Hyde

von Antje Wagner 
4,4 Sterne bei59 Bewertungen
Hyde
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Positiv (51):
M

Konnte mich immer wieder überraschen.

Kritisch (2):
M

Das Buch hat mir leider gar nicht gefallen. Weder Schreibstil noch Inhalt konnten mich in irgend einer Weise überzeugen.

Alle 59 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Hyde"

Seit sie denken kann, ist Hyde Katrinas Zuhause gewesen. Hier ist sie aufgewachsen, mit ihrer Schwester Zoe und ihrem Vater. Jetzt ist Hyde verschwunden – und Katrina auf sich allein gestellt. Von dem, was geschehen ist, weiß sie nur noch Bruchstücke. Als sie beginnt, ein verfallenes Haus zu renovieren, mit dem sie sich auf seltsame Weise verbunden fühlt, führt sie dies auf die Spur eines ungeheuren Geheimnisses. Ist sie überhaupt diejenige, die sie glaubt zu sein?
Brillant und mit großem Gespür für ihre Figuren, lässt Antje Wagner aus dem Alltäglichen das Unheimliche erwachsen, dessen Faszination sich niemand entziehen kann.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783407754356
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:408 Seiten
Verlag:Julius Beltz GmbH & Co. KG
Erscheinungsdatum:10.07.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    youBibianss avatar
    youBibiansvor 23 Tagen
    Kurzmeinung: Verwirrend, aber doch fesselnd und definitiv einzigartig.
    Verwirrend, aber doch fesselnd und definitiv einzigartig.

    Hyde erzählt die Geschichte von Katrina. Katrina ist Tischlerin auf der Waltz und während sie einen Job sucht, stößt sie außerhalb eines kleinen Dörfchens auf ein verlassenes Haus – das Haus Waldkautz. Dieses verfallene, abgeschottete Gebäude mitten im Wald erinnert sie an Hyde. Das Zuhause ihrer Kindheit. 

    Katrina hat dort mit ihrer Schwester und ihrem Vater schöne Zeiten verbracht, deshalb zögert sie nicht lang, als sie das Schild “Verwalter gesucht” sieht. Sie entscheidet sich das Haus zu renovieren. Und während sie die Böden schleift, das Dach reparieren lässt und die zerschlissenen Teppiche entfernt, entdeckt sie immer mehr die verborgenen Geheimnisse des Hauses.  

     

    Katrinas Geschichte wird immer abwechselnd aus der Gegenwart und aus der Vergangenheit erzählt, was zugegebenermaßen, zwischenzeitlich ganz schön verwirrend ist, weil man zum Beispiel gedanklich noch in der Gegenwart ist, der Erzählstrang aber schon wieder in die Vergangenheit gewechselt hat. Allerdings baut das wiederum auch Spannung auf, da der Leser nur weiß, dass Katrina in der Vergangenheit etwas Schlimmeszugestoßen ist, aber nicht was genau. Nach und nach setzt Wagner die Puzzleteile zusammen und man erfährt immer mehr über die Geschehnisse in Hyde und über Katrinas Vergangenheit.   


    Durch die bildhaften Beschreibungen schafft Wagner eine düstere, geheimnisvolle und schaurig schöne Atmosphäre, die den Leser an den Ort des Geschehens versetzt.  Der leicht verständliche und lebendigeSprachstil tut sein Übriges.  

    Mit Hyde hat Antje Wagner einen Roman geschaffen, den ich so noch nie gelesen habe. Eine einzigartige Idee, wunderbar umgesetzt. Definitiv wert ihn zu lesen, allerdings erst ab 13 würdeich sagen, weil es zum Ende hin doch etwas abgedreht und gruselig wird. 

    Kendra

     



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    Stefanie_Ofenbeckvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ich empfand das Buch als sehr mitreißend. Es hat mich sehr gut unterhalten und werde es bestimmt noch öfter lesen.
    Mitreißend

    Die Geschichte beginnt damit das Katrina als Tischlerin auf der Walz ist, was für ein junges Mädchen schon ungewöhnlich ist. Man erfährt abwechselnd von Katrinas Kindheit, nach und nach wie Sie mit Ihrer Schwester und Ihrm Vater aufgewachsen ist, aber auch von Ihrem jetzigen Erfahrungen auf der Walz. Bis Sie dann eines Tages durch Zufall dieses verfallene Haus Waldkauz entdeckt. Katharinas Charakter empfand ich als sehr bemerkenswert, sie ist klug, zurückhaltend, sehr selbstständig, selbstbewusst und auch ungewöhnlich erwachsen für ihr Alter. Die Autorin hat es geschafft, dem Leser genau die richtige Dosis an Informationen zu liefern um die Story konstant spannend zu halten. Ich empfand das Buch als sehr mitreißend. Es hat mich sehr gut unterhalten und werde es bestimmt noch öfter lesen.

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    Ute_Bolligvor 2 Monaten
    Nett!

    Das Buch von Antje Wagner ist ein Jugendbuch und ist vom Schreibstil her flüssig und interessant geschrieben. Es fesselt aber auch erwachsene Leser und zieht diese in seinen Bann. Das Buch wechselt immer wieder zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit wobei kleine Geheimnisse ans Licht kommen, die den Spannungsbogen immer aufs neue aufrechterhalten und den Leser zum weiterlesen fast „zwingt“. Man verliert jedoch nie den Überblick und kann der Handlung gut folgen. Katharina ist Tischlergesellin und auf der Walz. Sie umgibt eine Geheimnisvolle Aura, da sie immer einen Schal vor ihrem Gesicht trägt und diesen nie abnimmt, nicht einmal zur Nahrungsaufnahme. Zudem ist ihr Zuhause, Hyde, verschwunden.

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    NeriFees avatar
    NeriFeevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Die Idee und die Umsetzung sind zu großen Teilen sehr gelungen. Die Charaktere & das Ende haben mich aber leider nicht überzeugen können.
    Schaurige Atmosphäre und toller Schreibstil.

    Hyde ist ein Jugendroman aus dem Jahr 2018. Die Autorin ist Antje Wagner. Das Buch erschien im Beltz-Verlag. Die Handlung erzählt von der achtzehnjährigen Katrina, die vom Schicksal schwer gezeichnet ist. Katrina lebte einst sehr glücklich mit ihrer Zwillingsschwester Zoe und ihrem Vater in einer Hütte im Wald. Dieser geheimnisvolle Ort hatte den Namen Hyde.

    Dieser Abschnitt enthält Spoiler.
    Katrina und Zoe haben keine Erinnerung mehr an ihre Mutter. Seitdem sie denken können ist ihr Vater ihre Bezugsperson. Isoliert von der Außenwelt leben die drei im Wald. Die Schwestern sind keineswegs unglücklich. Im Gegenteil, sie lieben ihr besonderes Zuhause. Hyde bedeutet für beide Sicherheit und Heimat. Katrina und Zoe sind fünfzehn Jahre alt, als das Unglück geschieht und die Familie auseinander gerissen wird. Katrina überlebt als einzige. Als sie im Krankenhaus aufwacht muss sie jedoch feststellen, dass ihr Gesicht entstellt ist. Sie lebt fortan bei einer Frau mit dem Namen Gloria. Als sie achtzehn Jahre alt wird, sinnt sie auf Rache für den Tod an ihrer Familie und dem ihr zugefügten Leid.

    Wagner schreibt in einer sehr anschaulichen, fast schon poetischen Sprache. Die Erzählung ist in mehrere Handlungsstränge aufgeteilt, sodass verschiedene Perspektiven beleuchtet werden. Die Zeit der glücklichen Kindheit, das Unglück selbst und die Gegenwart. Zu Beginn der Geschichte liegt Hyde drei Jahre zurück und Katrina ist volljährig. Sie ist als Tischlerin auf der Walz und dabei den Reaktionen der Menschen auf ihr entstelltes Gesicht ausgesetzt, die ihr schwer zu schaffen machen. Sie lässt sich jedoch nicht von ihrem Plan abbringen. Die Perspektiven wechseln und so erfährt der Leser, was damals passierte.

    Wagner schafft eine düstere und geheimnisvolle Atmosphäre, die den Leser an den Ort des Geschehens versetzt. Die Beschreibungen sind sehr bildhaft. Es gelingt ihr, Spannung aufzubauen, die aber zunehmend abflaut. Nach und nach setzt Antje Wagner zwar die Puzzleteile zusammen, die erklären, was vor drei Jahren mit Hyde geschah und offenbart auch tief liegende Familiengeheimnisse, die Protagonisten aber werden nur unzureichend gezeichnet. So sind ihre Handlungen oft nicht nachvollziehbar und wirken sehr willkürlich.

    Mit Hyde gelingt Antje Wagner ein komplexer Jugendroman, der sich fantastischer Elemente bedient und bisweilen spannungsreiche Momente schafft und der mit seiner lebendigen Erzählweise überzeugt. Besonders der Schlussakt ist fernab jeder Realität. Das konstruiert wirkende Ende der Geschichte, nimmt Hyde jedoch die Magie des Anfangs.

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    Lesenichtes avatar
    Lesenichtevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: So verwirrend das Buch anfängt, so verwirrend endet es. Aber dazwischen habe ich jede Zeile eingesaugt und mitgefiebert. Tolles Buch.
    Verwirrend aber gut!

    Der Anfang ist sehr komisch geschrieben und ich hatte zu Beginn meine Schwierigkeiten mit dem Buch. Allerdings kam von einer Seite auf die andere die Spannung. Man begleitet Katrina in ihrem „neuen“ und „alten“ Leben. Als sie in das Haus Waldkautz kommt, gibt es so viele seltsame Dinge, da zweifelt man schon mal an ihrem Verstand. Das Ende ist sehr schön, aber für mich ein bisschen zu abgehoben.
    Für mich als Coverkäuferin stand sehr schnell fest, dass ich dieses Buch lesen möchte. Das Cover spiegelt auf jeden Fall den Inhalt dieses Buches. Der Schreibstil ist einfach gehalten. Jedoch hatte ich zu Beginn mit den Zeitsprüngen zu kämpfen. Die letzten 300 Seiten hingegen lebten von eben diesen Zeitsprüngen. Die war auch der Grund warum ich das Buch in kürzester Zeit verschlungen habe.
    Ich hatte viel Spaß beim Lesen und habe jede Zeile genossen.

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    CorniHolmess avatar
    CorniHolmesvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Spannend, atmosphärisch, unheimlich, gruselig und einfach nur genial! Unbedingt lesen!
    Großartig!

    Als ich mir den Klappentext von „Hyde“ das erste Mal durchgelesen habe, wusste ich sofort: Dieses Buch muss ich unbedingt lesen! Auch das Cover überzeugte mich auf Anhieb. Es hat so etwas Geheimnisvolles und Düsteres; es mag seltsam klingen, aber ich fühlte mich von dem Cover wie magisch angezogen. Von Antje Wagner hatte ich leider bisher noch kein Buch gelesen - „Hyde“ sollte also mein erstes Werk von ihr sein.


    Die 18-jährige Katrina ist als Tischlerin auf der Walz. Allein auf sich gestellt, zieht sie durchs Land, auf der Suche nach Arbeit. Bis vor kurzem aber hatte Katrina noch ein Zuhause: Hyde, in welchem sie zusammen mit ihrer Schwester Zoe aufgewachsen ist, großgezogen von ihrem Vater. Doch Hyde existiert nicht mehr. Und auch ihre Familie ist nicht mehr da. Katrina hat den Entschluss gefasst, Rache zu üben und sich eine Liste angelegt. Für ihren Racheplan braucht sie allerdings Geld für ihre Kriegskasse. Diese soll schließlich auch endlich gefüllt werden, denn Katrina findet einen Job in einem alten, einsam gelegenen Haus. In diesem soll sie als Verwalterin arbeiten. Sehr schnell aber merkt sie, dass es in dem Haus nicht mit rechten Dingen zugeht. Als Katrina mit dem Renovieren beginnt, stößt sie auf ein großes Geheimnis...


    Dies war also mein erstes Buch von Antje Wagner und es wird definitiv nicht mein letztes gewesen sein. Mir hat „Hyde“ richtig gut gefallen! Ich war von den ersten Seiten an wie gebannt und konnte das Buch stellenweise wirklich nicht mehr aus der Hand legen. Die Handlung ist durchgehend fesselnd und so spannend – begeht bloß nicht den Fehler wie ich und lest das Buch spätabends. Es könnte passieren, dass ihr keine ruhige Nacht verbringen werdet.


    Was in mir sofort eine große Begeisterung ausgelöst hat, ist die Atmosphäre, die die Autorin in ihrem Buch geschaffen hat. Düster, geheimnisvoll, gruselig und schaurig schön. Ich hatte beim Lesen immer wieder eine richtige Gänsehaut und habe diese Kälte, die sehr bildhaft beschrieben wird, tatsächlich spüren können. Und das, obwohl wir gerade Sommer haben und aktuell sehr warme Temperaturen herrschen. Der Schreibstil von Antje Wagner ist einfach nur genial. Er liest sich super angenehm und beschert einen ein richtiges Kopfkino.


    Die Autorin hat ein wahres Händchen dafür, von den ersten Seiten an Spannung aufzubauen und diese auch bis zum Schluss aufrecht zu erhalten – und sie sogar noch zu steigern. Häppchenweise versorgt sie uns mit neuen Infos und weiteren Details, ein Puzzleteil nach dem nächsten liefert sie uns, sodass sich irgendwann ein komplettes Bild ergibt. Wie das aussieht, verrate ich hier natürlich nicht. Nur so viel: Das Ende kam sehr überraschend für mich. Über dieses musste ich auch erst ein bisschen nachdenken. Auch, ob es mir wirklich gefallen hat. Nach kurzem Überlegen aber bin ich zu dem Schluss gekommen: Ja, das Ende hat mir gefallen, es ist grandios, so wie das ganze Buch.


    Ihr merkt vielleicht gerade, dass ich wirklich extremst begeistert von dem Buch bin. Zumindest hoffe ich sehr, dass ich das hier deutlich machen konnte. Kritikpunkte habe ich keine – mit „Hyde“ ist Antje Wagner ein großartiger Jugendroman gelungen, den man unbedingt gelesen haben sollte.


    Von der Handlung möchte ich eigentlich gar nicht so viel verraten, da ich sonst Sorge habe zu spoilern oder etwas von der Spannung zu nehmen. Ich fasse mich daher kurz, denn ein bisschen etwas mitteilen möchte ich dann schon noch. Denn vielleicht habe ich einige ja noch nicht so ganz davon überzeugen können, ob sie „Hyde“ wirklich lesen wollen oder ob es sich lohnt. Diese Zweifler möchte ich auf jeden Fall überzeugen. ;)


    Die Geschichte wird aus der Sicht von Katrina erzählt. Über sie wissen wir anfangs nur sehr wenig. So fragt man sich als Leser, warum sie so eine Wut in sich hat und so auf Rache aus ist. Was hat es mit der Kriegskasse auf sich, wieso trägt Katrina ein Tuch vor dem Gesicht, warum hat sie so Probleme damit, deutlich zu sprechen?

    So nach und nach erfahren wir, was die Antworten auf diese vielen Fragen sind und auch, was es mit diesem geheimnisvollen „Hyde“ auf sich hat, Katrinas ehemaligen Zuhause, mitten im Wald…


    Die Handlung ist sehr komplex aufgebaut. So wird das Buch nicht nur im Hier und Jetzt erzählt. Es gibt immer wieder Rückblenden, die uns mehr über Katrinas Vergangenheit verraten und immer mehr Licht ins Dunkel bringen.


    In der Gegenwart befinden wir uns mit Katrina auf der Walz, auf der Suche nach Arbeit, um Geld in die sogenannte Kriegskasse zu bekommen. Es Winter, es ist kalt, sogar richtig eisig, wir befinden uns irgendwo im Nirgendwo, in einen dunklen Wald und landen schließlich bei einem alten, verlassenen Haus, zu welchem sich Katrina Zutritt verschafft. Dieses Haus soll schließlich auch ihr neuer Arbeitsplatz werden. Wie dieser Ort beschrieben wird, ist der Autorin so wunderbar gelungen! Gänsehaut pur!


    In den Rückblenden wird erzählt, wie Katrina aufgewachsen ist. Zusammen mit ihrer Schwester Zoe und ihrem Vater lebten sie mitten im Wald, fernab von aller Zivilisation. Wir erfahren, was damals geschehen, wie es dazu kam, dass Katrina im Hier und Jetzt auf sich allein gestellt ist und warum sie solche Rachegelüste hegt.


    Mehr möchte ich hier auch nicht verraten. Ich hoffe sehr, dass ich die meisten, die meine Rezension bis hier hin gelesen haben, neugierig auf das Buch machen konnte. Ich kann nur sagen: Unbedingt lesen!


    Fazit: Ein außergewöhnlicher, großartiger und absolut genialer Jugendroman! Mir hat „Hyde“ ein wundervolles Leseerlebnis beschert. Die Handlung konnte mich von den ersten Seiten an fesseln und bis zum Schluss nicht mehr loslassen. Die Atmosphäre ist düster, geheimnisvoll, unheimlich, gruselig – selbst im Hochsommer ist es dem Buch gelungen, mich frösteln zu lassen. Auch aufgewühlt hat mich die Geschichte, denn neben der Spannung beinhaltet das Buch auch Themen, die einen sehr berühren, schockieren und nachdenklich stimmen. Die Geschichte ist wirklich sehr vielseitig; ein genaues Genre kann man dem Buch gar nicht zuweisen. Ich kann „Hyde“ absolut empfehlen und vergebe sehr gerne volle 5 von 5 Sternen!

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    Korikos avatar
    Korikovor 2 Monaten
    Nicht so gut wie andere Romane der Autorin

    Story:
    Die junge Tischlerin Katrina ist auf der Walz und hangelt sich von Auftrag zu Auftrag, von kleinem Jobs zu Gelegenheitsarbeiten. Das bisschen Geld, was sie verdient, legt sie in ihre Kriegskasse, denn sie ist auf Rachefeldzug. Als sie zufällig in dem abgelegenen, verlassenen Haus Waldkauz landet und kurz entschlossen den Job der Verwalterin annimmt, ahnt sie nicht, dass sich nach und nach ihr Leben verändern wird. Nicht nur erinnert sie das Haus, das sie zu Restaurieren beginnt, an ihr Leben in Hyde – dem Ort, an dem sie und ihre Zwillingsschwester Zoe mit ihrem Vater aufgewachsen sind – unerklärliche Dinge passieren: Stufen knarren, Schritte sind zu hören, eiskalte Felder bewegen sich durch die Gänge. Zudem gibt es einen Raum, den sie nicht betreten kann und darf. Nach und nach kommt sie dem Geheimnis des Hauses auf die Spur und muss sich zeitgleich ihrer Vergangenheit stellen.

    Eigene Meinung:
    Mit „Hyde“ legt die bekannte und mehrfach ausgezeichnete Jugendbuchautorin Antje Wagner ihr neustes Jugendbuch für junge Erwachsene vor. Wie von ihren anderen Büchern gewohnt, ist die leicht thrillerhafte Geschichte von fantastischen Elementen durchsetzt, denn die Erklärungen zum Ende hin bewegen sich fernab der Realität.

    Die Geschichte ist sehr verworren, da sie zeitlich auf mehreren Ebenen spielt – zum einen begleitet man Katrina auf ihrer Walz, bei ihrer Anstellung im Kartoffelparadies, einer heruntergekommenen Raststätte in der sie kurze Zeit als Kellnerin arbeitet und schließlich als Verwalterin des Waldkauz‘; zum anderen erlebt man hautnah ihre Vergangenheit, erfährt wie sie aufgewachsen ist und welches Geheimnis ihr eigenes Leben verbirgt. Antje Wagner hat sich zwei sehr starke Handlungsstränge zurechtgelegt, die beide für sich gesehen sehr spannend und inhaltsstark sind, denn sie bieten Potenzial für jeweils ein eigenständiges Buch. In Kombination ist es fast schon zu viel, insbesondere da die Autorin innerhalb der Kapitel sehr oft zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin- und herspringt. Manchmal bestehen die jeweiligen Abschnitte nur aus wenigen Sätzen, manchmal wenigstens ein paar Seiten. Aus diesem Grund baut sich leider fast keine Spannung auf, denn kaum hat man sich beispielsweise in die Geschichte hineingedacht und ist von den Ereignissen des Hauses Waldkauz fasziniert, wird man herausgerissen und ist plötzlich wieder in der Vergangenheit von Katrina. Diese ist natürlich nicht unspannend, sondern birgt gänzlich eigene Geheimnisse und Gefahren, doch gerade am Anfang stören diese Wechsel den Lesefluss unheimlich. Kaum ist Spannung da, wird diese gebrochen und man fühlt sich um die Erklärungen betrogen. Auch ist der Anfang im Kartoffelparadies zu lang, weil im Grunde nur wenig passiert und auch diese Ereignisse innerhalb einer wechselnden Rückblende erzählt werden, anstatt chronologisch. Das macht gerade den Einstieg sehr zäh und langweilig.

    Zum Ende hin wird das glücklicherweise besser, da dann beide Plots sehr spannend sind und man sowohl wissen möchte, was in der Vergangenheit von Katrina vorgefallen ist, als auch hinter die Geheimnisse von Haus Waldkauz kommen möchte. Zum Ende hin wirken die Erklärungen zwar arg konstruiert und nicht gänzlich schlüssig, aber es bleibt spannend und mysteriös.

    Der Hauptcharakter Katrina ist außergewöhnlich, denn sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, die sich so gar nicht mit anderen Jugendbuchfiguren vergleichen lässt. Bedingt durch ihre Kindheit hat sie eine Menge ungewöhnliches Wissen angesammelt, gerade was die Pflanzen und Tiere, das Überleben in der Natur und ihre Affinität für Holz und das Arbeiten damit. Teilweise wirkt sie fast ein wenig zu belesen, denn man hat das Gefühl, es gibt nichts, was sie nicht kann – dabei ist sie gerade einmal volljährig. Auch scheint sie keinerlei Angst zu haben, zumindest sind ihr Reaktionen auf die Dinge, die im Waldkauz passieren, schon ein wenig seltsam.
    Außer ihr gibt es leider nur wenige Nebenfiguren, die wirklich wichtig sind und von denen man mehr erfährt – von Katrinas Schwester Zoe, ihrem Vater und einigen Charakteren aus Katrinas Vergangenheit einmal abgesehen. Gerade in dem Plot, der in der Gegenwart spielt, gibt es niemanden, der wirklich stärker ins Gewicht fällt und den man tiefgehender kennenlernt. Zwar fasst Katrina Vertrauen zu Josefine, einer Wahrsagerin, doch warum das passiert, weiß man nicht so genau.

    Wer auf einen queeren (Neben-)Plot hofft, wird dieses Mal leider enttäuscht – Katrina ist zwar anders als andere junge Frauen, aber man kann keinerlei queere Elemente in der Handlung entdecken.

    Stilistisch legt Antje Wagner die Messlatte hoch, denn das gesamte Buch ist sprachlich auf sehr hohem Niveau – seien es die Beschreibungen, die Dialoge oder die Hintergründe, die Autorin versteht ihr Handwerk und schreibt fesselnd, emotional und sehr bildlich. Man kann sich gut in Katrina hineinversetzen, ist hautnah dabei, als sie Haus Waldkauz restauriert und durchlebt mit ihr ihre Vergangenheit. Antje Wagner hat zu Recht unzählige Preise und Stipendien gewonnen, denn sie versteht es realistische Geschichten mit unheimlichen, fantastischen Elementen auszuschmücken, ohne dass diese übertrieben wirken – wenngleich das Ende in „Hyde“ ein wenig seltsam daherkommt und nicht ganz an ihre anderen Bücher heranreicht. Nichtsdestotrotz ist „Hyde“ sehr fesselnd geschrieben und bietet etwas erfrischend Neues.

    Fazit:
    „Hyde“ ist ein stilistisch sehr gut geschriebenes Jugendbuch, das mit einer tollen, ungewöhnlichen Heldin und grundsätzlich spannenden Grundhandlungen punkten kann. Leider nehmen die vielen Zeitsprünge und Handlungswechsel der Geschichte spürbar die Dynamik und Atmosphäre, so dass gerade der Anfang des Romans sehr langatmig ist und auch im Verlauf des Buches einiges an Spannung verloren geht. In Kombination mit dem etwas seltsamen Ende und der Auflösung des großen Geheimnisses, ist „Hyde“ daher nicht so gut, wie andere Bücher der Autorin. Wer Antje Wagners Romane mag, sollte nichtsdestotrotz einen Blick in „Hyde“ werfen und sich selbst ein Urteil bilden.

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    Seelensplitters avatar
    Seelensplittervor 2 Monaten
    Worin trägt die Wahrheit

    Meine Meinung zum Jugendbuch:

    Hyde


    Aufmerksamkeit:

    Diesen Punkt gibt es wie stets auf meinem Blog.


    Inhalt in meinen Worten:

    Was bedeutet Rache und wie viel wirst du dafür tun um Rache zu üben? Ist das überhaupt das Ding was du willst, oder ist eigentlich in deinem Herz ein tieferer Wunsch, der dich tiefer trägt und der dir hilft, das Erlebte und das Grausame erlebte zu verarbeiten?

    Wenn du dich mit Katrina auf den Weg machst, mach dich auf Überraschungen gefasst, die dein Leserherz erst einmal durcheinander würfeln, dir zeigen, das manches das du bisher gekannt hast, komplett auf den Kopf gestellt wird und vor allem, hör auf in Schubladen zu denken, denn genau das wird dir in diesem Buch genommen, das Schubladendenken.

    Lässt du dich auf Katrinas und Zoes Geschichte ein?

    Dann auf, und begib dich in eine Zeit die Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart vereint.



    Wie ich das Gelesene empfand:

    Dieses Buch konnte ich nicht in einem Rutsch lesen, dazu war zu viel zwischen den Zeilen versteckt und das Geheimnis das mir auf jeder Seite entgegen wehte war einfach bombastisch hoch. So war ich auch gespannt was wirklich passiert ist und warum mir die Protagonistin ihre Geschichte so erzählt, wie sie erzählt wird.

    Dazu war mir irgendwann klar, dieses Buch kann ich in keine Genre-Schublade stecken, dazu ist es zu vielseitig und besonders.

    Und ganz ehrlich, es ist schwer über dieses Buch zu schreiben, einerseits weil es einfach großartig ist, andererseits weil ich das Gefühl habe, ich werde dem Buch nicht gerecht, wenn ich einfach meine Gedanken dazu nur niederschreibe.

    Und doch muss ich das. Denn ich möchte euch sagen, warum ihr zu diesem Buch greifen dürft, und was mich faszinierte und gleichzeitig aber auch irritierte.

    Ich habe Antje Wagner durch ihr Buch der Schein kennengelernt, ähnlicher Stil und doch ganz anders und deswegen war ich auch sehr auf ihr neues Werk gespannt.



    Protagonistin:

    Mich hat die Art und Weise der Protagonistin irre bewegt, einerseits weil sie irre auf Rache aus ist und nach und nach ihr Geheimnis und ihre Abgründe preis gibt, andererseits fühlte ich mich mit Katrina verbunden. Sie wuchs mit ihrer Zwillingsschwester bei ihrem Vater im Wald auf und das war schon sehr geheimnisvoll, denn sie durften sich nicht blicken lassen, zweimal im Jahr jedoch war alles anders und die kleine Familie ging in die Stadt und durfte sich mit allem beschäftigen, was auch normale Jugendliche machen dürfen. Dabei ist das nur eine Scheinwelt.

    Bis Katrina wo anders aufwacht, in einem weißen Zimmer und nach und nach die Wahrheit an das Licht kommt, und diese Wahrheit ist alles andere als einfach zu verdauen.

    Doch sie lässt sich nicht unterkriegen, bis sie zu einem Haus kommt, das eine Katze und einen Kater beherbergt und dabei hilft ihr das Haus an der Seele gesund zu werden und gibt ihr eine sehr wertvolle Botschaft mit auf dem Weg. Versuche nicht alles zu verändern oder gar neumodisch zu erstellen, lass Dinge auch einfach mal so, wie sie sind. Diese Botschaft sollte man sich wirklich mal mehr zu Gemüt führen.

    So ist Katrina eine Entdeckerin, Eroberin, Abenteurerin, Überlebende, Ermutigerin, Wiederherstellerin und Lebenskünstlerin.



    Schreibstil:

    Dieses Buch ist in verschiedenen Blickrichtungen geschrieben, stets aus der Sicht von Katrina aber einmal aus der Gegenwart, Vergangenheit und gleichzeitig in einer anderen Zeitepoche. Lasst euch am besten überraschen.

    Als dann ab der Hälfte des Buches ein kleiner Wandel kommt und somit auch die Wahrheit an das Licht kommt, kommt noch einmal viel mehr Tiefe und Schärfe in die Geschichte, als das man es davor erahnt hätte, davor war es einfach nur Rätselhaft und die Frage war, wohin führt dieses Buch mich.



    Spannung:

    Dieses Buch ist extrem spannend, auch und gerade wenn ich das Buch immer wieder auf die Seite legen musste um irgendwie das, was da gesagt wird, zu verdauen und zu verarbeiten, lies mich dieses Buch nicht los und es war etwas ganz besonderes, weil diese Art von Spannung selten so gesetzt wird in Büchern.

    So schaffte es die Autorin mich von der ersten bis zur letzten Seite völlig in den Bann zu nehmen und auch wenn ich gerade nicht im Buch und in der Geschichte von Katrina gelesen habe, so beschäftigte sie mich und ich überlegte und sponn die Geschichte in meinem Kopf weiter. Übrigens für alle die es lieben, die letzte Seite zu lesen, bevor sie das Buch lesen, vergesst es, ihr werdet das was am Ende steht nicht mit dem Anfang in den Einklang bekommen, denn nur wer auch wirklich sich von der Ersten bis zur Letzten Seite durchschlägt, sich mit Katrinas Geschichte auseinandersetzt wird das Geheimnis entschlüsseln.


    Themen im Buch:

    Einerseits ist es eine kleine Gruselgeschichte, nicht nur weil Katrinas Gesicht verdeckt ist, und man nach und nach erfährt warum das so ist und man einfach nur geschockt ist, nein es gibt auch ein lebendiges Haus das atmet, zwei Katzen die alles auf den Kopf stellen, einen Flucht, Autos die Menschen sind, oder sollte ich sagen, waren, und wer jetzt denkt das ist ein Spoiler, nein keine Angst, ihr erfahrt das alles erst, wenn ihr wirklich eure Nase in das Buch steckt.



    Aber welches Thema ich grausam fand, war die Misshandlung der Zwillinge, wie sehr kann ein Mensch sich verändern, wenn er die vermeintliche Liebe findet? Wie tief geht die Liebe zu Kindern, die unschuldig sind? Wie geht man mit Ausgrenzung und Angst um, wenn es fast keinen erklärbaren  Weg gibt? Was kostet es, zu leben? Leben was ist das? Was bedeutet es, weiter zu gehen, selbst wenn man alles verloren hat und viele viele andere Fragen wird euch Katrina durch ihre Art und Weise verklickern können. Die Frage ist, lasst ihr euch darauf ein, selbst wenn der Anfang des Buches eher wie ein Dschungel ist, den ihr erst nach und nach begreifen und ergreifen könnt und euch somit durch die Geschichte schlagen dürft.



    Empfehlung:

    Diese Geschichte begeisterte mich, lies mich nicht los, hat mich aber auch gleichzeitig irritiert, gekitzelt und herausgefordert und gerade das fand ich genial.

    Wer sich ein bisschen mit den Büchern von Antje Wagner beschäftigt hat, weiß was sie für Ideen in Gedanken verwandelt und Gedanken auf eine großartige Leinwand zeichnet, die einen eben nicht mehr einfach so schnell loslassen, mich begeistert auf jeden Fall wie ich diese Geschichte erleben durfte und bin zeitgleich traurig, das ich mich nun von Katrina lösen muss und gleichzeitig das Haus verlassen muss und feststellen muss, dass das Gelesene auch etwas mit mir zu tun hat.

    Absurd und doch genial!



    Bewertung:

    Ich bin von dieser Geschichte nach und nach begeistert gewesen, gerade weil ich zu Anfang nicht einordnen kann, wohin mich diese Geschichte tragen und entführen möchte und genau deswegen gibt es fünf Sterne und ich hoffe ganz  bald wieder ein Buch von dieser Autorin lesen zu dürfen und bin gespannt wohin sie mich dann entführen wird.

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    monski1vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Das Buch hat mir leider gar nicht gefallen. Weder Schreibstil noch Inhalt konnten mich in irgend einer Weise überzeugen.
    Leider enttäuschend.

    Das Jugendbuch „HYDE“ von Antje Wagner erzählt die Geschichte der 18-jährigen Katrina. Katrina ist Tischlerin auf der Walz. Auf der Suche nach einer Unterkunft stolpert sie mehr oder weniger zufällig über ein heruntergekommenes Haus, das sie im Laufe der Geschichte renoviert. Doch Katrina hat eine schwere Vergangenheit hinter sich und mit sich und Ihrer Identität zu kämpfen.

    Die Geschichte konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen. Das Buch beschreibt abwechselnd drei verschiedene Zeitstränge in Katrinas Leben. Zwei in der Vergangenheit, einer in der Gegenwart. Ich fand diese Sprünge haben das Buch leider oft unübersichtlich gemacht und man hat gemerkt, dass die Autorin durch Wechsel mitten in der Szene versucht hat Spannung zu erzeugen. Da dies aber so oft passiert ist, fing es schnell an mir auf die Nerven zu gehen und das Buch chaotisch zu machen. Es sind sowieso schon drei Zeitstränge vorhanden, ist es da wirklich notwendig bei der Schlussszene im ‚Kartoffelparadies‘ auch noch absatzweise über einen Zeitraum von ein paar Stunden hin und her zu springen?

    Meiner Meinung nach wurde in dem Buch auch einfach versucht, zu viel auf einmal in die Geschichte hineinzustecken. (Achtung SPOILER)


    Ein Teil der Geschichte behandelt Katrinas Umgang mit Ihrem entstellten Gesicht, besonders der Anfang liest sich eher wie ein Roadtrip Katrinas und befasst sich mit den Reaktionen der Leute auf Ihre Entstellung. Wobei ich auch hier finde, dass die Leute im „Kartoffelparadies“ sehr einseitig gezeichnet werden. Der Chef ist ein ‚schmieriger‘ Typ, der sein Restaurant verkommen lässt (wobei dann auch unklar ist warum so viele Gäste kommen…), seine Angestellten ausnutzt und sich an den Kellnerinnen in ihren kurzen Uniformen aufgeilt. Und falls irgendwer immer noch nicht verstanden haben sollte, dass er ein böser Mensch ist, gibt es für ihn auch noch einen Hund, den er schlecht behandeln kann. Die hauptsächlich männliche Kundschaft ist natürlich komplett frauenverachtend und widerwärtig. Keiner der Männer setzt sich für Katrina ein, lediglich die weiblichen Kellnerinnen scheinen ihr helfen zu wollen.

    Ein weiterer Handlungsstrang behandelt Katrinas Vergangenheit und ihre Entführung/Rettung als Baby von Ihrem Großvater.

    Im dritten Handlungsstrang geht es dann um Katrinas Beziehung zu einem verfallenen Haus. Sie versucht das Haus auf Vordermann zu bringen und in Erfahrung zu bringen, was mit den Verwaltern vor ihr passiert ist, die alle verschwunden zu sein scheinen. Dies ist der übernatürliche Teil der Geschichte, der meiner Meinung nach aber wegen der Fülle der anderen Handlungen nur angeschnitten und nicht genug ausgearbeitet wurde. Besonders überzogen fand ich dann die Schlussszene. Die gab mir dann doch den Rest, Katrinas Knutschszene mit dem personifizierten Haus, das sich mal als Katze und am Schluss dann als Zwitterwesen manifestiert, war mir dann doch zu viel. Und das Haus hat die Vormieter in Autowracks verwandelt (und damit ja auch ermordet), weil diese es nicht so renovieren wollten, wie es dem Haus gefiel? Und Katrinas Reaktion dazu ist: Ich pflanze Blumen auf die Wracks, aber was solls?

    Und es gibt noch den Handlungsstrang, in dem Katrina sich an den Leuten, die den Waldbrand verursacht haben, rächen möchte. Hier hatte ich auch große Probleme. Katrina spricht von einer Kriegskasse, die sie befüllen muss, um Ihre Rache ausführen zu können. Sie führt eine Racheliste mit Namen, die sie nach getaner Arbeit durchstreicht. Das Buch baut hier unglaublich Spannung auf, dies weckt Erwartungen auf eine heftige Auflösung. Und was hat sie gemacht? Sie hat das Haus des ersten Opfers geflutet, das wars dann aber auch. Und deshalb hat sie so Angst vor der Polizei, dass sie bei jeder Sirene aufschreckt. Meiner Meinung nach unglaubwürdig. Für das zweite Opfer hatte sie sich eine Explosion für das Haus ausgedacht, wie hätte sie das denn bewerkstelligen sollen?

    Jeder dieser Handlungsstränge hätte meiner Meinung nach für sich für ein eigenes Buch gereicht. Im Gesamten ist es mir aber einfach zu viel gewesen. Viel angeschnitten, aber nicht gut entwickelt und ausgeführt.

    Ich kann daher leider keine Empfehlung für dieses Buch aussprechen. Und zur Letzen Seite: Katrina macht also mit Josefine ein Tischlerei-Astro-Café auf? Woher haben sie das Geld, und warum sollte Katrina mit der Person, die verantwortlich dafür ist, dass sie den schrecklichen Job im ‚Kartoffelparadies‘ bekommen hat, ein Café eröffnen wollen? Josefine kannte dieses Restaurant/Motel offenbar so gut, dass sie wusste, dass dort eine Kellnerin gebraucht wird, und damit müsste sie auch wissen, wie verachtend die Frauen behandelt werden (beim angeblichen Zielpublikum von Truckern fragt man sich auch hier wieso eine Wahrsagerin das Motel kennt). Dennoch schickt sie Katrina dorthin. Das ist eine Person mit der man gemeinsam ein Geschäft führen möchte. Zu guter Letzt: nachdem der Großteil der Leute in diesem Buch sowohl Katrina, als auch das Haus wie die Pest meiden, sollen wir jetzt also glauben, dass hier jemand zum Möbel kaufen und Karten legen lassen kommt?

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    Damarisvor 2 Monaten
    Ein überwältigendes Leseerlebnis - atmosphärisch, düster-kalt und perfekt geschrieben!

    "Hyde" gehört zu den Büchern, bei denen ich nach einem ersten Blick weiß, dass ich sie lesen muss. Ich kann nicht mal genau festmachen woran das hier lag. Am düster-versteckten Cover? Am mysteriösen Klappentext? Ganz sicher aber an Autorin Antje Wagner, deren Art zu Schreiben und Themen aufzugreifen mich bereits in einem anderen Roman in den Bann zog. Jedenfalls hatte ich nur eine vage Vorstellung, was mich in "Hyde" erwarten würde. Die Geschichte empfand ich dann tatsächlich als mysteriös, auch gruselig, manchmal sogar etwas losgelöst vom Erklärbaren und kalt, eisig kalt.

    Schon der Anfang ist ungewöhnlich. Katrina hat ihre Lehre als Tischlerin abgeschlossen und befindet sich auf der Walz. Das ist eine Art traditionelle Wanderschaft von Handwerksgesellen, bevor sie eine Anstellung bekommen. Sie wandern "durchs Land" und verdienen sich Kost und Logis durch Arbeit. Mit ihrem Charlottenburger, ein Tuch, in dem sie all ihren Besitz hat, läuft Katrina an der Straße entlang. Es ist so kalt, dass sie ihren Körper nicht mehr spürt, aber auf der Walz darf sie kein Geld ausgeben, zum Beispiel für ein Taxi. Es fallen Wörter wie Kriegskasse und Gefangennahme ... viel weiß man als Leser da noch nicht. Und ich war völlig gebannt, noch planlos, was mich erwarten würde, und mir war beim Lesen auch seltsam unheimlich zumute. Endlich hält ein Wagen, Katrina steigt ein und erhält ein willkommenes Jobangebot. Schließlich muss sie auf der Walz für ihren Unterhalt arbeiten. Und dann beginnt die Geschichte so richtig ...

    Der Roman ist fragmentiert in Szenen im Hier und Jetzt und Ausschnitte aus Katrinas Vergangenheit. Es geht darum zu erfahren, was passiert ist, warum Katrina von Gefangennahme spricht und einen Racheplan verfolgt. Warum sie undeutlich spricht und immer ein Tuch vor dem Gesicht hat. Und warum sie so spröde, so sensibel und gleichzeitig unglaublich taff ist. Schnell war mir klar, dass alles mit einem versteckten Ort namens Hyde zusammenhängt (kommt nicht von verstecken, engl. to hide, sondern von Dr. Jekyll und Mr. Hyde - gruselig, oder?), Katrinas ehemaliges Zuhause, mitten im Wald.

    Antje Wagner schreibt genial und hochwertig, sodass ich an den Seiten klebte und mir im Hochsommer frostige Schauer über den Körper liefen. Das Lesegefühl lässt sich als herb, frostig und oft erschreckend beschreiben. Ich war so fasziniert davon, wie sich mit der Zeit alles zusammenfügt, dass es für mich eine Geschichte mit Sogwirkung war. Am Ende gibt es eine Auflösung, die aber eventuell eine andere Gewichtung hat, als viele Leser erwarten. Es wird sogar phantastisch (oder eher metaphorisch?), einfach unvorhergesehen. Ich fand's großartig!

    Fazit
    Ihr ehemaliges Zuhause Hyde verkörpert für Katrina das Gute und das Böse gleichzeitig. Ganz in Dr-Jekyll-und-Mr-Hyde-Manier. Warum das so ist, das gilt es in "Hyde" herauszufinden. Ich hatte ein überwältigendes Leseerlebnis mit dem Buch, das mich buchstäblich aus meinem Versteck holte, nicht immer angenehm, sehr polarisierend, aber rundum vereinnahmend war. Leser von atmosphärischer und düsterer (sogar etwas phantastischer) Spannung kommen hier voll auf ihre Kosten und bekommen zudem ein perfekt geschriebenes Buch. 5 von 5 Sterne vergebe ich.

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