Die Autorin überzeugt durch ihre Authentizität und ihre klare Haltung, die sich auch in ihrem Roman widerspiegelt. Bereits bei der Premierenlesung machte sie darauf aufmerksam, wie spannend es sein kann, Frauenrollen in Büchern einmal genauer zu betrachten. Tatsächlich ist mir in den Tagen danach immer wieder aufgefallen, wie häufig Frauen in der Literatur noch immer in traditionellen Rollenbildern dargestellt werden. Auch wenn sich hier langsam etwas verändert. ✊
Dabei stellt sich die interessante Frage, ob solche Darstellungen Ausdruck persönlicher Wünsche und Vorstellungen von so manch einer Person sind oder ob gesellschaftliche Prägungen noch immer so stark wirken, dass sich diese Muster nur schwer aufbrechen lassen.
Antje Zimmermann greift dieses Thema auf, ohne es in den Vordergrund zu drängen oder mit erhobenem Zeigefinger zu präsentieren.
Neben den Frauenrollen beschäftigt sich der Roman auch mit gleichgeschlechtlicher Liebe und der Frage, wie Menschen in vergangenen Jahrzehnten damit umgehen mussten. Die Autorin zeigt eindrücklich, welche persönlichen und teilweise dramatischen Folgen Ausgrenzung und gesellschaftliche Vorurteile und unfassbare Methoden "zur Heilung" für einzelne Menschen haben können. Dadurch entsteht weit mehr als reine Spannungsliteratur: Der Roman regt zum Nachdenken an und macht auf gesellschaftliche Themen aufmerksam, ohne dabei belehrend zu wirken.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die beiden Kriminalistinnen, die mit ihren individuellen Lebensgeschichten und Stärken die Handlung prägen. Ebenso berührte mich die Geschichte des Bruders einer Kommissarin, dessen persönliches Schicksal dem Roman zusätzliche emotionale Tiefe verleiht.
Da ich das Buch als Hörbuch gehört habe, möchte ich auch die Hörfassung erwähnen: Die Geschichte lässt sich sehr flüssig verfolgen und bietet durchgehend gute Unterhaltung. Obwohl es an einigen Stellen durchaus blutig wird, empfand ich den Thriller insgesamt als angenehm zugänglich und leicht konsumierbar.
Deine Franzelpanda 🍀









