Antje Wagner Unland

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Inhaltsangabe zu „Unland“ von Antje Wagner

Lasst die Schatten frei! Franka zieht in das Haus »Eulenruh«, ein Wohnprojekt für Jugendliche. Doch irgendetwas stimmt nicht in dem kleinen Elbdorf. Wieso schweigen die Bewohner so beharrlich, wenn man sie auf die Ruinenlandschaft »Unland« am Waldrand, anspricht? Immer wenn Franka in der Nähe von »Unland« ist, fühlt sie sich beobachtet. Als ein Junge aus »Eulenruh« verdächtigt wird, einen Diebstahl begangen zu haben, will Franka seine Unschuld beweisen. Dabei macht sie eine ungeheuerliche Entdeckung ... Ein herausragender Roman – voller Finessen, dunkel, leuchtend und absolut soghaft.

1. Hälfte nur langweilige Jugendprobleme, 2. Hälfte spannend, aber insgesamt keine richtige Auflösung der Story. Enttäuschend.

— Tichiro
Tichiro

super spannend bis zum Schluss!

— hoonili
hoonili

Tolles Buch, empfehlenswert für alle die spannende und leicht phantasy angehauchte (thriller?) mögen

— schokomonster30
schokomonster30

Diese spannende und bedrückende Geschichte kann ich wirklich jedem empfehlen, der mal eine außergewöhnliche Protagonistin kennen lernen mag.

— Levenya
Levenya

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    Unland
    ChrischiD

    ChrischiD

    07. February 2016 um 14:56

    Als Franka Berlin verlässt und ins „Haus Eulenruh“, einem Wohnprojekt für Jugendliche, nach Waldburgen zieht, spürt sie schnell, dass irgendetwas nicht stimmt. Nicht nur, dass die Bewohner des Dorfes die Jugendlichen meiden und für jegliche Scherereien verantwortlich machen, es ist als würde sie ständig beobachtet, doch es ist niemand auszumachen. Und was hat es mit der Ruinenlandschaft „Unland“ auf sich, die mit einem Elektrozaun gesichert ist und über die man nicht spricht? Nicht nur Franka kommt der Ort Waldburgen, ca. 100km von Berlin entfernt, seltsam vor. Der Leser spürt die Distanz, die die Menschen zu den Bewohnern im „Haus Eulenruh“ wahren, ebenso wie eine reichlich angespannte Atmosphäre, vor allem wenn es um „Unland“ geht. Klar, dass man das Geheimnis der mysteriösen Ruinenlandschaft aufdecken will. Umso besser, dass Franka dasselbe Ziel verfolgt, so kann man zumindest hoffen, dass man auch tatsächlich erfährt was es mit dem komischen Verhalten der Menschen auf sich hat. Zunächst aber muss Franka sich erst einmal einleben, was leichter gesagt als getan ist. Von diversen Seiten werden ihr Steine in den Weg gelegt, ein ums andere Mal tritt sie in gewaltige Fettnäpfchen, kein Wunder also, dass sie sich nicht nur einmal wünscht nie dort gelandet zu sein. Gemeinsam mit ihr lernt der Leser die anderen Bewohner des Projekts kennen, so dass man sich schon bald ein gutes Bild machen kann. Im Grunde finden einsame und verletzte Seelen im „Haus Eulenruh“ ein Zuhause. Jeder einzelne hat schreckliche Dinge erlebt, wodurch hauptsächlich das Vertrauen anderen gegenüber nachhaltig beschädigt wurde. Dennoch geben sie sich gegenseitig Halt und stehen füreinander ein. Gebannt verfolgt man das Geschehen, das mit immer mysteriöseren Vorfällen Aufsehen erregt. Nicht nur Franka ist plötzlich ganz wild darauf zu ergründen was in Waldburgen vor sich geht. Die Spannung nimmt im weiteren Verlauf stetig zu und hält den Leser gefesselt, denn auch dieser versucht sich schon seit geraumer Zeit an der Lösung des Rätsels, kommt aber zu keinem adäquaten Schluss. Mit zunehmendem Fortschritt erhellt plötzlich eine ganz bestimmte Idee das Gedankenkarussell, die man so schnell auch nicht bereit ist aufzugeben, obwohl sie ausschließlich auf Annahmen und Bauchgefühl beruht. Dennoch ist man gespannt, ob es zum Schluss noch eine ganz verzwickte Überraschung geben oder die eigene Vorstellung verifiziert werden wird. Ein ungewöhnliches Buch legt Antje Wagner hier vor. Doch gerade auf Grund der Andersartigkeit ein Kunstwerk für sich, das nicht einfach eines von vielen ist, sondern gekonnt aus der Masse heraussticht.

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  • Leserunde zu "Das Bücherhaus" von Tom Burger

    Das Bücherhaus
    ChattysBuecherblog

    ChattysBuecherblog

    Keine Leserunde!!! SUB-Abbau und/oder Verlags-Challenge 2016 Ich habe mich entschlossen im Jahr 2016 eine ganz besondere Challenge durchzuführen. Da meine bevorzugten Genre regionale Krimis und historische Romane sind, finde ich beim Gmeiner Verlag immer etwas (sehr zum Leidwesen meines SUB) Um dem etwas entgegen zu wirken, werde ich ab 2016 meine eigene Challenge veranstalten. Wie soll das Ganze ablaufen? Ich beginne ab KW 1/2016 wöchentlich ein Buch zu lesen, dass zum jeweiligen, ausgelosten,  Thema passt. Wer möchte, darf sich mir gerne mit seinem eigenen bevorzugten Verlag oder seiner Buchauswahl des SUBs anschließen. Soll heißen, es ist nicht notwendig ausschließlich Bücher eines einziges Verlages zu lesen. Das Ganze hat auch keinen Wettkampfcharakter, sondern dient lediglich dem eigenen SUB-Abbau. Ich werde jede Woche mein gelesenes Buch, sofern Printausgaben und Verschenktauglich, auf meinem Blog verlosen. http://chattysbuecherblog.blogspot.de

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  • UNLAND

    Unland
    Levenya

    Levenya

    29. June 2015 um 17:14

    Unland Antje Wagner, geboren 1974, studierte deutsche und amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften und lebt in Potsdam. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung nahm sie 2012 in den Kanon der 20 besten deutschsprachigen Schriftsteller unter 40 Jahren auf. Bislang erschienen u.a. ihre Romane "Unland" (ver.di Literaturpreis 2010, Prädikat "Beste 7 Bücher für junge Leser" (DeutschlandRadio/Focus)), "Schattengesicht" und "Vakuum" (u.a. ausgezeichnet mit dem Leipziger Lesekompass 2013). Quelle Website der Autorin! Erster Satz: „Mir war schlecht.“ Klappentext: Franka zieht in das Haus »Eulenruh«, ein Wohnprojekt für Jugendliche. Doch irgendetwas stimmt nicht in dem kleinen Elbdorf. Wieso schweigen die Bewohner so beharrlich, wenn man sie auf die Ruinenlandschaft »Unland« am Waldrand, anspricht? Immer wenn Franka in der Nähe von »Unland« ist, fühlt sie sich beobachtet. Als ein Junge aus »Eulenruh« verdächtigt wird, einen Diebstahl begangen zu haben, will Franka seine Unschuld beweisen. Dabei macht sie eine ungeheuerliche Entdeckung ... Cover: Das Cover hat mich sehr angesprochen und war einer der Hauptgründe, warum ich mir das Buch gerne genauer anschauen wollte. Ein sehr dunkler und düsterer Wald ist im Hintergrund zu sehen. Allerdings liegt er perspektivisch quasi auf der Seite. In Weiß ist der Titel in der Mitte zu sehen. Mich hat es so angesprochen, da es so düster und geheimnisvoll wirkt. Mal etwas ganz anderes zu den ansonsten oft recht bunten Covern. Es passt im Nachhinein auch klasse zu der Geschichte. Leseprobe Meinung: An dieser Stelle meinen herzlichsten Dank an Beltz&Gelberg für das Rezensionsexemplar. Die Geschichte erfahren wir aus Sicht der vierzehnjährigen Franka die von Berlin in da Haus Eulenruh, ein Wohnprojekt für Jugendliche, zieht, das in einem kleinen Elbdorf liegt. Nachdem ihre Pflegemutter gestorben ist, soll sie nun dort leben. In die kleine „Familie“ findet sie sich schnell ein und findet auch unter den Kindern dort leicht Freunde. Anders ist es in der Schule und im Ort selber, wo sie sich mit Vorurteilen und Ausgrenzung herumschlagen muss. Franka war mal eine ganz andere Protagonistin, die ich am Anfang so gar nicht einschätzen konnte. Sie hat in ihren jungen Jahren schon viel Schlimmes erlebt und es fällt ihr sehr schwer, sich auf diese neue Familie „einzulassen“, da sie nur all zu oft und zu schnell daraus gerissen worden ist. Nach außen hin zeigt sie sich hart und taff. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass es sich bei ihr um ein Mädchen handelt, da sie alles daran setzt, ihre Weiblichkeit zu verstecken. Nach und nach konnte ich mich auf Franka einlassen und fand ihre Art und Weise ungemein erfrischend. Auch die übrigen Charaktere, wie z.B. Alex und Denise (6), sowie Matthias (15), Ricardo (18) und die Zwillinge Lizzie und Ann (beide 15), waren durch ihre Vielfältigkeit sehr erfrischend. Jedes der Kinder hat eine schlimme Vergangenheit und ist nicht ohne Grund in Eulenruh. Die bunte Mischung der Charaktere hat mir sehr gut gefallen. Schon bald nach Frankas Ankunft in Haus Eulenruh passieren merkwürdige Geschehnisse und Franka entdeckt das mit einem Elektrozaun abgegrenzte „Unland“. Was hat es mit dem gruseligen Ort auf sich? Nicht nur das, kurz darauf fühlt Franka sich beobachtet, bemerkt aber niemanden. Die Kinder beschließen, dem Geheimnis auf die Spur zu gehen und gründen die Vereinigung „Die Eulen“. Doch was sie dann herausfinden, übersteigt alles, was sie angenommen hatten und bringt sie alle in Gefahr … Von der Autorin habe ich bis jetzt noch kein Buch gelesen, aber ich muss sagen, dass mir der Schreibstil sehr gut gefallen hat. Wunderbar düster, einzigartige Charaktere und unglaublich spannend erzählt uns die Autorin die Geschichte um Franke und nimmt uns mit auf eine abenteuerliche Reise. Obwohl ich gestehen muss, dass ich ziemlich schwer in das Buch hinein gefunden habe, ist es zum Ende hin richtig spannend geworden und ließ mich nicht mehr los. Nichts ist so, wie es scheint. Bis zum Ende habe ich nicht gewusst, wohin das alles führt, was nicht oft vorkommt und war sehr positiv überrascht. Ein bisschen unbefriedigend war das etwas offene Ende, aber ich will mal nicht so sein. „Unland“ war für mich ein Buch, das definitiv zum nachdenken und diskutieren anregt. Es ließ mich nachdenklich und etwas bedrückt zurück, was aber trotz allem für eine Leseempfehlung spricht. Es ist eine Geschichte über Vorurteile, Anders sein und einem Geheimnis, dem es auf die Spur zu kommen gilt. Diese spannende und zugleich bedrückende Geschichte kann ich wirklich jedem empfehlen, der mal eine außergewöhnliche Protagonistin kennen lernen will und sich zudem ins „Unland“ wagen möchte. Lg Levenya http://levenyasbuchzeit.blogspot.de/ Vielen DANK für ein Rezensionsexemplar! Hier kaufen! Fakten: Taschenbuch: 381 Seiten Verlag: Beltz & Gelberg Auflage: 1 (2. März 2015) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3407745117 ISBN-13: 978-3407745118 Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre Preis: 8,95€

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  • Nicht nur für Kids ab 13 Jahren

    Unland
    Natalie77

    Natalie77

    13. April 2015 um 08:22

    Inhalt: Franka zieht aus Berlin weg, in einen kleinen Ort, in eine Wohngruppe für Kinder. Doch recht schnell merkt sie das etwas nicht stimmt. Warum wird um das Waldstück Unland so ein Geheimnis gemacht und warum hat ihre Pflegemutter panische Angst wenn die Kids nur in die Nähe des Zauns kommen, der Unland schützen soll. Frankas Neugier ist geweckt. Meine Meinung: Unland ist ein Mystery Roman für Kids ab 13 Jahren und diese bekommen auch einiges an Spannung geboten. Doch nicht nur Kids werden Spaß an diesem Buch haben auch ich fühlte mich gut unterhalten und ließ mich von der stetigen Spannung mitziehen. Franka und auch die anderen Figuren sind sehr speziell. Egal ob es Aussehen oder Art der Personen ist. Jeder ist einzigartig und kein Abklatsch von "normalen" Jugendromanen. Genau das macht dieses Buch aus. Sicher ist es so das die Bewohner der Wohngruppe noch spezieller sind, aber sie sind dadurch noch besonderer. Jedes Kind hat eine bewegte Vergangenheit, die die Autorin erst nach und nach aufdeckt und so einen zweiten Spannungsbogen einbaut. Der andere Spannungsbogen handelt natürlich um das Geheimnis von Unland. Eine mysteriöse Ansammlung von Gebäuden über die niemand spricht und die etwas unheimliches düsteres an sich haben und doch möchte Franka mehr wissen. Alles wird untermalt von Musik. Es gibt einen inoffiziellen Soundtrack zum Buch und da ich die meisten Lieder kenne liefen sie quasi im Kopf mit. Eine Sache die das Buch noch unterhaltsamer auch auch tiefgängiger macht. Überhaupt wird hier nicht nur an der Oberfläche gekratzt. Es ist kein lockerer Jugendroman auch wenn er sich leicht lesen lässt. Die Autorin hat sich viele Gedanken um ihre Figuren und deren Art gemacht und das merkt man sehr genau. Das ist das was für mich Unland ausmacht. Das Ende wird dagegen überraschen und vielleicht auch nicht jedem Gefallen, doch ich fand es genau so wie es ist gut. Die Fantasie wird durch dieses Geschichte angeregt. Dieses Buch will einen so schnell nicht loslassen. Das Alter ab 13 Jahren finde ich gut gewählt, da die Hauptfiguren alle in diesem Altersbereich liegen und Kids in dem Alter denke ich auch die Gedanken hinter dieser Geschichte sehen können.

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  • Detailverliebt, tiefgründig und super spannend! Eine absolute Leseempfehlung!

    Unland
    JDaizy

    JDaizy

    08. April 2015 um 11:49

    „“Mit dir sind wir vollzählig“, hatte Vera Kämpf freundlich am Grill gesagt, und ich hatte gespürt, wie etwas in mir hart und unzugänglich wurde, was immer passierte, wenn jemand, der mich nicht kannte, mir versicherte, dass ich dazugehörte. │…│ Ich glaube, ich habe noch nie so richtig irgendwo dazugehört. Außer vielleicht zum Jugendamt.“ Die 14 – jährige Franka Reinhold zieht in ein Wohnprojekt für Jugendliche. „Haus Eulenruh“ ist keine klassische Pflegefamilie, kein Kinderheim und auch kein betreutes Wohnen, sondern eine Erziehungsstelle. Und was auch immer sie dort erwarten würde: sie war jetzt weit weg von Berlin, in Waldburgen, einem kleinen Dorf in Sachsen – Anhalt. Einem Paradies für Angler, Eulen und Biber. Wie fühlt man sich, wenn man herumgereicht wird? Wenn man sich immer wieder auf neue Menschen einstellen muss? Ein neuer Ort. Ein neues „Zuhause auf Zeit“. Eine neue Schule. Neue Klassenkameraden. Franka fühlt sich beobachtet. Irgendetwas stimmt nicht in diesem kleinen Elbdorf. Sie stellt Fragen, beobachtet und forscht nach … und schon bald macht sie eine ungeheuerliche Entdeckung. „Unland“ ist nicht mein erstes Buch der Autorin Antje Wagner. Entsprechend groß waren meine Erwartungen. Und eins kann ich verraten: Es ist ganz sicher auch nicht das letzte! Denn wer es einmal zur Hand nimmt, wird es nicht wieder weglegen können. Es gibt keine störenden Pausen, keine unnötigen Längen, sondern Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Doch das ist noch nicht alles. Antje Wagner versteht es ihre Leser an die Hand zu nehmen und sie bei ihrer Reise durch die Geschichte zu begleiten. Detailverliebt und tiefgründig, trotzdem humorvoll und lebendig erzählt sie über Themen, die oft nur hinter vorgehaltener Hand angesprochen werden. Es geht um im Stich gelassene Kinderseelen, um häusliche Gewalt, Stigmatisierung und Ausgrenzung. Aber auch um Freundschaft, Liebe und das Gefühl, dazuzugehören. Alles sensibel und nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Und genau DAS ist es, was mich an ihrer Art zu Schreiben immer wieder begeistert. Ihr Schreibstil ist leicht und eindringlich. Es entstehen – zumindest bei mir – sofort Bilder im Kopf, die einen nicht mehr loslassen. Ihre Figuren werden lebendig und bekommen eine Persönlichkeit. Man fühlt mit ihnen mit und möchte sie begleiten, beschützen, an die Hand nehmen. Ich mag die kleinen Details, das aufmerksame Beobachten und vor allem die Aussage der Geschichte, die aufmerksamen Lesern nicht verborgen bleiben wird. Aber auch, wenn man einfach „nur“ auf der Suche nach einer spannenden Geschichte ist, wird man nicht enttäuscht sein. „Unland“ ist im Taschenbuchformat im Gulliver-Verlag erschienen. Hochwertig verarbeitet, mit einer angenehmen Kapitellänge. Jedes Kapitel hat dabei seine eigene Überschrift und deutlich getrennte Absätze, was das Lesen erleichtert. Besonders gelungen, finde ich die geänderten Schriftarten in bestimmten Passagen. Zum Beispiel bei Orts- und Straßennamen oder bei den Botschaften die Franka erhält. Auch das gekippte Cover und der Titel sind wohlüberlegt und wirken nach dem Lesen nach. Fazit: Ein wirklich beeindruckendes Buch, das berührt, bewegt und nachwirkt. Spannend, tiefsinnig, einfühlsam, mit einer Brise Humor und einer Aussage: „Wo Sonne ist, da ist auch Schatten!“ Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung. Meine Erwartungen wurden übertroffen.   

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  • Spannendes Jugendbuch mit Mystery-Elementen

    Unland
    Lilli33

    Lilli33

    08. April 2015 um 08:36

    Inhalt: Franka kann nicht mehr bei ihrer Pflegefamilie in Berlin bleiben. Das Jugendamt weist sie einer Erziehungsstelle in Waldburgen in Sachsen-Anhalt zu. In dem kleinen Dorf lebt Franka fortan mit sechs weiteren Kindern und Jugendlichen und den Erziehern Vera und Andreas Kämpf in Haus Eulenruh. Schon bald bemerkt Franka, dass etwas nicht stimmt. In regelmäßigen Abständen fällt der Strom im gesamten Dorf aus und immer wieder fühlt Franka sich beobachtet. Um eine nahe gelegene Ruinenlandschaft, „Unland“ genannt, ist ein Zaun gezogen. Betreten verboten! Als die Bewohner von Haus Eulenruh immer stärker von den Alteingesessenen angefeindet und beschuldigt werden, stellen die Jugendlichen auf eigene Faust Nachforschungen an und bringen sich damit in höchste Gefahr. Meine Meinung: Mir fiel es sehr leicht, in das Geschehen einzutauchen und mich auf die Protagonisten einzulassen, sind sie doch alle auf ihre Art Sympathieträger. Allen voran die 14-jährige Franka, die in der Ich-Form erzählt. Schon rein äußerlich passt sie in keine Norm, und auch im Inneren hebt sie sich von den meisten Jugendlichen ab. Gerade das hat mir gut an ihr gefallen. Sie hält nichts von Modetrends und Cliquengehabe, sie ist eher der geradlinige, unverstellte Typ, auch wenn sie damit bei anderen aneckt. Im Laufe der Erzählung lernt man sie ziemlich gut kennen und mögen. Aber auch die anderen Bewohner von Haus Eulenruh werden sehr plastisch dargestellt. Ich hatte keine Probleme, sie mir vorzustellen. Sie haben alle eine problematische Vergangenheit, die im Verlauf der Geschichte immer mehr zutage tritt, ohne sich allzu sehr in den Vordergrund zu spielen. Trotzdem machen ihre Schicksale betroffen. Antje Wagner erzählt eher ruhig, atmosphärisch dicht und von Anfang an mit unterschwelliger Spannung, die sich immer mehr steigert. Mich hat das Buch absolut gefesselt, selbst am Anfang, wo noch gar nicht so wahnsinnig viel passiert. Als es dann mit den mysteriösen Vorkommnissen losgeht, konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, so war ich in der Geschichte gefangen. Die Mystery-Elemente in der Geschichte tauchten für mich völlig überraschend auf. Ich hatte vorher keine Ahnung, dass die Handlung in diese Richtung laufen könnte, fand diese Wendung aber gut. Lediglich das offene Ende hat mich nicht ganz befriedigt, aber ich kann damit leben. Fazit: Ein wirklich spannendes, zum Nachdenken anregendes Jugendbuch ab ca. 12 Jahren, das auch Erwachsene fesseln kann. Absolut lesenswert!

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  • Unland

    Unland
    niklas1804

    niklas1804

    29. March 2015 um 12:06

    Franka zieht in das Haus »Eulenruh«, ein Wohnprojekt für Jugendliche. Doch irgendetwas stimmt nicht in dem kleinen Elbdorf. Wieso schweigen die Bewohner so beharrlich, wenn man sie auf die Ruinenlandschaft »Unland« am Waldrand, anspricht? Immer wenn Franka in der Nähe von »Unland« ist, fühlt sie sich beobachtet. Als ein Junge aus »Eulenruh« verdächtigt wird, einen Diebstahl begangen zu haben, will Franka seine Unschuld beweisen. Dabei macht sie eine ungeheuerliche Entdeckung ... Wieder einmal durfte ich einen wirklich tollen Roman von der Autorin lesen. In Haus Eulenruh leben viele unterschiedliche Protagonisten, die schlimme Dinge erlebt haben und denen schlimme Dinge angetan wurden. Nun kommt Franka hinzu. Die "Eulen", wie sie sich nennen und genannt werden, sind im Dorf nicht gerade willkommen. Und genau darauf zielt das Buch zunächst ab. Eine düstere, unheilvolle Atmosphäre wird geschaffen. Nebenbei lernt man die Personen immer mehr kennen, die genau wie in Vakuum eine unglaubliche Tiefe im Laufe der Geschichte entwickeln. Dann passieren immer wieder unheimliche Dinge, die Franka beobachtet, bis eine Tages einer der Eulen verdächtigt wird, einen Diebstahl begangen zu haben. Die Eulen und Franke glauben daran nicht und wollen die Anschuldigung widerlegen. Und dabei stoßen sie auch eine unglaubliche Entdeckeung. Diese ist Unland. Und daran merkt man schon wieder, dass Antje Wagner dieses Buch geschrieben hat, Denn wenn man zum Ende hin denkt, ach ja schöner Thriller mit Schwenk ins Fantasy-Genre hin, dann täuscht man sich zumindest teilweise. Zwar kann das Buch so verstanden werden - der Sinn dahinter ist wie bei Vakuum aber ein anderer: Als die Eulen entdecken was Unland eigentlich ist, stoßen nicht nur sie auf eine Spiegelwelt - im wahrsten Sinne des Wortes - , sondern auch der Leser. Denn was sich in Unland abspielt, spielt sich eigentlich auch in den Protagonisten ab. Lasst die Schatten frei! (S.6, aus den Chroniken von Waldburgen) Der mysteriöse Satz zu Beginn und am Ende des Buches wird bei weiterem Nachdenken klar. Was er für eine Bedeutung hat, und was genau es sich mit Unland auf sich hat, dass kann ich a) nicht verraten, da muss man schon das Buch lesen und b) kann ich es auch nicht verraten, weil sich jeder Leser da selbst was dazu denken muss. Und das ist genau das, was die Autorin mit ihren Bücher erreichen will! Fazit: Ein interessantes, spannendes und unheimliches Buch, das zum Ende hin wieder in eine Richtung abdriftet, an die man zu Beginn nicht gedacht hat!

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  • Angenehm zu lesen, wenn man vom Ende mal absieht

    Unland
    katja78

    katja78

    Die Autorin Antje Wagner besticht durch einen sehr flotten Schreibstil. Bemerkenswert wie sie mich beim Lesen an die Hand genommen hat. Ja, sie animiert zum lesen. Keine lästigen Wiederholungen und die Perspektive aus Frankas Sicht ist sehr gut gelungen. Man kann hier gut mit der Hauptperson mitdenken, doch auch kommen die anderen Personen nicht zu kurz und werden immer wieder angeschnitten. Das Ganze "Eulenhaus" ist angenehm beschrieben und Details werden nur ab und zu an den richtigen Stellen gestreut. So wirkt das Buch nicht überladen. Das Cover hat mich hier erst auf den 2. Blick angesprochen, Steppengras in weiss mit schwarzem Hintergrund. Nichts lässt vermuten das Unland in einen kleinen Elbdorf liegt und was es damit auf sich hat. Es verkörpert das, was es will.... nicht erkannt werden. In "Unland" gibt es mehrere Charaktere die erwähnenswert sind, deswegen schreibe ich doch mal eher Allgemein um euch nicht zu viel Vorweg zu nehmen. Haus Eulenruh ist ja eine Wohngemeinschaft. Franka und einige weitere Kinder haben dort ihren Pflegeplatz. Hier wird im Laufe der Seiten sehr deutlich, das jedes Kind seine eigene sehr verstörende, schwer nachhängende Geschichte hat. Die Autorin nimmt Erlebnisse die eindeutig auch in der heutigen Zeit passieren und haucht ihren Charakteren so ein Leben ein. Über manche Vergangenheit war ich wirklich entsetzt, manches Mal erschüttert,... aber wenn ich den Bezug nehme zur Realität, dann kann alles vorkommen. Das macht das Lesen so angenehm, man bekommt die Eigenschaften eines Jeden auch nicht schonungslos vor den Kopf gestoßen, sondern Häppchenweise, das macht es etwas erträglicher... doch auch nach beenden des Buches habe ich noch nicht alles entschlüsselt, es bleiben also noch einige Fragen offen. Diesmal ein schwieriger Punkt in meiner Rezension, denn eigentlich war das Buch durchweg so genial lesbar das ich sagen könnte "Boah wie spannend!" Aber mir hat in der Entwicklung etwas gefehlt, ich fand einerseits durch die Anzahl der Charaktere blieb es spannend, den Jeder hatte ja sein eigenes Päckchen zu tragen, aber die Entwicklung zu "Unland" ging mir zu langsam. Richtig interessant wurde es da erst im letzten hinteren Drittel, was bei einem Buch mit knapp 400 Seiten doch recht spät ist. Das Positive daran war das die Autorin so gut schreibt, das ich drangeblieben bin, zwischendurch hatte ich aber schon manchmal die Frage im Kopf, auf was genau die Autorin hinarbeiten möchte. Hier erwartet die Leser schon ein sehr gut durchdachter Jugendthriller, spannend, wenn auch teilweise etwas langatmig, weil das Thema Unland doch eher spät, direkter thematisiert wird. Aber ich kann sagen das sich das lesen dennoch lohnt. Man wird von den Zeilen mitgenommen und hat die hier die Möglichkeit in einer langsamen Entwicklung auf einen spannenden Roman einzugehen. Insbesondere das letzte Drittel verspricht einen tollen Ausblick auf den vermeintlichen 2. Teil. (Die Autorin teilte mir mit, das dies für sie ein abgeschlossener Roman ist) Was ich nicht so gut fand, waren die offenen Fragen....warum geht man nicht der Kaninchenfrage hinterher, wenn die doch im Wald rumhoppeln, es sind nur Kleinigkeiten, dennoch habe ich darüber nachgedacht. Schön war dagegen das ich mir ein genaues Bild von Franka und Haus Eulenruh machen konnte.... das Ende fand ich nun aber etwas zu makaber... Jeder der einen Hund hat (oder ein Haustier) wird sicherlich genauso entsetzt dreinschauen wie ich. Ich denke das das Lesealter schon angemessen ist, heutzutage kommen Wohngruppen häufiger vor, auch wenn ich zugeben muss, das sie teilweise echt verschrieen sind, Der Ruf eilt vorraus und es gibt leider immer wieder Menschen/Kinder/Jugendliche, die dann einfach irgendeinen Mist erzählen der einfach nicht stimmt und einfach nur verletzend wirkt. Ich denke kaum einer weiss über spezielle Hintergründe bescheid, wenn ein Kind als schwer erziehbar eingestuft wird, und nur die wenigsten machen sich die Mühe, auch mal hinter den Kopf eines jeden zu schauen. Das Ende hat mich dann doch geschockt... auch wenn den Jugendlichen eine Hemmschwelle anzumerken ist aber muss man gleich den geplanten Mord des Hundes mit Ausführungstechnik niederschreiben?

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    • 2
  • Eulenruh.

    Unland
    erdbeerliebe.

    erdbeerliebe.

    02. May 2014 um 19:08

    Franka ist vierzehn Jahre alt und kommt in eine sogenannte Erziehungseinrichtung in Waldburgen, Niedersachsen, tiefste Provinz. Statt Berlin muss sie sich jetzt mit dem Gestank der Landwirtschaft und lauten Rasenmähergeräuschen abquälen. Im Haus "Eulenruh", wie die Einrichtung passenderweise heißt trifft sie auf die Zwillinge Ann und Lizzie, den Computernerd Matthias und Ricardo, der ihr so ähnlich ist. Und die beiden Zwerge, die nicht sprechen. All die Bewohner des Hauses, sollten sie skuril auch sein, schaffen es einen Platz in Frankas Herz einzunehmen.  In der Schule dagegen werden die Kinder ziemlich gemobbt. An einem sonnigen Nachmittag unter der Woche kommt Franka auf die Idee das schöne Wetter auszunutzen - und entdeckt die Ruinen von Unland, die ihr ab diesem Moment keine Ruhe mehr lassen... Die Autorin Antje Wagner ist für mich kein unbeschriebenes Blatt - vor diesem Buch las ich "Vakuum" von ihr, und war begeistert. Wie auch in dem Thriller schafft sie es in "Unland" durch ihre Schreibweise und ihre Sprache die Aufmerksamkeit der Leser zu fesseln. Die Charaktere sind ausgefallene und originelle Persönlichkeiten, abseits von allen Klischees.Antje Wagner schafft es mit den Figuren der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten und sie in Grautönen widerzugeben. Gleichzeitig behandelt sie viele verschiedene Themenkomplexe in ihrem Roman, wie zum Beispiel das komplexe Familienbild unserer Zeit oder die Mechanismen des Mobbings. Trot der vielen ernsten Themen ist "Unland" immer noch unterhaltsame Fiktion direkt aus dem Leben gegriffen, die es schaffte mich auf mein Sofa zu fesseln und keine ruhige Minute zu gönnen. Wer einen eindrucksvollen und unerwarteten Jugendbuch-Thriller lesen möchte, ist mit "Unland" wärmstens beraten.

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  • Unland - Begib dich ins Ungewisse!

    Unland
    Salzstaengel

    Salzstaengel

    "Meine Geschichte war nie durchgesickert. Und ich habe Sie keinem erzählt. Je mehr jemand über dich weiß, desto einfacher ist es für ihn, alles gegen dich zu verwenden. Dein eigenes Leben." S. 46 Die vierzehnjährige Franka hat es im Leben nicht leicht gehabt. Zahlreiche Jugendämter und Pflegefamilien. "Ich glaube, ich hab noch nie so richtig irgendwo dazugehört. Außer vielleicht zum Jugendamt." S. 33 Nun soll Sie im Haus Eulenruh einziehen, einer Erziehungsstelle die zwei ausgebildeten Pädagogen, Vera und Andreas Kämpf, leiten. Zusammen mit Franka leben noch sechs andere Menschen im Haus Eulenruh. "Lizzie und Ann, zählte ich sie im Stillen auf, Ricardo und Matthias, Axel und Denise. Und ich. Sieben Menschen in jedem Alter und jeder Größe. Sieben verschiedene Geschichten und unterschiedliche Stufen von Freundlichkeit." S. 34 Nach und nach freundet sich Franka immer mehr mit den Bewohnern Eulenruhs an, fühlt sich akzeptiert und findet Menschen denen Sie vertrauen kann. Trotzdem kann sie die dunklen Schatten ihrer Vergangenheit nicht hinter sich lassen. "Ich durfte nicht so rumsitzen, dann wurde es bloß schlimmer. Mit Kraft stieß ich mich vom Bett hoch, und der Schmerz war langsamer als ich. Ohne mich hatte er keinen Halt mehr und rutschte vom Bett herab ins Maul der Tasche." S. 68 So friedlich die Familienatmosphäre im Haus Eulenruh ist, so sehr müssen die Jugendlichen gegen die Distanz und Vorurteile des Dorfes ankämpfen, von denen sie die Außenseiterrolle aufgestempelt bekommen. Als Franka dann noch das merkwürdige Verhalten ihres Nachbars beobachtet, müssen sich die Jugendlichen gegen gemeine Unterstellungen wehren... Doch von wem wird das gesteuert? Und wieso? Dies gilt es zu erfahren und so fangen die Jugendlichen an zu ermitteln... nicht ohne sich dabei selbst in große Gefahr zu bringen... Wer einmal ein Buch von Antje Wagner gelesen hat, weiß ihre Schreibart zu schätzen und freut sich auf die Bilder die im Kopf entstehen. Doch so schön die verwendete Sprache ist, so hart und brutal, eben aus dem Alltag heraus, ist die Geschicht. Begleitet von der Autorin, Antje Wagner, habe ich "Unland" in einer Lovelybooks Leserunde gelesen. Die Handlung wird aus Frankas Sicht erzählt. Dabei setzt Antje Wagner auf individuelle Charaktere, die nicht ins typische Buchraster passen. Franka ist eher stämmig und wird auf den ersten Blick für einen Jungen gehalten. Warum gerade so, beantwortet Antje Wagner in der Leserunde: "Ich finde das sehr wichtig, realistische Mädchenfiguren zu schaffen. In vielen Bücher und Filmen wird immer derselbe Typ reproduziert - ohne das zu hinterfragen und ohne Mädchentypen Raum zu geben, die es natürlich auch gibt und nicht zu knapp. Dadurch passieren in meinen Augen zwei Dinge: Eine bestimmte Geschlechterrolle wird überbetont und dadurch als "normal" hingestellt, was Imitationen/Nachahmungen anregt und zugleich alle *anderen* Mädchentypen als abweichend einstuft/abstempelt. Was ich sehr schade finde und auch nicht schön fürs Selbst- und Weltbild. Ich kenne Mädchen wie Franka - die fühlen sich sehr wohl, so wie sie sind, überhaupt nicht "verkleidet", sondern authentisch. Sie nehmen ihre Art und Weise und ihr Aussehen also nicht als "Schale" war, hinter der sich ein femininer Kern verbirgt - andersrum wäre es eher der Fall: Andersrum würden sie sich verkleidet fühlen - wie ein Matrose im Mini. Das heißt aber auch, dass ihr Aussehen und Verhalten eben KEIN "Schutzschild" ist, was einige hier bisher vermuteten - das würde ja gerade das Denkmuster bestätigen, dass eben das *feminine Mädchenbild* das "wahre" ist und alles andere ein Fake, eine andere Art Mutation - genau darum geht mir. Genau diese Denkmuster sind eben fest in unseren Köpfern verankert und brauchen dringend Erschütterungen. Mir ist wichtig, jenen in Werbung und Kultur unsichtbaren/weggedrückten Mädchenrollen Raum zu geben, damit sie eben erstens sichtbar werden und zweitens Identifikationsmöglichkeiten bieten für diejenigen, die sich eben nicht in dem zum x-ten Mal reproduzierten (und stilisierten) Mädchenbild wiederfinden. Denn dass sie nicht kulturell gezeigt und ausgedrückt werden, geht gegen das Leben, gegen die Realität und letztlich gegen uns, unser Welt- und Selbstverständnis. Wir schmoren sonst im Sud einer ewig gleichen Bilderbrühe, die sich nicht um die reale Welt und die realen Gefühle von Menschen schert. Dass das gefährlich ist, zeigt die Haltung, die viele Menschen *andersartigen* Menschen gegenüber entwickeln können. Kulturelle Sichtbarkeit aller Seins-, Lebens- und Liebesformen würde da Druck rausnehmen.  Quelle: Auszug aus der Lovelybooks Leserunde zu "Unland". Unter dem Link kann man sich ihre ganze Antwort durchlesen. Gerade das schätze ich an Antje so. Sie wirft Fragen und Themen auf, die ich so direkt vorher nicht wahrgenommen und somit nicht hinterfragt habe. Daraus ergibt sich sogar eine Selbstverständlichkeit die einfach hingenommen wird...bis Antje uns aufrüttelt aus unserem Alltagsschlaf ;) Wie schon bei ihrer Leserunde zu "Schattengesicht" hat sich Antje sehr viel Mühe mit ihren Antworten gegeben. Deswegen soll auch ihr das Schlußwort in meiner Rezension gehören: UNLAND war das erste Buch, in dem ich ganz bewusst Orte gewählt habe, die ich gut kenne.  Ich selbst stamme aus einem winzigen Dörflein an der Elbe, bei Wittenberg. Es hieß nicht Waldburgen, aber Wartenburg. Pate für die "Erziehungsstelle" war das in Wartenburg existierende Kinderheim. Sehr viele Dinge, die in dem Buch beschrieben sind, haben einen engen biografischen Bezug. Ich bin z.B. mit Heimkindern aufgewachsen, weil das Heim (ein Schloss) nicht nur gegenüber meinem Elternhaus stand, sondern weil wir Patenschaften hatten: Jedes Heimkind hatte eine Patenschaft mit einem Nicht-Heimkind. Und das betraf dann zum Glück nicht nur Schulisches (man machte zusammen Hausaufgaben), sondern auch Privates (man besuchte sich gegenseitig, spielte zusammen, quatschte - es waren Freundschaften).  Waldburgen und Wartenburg haben nicht nur Atmosphärisches gemeinsam (die Naturbeschreibungen sind alle echt, manche Häuser gibt es tatsächlich), sondern auch den Geist. Wie das häufig in kleinen Dörfern so ist (aber auch in Städten), wird Anderartigkeit als bedrohlich empfunden und erst einmal ausgegrenzt bzw. stigmatisiert. Es gab z.B. einen Spruch in meinem Dorf. Wenn irgendwas Negatives passiert war (z.B. ein Einbruch oder eine Beschädigung oder sonst was), dann hieß es sofort: "Das waren die Heimkinder." Ohne Nachfrage, ohne das zu reflektieren. Einfach nur: Das waren die Heimkinder. Das ist ziemlich übel.  Aus den Freundschaften zu einigen Heimkindern (auch meine erste große Liebe war ein Heimjunge) habe ich viel gelernt. Ich habe scheußliche Dinge erfahren, ich habe mitbekommen, was Eltern ihren Kindern antun können, und wie man als Kind auf so etwas reagiert (und es ist ein Irrglaube, dass Kinder, die schlecht behandelt werden, automatisch ihre Eltern hassen). Ich habe auch gemerkt, dass es nicht ums Überleben gehen sollte, sondern ums Leben. Das ist wichtig, denn wenn man jemandem, der oder die Gewalt erfahren hat, nur als Überlebende betrachtet, stempelt man ihm oder ihr "Opfer" auf. (Und dieses Denken und Stempeln kann ein weiterer Gewaltakt sein, weil es Entwicklung verhindert.) Erst Jahre später habe ich realisiert, WIE entsetzlich manches war, was ich gehört habe, und was ich in Kindesalter als normal angesehen habe, denn ich hab es eben von kleinauf mitbekommen, hab von kleinauf diese Erlebnisse gehört - was es eben irgendwie normal machte. Erst Jahre später hat es "klick" gemacht in meinem Kopf und ich habe gemerkt, dass ich darüber schreiben muss. Nicht, um es loszuwerden, sondern um es auszusprechen. Den Kindern Raum zu geben, ihren Gedanken, ihren Leben.  Es gibt eine Menge Fiktion in dem Buch, aber was absolut echt ist, sind die Geschichten der Kinder und Jugendlichen. Sie sind zwar keine realen Personen, aber es gibt die Fragmente echter Personen in ihnen. Kein einziges Schicksal in dem Buch ist ausgedacht - bei diesem Thema fände ich das auch schwierig. Manchmal ist die Wahrheit grausamer als die Fantasie. Und in diesen Fällen hier wollte und konnte ich nichts erfinden.  Mir war es aber wichtig, die Kinder und Jugendliche nicht als "defizitär" zu zeigen, denn das sind sie nicht. Auch das ist ein Irrglaube. Ein Irrglaube, der scheußlicherweise durch die Literatur geistert, und den ich schlicht fürchterlich finde, denn damit werden Heimkinder auch noch literarisch stigmatisiert und bemitleidet. Aber das ist das Thema einer anderen Frage, die ich später beantworte. :)) Jedenfalls sind die Orte in dem Buch zu großen Teilen real und autobiografisch, aber mit Fiktion ummantelt. Quelle: Lovelybooks Leserunde zu "Unland"

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  • Leserunde zu "Unland" von Antje Wagner

    Unland
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    +++Leserunde Unland+++ Wir möchten von euch wissen, wie euch das Buch "Unland" von Antje Wagner gefällt und möchten es gemeinsam mit euch lesen und über den Inhalt sprechen. Die Autorin Antje Wagner nimmt ebenfalls an der Leserunde teil und freut sich auf eure Fragen. Und darum geht's: Die vierzehnjährige Franka ist der »Neuzugang« in Haus Eulenruh, einem Wohnprojekt für sieben Kinder und Jugendliche. Doch irgendetwas stimmt nicht in dem kleinen Elbdorf. Wieso schweigen die Erwachsenen so beharrlich, wenn man sie auf die düstere Ruinenlandschaft am Waldrand anspricht? Wir vergeben 25 Leseexemplare. Natürlich könnt ihr auch mitmachen, wenn ihr das Buch bereits besitzt. Um ein Leseexemplar zu erhalten, postet uns bis zum Dienstag, den 28. Januar, eure Antwort auf folgende Frage: Vielleicht wart ihr selbst irgendwann schon einmal in einer Außenseiterposition. Die negativen Auswirkungen kennt wahrscheinlich jeder. Aber bietet diese Position vielleicht auch Möglichkeiten? Wir sind gespannt auf eure Posts. Euer bloomoon-Team

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  • Starker Schreibstil, mysteriöses Geheimnis

    Unland
    Anneblogt

    Anneblogt

    15. March 2014 um 14:55

    Inhalt: Die vierzehnjährige Franka zieht von Berlin in das Haus Eulenruh, ein Wohnprojekt für sieben Kinder und Jugendliche und zwei Erwachsene in einem beschaulichen Elbdorf. Nach und nach lernt sie die Eigenarten ihrer Mitbewohner Lizzie, Ann, Matthias und Ricardo kennen und beginnt sich an ihr neues Leben zu gewöhnen. Doch die Waldburgener sind alles andere als begeistert über den Neuzugang und zeigen dies Franka auch deutlich. Schon bald scheint dies aber ihr kleinstes Problem zu sein, den unheimliche Dinge passieren in dem kleinen Dorf. Als Franka und ihre neuen Freunde, nachfragen, was es mit dem mysteriösen und dunklen Unland auf sich hat, das sogar mit einem Elektrozaun gesichert ist, stoßen sie nur auf ausweichende Antworten und Ausreden. Doch alle Spuren scheinen nach Unland zu führen und so beschließen Franka und die „Eulen“, das Geheimnis von Unland zu ergründen… Meine Meinung: Durch die gute Beschreibung der Umgebung und der Charaktere wird man schnell in die Geschichte gezogen. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und besonders die „Andersartigkeit“ der Protagonistin Franka, die sich sehr von den Hauptfiguren aus sonstigen Romanen und Jugendbüchern unterscheidet, ist sehr erfrischend. Ebenso sind die anderen Charaktere richtige Persönlichkeiten, alle sehr authentisch geschildert und mit sehr unterschiedlichen Eigenarten. So war das erste Viertel sehr gut zu lesen, auch wenn noch nichts wirklich Spannendes passiert, man lernt einfach auf sehr angenehme Weise die Kulisse und die Figuren kennen. Das wirkliche Unheil scheint mit Frankas erstem Schultag zu beginnen, ihre Mitschüler schließen sie sofort aus. Hier wurde die Szene sehr gut beschrieben, man kann sich richtig vorstellen, wie die Waldburgener, eine geschlossene, eingeschworene Gemeinschaft, die sich alle schon seit ihrer Geburt kennen, Fremden gegenüber stehen, diese kaum dulden. Diese und ähnliche Beschreibungen haben das Buch zu einem echten Lesegenuss gemacht. Die Leser erfahren nun auch etwas über Unland, unheimliche Dinge, jedoch wollen die Erwachsenen angeblich nichts Wissen und erzählen nur ausweichende Geschichten. Da ist das Misstrauen sowohl von Franka und den anderen Bewohner, als auch von mit, gewachsen. Was hat es mit Unland auf sich? Was kann so schlimm, dunkel sein, dass keiner was darüber sagen will? Ich war mir nämlich eigentlich ziemlich sicher, dass die Erwachsenen wissen, was Sache ist, zum Ende hin ist diese Meinung aber deutlich ins Wanken geraten. Leider bleiben am Ende aber auch ziemlich viele Fragen offen und auch diese bleibt unbeantwortet. Jedenfalls sind die unheimlichen Geschehnisse sehr gut geschildert, man hat das Gefühl, hinter jedem Baum, in jedem Schatten versteckt sich eine Gefahr. Echtes Gänsehautfeeling, und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Mit einigen Wirrungen kommen Franka und die „Eulen“, wie sich Franka, Matthias, Ricardo, Lizzie, Ann und ihre Freundin Valerie genannt haben, immer mehr zu der Erkenntnis, dass das Ganze von Unland ausgeht. Wichtige und sehr mysteriöse Hinweise erhalten sie auch durch die Chronik von Waldburgen. Die Spannung steigt noch mal enorm, als sich manche der Bewohner von Haus Eulenruh immer seltsamer verhalten und man sich echt fragen muss, wer noch vertrauenswürdig ist. Hier hat man als Leser richtig gegrübelt, wie alles zusammenhängt, was es mit Unland wirklich auf sich hat. Schließlich wird man erlöst, als Franka beschließt nach Unland zu gehen-und diese Auflösung: wow! Echt super und mal etwas ganz Anderes! Diese „Andersartigkeit“, die ein sehr wichtiges Thema im Buch einnimmt, hat mir sehr gut gefallen! Leider ist mir das Ende jedoch viel zu offen, ich habe noch so viele Fragen und war richtig gespannt, wie sich Franka und die Eulen nun aus ihrer heiklen Lage befreien, als das Buch einfach plötzlich zu Ende ist. Hier hätten noch ein paar Seiten drangehängt werden können. Sehr gut gefallen tut mir auch das Cover. Die pinke Schrift hebt sich super von dem dunklen Hintergrund ab. Jedoch verraten sowohl Cover als auch Klappentext sehr wenig von dem Buch-da ist man noch gespannter, was so alles passiert Fazit: Auch wenn ich das Ende einfach viel zu offen fand, kann ich aufgrund der tollen Idee und dem super Schreibstil nicht anders, als 5 von 5 Punkten zu geben und eine absolute Leseempfehlung auszusprechen! Besonders für Jugendliche, da für mich das Buch mehr etwas von einem Jugendroman als von einem Thriller hat.

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  • Spannende Mischung aus Unterhaltung und Lehre

    Unland
    buechermaus88

    buechermaus88

    13. March 2014 um 22:24

    Inhaltsangabe Buchrückseite: Die vierzehnjährige Franka ist der Neuzugang im Haus Eulenruh, einem Wohnprojekt für sieben Kinder und Jugendliche. Doch irgendetwas stimmt nicht in dem kleinen Elbdorf. Wieso schweigen die Erwachsenen so beharrlich, wenn man sie auf Unland, diese düstere Ruinenlandschaft am Waldrand, anspricht? Meine Meinung: Zunächst einmal muss ich sagen, dass mich schon das Cover neugierig gemacht hatte. Dieses grelle Pink auf diesem schwarzen Hintergrund und diese weißen Grashalme, die doch eher von einer düsteren Landschaft sprechen, hatten es mir gleich angetan. Im Nachhinein erinnert es doch sehr an Unland selbst, an die Dunkelheit, die dort herrscht. Ich persönlich fand es toll, so viele unterschiedliche Persönlichkeiten kennenzulernen. Die Kinder im Haus Eulenruh haben jeder ihre eigenen Geschichten, auf die zwar nicht ausführlich eingegangen wird, aber sie machen neugierig. Man versteht sie besser und kann mitfühlen. Sie werden in der Schule größtenteils als Außenseiter behandelt. Die Protagonistin Franka ist so anders als andere Mädchen und das ist das Besondere an ihr. Mir gefällt ihr Charakter sehr. Das Buch ließ sich schnell lesen und warf zeitweise sehr viele Geheimnisse auf. Man wollte sie unbedingt gelöst wissen. So blieb es spannend. Wenn man bedenkt, dass es eigentlich ein Jugendbuch ist, finde ich, dass es auch sehr viele Lernaspekte hat. Ich finde, dass die Jugendlichen durch dieses Buch erkennen, dass man total unterschiedlich sein kann und trotzdem befreundet sein kann. Dass man Menschen, die “anders” sind, egal wie man das anders definiert, nicht ausschließen darf und sich vielleicht bemühen sollte, sie erst einmal kennenzulernen bevor man sie wie einen Außenseiter behandelt. Und dann noch: Neugier führt nicht immer zu einem guten Ergebnis Etwas schade fand ich, dass das Eigentliche des Buches, nämlich Unland, recht weit am Schluss erst seinen Auftritt hatte. Andererseits gefiel mir der offene Schluss sehr gut und vielleicht gibt es ja doch noch irgendwann einen zweiten Teil Allerdings ist dieses Buch am 04. September 2010 erschienen, da könnte ich mich eventuell irren.Das empfohlene Lesealter von Amazon finde ich etwas zu niedrig angesetzt. Ich glaube, dass 12-jährige mit dem Verständnis einige Probleme haben würden. Wie zb mit dem Verständnis vom (für mich) Hauptthema der Andersartigkeit.

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  • Super tolles Buch, aber das Ende war nicht so meins

    Unland
    SophiesLittleBookCorner

    SophiesLittleBookCorner

    26. February 2014 um 17:35

    Äußeres Erscheinungsbild: Ich mag die schlichte Aufmachung des Covers in Schwarz/Weiß und den Farbtupfer den das Pinke mit sich bringt. Ich hätte den Textauszug nicht wirklich gebraucht, das wirkt ein bisschen überladen. Der Titel ist knackig und trifft es auf den Punkt. Eigene Meinung: Die Idee fand ich schon mit dem Lesen des Klappentextes sehr ansprechend und ich habe mich sofort gefragt, was das wohl so vor sich geht. Bis zum letzten Abschnitt tappte ich zwar im Dunklen bezüglich des Unlandes, doch die ganze Zeit wurde die Idee von Spannung und Vorfreude umgeben. Die Handlung geht bis zu den letzten 100 Seiten sehr ruhig vonstatten und Eulenruh wird sehr schön ausführlich beschrieben. Es kommt so etwas wie Heimatgefühlt rüber und ich habe mich dort bei dem bunten Haufen gleich wohl gefühlt. Zwischendrin passiert dann kurzzeitig immer mal etwas, dass ein bisschen kryptisch und merkwürdig und auch spannend ist, aber die meiste Zeit ist ein ruhigeres Buch, dass aber dennoch vor einem recht dunklen Rahmen stattfindet und teilweise recht ernste Hintergründe hat. Es dauert eine ganze Weil bis zur Auflösung des großen Fragezeichens und bis dahin sind Fragen über Fragen bei mir aufgekommen. Die Autorin verknüpft gekonnt Geschehnisse und Vorkomnisse und lässt den Leser in einem dauerhaften Zustand der Ratlosigkeit. In den Schreibstil musste ich erstmal reinkommen, denn er ist doch sehr ausführlich und Gebenheiten und Orte werden sehr detailreich geschildert. Dennoch hat mir bereits der erste Abschnitt viel Freude bereitet und erste Spannungsaufwallungen sind aufgekommen. Die Schreibe passt einfach sehr gut in den Rahmen der Geschichte. Die Charaktere sind alle sehr verschieden, aber jedes Eulenruhmitglied ist auf seine eigene Art sehr liebenswert. Franka ist doch recht anders als die meisten Protagonistinnen, aber ihre jugenhafte Tomboy Art fand ich sehr erfrischend in dem Pool an ähnlichen Hauptfiguren.  Die Geschichten der Eulenkinder sind natürlich alle sehr schrecklich und traurig und so sehr ich mit den Kleinen leide, so sehr habe ich auch die Großen ins Herz geschlossen. Sie sind alle einfach sehr liebenswert und ich denke, sie fühlen sich alle sehr wohl. Wow was für ein Ende. Bis zum Ende hatte ich keine Ahnung, womit wir es eigentlich zu tun haben und umso erstaunter war ich dann als doch noch Mysteryelemente hinzukamen. Die Verknüpfung von so vielen kleinen Elementen ist ziemlich genial gemacht. Man lernt immer ein bisschen Mehr, bis es dann zum großen Knall am Ende kommt. Es ist auf alle Fälle ein Buch, das zum Nachdenken und Überlegen und Reflektieren anregt. Jedoch war mit persönlich das Ende ein bisschen zu offen. Ich kann verstehen warum dieses Ende so gewäht wurden ist, ich hätte jedoch noch gerne ein paar Fitzelchen mehr erfahren. Ich bin einfach der Typ Leser, der alles erfahren möchte. Ich spinne mir nicht gerne selbst was zusammen, sondern lasse mich von vorne bis hinten entführen. Fazit: Alles in allem ein kleines verwirrendes Psychospiel, das mir doch ziemlich gut gefallen hat. Der Schreibstil passt einfach wunderbar zu der düsteren Stimmung und ich wurde einfach nur in das Buch eingesaugt. Einziges Manko: Das Ende. das hat mir nicht ganz so gefallen.

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  • Klare Leseempfehlung :)

    Unland
    Sterny88

    Sterny88

    26. February 2014 um 16:14

    Als Franka Berlin hinter sich lässt, um in ein kleines Dorf in Sachsen-Anhalt zu ziehen, verspricht sie sich davon nicht allzu viel. Ihr Ziel ist Haus Eulenruh, eine Einrichtung, die sich um Kinder und Jugendliche kümmert, die kein zu Hause mehr haben. Alle sieben Kinder haben Schlimmes in ihrer Vergangenheit erlebt und so treffen verschiedene Eigenarten und Charaktere aufeinander. Doch das ist nicht Frankas einziges Problem. Die Verschwiegenheit ihrer Pflegeeltern, wenn es um die verlassenen Ruinen am Rande des Dorfes geht, scheint mehr als auffällig. Was es wohl damit auf sich hat…? Unland ist eine Geschichte, die langsam anfängt und doch nicht langweilig ist. Ohne es zu merken taucht man immer mehr in eine Realität ein, die authentische Charaktere bereithält. Trotz der vielen Schicksale, die hier zusammen treffen, wirken die Personen nie überzeichnet. Im Gegenteil, man fühlt mit ihnen und schüttelt den Kopf, wenn man bedenkt, dass diese fiktive Geschichte auch viel Wahrheit enthält. Der Spannungsaufbau wird begleitet von einer dichter werdenden Atmosphäre, die ganz subtil die Geschichte begleitet. Ich muss zugeben, dass ich am Anfang gerade eine gewisse Spannung vermisst habe, aber der Rest des Buches hat mich dafür entschädigt. Durch die Vielzahl der Nebencharaktere wirkt die Geschichte lebendig ohne überladen zu sein. Alle spielen irgendwie eine Rolle und da stört es nicht, dass man vielleicht nicht alles über sie erfährt. Wenngleich doch die Vergangenheit jedes Einzelnen Beachtung findet. Dabei gefiel mir die Einarbeitung der Schicksale in die Geschichte besonders gut. Es ging nämlich nie darum alles bis ins Detail zu erzählen, sondern man bekommt meist nur einen kurzen Eindruck vermittelt, was eigentlich passiert ist. Das Ende ist so ganz anders als man denkt und mutig obendrein. Es lässt mich nachdenklich zurück und ist einen Extrastern wert  :) Fazit: Bemerkenswert gut geschriebenes Jugendbuch, welches sich definitiv lohnt zu lesen. (Das Cover ist übrigens auch wunderbar gelungen…)

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