Anton Bucher Geiz, Trägheit, Neid & Co. in Therapie und Seelsorge

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Inhaltsangabe zu „Geiz, Trägheit, Neid & Co. in Therapie und Seelsorge“ von Anton Bucher

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  • Rezension zu "Geiz, Trägheit, Neid & Co. in Therapie und Seelsorge" von Anton Bucher

    Geiz, Trägheit, Neid & Co. in Therapie und Seelsorge

    Sophia!

    06. April 2012 um 01:23

    „“Sünde“ war, ist und bleibt psychologisch bedeutsam.“, so lautet das Fazit von Herrn Prof. Dr. Anton Bucher, dem Autor dieses Buches. Denn Habgier, Hochmut, Neid, Völlerei, Zorn, Trägheit und Wollust zählen allgemein zu den im Menschen konstitutiv angelegten Emotionen. Doch bevor sie eine Steigerung ins Extrem erfahren können, gilt es, die Grundformen frühzeitig erkennen und entsprechend handeln zu können. Gerade für Therapeuten und Psychologen gehört diese Fähigkeit zu den wesentlichen Anforderungen ihres Berufs. Nur so kann den betroffenen Menschen letztlich geholfen werden. Aber auch für jeden Einzelnen ist es hochinteressant, den persönlichen Wissensschatz zu erweitern und eigene innerseelische Zustände mitsamt ihrem Ursprung zu ergründen. _ In einer Welt der verwirrenden und ungebremsten Einflüsse und Anforderungen in Alltag und Berufsleben neigen viele Menschen dazu, in eben diese Extreme zu verfallen, sei es als Ausgleich oder als Ersatzbefriedigung. Beispiele wären etwa exzessive Kaufsucht, Alkoholismus oder das speziell unter Jugendlichen sehr beliebte Komasaufen, von der Norm abweichende sexuelle Vorlieben oder gar rasender Zorn, der sich in Tobsuchtsanfällen und Gewaltausschreitungen entlädt. Fernab von der immer mehr an Einfluss verlierenden Kirche muss anerkannt werden, dass diese Formen der “Sünde“ dennoch das Leben auf vielfältige Weise negativ beeinträchtigen können. Bestes Beispiel ist die krankhafte Form der Eifersucht, eine Variation des Neids. Moderne Technik und die Errungenschaft sozialer Netzwerke machen es für solche Menschen besonders schwer, sich diesen negativen Gefühlen zu widersetzen. Hilfe ist erst nach einem Ergründen der eigentlichen Ursachen möglich. Ebendies bietet dieser Band. Er stellt die verschiedenen Formen des jeweiligen Gefühlszustands dar, in diesem Fall reaktive, präventive und ängstliche Eifersucht, und gibt neben Hinweisen auf die Entstehung Anregungen zur Therapie. Wie destruktiv die Facetten des Neids wirklich sein können, haben schließlich schon literarische Figuren wie Othello und Medea eindrucksvoll bewiesen. Doch soweit soll es gar nicht erst kommen. _ Anhand einzelner Kapitel werden die Sieben Sünden in all ihren Varianten vorgestellt, Korrelationsformen genannt und Lösungswege für Betroffene angegeben. Die eindrucksvollen Ergebnisse empirischer Untersuchungen liefern zusätzlich neue Einblicke in die Aktualität der jeweiligen Sünde. Besonders interessant ist zudem der geschichtliche Abriss der Entstehungsgeschichte und Hintergründe der Konstitution jener sieben Elemente. Immer wieder finden sich im Text Bezüge auf Geschichte, Literatur, Psychologie und Medizin. Nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluss der modernen Medienlandschaft auf die Entwicklung der menschlichen Psyche. _ Der praktische Theologe Bucher hat ein allumfassendes Werk vorgelegt, das aktuelle Forschungsansätze berücksichtigt und viele sinnvolle Tipps gibt für einen angemessenen Umgang in der direkten Konfrontation mit Sünden, sei es in individueller Weise oder als Hilfestellung für Andere. Die einzelnen Abschnitte des Buches sind sehr gut gestaltet, leicht verständlich und dennoch auf wissenschaftlichen Niveau verfasst, mit zahlreichen Querverweisen und Zusatzinformationen. Eine ausführliche Literaturliste vereinfacht ein weiteres Einarbeiten in das jeweilige Thema. Nicht vergessen sollte man schließlich die in dem Text völlig zurecht aufkommende gesellschaftliche Kritik. So ist der Umgang mit den “Sünden“ heutzutage vielfach pervertiert. Bester Beweis: Das online verfügbare Seven Deadly Sins-Quiz, bei dem der Anwender „seine“ favorisierte Sünde auf pseudowissenschaftlicher Basis ermitteln kann. _ Fazit: Empfehlenswert für alle an der Kultur Interessierten und solche, die sich selbst besser verstehen wollen. Eine wunderbare Anregung zur Selbstreflexion! Für Seelsorger und Therapeuten fast schon Pflichtlektüre!

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