Antje Rávik Strubel

 3,7 Sterne bei 288 Bewertungen
Autor*in von Blaue Frau, Gebrauchsanweisung für Schweden und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Antje Rávik Strubels Werk wurde mit zahlreichen Preisen geehrt. Sie wurde mit einem Stipendium in die Villa Aurora in Los Angeles eingeladen sowie als Writer in residence an das Helsinki Collegium for Advanced Studies. 2019 erhielt sie den Preis der Literaturhäuser. Ihr Roman Blaue Frau wurde mit dem Deutschen Buchpreis 2021 ausgezeichnet. 2022 erschien der Essay-Band Es hört nie auf, dass man etwas sagen muss. Sie übersetzt aus dem Englischen und Schwedischen u. a. Joan Didion, Lucia Berlin und Virginia Woolf. Antje Rávik Strubel lebt in Potsdam.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Demokratie (ISBN: 9783550202544)

Demokratie

Erscheint am 28.08.2024 als Gebundenes Buch bei Ullstein Buchverlage.

Alle Bücher von Antje Rávik Strubel

Cover des Buches Blaue Frau (ISBN: 9783596708154)

Blaue Frau

 (61)
Erschienen am 25.04.2023
Cover des Buches Gebrauchsanweisung für Schweden (ISBN: 9783492277617)

Gebrauchsanweisung für Schweden

 (36)
Erschienen am 23.02.2022
Cover des Buches Kältere Schichten der Luft (ISBN: 9783104001258)

Kältere Schichten der Luft

 (28)
Erschienen am 04.10.2009
Cover des Buches Sturz der Tage in die Nacht (ISBN: 9783596193080)

Sturz der Tage in die Nacht

 (18)
Erschienen am 21.08.2013
Cover des Buches Offene Blende (ISBN: 9783596297405)

Offene Blende

 (11)
Erschienen am 22.02.2017
Cover des Buches Unter Schnee (ISBN: 9783596037148)

Unter Schnee

 (12)
Erschienen am 23.11.2016
Cover des Buches Vom Dorf (ISBN: 9783596523238)

Vom Dorf

 (5)
Erschienen am 27.09.2022

Neue Rezensionen zu Antje Rávik Strubel

Cover des Buches Ein Zimmer für sich allein (ISBN: 9783311150084)
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Rezension zu "Ein Zimmer für sich allein" von Virginia Woolf

Geld und ein eigenes Zimmer, um schreiben zu können
MerleRedbirdvor 5 Tagen

Vielen Dank an NetGalley und den Saga Egmont Verlag, die mir ein Hörbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon unabhängig.

„Eine Frau braucht Geld und ein eigenes Zimmer, um schreiben zu können“ sind die Worte, die Virginia Woolf auf der ersten Seite ihres Werkes „Ein Zimmer für sich allein“ schreibt, und die eigentlich schon alles und wiederum nichts sagen.

Nachdem ich Orlando im April gelesen bzw. gehört hatte, war mir klar, dass ich noch mehr von dieser Autorin lesen möchte. Ich hatte bei Ein Zimmer für sich allein ebenfalls mit dem Buch angefangen, aber bin nicht so ganz reingekommen, weshalb ich mich umso mehr über die Bestätigung für das Hörbuch als Rezensionsexemplar gefreut habe!
 Gelesen wird die Geschichte von Sandra Voss, die ich sonst nur als Sprecherin von Lilly Lucas Büchern kenne und es war kurz etwas ungewohnt, keinen Liebesroman von ihr zu hören. Aber ich mag ihre Stimme sehr gerne und finde die Wahl auch sehr passend, und habe mich schnell umgewöhnt!

Bezüglich des Schreibstils ist es kaum zu glauben, dass diese Worte vor fast 100 Jahren geschrieben wurden. Virginia Woolf (aber vielleicht auch ganz besonders diese Übersetzung) überzeugen mit Humor und Scharfsinn; und die Inhalte sind immer noch brandaktuell. Der Hauptfokus ist der Wunsch nach (finanzieller) Unabhängigkeit für Frauen, damit diese sich (literarisch) ausleben können. Das Fehlen von Frauen in den Klassiker-Reihen wird stark thematisiert – ich arbeite an der Uni und betreue dort eine Vorlesung zum Thema Wissenschaftstheorie; auch wir behandeln die Verdrängung von Wissenschaftlerinnen aus den Chroniken in den vergangenen Jahrhunderten.

Ansonsten fällt es mir schwer, die Geschichte kurz zusammenzufassen. Im ersten Kapitel war ich auch noch nicht so ganz überzeugt, weil ich nicht wusste wo es hingeht. Insgesamt sind es eher viele Gedanken zum Thema Frauen in der Literatur, mit Blick auf die Vergangenheit. Ich denke, ein paar meiner liebsten Zitate geben einen guten Eindruck von den Gedanken der Autorin, die sie in diesem Essay formuliert hat:

„Wenn der Professor etwas nachdrücklich auf der Unterlegenheit der Frauen bestand, ging es ihm möglicherweise nicht um ihre Unterlegenheit, sondern um seine Überlegenheit.“

„Was für ein skurriles Spektakel, dachte ich. Die Geschichte des Widerstands der Männer gegen die Emanzipation der Frauen ist vielleicht interessanter als die Geschichte dieser Emanzipation selbst.“

„Es wäre jammerschade, wenn Frauen schreiben würden wie Männer oder Leben würden wie Männer oder wie Männer aussehen würden, denn wenn angesichts der Weise und Vielfalt der Welt zwei Geschlechter schon ziemlich unzureichend sind, wie sollten wir dann nur mit einem auskommen? Sollte die Erziehung nicht eher die Unterschiede als die Ähnlichkeiten hervorholen und verstärken?“

Auch wenn ich das Hörbuch sehr gerne gehört habe, denke ich doch, dass dies ein Text ist, zu dem ich noch mehrmals wiederkommen muss, und dann wahrscheinlich auch mal in gedruckter Form. Mein erster Eindruck war sehr gut, aber wie bei vielen wissenschaftlichen Abhandlungen: um es richtig zu durchdringen, braucht man Zeit, und am besten: Ein Zimmer für sich allein.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Cover des Buches Ein Zimmer für sich allein (ISBN: 9783311150084)
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Rezension zu "Ein Zimmer für sich allein" von Virginia Woolf

"Um gut schreiben zu können, muss man intensiv leben!"
dracomavor 8 Tagen

Hätte Shakespeare eine Schwester gehabt, begabt wie er – wie wäre es ihr ergangen? Einer Frau ohne Schulbildung, wie es für untere Stände im elisabethanischen Zeitalter üblich war? Sie bringt sich um. Und schon ist Virginia Woolf bei ihrem Thema, nämlich der Überlegung, welcher Zusammenhang zwischen der Ausbildung eines Talentes oder Genies und den äußeren Lebensbedingungen besteht.

Virginia Woolfs Essay ist jetzt fast 100 Jahre alt, aber hat nichts Verstaubtes an sich. Sie versteht es, ihre Botschaft in anschauliche Bilder zu verpacken und kurzweilig zu präsentieren. Ich bin sicher, ihre Zuhörerinnen im Jahr 1928 hörten ihr genau so gebannt zu wie ich heute der Sprecherin!

Virginia Woolf erzählt von einer fiktiven Figur Mary, in der man unschwer ihr Alter Ego erkennt. Mary besucht ein College für Männer, und dort darf den Rasen nicht betreten, weil sie eine Frau ist, und auch die Bibliothek wird ihr als Frau nur geöffnet mit einem Empfehlungsschreiben. Und sehr anschaulich beschreibt sie das leckere Mittagessen, das dort serviert wird. Anschließend besucht sie ein neugegründetes Frauen-College, das finanziell wesentlich schlechter ausgestattet ist und wo das Mittagessen auch wesentlich ärmlicher ausfällt. Warum ist das so? Warum sind Frauen arm? Welche Auswirkungen hat das auf ihren Geist? Warum wird ihre Arbeit so anders bewertet als die von Männern? 

Mary unternimmt einen Spaziergang und zugleich einen amüsanten und kurzweiligen Spaziergang durch die Kulturgeschichte des weiblichen Schreibens. Dabei erkennt sie, dass intellektuelle Freiheit immer von wirtschaftlichen Faktoren abhängig war. Sie sieht aber auch die inneren Auswirkungen. Wer nicht frei von Hass und Bitterkeit ist, kann keinen freien Geist entwickeln, und Einbildungskraft und Genie können sich nicht entfalten.

Und so erklärt sich der Titel: Gebt Frauen also 500 Pfund pro Jahr, ein eigenes Zimmer und ein Schloss an der Tür!

Das sind eigentlich Kampfthesen, aber Virginia Woolf erzählt sie so leichtfüßig, so anschaulich und unverkrampft, dass die Lektüre noch heute lohnend ist.

Sandra Voss, die Sprecherin dieses Hörbuchs, trifft genau diesen unaufgeregten, aber trotzdem kritischen und zugleich eleganten Sprechduktus, den ich mir bei Virginia Woolf vorgestellt hätte. 


 

 

Cover des Buches Ein Zimmer für sich allein (ISBN: 9783311150084)
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Rezension zu "Ein Zimmer für sich allein" von Virginia Woolf

Frauen und Literatur
gstvor 8 Tagen

Virginia Woolf hat sich für einen Vortrag Gedanken zu Frauen und Literatur gemacht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Geld und ein eigenes Zimmer nötig wären, um seine Gedanken aufs Papier zu bringen. Ausführlich geht sie auf die unterschiedlichen Lebensumstände zwischen Frauen und Männern ein, die zu ihrer Zeit und davor noch stärker ausgeprägt waren als heute. Sie vergleicht auch die Art des Schreibens von Männern und Frauen und kommt zu dem Schluss, dass beide ihre Umgebung unterschiedlich wahrnehmen.

Dieses von Sandra Voss gelesene, vierstündige Essay hat mich sehr angesprochen. Ihrer Stimme zu lauschen war ein echtes Vergnügen. Gefallen haben mir vor allem die Aspekte, die mir ein Lächeln oder sogar ein Lachen hervor lockten, weil sie so treffend formuliert waren. nun ist mir viel klarer, was mich an Büchern anspricht und was mich abstößt.

Dieses Essay stand schon lange auf meiner Wunschliste, es nun als Hörbuch gefunden zu haben, war ein echtes Geschenk.

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