Die Melodie meines Lebens

von Antoine Laurain 
3,5 Sterne bei44 Bewertungen
Die Melodie meines Lebens
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (22):
talishas avatar

Langatmig in der Mitte, doch dann hat es mich plötzlich wieder gepackt.

Kritisch (6):
M

"Was-wäre-wenn"-Gedankenspielereien mit einigen Seitenhieben...

Alle 44 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Die Melodie meines Lebens"

Ein Brief, der mit 33 Jahren Verspätung sein Ziel erreicht, stellt Alains ruhiges Leben auf den Kopf. Er ist Arzt und hat die fünfzig überschritten, seine Frau betrügt ihn, die Kinder sind längst aus dem Haus – trotzdem ist er eigentlich ganz zufrieden. Doch eines Morgens liegt in der Post ein Plattenvertrag für Alains Band The Hologrammes – von 1983. Alain wird zurückgeworfen in eine Zeit, als er und seine Band um ein Haar berühmt geworden wären, als noch alles möglich schien. Er macht sich auf die Suche nach den anderen Bandmitgliedern – und findet einen erfolgreichen, aber verbitterten Künstler, dessen Freundin Alain ein vieldeutiges Lächeln schenkt, einen Präsidentschaftskandidaten und einen populistischen Politiker. Nur die Sängerin, die schöne Bérangère, in die Alain heimlich verliebt war, scheint zunächst verschwunden … Humorvoll und mit feinem Gespür für Nostalgie erzählt Antoine Laurain von vergessenen Lieben, verlorenen Freundschaften und verpassten Chancen – die plötzlich neues Glück versprechen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783455600520
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Atlantik Verlag
Erscheinungsdatum:12.09.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 12.09.2017 bei Hoffmann und Campe erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

Neu
3,5 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne8
  • 4 Sterne14
  • 3 Sterne16
  • 2 Sterne5
  • 1 Stern1
  • Sortieren:
    Ulenfluchts avatar
    Ulenfluchtvor 4 Monaten
    Weder Fisch noch Fleisch

    Weder Fisch noch Fleisch, sondern ein bisschen buntes Gemüse ist es, was uns Antoine Laurain hier auftischt. Nett angerichtet, schmeckt ganz ok. Aber braucht man nicht wieder essen. So geht es einem mit dem Buch. Ein paar nette Ideen nicht ohne Charme, eine Geschichte mit Potential. Die dann aber dann nicht hält, was sie verspricht.


    Dreißig Jahre zu spät trudelt eine Einladung der Plattenfirma ein, die Alains Band so ersehnt hatte. Aber es kam damals alles anders: Kein Brief, Auflösung der Band. Die Mitglieder gingen ihrer Wege. Nicht wenige haben es zu Berühmtheit geschafft, jeder ist auf seine Weise exzentrisch. Alain spürt die Mitglieder auf, auf der Suche nach dem Tape, das sie damals einschickten. Man kann bei der Geschichte zurecht erwarten, dass irgendetwas Großartiges passiert, dass eine explosive Mischung aus Wiedersehen der ganzen Gruppe und dem Zauber der Musik entsteht.


    Allzu oft aber verliert der Autor die Fäden, verrennt sich in Details, die bisweilen zwar charmant und kreativ sind, aber Längen ausweisen und weit weg von einem roten Faden führt. Pulsierende Musik? Fehlanzeige. Große Gefühle? Fehlanzeige. Jeder betrügt jeden und nimmt es hin, dass das Leben ein Schweinehund ist. Heilung gibt es nur für einen einzigen: JBM, der eine ganz erstaunliche Karriere hinlegt, mit noch erstaunlicheren Menschen um sich herum.


    Lesefreude bereiten die kleinen Wendungen und die außergewöhnlichen Ideen, zu denen der Autor manchmal fähig ist. Die Freude steckt in den kleinen Dingen, nicht im großen Ganzen. Das präsentiert sich unausgegoren und seicht, eine Botschaft fehlt, zum Denken wird nicht angeregt. Es hätte dem Buch besser getan, wenn Antoine Laurain seine Geschichte als Ganzes aufgebaut hätte, nicht in unzusammenhängenden Episoden. Echt schade.

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    talishas avatar
    talishavor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Langatmig in der Mitte, doch dann hat es mich plötzlich wieder gepackt.
    Ein schicksalhaftes Demotape




    Das neueste Buch des sympathischen Autors habe ich gespannt gelesen. Eine Kassette auf dem Cover und schon ist man zurück in den 80er Jahren.

    So ähnlich geht es auch Alain, als er einen Brief erhält. Eigentlich hätte der Brief Alain und seinen Musikerfreunden im besten Falle zu Erfolg verhelfen sollen.  Ein Schicksalsbrief - der alles verändert hätte. Doch der am 12.09.1983 abgestempelte Brief ist im Postamt verloren gegangen und wird erst beim Renovieren gefunden und zugestellt.  Der Brief erinnert ihn an früher und gerne würde Alain die Musik nochmals hören, doch er hat vor einigen Jahren seine Kassette fortgeschmissen. Deshalb sucht er den Kontakt zu seinen ehemaligen Bandkollegen und hofft, dass einer von ihnen noch eine Kassette aufbewahrt hat. 

    Neben Alain lernt der Leser alle ehemaligen Bandmitglieder kennen.  Der Werdegang der Einzelnen wird ausführlich erzählt. In den Kapitel durchzieht immer wieder eine feine Melancholie die Leben der Akteure. Meine absoluten Lieblingscharaktere sind Politiker Jean-Bernard (meist nur JBM genannt) und seine Assistentin Aurore. Sie dominieren einen Grossteil der Geschichte und sind sympathische Figuren. Alain hingegen amtiert quasi als roter Faden durch die diversen Kapitel hindurch. 

    Der atmosphärische, charmante  Schreibstil gefällt mir nach wie vor und findet sich auch in diesem vierten Buch von Antoine Laurin.  Mittendrin wurde es mir aber langsam langweilig. Die Geschichte zog sich in die Länge weil nicht mehr viel passierte. Doch dann waren es urplötzlich zwei Zeilen, die mich weckten und gleich alles anders und wieder interessant machten. Ich war froh, das Buch nicht abgebrochen zu haben. Mit dem überraschenden Ende hat der Autor den Rank wieder gefunden und so komme ich in der Bewertung doch noch auf 4 Punkte. 

    Fazit: Das unerwartete Ende verzeiht den langatmigen Mittelteil, aber die Geschichte um den verschollenen Brief und das Demotape kann nicht mit "Liebe mit zwei Unbekannten" oder "Der Hut des Präsidenten" mithalten. 
    4 Punkte. 

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    kreszenzs avatar
    kreszenzvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: DIE Neuentdeckung des Jahres! Nie vorhersehbar, bittersüß und stellenweise fast so spannend wie ein Krimi.
    DIE Neuentdeckung des Jahres!

    Der Mittfünfziger Alain führt ein gemächliches und zugegebenermaßen langweiliges Leben: Seit über 25 Jahren ist er mit seiner Frau verheiratet, die Kinder sind schon lange aus dem Haus und in seinem Leben als Hausarzt überrascht ihn auch beruflich nicht mehr besonders viel.

    Aber auch Alain war einmal jung. 1983 spielte er in einer Band – The Hologrammes. Ihr Plan war einfach: berühmt werden! Unzähligen Plattenfirmen hatten sie damals ihr Demotape geschickt, doch niemand wollte sie. Danach hat sich die Band frustriert aufgelöst.

    Was niemand ahnen konnte: eine einzige Plattenfirma wollte tatsächlich einen Termin vereinbaren – per Brief, an Alain, dessen Briefkasten damals der geeignetste erschien. Aber der Brief rutschte in der Postfiliale hinter ein Regal und tauchte jetzt, 33 Jahre später, erst wieder auf.

    Alains sehnlichster Wunsch: sich noch einmal jung fühlen, noch einmal die alten Lieder hören! Aber sein Tape hat er Jahre zuvor entsorgt. Ob die anderen Bandmitglieder noch eines haben?

    Die Schicksale der damaligen Bandmitglieder könnten inzwischen unterschiedlicher nicht sein: ein verbitterter Künstler, ein rechtsradikaler Politiker, ein hoffnungslos altmodischer Antiquitätenverkäufer, ein Hotelbetreiber, der inzwischen in Thailand lebt, ein erfolgreicher Manager und die Sängerin Béranère, in die Alain heimlich verliebt war, die spurlos verschwunden ist – das waren sie, The Hologrammes.

    Reihum erzählt der Autor episodenhaft und in Rückblenden, welches Leben die einzelnen Personen nun führen, welche Wünsche und Sehnsüchte sie damals hatten. Dabei rutscht er nicht in den standardmäßigen Wäs-wäre-wenn-Kitsch ab, sondern leuchtet feinfühlig und psychologisch nachvollziehbar die jeweilige Perspektive aus.

    Für mich ist dieses Buch DIE Neuentdeckung des neuen Jahres. Es war nie vorhersehbar, bittersüß und stellenweise fast so spannend wie ein Krimi.

    Kommentieren0
    32
    Teilen
    Buchfluestern82s avatar
    Buchfluestern82vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Philosophisch, leicht und unterhaltsam
    Ich bin wieder einmal hin und weg ...

    Antoine Laurain ist für mich eine der Leseentdeckungen 2017. Sein neustes Buch "die Melodie meines Lebens" ist zwar meiner Meinung nach nicht sein bestes Werk, hat mich aber wieder berührt und zum Nachdenken angeregt - das, ohne schwer verdaulich zu sein.

    Die Bücher des Franzosen sind nicht einfach 0-8-15. Sie sind "leise", es gibt weder von der Geschichte noch vom Schreibstil her einen grossen Knall. Und dennoch bin ich jedesmal traurig, wenn das Buch durch ist. Ich kann deshalb sein neustes Werk wieder vorbehaltslos empfehlen!

    Kommentieren0
    0
    Teilen
    buchstabensammlerins avatar
    buchstabensammlerinvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Gut, aber der Titel verspricht mehr....
    Was wäre wenn?

    Rund ums Buch:
    Titel: Die Melodie meines Lebens
    Autor: Antoine Laurain
    Verlag: Atlantik Bücher von Hoffmann und Campe
    ISBN: 978-3-455-60052-0
    Preis: 20,00 €


    Cover:
    Das Cover ist durch die Farbe Türkis sehr ansprechend und auffallend. Eine abgebildete rote Kassette, aus der das Band herausläuft und ein Herz bildet, ist ein echter eyecatcher. Ein sehr ansprechendes Cover, das auf Musik im Buchinhalt hoffen lässt.


    Text Rückseite:
    Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, würdest du alles noch mal genauso machen?
    Beinahe wären Alain und seine Band berühmt geworden, doch der Brief mit dem Plattenvertrag kommt drei Jahrzehnte zu spät – und stellt nicht nur Alains Leben auf den Kopf. Er macht sich auf die Suche nach den anderen Bandmitgliedern und aus vergessenen Lieben, unerfüllten Träumen und verpassten Chancen entsteht unerwartet neues Glück.


    Inhalt:
    Als Alain in der Post einen verspäteten Brief der Plattenfirma findet, die vor 30 Jahren die Zukunft der Band mit seinen Freunden sein sollte, bekommt er einen Lachanfall. Der Brief lädt zum Termin bei der Plattenfirma ein, bei der das Demotape damals gut ankam. Alain macht sich auf die Suche nach den ehemaligen Bandkollegen und stellt fest, dass in 30 Jahren viel passiert ist und sie auch nicht mehr an die „alten Zeiten“ anknüpfen können.


    Meine Meinung:
    Um es vorweg zu nehmen: nein, es geht nicht wirklich um Musik in diesem Buch. Es geht um Menschen. Es geht um die Zeit, die Menschen verändert, ihnen neue Wege bereitet und nicht immer gut mit ihnen ist. Es geht um Beziehungen, Verstrickungen, Geheimnisse und vor allem geht es um die Frage, was gewesen wäre, wenn....
    Für mein Empfinden spielt der Autor in der ersten Hälfte des Buches gut mit den Charakteren. Ein Kennenlernen, was sie in der Band einmal für eine Position hatten. Dann das Wiedersehen und die neue Welt.. die neuen Freunde, aus denen – 30 Jahre später - nicht immer etwas Gutes geworden ist. Was machen sie heute, wie leben sie und wie gehen sie mit der Vergangenheit um. 

    Der schöne Stil des Autors lässt einen durch die Seiten fliegen und man möchte eigentlich wissen, ob sie es doch noch zusammen schaffen. Am Schluss fand ich es ein wenig too much. Alain ist nicht der Hauptprotagonist, sondern es geht um alle Bandmitglieder und das gefällt. Leider verspricht das Cover etwas anderes, deshalb einen Punkt Abzug.


    FAZIT:
    Ein typisch französisch leichtes Buch mit einer Frage, die sich durch die Geschichte zieht und die viele sich sicher im Leben stellen: WAS WÄRE WENN?

    Kommentieren0
    9
    Teilen
    RosaEmmas avatar
    RosaEmmavor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ein kluger Roman mit einer gut dosierten Prise Nostalgie
    Was wäre, wenn...

    Ich kann es nie erwarten, den neuesten Roman von Antoine Laurain in Händen zu halten, denn seine ungewöhnlichen, betörenden Geschichten, die er mit viel Charme, angenehmer Leichtigkeit, feinem Humor und französischem Flair erzählt, nehmen sofort gefangen und bezaubern durch Poesie, Originalität und Sinnlichkeit. Sein literarischer roter Faden – ein Objekt verändert das Leben eines in Alltagsmonotonie erstarrten Menschen auf wundersame Weise – gibt seinen Stories stets einen wohltuenden Hauch von modernen Märchen. Auch sein aktuelles Werk Die Melodie meines Lebens sollte laut Klappentext wieder in dieses Schema passen, doch dem ist – zu meiner großen Überraschung  – nicht so. Es unterscheidet sich deutlich von seinen Vorgängern, denn es enthält weder mirakulöse Verwandlungen noch romantische Verwicklungen. Alles in allem also völlig untypisch für Laurain, wäre da nicht die so vertraute Nostalgie, die ihre ganz eigene Magie innehat und mit der der Autor seinen originellen Geschichten stets eine ganz besondere Note verleiht.

    Ein Brief mit deutlicher Verspätung

    Alain Massoulier, ein Arzt in den Mittfünfzigern, fällt aus allen Wolken, als man ihm mit 33 Jahren Verspätung einen Brief aus dem Jahre 1983 zustellt, der bei einem Postumbau verloren gegangen war: Absender ist die Plattenfirma Polydor, die seiner ehemaligen New Wave-Band Hologrammes einen Plattenvertrag in Aussicht stellt. Alain kann es nicht fassen: Einerseits ist er glücklich, weil dieses Schreiben beweist, was er schon immer wusste: Der neuartige Sound seiner Band hatte wirklich Zukunftspotential. Andererseits trauert er dieser großen verpassten Chance hinterher, die u.a. auch dazu führte, dass er in die professionellen Fußstapfen seines Vaters trat, Mediziner wurde und nunmehr in seinen Augen ein recht monotones, spießiges Leben führt.

    Auf der Suche nach den Hologrammes

    Sehr zum Unverständnis seiner Frau Véronique macht sich Alain völlig aufgekratzt auf die Suche nach den einstigen Bandmitgliedern und wird im Internet schnell fündig: Beim damaligen Bassisten Sébastien Vaugan muss er nicht lange suchen: Der 53-Jährige ist Anführer der rechtsextremen Gruppe Weiße Macht des Abendlandes und macht des Öfteren mit Negativschlagzeilen von sich reden. Schlagzeuger Stanislas „Stan“ Lepelle ist zum Darling der zeitgenössischen Kunstszene avanciert: Mit seinen preisgekrönten Skulpturen und Installationen hat er Weltrenommee erlangt und kann sich vor Anfragen kaum retten. Auch über den ehemaligen Pianisten der Band, Frédéric Lepelle, findet Alain nach längerer Recherche heraus, dass er Frankreich den Rücken gekehrt und ein Hotel in Thailand eröffnet hat. Nur Bérangère Leroy, die Sängerin mit der sinnlich-melodiösen Stimme, in die er heimlich verliebt war, scheint zu seiner Verwunderung in der Versenkung verschwunden zu sein, was ihn ganz besonders betrübt.

    Zu guter Letzt sucht Alain noch nach dem Texter der Band, Pierre Mazart, der seinen Lebensunterhalt als Antiquitätenhändler bestreitet, und nach dessen Bruder, Jean-Bernard Mazart (JBM), Business Wunderkind, der schon mit 23 Jahren ein bemerkenswert erfolgreicher Geschäftsmann war und die ersten Aufnahmen der Band in einem Tonstudio finanzierte. Im Gegensatz zu seinem Bruder Pierre hat JBM es weit gebracht: Der Überflieger mit einem Gespür für Wirtschaftstrends ist inzwischen Multimillionär, sein kometenhafter Aufstieg und seine einzigartige Erfolgsstory haben ihn zum medial allgegenwärtigen Superstar gemacht, den man nach einem beeindruckenden Auftritt in einer Polit-Talkshow als idealen neuen Präsidenten Frankreichs hypt.

    Wiedersehen mit den Jungs von damals

    Alain kontaktiert alle ehemaligen, auffindbaren Bandkollegen, um sie über den o.g. Brief zu informieren. Seine erneuten Begegnungen mit den Jungs von damalssind traurig, überraschend, aber auch schockierend. Während das Schreiben ihn gedanklich wieder in seine heißgeliebten 80er Jahre katapultiert, in der die Welt für ihn noch aufregend und voller Verheißungen war, lässt ihn die Gegenwart desillusioniert zurück. Er flüchtet sich in Tagträume, wie sein Leben wohl heute aussähe, wenn ihm mit den Hologrammes der Durchbruch gelungen wäre. Doch seine Luftschlösser sind nicht von Bestand, die Realität holt ihn schneller ein als ihm lieb ist. Und noch bevor er sich weiteren Illusionen hingeben kann, erfährt er etwas, was ihn ein weiteres Mal den Boden unter den Füßen verlieren lässt…

    Nostalgie vs. Gegenwart

    Antoine Laurains Die Melodie meines Lebens ist nicht nur eine wunderbar nostalgische Zeitreise in die kultigen, kapriziösen 80er Jahre mit all ihren Exzentrizitäten, Idolen und Eigentümlichkeiten, sondern auch ein absolut schonungsloses Porträt unserer heutigen digitalisierten Welt, das treffender nicht sein könnte. Laurain erzählt diese nachdenklich stimmende, außergewöhnliche Geschichte ohne viel Pathos, mit gutem Humor und einer Prise Wehmut. Die einzelnen Kapitel, die abwechselnd über das Leben der o.g. Figuren berichten, sind erzähltechnisch völlig unterschiedlich strukturiert, fügen sich aber am Ende zu einem großen Ganzen zusammen, das in sich absolut stimmig ist.

    Brillant konzipierte Lebenswelten

    Besonders gelungen sind meines Erachtens die Geschichten von JBM und Sebastien Vaugan, die Laurain brillant konzipiert hat. Die gänzlich unterschiedlichen Lebenswelten des omnipräsenten Multimillionärs und des aufmerksamkeitsheischenden Rechtsradikalen hat der Autor en détail erfasst bzw. exakt aus dem Leben gegriffen. Einmal mehr beweist er somit, dass er nicht nur ein aufmerksamer Beobachter und Kenner der Condition Humaine ist, sondern auch ein feines Gespür für die Träume, Abgründe und Desillusionierung der Menschen besitzt. Doch Laurain wäre nicht Laurain, wenn er nicht trotz der oftmals ernüchternden Realität, die unsere Träume in den Hintergrund rückt, die Liebe als wichtigstes Lebenselixir aufblitzen ließe. Dies mag vielleicht banal klingen, wahr ist und bleibt es aber trotz alledem…

    Mein Fazit: Ein kluger Roman und ein absoluter Lesegenuss – nicht nur für Kinder der 80er!!!

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Franzi100197s avatar
    Franzi100197vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Wenn man gerne das Leben aus verschiedenen Blickwinkeln sieht und gerne in das Leben anderer Menschen schaut, ist es genau das Richtige.
    Ein sehr interessantes Buch.

    Was ich hier gelesen habe, erzählen viele was in dem Buch passiert. Ich hingegen möchte mich relativ kurz fassen, denn vielleicht möchtest Du nur wissen ob das Buch etwas für Dich ist ? Ob es sich lohnt es überhaupt zu lesen ? Für mich hat es sich gelohnt, weil es für mich um die Story ging, sicherlich ist es ein wenig durcheinander und teilweise hatte ich auch das Gefühl nicht immer zu wissen, um wen es gerade geht, gerade wenn man mittendrin aufhört muss man ein paar Sätze lesen, um wieder rein zu kommen. Man hat viele Charaktere, zwischen denen man immer wieder wechselt, in dessen Leben man eintaucht. Ich denke, wenn man mal über den Schreibstil als solches hinweg sieht, ist es ein Buch, welches man sicher nicht gelesen haben muss und welches wahrscheinlich auch nicht in die Geschichtsbücher eingehen wird, aber um mal einen anderen Blickwinkel über vielleicht verpasste Chancen und die Zeit und ihre Macht zu bekommen, kann man es wohl durchaus empfehlen.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Klusis avatar
    Klusivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Meine erste "Begegnung" mit einem Roman von Antoine Laurain hat mich nicht wirklich begeistern können.
    Die Melodie meines Lebens - oder: hätte, hätte, Fahrradkette

    Alain, ein alternder Arzt, bekommt eines Tages einen Brief zugestellt, der 33 Jahre alt ist. Er enthält einen Plattenvertrag für seine frühere Band „The Hologrammes“, von 1983. Viele Jahre hat der Brief hinter einem Regal gelegen, wo er damals versehentlich hineingerutscht ist, bis er nun, im Zuge von Renovierungsarbeiten, gefunden wurde. Alain beschließt, mit den früheren Bandmitgliedern Kontakt aufzunehmen. Von seiner Suche nach ihnen, von verpassten Chancen und davon, wie sich alle Beteiligten im Lauf der Jahre verändert haben, handelt dieser Roman.
    Der Klappentext hat mich angesprochen, und das Thema fand ich originell. Entsprechend positiv habe ich mich ans Lesen gemacht. Der Schreibstil ist gut, teils locker, teils melancholisch, manchmal auch polit-kritisch und stellenweise humorvoll. Vieles, was der Autor erzählt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie, also eine gute Mischung. Und doch empfand ich das Lesen als äußerst anstrengend, denn der Roman springt ständig zwischen den verschiedenen Charakteren hin und her. Oft erfährt man, statt Fakten über die Protagonisten, eher Belanglosigkeiten. Auch kommen nicht nur die ehemaligen Bandmitglieder zu Wort, sondern daneben noch andere Charaktere, die im engeren oder weiteren Sinn mit der Geschichte zu tun haben.
    Leider ergab der Roman für mich keine Einheit. Die Kapitel liefen für mein Empfinden nicht zusammen, sondern lose und manchmal ein wenig wirr nebeneinander her, und stellenweise holt der Autor für meinen Geschmack beim Erzählen zu weit aus, ohne auf den Punkt zu kommen.
    Es gab Szenen, die mich zum Schmunzeln gebracht haben, und einige Zusammenhänge, die sich herauskristallisieren, sind auch wirklich interessant. Aber dazwischen hat sich bei mir leider Langeweile breit gemacht, denn so wirklich nahe kamen mir die Protagonisten und ihre Probleme nicht.
    Kurz gesagt, es hat mir der rote Faden gefehlt, und trotz des locker-leichten Schreibstils und der relativ wenigen Seiten ist mir das Durchhalten schwer gefallen. Für mich war es eine ganz nette, wenn auch etwas mühsame Lektüre, und ich komme zu dem Fazit, dass man dieses Büchlein nicht unbedingt gelesen haben „muss“. 

    Kommentieren0
    17
    Teilen
    Larissa_Schiras avatar
    Larissa_Schiravor einem Jahr
    Kurzmeinung: Nostalgisch und zeitkritisch zugleich
    Nostalgischer, aber auch zeitkritischer Roman

    Alain erhält 33 Jahre zu spät den Brief einer Plattenfirma, in dem diese seiner Band "Hologrammes"  einen Plattenvertrag anbietet. Diese Nachricht stellt Alains Leben auf den Kopf, er denkt viel darüber nach, wie sich sein Leben entwickelt hätte, hätte er den Brief rechtzeitig im Jahre 1983 erhalten und versucht, Kontakt mit den anderen Bandmitgliedern aufzunehmen, zu denen er seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr hat. Nach und nach lernt man alle Mitglieder und ihre Geschichten kennen...

    Die Geschichte wird aus der Sicht mehrerer Bandmitglieder und teilweise auch derer Partner erzählt. Anfangs fällt es etwas schwer, sich all die verschiedenen Namen und Eigenschaften der Personen zu merken, im Laufe der Geschichte findet man jedoch gut hinein und kann die Protagonisten auseinanderhalten.
    Der Fokus der Geschichte liegt weniger auf einer fortlaufenden Handlung. Vielmehr nutzt der Autor eine Mischung aus Rückblicken, Träumereien und gesellschaftlichen wie politischen Diskussionen, um die Geschichte interessant zu halten. Gegen Ende nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf und ändert ihren Charakter, wird für mich aber leider zu abgedreht und unrealistisch. Das ist wohl auch beabsichtigt und mit Humor zu nehmen, was mir aufgrund des eleganten, gehobenen Schreibstils aber leider nicht ganz gelungen ist. Auch die Kritik, die tiefgründigere Seite des Buches, die gesellschaftliche und politische Kritik, die der Autor mit einbindet, blieb mir oft ein Rätsel. Hier muss man wirklich bewusst zwischen den Zeilen lesen, vielleicht auch eine engere Verbindung zu Frankreich haben als ich.

    Insgesamt ein durchaus interessanter Roman, der sich deutlich von der Norm abhebt - allerdings weder spannend noch ereignisreich.

    Ich würde das Buch jedem weiterempfehlen, der sich eine ruhige, tiefgehende Lektüre mit einem wunderschönen Schreibstil wünscht.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    A
    Alinescotvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Verrückte Story, aber meisterhaft erzählt.
    Wenn das Wörtchen "wenn" nicht wär, ...

    Alain kann es nicht fassen. Der Brief von der Plattenfirma kommt 33 Jahre zu spät. Damals war er noch Mitglied bei den Hologrammes und nichts hätte er sich mehr gewünscht als eine Chance auf einen Plattenvertrag.
    Jetzt wird ihm bewusst was er alles hätte haben können, wenn die französische Post nur nicht so geschlampt hätte.
    Und bevor er in Depressionen verfällt und damit er sich nicht alleine über diesen Brief ärgern muss, macht er sich auf die Suche nach den restlichen Mitgliedern der Band.

    Also, erwartet habe ich etwas ganz anderes...
    Die Beschreibung des Buches liest sich so, als würde der Leser an Alains Erinnerungen, in diesem Fall den Achtzigern, teilhaben.
    Ich habe mit Alains Erlebnissen aus der Vergangenheit gerechnet, als er noch in der Band war. Bekommen habe ich etwas ganz anderes, was ja nicht schlecht sein muss. Der Autor kann ja schließlich nichts dafür wenn der Verlag die Beschreibung so verhunzt.
    Ein wenig überrascht war ich, als ich feststellte dass fast jedes Kapitel aus der Sicht einer anderen Person geschrieben wurde. Jede Figur, die irgendwann eine Rolle bekommt, selbst wenn es nur eine ganz kleine ist, bekommt ein eigenes Kapitel. Das machte die Charaktere für mich sehr unnahbar, da man nie lange genug mit ihnen zu tun bekommt. Und wirklich gemocht habe ich keinen einzigen von ihnen. Eine richtige Hauptfigur gibt es auch nicht. Selbst Alains Existenz war nur dazu da, damit der Autor um ihn herum die Geschichte aufbauen konnte.
    Lange kam mir die Story wie ein undurchdringliches Knäuel aus Ereignissen und Figuren vor, ohne oben oder unten und ziemlich willkürlich aufgebaut. Aber genau das hat mir so gut gefallen an dem Roman. Ich wollte herausfinden was das eine mit dem anderen zu tun hatte. Auf diese Fragen bekam ich nicht immer eine zufrieden stellende Antwort, und besonders eine Person bleibt mir nach wie vor ein Rätsel. 
    Der Stil des Autors hat mir wirklich sehr gut gefallen. Er schreibt humorvoll und melancholisch zugleich. Manchmal übertreibt er bei der ein oder anderen Szene, was leicht unglaubwürdig wirken kann, im nachhinein empfinde ich diese Szenen aber als genau richtig. Na ja, die meisten zumindest. 
    Und sein Stil ist sehr französisch. Ich kann das nicht genau erklären, aber dieses Gefühl fürs Verrückte, ohne gleich verrückt zu klingen, kriegen einfach nur die Franzosen hin.
    Und dann ist da ja noch die Frage von der der Roman lebt: "Was wäre gewesen wenn..."
    Was wäre gewesen wenn Alain den Brief rechtzeitig bekommen hätte? Wäre alles besser verlaufen? Oder vielleicht sogar schlechter? 
    Und kann er jemals aufhören darüber nachzudenken was alles hätte sein können?

    Perfekt ist dieses Buch für mich nicht. Und obwohl ich eigentlich etwas völlig anderes lesen wollte, kommt mir die Lektüre nicht wie eine Zeitverschwendung vor. Im Gegenteil. Das Buch drängt dazu, über das Gelesene nachzudenken.

    Kommentieren0
    5
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    AtlantikVerlags avatar
    Die Melodie meines Lebens ist der neue Roman des Bestsellerautors Antoine Laurain, der mit Liebe mit zwei Unbekannten und Der Hut des Präsidenten alle Herzen erobert hat. Auf euch wartet wieder eine Geschichte voller Charme, die von vergessen geglaubten Lieben, verlorenen Träumen und verpassten Chancen erzählt. Los geht's!
    »Laurains Humor und sein Sinn für Melancholie sind unvergleichlich. Wäre der Roman nicht so komisch, würde man schluchzen ob all der verpassten Möglichkeiten« Le Figaro

    Zum Buch

    Ein Brief, der mit 33 Jahren Verspätung sein Ziel erreicht, stellt Alains ruhiges Leben auf den Kopf. Er ist Arzt und hat die fünfzig überschritten, seine Frau betrügt ihn, die Kinder sind längst aus dem Haus – und trotzdem ist er eigentlich ganz zufrieden. Doch eines Morgens liegt in der Post ein Plattenvertrag für Alains Band The Hologrammes – von 1983. Alain wird zurückgeworfen in eine Zeit, als er und seine Band um ein Haar berühmt geworden wären, als noch alles möglich schien. Er macht sich auf die Suche nach den anderen Bandmitgliedern – und findet einen erfolgreichen, aber verbitterten Künstler, dessen Freundin Alain ein vieldeutiges Lächeln schenkt, einen Präsidentschaftskandidaten und einen populistischen Politiker. Die Sängerin, die schöne Bérangère, in die Alain heimlich verliebt war, scheint zunächst verschwunden ... Humorvoll und mit feinem Gespür für Nostalgie erzählt Antoine Laurain von verlorenen Freundschaften und verpassten Chancen – die plötzlich neues Glück versprechen.

    Zum Autor

    Antoine Laurain arbeitete als Drehbuchautor und Antiquitätenhändler in Paris. Er ist in Frankreich ein gefeierter Bestsellerautor. Mit Liebe mit zwei Unbekannten (Atlantik Verlag, 2015) gelang ihm der internationale Durchbruch. Auch sein Roman Der Hut des Präsidenten (Atlantik Verlag, 2016) war weltweit ein Erfolg.
    Wir möchten mit euch gemeinsam exklusiv vor Veröffentlichung Die Melodie meines Lebens lesen und diskutieren. 
    Ihr könnt Euch bewerben, indem Ihr uns in einem Kommentar folgende Frage beantwortet:

    Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, würdest du alles noch mal genauso machen?

    Viel Glück!
    Larissa_Schiras avatar
    Letzter Beitrag von  Larissa_Schiravor einem Jahr
    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks