Antje Vollmer , Lars-Broder Keil Stauffenbergs Gefährten

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Inhaltsangabe zu „Stauffenbergs Gefährten“ von Antje Vollmer

Das Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wird vor allem mit dem Namen Stauffenberg verbunden. Viele andere der damals beteiligten Widerständler haben im Vergleich dazu bis heute nicht die ihnen gebührende Würdigung erfahren. Dabei wären ohne ihren Einsatz die Planung und der Versuch eines Staatsstreichs nicht möglich gewesen. In zehn Porträts stellen die beiden Autoren einige dieser Widerstandskämpfer vor, beschreiben deren Handeln und Beweggründe sowie das Schicksal ihrer Familien. So erweitern sie den Blick auf die durchaus unterschiedlichen Ursprünge des Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Für das Buch haben sie zudem den letzten noch lebenden Teilnehmer am Attentat, Ewald-Heinrich von Kleist, interviewt.

Die Autoren beleuchten das Umfeld von Stauffenberg und finden Gefährten, die beinahe vergessen wurden.

— Bellis-Perennis

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  • Kampf wider dem Vergessen ...

    Stauffenbergs Gefährten

    Bellis-Perennis

    30. June 2015 um 08:58

    Wir alle kennen die Hauptfiguren des 20. Juli 1944. Doch es gab eine Reihe anderer Männer und Frauen, die daran beteiligt waren. Die meisten von ihnen sind dem Vergessen anheim gefallen. Antje Vollmeers und Lars-Broder Keil versuchen diese Persönlichkeiten an Hand von Dokumenten, Zeitzeugen und Familienmitgliedern dem Vergessen wieder zu entreißen. Was hat sie bewegt? Was hat sie veranlasst ihr Leben für den Widerstand gegen die Nazis zu riskieren. Die Autoren porträtieren zehn Menschen – stellvertretend für viel andere – die sich dem Regime entschlossen und aktiv entgegenstellten. Die meisten von ihnen (und ihre Familien) bezahlten diesen Mut mit ihrem Leben. Ein sachlich geschriebenes Buch, das dennoch niemanden kalt lässt.

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  • Intensive und fundierte Portraits

    Stauffenbergs Gefährten

    michael_lehmann-pape

    18. March 2013 um 15:15

      Im nächsten Jahr jährt sich das Attentat der Gruppe um Claus Schenk Graf Stauffenberg auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 zum 70. Mal. Ein Attentat, das grundlegend, auch durch die „Nachgeschichte“ in Buch und Film hauptsächlich mit dem Namen Stauffenberg verbunden ist und bleibt. Eine zwar verständliche, durchaus aber zu starke Verkürzung, denn viele waren beteiligt an diesem Versuch, dem Schreckensregime ein Ende zu setzen.   Antje Vollmer und Lars-Broder Keil führen dem Leser in klarer, flüssiger Sprache und sorgfältig recherchiert einige „der Anderen“ vor Augen. Was waren das für Menschen, die sich in der Endphase des zweiten Weltkrieges ein Herz fassten? Wo lagen ihre Motive, wie war ihr Werdegang, was prägte diese Menschen?   „Man muss eben mal den Kopf riskieren“ (Erich Fellgiebel).   So lapidar dahingesagt, aber eine Haltung, die nicht aus dem Nichts heraus im Raume stand, sondern das Ende einer Entwicklung kennzeichnet. Gerade was Fellgiebel angeht, der zu Beginn des Krieges die „unumschränkte Befehlsgewalt über alle Nachrichtenmittel des Heeres“ besaß. Einer, der auf vertraute und vertrauende Teamarbeit setzte, somit eine der Schlüsselfiguren über lange Zeit, der zunächst alles Nachrichtentechnische für den Erfolg des deutschen Heeres in Bewegung setzte. Und einer, der hautnah die Inkompetenz Hitlers seinen führenden Offizieren gegenüber miterlebte und nicht nur an den „Feldherrenfähigkeiten“ Hitlers zu zweifeln begann, sondern klarer noch an dessen charakterlicher Prägung und Eignung. Hier arbeiten Vollmer und Keil hervorragend nachvollziehbar die innere Entwicklung eines zunächst linientreuen, aber immer eigenständig denkenden Mannes heraus, der aufgrund seiner Position den engsten Kontakt zu Hitler von allen Verschwörern hatte.   Wie in Hinsicht auf Fellgiebel, lassen die Autoren auch bei den weiteren Portraits die Ereignisse, die zum 20. Juli führten und die Phase des missglückten Attentats selbst aus Sicht der jeweiligen Widerständler vor den Augen des Lesers mit ablaufen, so dass sich auch aus dieser Hinsicht heraus ein sehr differenziertes Bild der Vorgänge im Lauf der Lektüre ergibt.   In einer Situation, in der es einen „Mittelweg“ nicht gab, wie Margarethe von Oven deutlich erkennt. Auch wenn sie weiß, dass sie sich „schuldig machen wird“, es ist ihre eigene und tiefste Überzeugung, „tun zu müssen, was sie nun tun wird“.   Innere Haltungen, klare Entscheidungen, das Wissen um die Gefährdung des eigenen Lebens und das der Freunde und der eigenen Familie, klar tritt aus den Schilderungen der große Druck heraus, unter dem alle Beteiligten innerlich wie äußerlich standen. Einfach gemacht hat es sich keiner und keine, von Klausing über Fellgiebel und Graf von Bernstorff, von Graf zu Dohna-Tolksdorf über Margarethe von Oven, Hans-Ulrich von Oertzen, Freiherr von Plattenberg, Georg Schulze-Büttger, Freiherr von Breidbach-Bürresheim, Hans Bernd Fisevius und, abschließend (mit einer sehr persönlichen Erinnerung im Buch vertreten als, zur Zeit der Entstehung des Buches, letzter noch lebender Teil der Gruppe des 20. Juli) Ewald Heinrich von Kleist.   Nur drei der Verschwörer, die im Buch portraitiert werden, haben den zweiten Weltkrieg überlegt und nur Gisevius hat sich ausführlich geäußert. Gerade dieses Portrait im Buch ist äußerst spannend zu lesen, denn Gisevius stellte sich als starker Kritiker der Bewegung des 20. Juli dar, der zudem höchst eigenmächtig die Fakten verzerrte. Auch diese Haltung wird in ihrer Motivation und im Rückgriff auf die Persönlichkeit des Mannes erkennbar offen gelegt.   Alles in allem ein faszinierendes, spannend zu lesendes und sorgfältig erarbeitetes Kaleidoskop an Portraits, dass einen differenzierten und fundierten Blick auf „das Gesamte“ des Attentatsversuches vom 20. Juli 44 wirft. Sehr lesenswert.

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