Antoine Leiris

 4.6 Sterne bei 84 Bewertungen

Lebenslauf von Antoine Leiris

Antoine Leiris (geb. 1981) war Kulturredakteur bei den französischen Radiosendern France Info und France bleu. Heute arbeitet er als freier Journalist in Paris.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Antoine Leiris

Cover des Buches Meinen Hass bekommt ihr nicht (ISBN:9783764506025)

Meinen Hass bekommt ihr nicht

 (79)
Erschienen am 09.05.2016
Cover des Buches Meinen Hass bekommt ihr nicht (ISBN:9783837136753)

Meinen Hass bekommt ihr nicht

 (4)
Erschienen am 09.05.2016
Cover des Buches You Will Not Have My Hate (ISBN:9781911215349)

You Will Not Have My Hate

 (1)
Erschienen am 20.10.2016

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Rezension zu "Meinen Hass bekommt ihr nicht" von Antoine Leiris

Meinen Hass bekommt ihr nicht
badische_lesenaerrinvor 10 Monaten

Klappentext:


Am 13. November 2015 sah Antoine Leiris seine Frau Hélené zum letzten Mal - sie starb an diesem Tag im Konzertsaal Le Bataclan in Paris. Während die Welt geschockt versuchte, eine Erklärung für das Unfassbare zu finden, postete der Journalist auf Facebook einen  offenen Brief. In bewegenden Worten wandte  er sich darin an die Attentäter und und verweigerte  - den toten Seelen - seinen Hass - und den seines kleinen Sohnes Melvil. Die Botschaft ging um die Welt. Er, der die Liebe seines Lebens verlor , hatte nur eine Waffe: seine Worte. Das Grauen ,der und die Tauer haben Antoine Leiris´Leben erschüttert. Ehrlich und ergreifend schildert er Momente aus einem zerstörtem und doch so zärtlichen Alltag zwischen Vater und Sohn - und sagt, dass das Leben trotzdem weitergehen soll. Antoine Leiris trotzt dem Terror un der Gewalt mit einer bewegenden und hoffnungsvollen Botschaft:  - Meinen Hass bekommt ihr nicht - 

Mein Fazit: 

Das ist das rühren-ste und bewegend ste Buch das ich je gelesen habe! Wie liebevoll und doch voller Schmerz und Trauer über seine tote Frau schreibt, über seinen  Sohn,den kleinen Melvil.....
Und sich aber trotzdem nicht verkriecht und unterkriegen lässt,ja sogar dem Terrorismus trotzt in dem er klar und deutlich sagt: Meine Hass bekommt ihr nicht! 
Eine mutige Aussage und ein mutiger Schritt auch diese Buch zu veröffentlichen!

Eine absolute Leseempfehlung!

Kommentare: 2
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Rezension zu "Meinen Hass bekommt ihr nicht" von Antoine Leiris

Ein unvergessliches Buch!
Radagastvor einem Jahr

Als am 13. November 2015 in Paris ein Attentat im Konzertsaal Le Bataclan verübt wurde, war ich zuhause und las gerade die Tagesnachrichten. Ich sah die Bilder und las die eilig zusammen geschriebenen Artikeln der diversen Zeitungen. Ich war hypnotisiert von diesen Irrsinn der an diesen Abend geschehen war. Antonie Leiris hat mit seinen Buch (oder Bericht) ein Zeichen gesetzt das nicht nur mich bewegt, sondern viele andere Menschen auf dieser Welt. In diesen Buch hat er sowohl seine Trauer, Verlust, Ängste und Hilflosigkeit nieder geschrieben, als auch seine Freude und Hoffnungen. Nicht nur einmal ist mir eine Träne über die Wangen gekullert als ich dieses Buch gelesen habe und leicht schmunzeln musste ich auch, als er Alltagsbegebenheiten mit seinen Sohn erzählt. Die liebevolle und innige Verbundenheit zu seiner Helene ist beim Lesen förmlich spürbar. Doch trotz der liebevollen und schmerzlichen Erinnerungen an seine Frau, verliert Antonie nicht die Zukunft aus den Augen. Ein bewegendes Buch das ich jeden Empfehlen kann!

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Rezension zu "Meinen Hass bekommt ihr nicht" von Antoine Leiris

Emotional, berührend, echt
LaLecturevor einem Jahr


Inhalt


Am 13. November 2015 verliert Antoine Leiris seine Frau und die Mutter seines einjährigen Sohnes bei dem Anschlag auf den Pariser Konzertsaal Bataclan. Wenige Tage später veröffentlicht er einen Facebook-Post mit dem Titel „Vous n’aurez pas ma haine“ („Meinen Hass bekommt ihr nicht“), der tausendfach geteilt wurde, auch von internationalen Medien. Bald darauf beginnt er zu schreiben. Ohne besonderes Ziel schreibt er seine Erlebnisse und Gedanken in den Tagen nach dem Anschlag nieder, die er im März 2016 in einem Büchlein, benannt nach seinem berühmt gewordenen „Brief“ auf Facebook, veröffentlicht.



Meinung

Die furchtbaren Terroranschläge, die Ende 2015 Paris erschütterten, dürften wohl weltweit kaum einem Menschen entgangen sein, der zu diesem Zeitpunkt Zugang zu Medien hatte. Der Schock und die Angst waren groß, nicht nur in Frankreich, und Solidaritätsbekundungen wie „Pray for Paris“ oder die Illumnination von Bauwerken in den Farben der französischen Nationalflagge wurden auf der ganzen Welt gezeigt.

Inmitten der Trauer, der Angst und des geschürten Hasses stach Antoine Leiris‘ berührender offener Brief an die Mörder seiner Frau heraus, denn er stellt schon im Titel klar: Er will diese Menschen nicht hassen. In seinem Text geht es darum, dass er sich nicht von Hass blenden und auf Hass mit Hass antworten will, auch für seinen Sohn, der nicht in einem solchen Umfeld aufwachsen soll. Eine, wie ich finde, starke und wunderschöne Botschaft.

Doch sein Buch, das den gleichen Titel trägt wie besagter Brief, ist, obwohl er diesen enthält, mehr als das. Er ist in erster Linie der schonungslose, emotionale aber auch poetische Bericht der ersten Tage nach dem Anschlag, der Leiris‘ Frau Hélène das Leben kostete.
Der Autor beschreibt seine Emotionen, als er von dem Anschlag erfährt und ihm zum ersten Mal der Gedanke kommt, Hélène könnte unter den Opfern sein. Er beschreibt den Weg zur schrecklichen Erkenntnis, das lähmende Gefühl, dass das Leben ohne seine Frau keinen Sinn mehr hat, aber auch den Alltag mit seinem kleinen Sohn, der weitergehen muss, trotz des Schmerzes.

Zum Teil wirkt das Buch wie eine Art Tagebuch, da jeder Eintrag mit dem Datum des Tages und einer Uhrzeit beginnt und Leiris zum Teil so einfache Dinge wie das Abendessen oder das Nägelschneiden beschreibt. Zum Teil ist es aber auch eine Art Gedankenfluss, eine reine Auflistung von Gedankenfetzen, die ihm kommen. Ein anderes Mal schweift er ab in philosophische Überlegungen oder Erinnerungen an die Vergangenheit. Dabei wechselt der Stil oftmals von konkret zu abstrakt und geradezu poetisch.
Leiris legt sich nicht auf einen bestimmten Stil fest, doch bei einem Buch wie diesem ist das auch nicht wichtig. Wichtig ist, dass das kurze Büchlein authentisch und echt rüberkommt, einen die Gefühle des Autors spüren lässt, und das tut es definitiv, gerade weil man richtig spürt, dass er große Teile davon einfsch spontan runtergeschrieben hat, wie ihm die Dinge gerade in den Sinn kamen.

Das Buch ist aufgrund des dramatischen Themas natürlich sehr emotional, traurig und berührend und ich war sehr beeindruckt davon, wie ehrlich der Autor seine Schwäche und Verzweiflung zugibt; gesteht, dass sein nicht einmal zweijähriger Sohn ihm teilweise stärker vorkommt als er sich selbst.
Überhaupt sind die Momente zwischen Leiris und seinem Sohn unglaublich berührend. Er beschreibt, wie er versucht, für Melvil so viel Normalität wie möglich zu schaffen, während er eigentlich manchmal einfach aufgeben und sich dem Schmerz hingeben will. Wie dieser kleine Mensch einem so großen Menschen so viel Kraft und Liebe geben kann, war wirklich berührend zu lesen. Und bei dem Brief, den Leiris im Namen seines Sohnes an Hélène geschrieben hat, kamen mir entgültig die Tränen.
Obwohl Hélène das gesamte Buch nur in den Erzählungen ihres Mannes vorkommt, wirkt sie durch die liebevollen Worte und intimen Erinnerungen, mit denen er sie beschreibt, stets absolut lebendig, was es auch für die Leser*innen umso schmerzhafter macht, dass sie so früh gestorben ist und ihre Familie unvollständig hinterlassen hat.


Fazit

Ein Buch wie dieses zu bewerten ist im Grunde unmöglich, denn es basiert nicht nur auf den wahren Erlebnissen des Autors, sondern steckt auch voller roher, authentischer Emotionen, die einen beim Lesen mitnehmen. Wer einen Einblick in den unglaublichen Schmerz eines Witwers, aber auch die Kraft, die die Liebe zu einem Kind einem geben kann, bekommen will, dem sei diese Lektüre ans Herz gelegt.


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