaks. Für einige Sommerwochen retten sie sich in eine kulturferne Landschaft. Auch Anja hat sich aus ihrem deutschen Kleinstadtalltag geflüchtet. Sie sucht Ruhe, doch sie wird überrascht von einer Leidenschaft: Eines Tages steht eine fremde junge Frau am See und legt Anja die Arme um den Hals und entführt sie in ein unbewohntes Haus. Sie gibt ihr den Namen ihres verlorenen Geliebten, des Schiffsjungen Schmoll. Doch der Zauber, die nachgeholte Unschuld dieser ersten Liebe, wird bald vergiftet durch den Argwohn und die Übergriffe der Campbewohner. Angst und Verstörung bedrohen nicht nur die Phantasien, sondern auch die Realität der beiden Frauen. Aus Aggression wird schließlich tödliche Gewalt. (Fischer Verlag)

Meine Meinung



Nach dieser Inhaltsangabe, die ich hier ganz bewusst nun übernommen habe, hatte ich mich auf eine Liebesgeschichte gefreut, die gesellschaftliche (In-)toleranz behandelt und daher durchaus aktuellen Bezug nimmt. Nun sei aber allen, denen es ebenso geht wie mir, gesagt: dies ist keine Gesellschaftsanalyse, Kritik an irgendetwas, noch bezieht dieser Roman in irgendeiner Weise Stellung zu gar nichts oder irgendetwas. Er ist schlichtweg verstörend in einer absolut fantastischen Art und Weise. Also schon mal ganz zu Anfang: alle, die das Kafkaeske lieben, werden "Kältere Schichten der Luft" sehr genießen. 

Worauf ich also in meiner Rezension besonders eingehen werde, ist - Überraschung, Überraschung - die Abstrusität und Verwirrung, mit der Strubel spielt. Zunächst einmal ist dieser Effekt besonders auf den Schreibstil zurückzuführen. Ich persönlich hatte anfangs meine Probleme, mit der Kargheit und Knappheit der parataktischen Sätze klarzukommen. Schließlich hatte ich eine blumige Liebesgeschichte erwartet. Doch nach ein paar Seiten wollte ich gar keinen anderen Stil mehr. Denn die Kargheit der Sprache spiegelt exakt auch die Kargheit des Settings, dieses Naturcamps irgendwo in Schweden, hervorragend wider. Die gesamten 192 Seiten fahren dem Leser nicht unbedingt Schauer über den Rücken, vielmehr hält sich die Düsternis der Atmosphäre die ganze Zeit über auf einem Level. Es gibt keine Steigerung, obwohl sich die Handlung durchaus zuspitzt; ebenso wird sie nicht positiver. Die gesamten 192 Seiten sitzen die Kälte, die Nässe, die Gleichgültigkeit und endlose Monotonie dem Leser im Knochenmark. Die kurzen Sätze verraten stets genausoviel, wie nötig zu dieser Qual ist, und niemals mehr, um den Leser aus der Endlosigkeit zu erlösen. Es ist eine süße Tortur.

Ebenso karg wie die Worte sind resultativ auch die Charaktere. Strubel beschreibt sie eben so viel wie nötig, den Rest überlässt sie dem Leser. Dennoch ist dem Leser gar nicht so viel Spielraum gelassen, da grundsätzlich alles, Handlung, Charaktere, Hintergrund etc., so schwammig ist. Der Leser hat ganz einfach keinerlei Anhaltspunkte, was zu jedem Charakter, einschließlich der Protagonistin eine gewisse Distanz aufbaut. Diese Distanz aber wiederum harmonisiert wunderbar mit der unangenehmen Atmosphäre. So wirkt jeder Charakter mindestens unheimlich bis hin zu gruselig und psychotisch. 

Zuletzt aber spielt der "Plot" die wichtigste Rolle in puncto Verwirrung. Denn unbedingt viel mehr als in der Inhaltsangabe geschrieben ist, passiert tatsächlich nicht. Es gibt wenige Dialoge, einige Wechsel im Setting und durchaus passiert schon mal etwas, das auf eine Handlung, wie es im ursprünglichen Sinne gemeint ist, zurückzuführen ist. Was aber am verstörendsten noch ist, ist die Tatsache, dass sich durchaus ein roter Faden spüren lässt. Der Punkt ist der, dass er sich nur spüren, aber nicht fassen lässt. Nachdem ich mit dem Buch fertig war, habe ich lange überlegt, ob ich das Buch wörtlich oder metaphorisch sehen sollte. Ersteres habe ich schnell ausgeschlossen, da es ganz einfach keinen Sinn machte. Beim Versuch, eine Deutung vorzunehmen, stieß ich allerdings ebenfalls schnell an meine Grenzen. Ähnlich wie bei Kafka hatte ich viele Theorien und Ansätze, jedoch konnte jede einzelne an irgendeinem Punkt widerlegt werden. Und auch jetzt noch weiß ich nicht wirklich, was ich für mich aus dieser Leseerfahrung ziehen sollte. Vermutlich war es einfach eine Reise in die Teile des Gehirns, die außerhalb von Rationalität und Normalität liegen. Ich habe es genossen.

Fazit



"Kältere Schichten der Luft" ist eine Liebesgeschichte der ganz besonderen Art. Im Grunde ist das Thema der homosexuellen Beziehung hochaktuell, jedoch bezieht der Roman keinerlei Stellung. Genau genommen setzt er sich mit dieser Thematik selbst gar nicht auseinander. Einsamkeit, Vergangenheit, Zukunft und Hass stehen im Vordergrund. Die quälende Atmosphäre, unheimliche Charaktere und der nicht zu fassende rote Faden werden durch den kargen Schreibstil gestärkt. Insgesamt lässt sich der Roman ganz einfach als äußerst verstörend beschreiben und ist daher nichts für leichte Gemüter. Wer sich darauf aber gerne einlässt, wird eine großartige Leseerfahrung machen und Teile seines Selbst finden, die nichts mehr mit der Rationalität des Alltags gemein haben. So gesehen könnte es eine Anti-Alltags-Kur sein :)

4 von 5 Sternen

Euch hat die Rezension gefallen? Dann schaut doch mal auf meinem Blog vorbei! Ich freue mich über neue Lesedetektive :)
http://lesedetektiv.blogspot.de/

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Zusätzliche Informationen

Antje Rávic Strubel wurde am 12. April 1974 in Potsdam (Deutschland) geboren.

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