Antoine Leiris

 4.6 Sterne bei 80 Bewertungen

Alle Bücher von Antoine Leiris

Meinen Hass bekommt ihr nicht

Meinen Hass bekommt ihr nicht

 (75)
Erschienen am 09.05.2016
Meinen Hass bekommt ihr nicht

Meinen Hass bekommt ihr nicht

 (4)
Erschienen am 09.05.2016
You Will Not Have My Hate

You Will Not Have My Hate

 (1)
Erschienen am 20.10.2016

Neue Rezensionen zu Antoine Leiris

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Rezension zu "Meinen Hass bekommt ihr nicht" von Antoine Leiris

Ein unvergessliches Buch!
Radagastvor einem Monat

Als am 13. November 2015 in Paris ein Attentat im Konzertsaal Le Bataclan verübt wurde, war ich zuhause und las gerade die Tagesnachrichten. Ich sah die Bilder und las die eilig zusammen geschriebenen Artikeln der diversen Zeitungen. Ich war hypnotisiert von diesen Irrsinn der an diesen Abend geschehen war. Antonie Leiris hat mit seinen Buch (oder Bericht) ein Zeichen gesetzt das nicht nur mich bewegt, sondern viele andere Menschen auf dieser Welt. In diesen Buch hat er sowohl seine Trauer, Verlust, Ängste und Hilflosigkeit nieder geschrieben, als auch seine Freude und Hoffnungen. Nicht nur einmal ist mir eine Träne über die Wangen gekullert als ich dieses Buch gelesen habe und leicht schmunzeln musste ich auch, als er Alltagsbegebenheiten mit seinen Sohn erzählt. Die liebevolle und innige Verbundenheit zu seiner Helene ist beim Lesen förmlich spürbar. Doch trotz der liebevollen und schmerzlichen Erinnerungen an seine Frau, verliert Antonie nicht die Zukunft aus den Augen. Ein bewegendes Buch das ich jeden Empfehlen kann!

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LaLectures avatar

Rezension zu "Meinen Hass bekommt ihr nicht" von Antoine Leiris

Emotional, berührend, echt
LaLecturevor 8 Monaten


Inhalt


Am 13. November 2015 verliert Antoine Leiris seine Frau und die Mutter seines einjährigen Sohnes bei dem Anschlag auf den Pariser Konzertsaal Bataclan. Wenige Tage später veröffentlicht er einen Facebook-Post mit dem Titel „Vous n’aurez pas ma haine“ („Meinen Hass bekommt ihr nicht“), der tausendfach geteilt wurde, auch von internationalen Medien. Bald darauf beginnt er zu schreiben. Ohne besonderes Ziel schreibt er seine Erlebnisse und Gedanken in den Tagen nach dem Anschlag nieder, die er im März 2016 in einem Büchlein, benannt nach seinem berühmt gewordenen „Brief“ auf Facebook, veröffentlicht.



Meinung

Die furchtbaren Terroranschläge, die Ende 2015 Paris erschütterten, dürften wohl weltweit kaum einem Menschen entgangen sein, der zu diesem Zeitpunkt Zugang zu Medien hatte. Der Schock und die Angst waren groß, nicht nur in Frankreich, und Solidaritätsbekundungen wie „Pray for Paris“ oder die Illumnination von Bauwerken in den Farben der französischen Nationalflagge wurden auf der ganzen Welt gezeigt.

Inmitten der Trauer, der Angst und des geschürten Hasses stach Antoine Leiris‘ berührender offener Brief an die Mörder seiner Frau heraus, denn er stellt schon im Titel klar: Er will diese Menschen nicht hassen. In seinem Text geht es darum, dass er sich nicht von Hass blenden und auf Hass mit Hass antworten will, auch für seinen Sohn, der nicht in einem solchen Umfeld aufwachsen soll. Eine, wie ich finde, starke und wunderschöne Botschaft.

Doch sein Buch, das den gleichen Titel trägt wie besagter Brief, ist, obwohl er diesen enthält, mehr als das. Er ist in erster Linie der schonungslose, emotionale aber auch poetische Bericht der ersten Tage nach dem Anschlag, der Leiris‘ Frau Hélène das Leben kostete.
Der Autor beschreibt seine Emotionen, als er von dem Anschlag erfährt und ihm zum ersten Mal der Gedanke kommt, Hélène könnte unter den Opfern sein. Er beschreibt den Weg zur schrecklichen Erkenntnis, das lähmende Gefühl, dass das Leben ohne seine Frau keinen Sinn mehr hat, aber auch den Alltag mit seinem kleinen Sohn, der weitergehen muss, trotz des Schmerzes.

Zum Teil wirkt das Buch wie eine Art Tagebuch, da jeder Eintrag mit dem Datum des Tages und einer Uhrzeit beginnt und Leiris zum Teil so einfache Dinge wie das Abendessen oder das Nägelschneiden beschreibt. Zum Teil ist es aber auch eine Art Gedankenfluss, eine reine Auflistung von Gedankenfetzen, die ihm kommen. Ein anderes Mal schweift er ab in philosophische Überlegungen oder Erinnerungen an die Vergangenheit. Dabei wechselt der Stil oftmals von konkret zu abstrakt und geradezu poetisch.
Leiris legt sich nicht auf einen bestimmten Stil fest, doch bei einem Buch wie diesem ist das auch nicht wichtig. Wichtig ist, dass das kurze Büchlein authentisch und echt rüberkommt, einen die Gefühle des Autors spüren lässt, und das tut es definitiv, gerade weil man richtig spürt, dass er große Teile davon einfsch spontan runtergeschrieben hat, wie ihm die Dinge gerade in den Sinn kamen.

Das Buch ist aufgrund des dramatischen Themas natürlich sehr emotional, traurig und berührend und ich war sehr beeindruckt davon, wie ehrlich der Autor seine Schwäche und Verzweiflung zugibt; gesteht, dass sein nicht einmal zweijähriger Sohn ihm teilweise stärker vorkommt als er sich selbst.
Überhaupt sind die Momente zwischen Leiris und seinem Sohn unglaublich berührend. Er beschreibt, wie er versucht, für Melvil so viel Normalität wie möglich zu schaffen, während er eigentlich manchmal einfach aufgeben und sich dem Schmerz hingeben will. Wie dieser kleine Mensch einem so großen Menschen so viel Kraft und Liebe geben kann, war wirklich berührend zu lesen. Und bei dem Brief, den Leiris im Namen seines Sohnes an Hélène geschrieben hat, kamen mir entgültig die Tränen.
Obwohl Hélène das gesamte Buch nur in den Erzählungen ihres Mannes vorkommt, wirkt sie durch die liebevollen Worte und intimen Erinnerungen, mit denen er sie beschreibt, stets absolut lebendig, was es auch für die Leser*innen umso schmerzhafter macht, dass sie so früh gestorben ist und ihre Familie unvollständig hinterlassen hat.


Fazit

Ein Buch wie dieses zu bewerten ist im Grunde unmöglich, denn es basiert nicht nur auf den wahren Erlebnissen des Autors, sondern steckt auch voller roher, authentischer Emotionen, die einen beim Lesen mitnehmen. Wer einen Einblick in den unglaublichen Schmerz eines Witwers, aber auch die Kraft, die die Liebe zu einem Kind einem geben kann, bekommen will, dem sei diese Lektüre ans Herz gelegt.


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GernotUhls avatar

Rezension zu "Meinen Hass bekommt ihr nicht" von Antoine Leiris

Triumph über den Terror
GernotUhlvor 9 Monaten

Hélène tanzt in den Tod. Die junge Mutter stirbt im Bataclan in Paris. Terroristen nehmen ihr das Leben. Zurück bleiben ihr kleiner Sohn Melvil und ihr Mann Antoine. Antoine hat seine Frau verloren. Gewinnen will er ihre Mörder nicht lassen. „Freitag Abend habt ihr das Leben eines außerordentlichen Wesens geraubt, das der Liebe meines Lebens, der Mutter meines Sohnes", schreibt er bei Facebook, „aber meinen Hass bekommt ihr nicht.“
Antoine Leiris hat diesen Brief kurz nach dem Attentat geschrieben. Terroristen hatten am 13. November 2015 im Pariser Club Bataclan 89 Menschen getötet, darunter auch Hélène. Der millionenfachen Klick-Anteilnahme in den Sozialen Netzen folgt jetzt die Geschichte hinter dem Brief: Ein gleichermaßen intimes wie literarisches Tagebuch vom Start in das Leben nach dem Terror. Dieses Hörbuch sollten alle hören, die vor einem Jahr den entwaffnenden Brief gelikt, geteilt, übersetzt oder kommentiert haben. Denn es ist etwas anderes, dem Terror rhetorisch die Stirn zu bieten, als lebenslang mit seinen Folgen leben zu müssen.
Hélène, die im Bataclan gestorben ist, wird ihrem Sohn nie wieder vorlesen können und sie wird ihren Mann nie wieder küssen. Was das Buch noch eindrücklicher vermittelt als der Brief oder als tagelange Sondersendungen nach bestürzenden Anschlägen: Terror trifft nicht nur eine Lebensweise, ein Land, oder irgendwelche Leute Es trifft Menschen mit Familien und Freunden. Es kann mich treffen - oder Dich. Bedrückend detailliert beschreibt Antoine Leiris die quälenden Stunden der Ungewissheit nach dem Anschlag und die ersten schrecklichen Tage mit der bitteren Wahrheit. Immer wieder streut er Erinnerungen an Hélène ein, die sie im Laufe des Hörbuches unnatürlich lebendig wirken lassen. Je enger man sie kennen lernt, desto schmerzhafter und eindringlicher ist ihr gewaltsamer Tod.
Antoine Leiris kontrastiert den Ausnahmezustand mit den unausweichlichen Alltagsroutinen: Melvil will gefüttert und gewickelt werden, der Gasmann will den Zähler ablesen und so  weiter und so fort. Auch nachdem die Weltgeschichte ihren Blick von Paris wieder auf andere Schauplätze des Schreckens richtet, müssen Antoine Leiris und sein Sohn mit ihrem Schicksal leben. Umso beeindruckender ist sein Vorbild, sich dem Terror auch emotional nicht zu beugen. "Ihr wollt, dass ich Angst habe, dass ich meine Mitbürger mit misstrauischem Blick betrachte, dass ich meine Freiheit der Sicherheit opfere. Verloren. Der Spieler ist noch im Spiel." Und doch geht von diesem Buch in seiner schonungslosen Intimität und Detailtreue eine gewisse Gefahr aus: Manche erschütternde und bewegende Momente bewirken gerade das, was Leiris überwinden will: Das Gefühl von Angst und mitfühlender Ohnmacht. Aber überwunden werden kann eben nur, was da ist. Und das gilt auch für Angst und Ohnmacht...

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