Anton Christian Glatz Ein Stein reist durch die Zeit

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Inhaltsangabe zu „Ein Stein reist durch die Zeit“ von Anton Christian Glatz

Dieser Band versammelt diverse Erzählungen und Kurzgeschichten. Den Hauptteil bildet eine Erzählung von einem Stein, der in grauer Vorzeit vom Himmel fällt. Zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Laufe der Jahrtausende gerät er in die Hände von Menschen, deren Leben er entscheidend inspiriert. Die Texte sind zumeist genreübergreifend, haben jedoch starke unterhaltende und erzählerische Qualitäten. Ein dezenter, experimenteller Hauch sorgt zusätzlich für ein Lesevergnügen der unverwechselbaren Art.

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  • Rezension zu "Ein Stein reist durch die Zeit" von Anton Christian Glatz

    Ein Stein reist durch die Zeit
    Peter_Pitsch

    Peter_Pitsch

    03. July 2012 um 21:12

    Zu Anfang weise ich auf drei Dinge hin, die mich im Zusammenhang mit dem Werk von Anton Christian Glatz entschieden stören. Zum einen die Tatsache, dass ich die Bestellung des Titels „Ein Stein reist durch die Zeit“ nicht schon früher vollzogen habe. Zum anderen mein Zaudern bei der Lektüre der ersten 20-30 Seiten, das mich beinahe dazu bewogen hätte, das Buch unwiderruflich aus der Hand zu legen. Und zum dritten die abschließende Erkenntnis, dieses Stück Literatur in keinem namhaften Verlag beheimatet zu wissen, obwohl es im Gegensatz zu vielen populären Titeln eine Bereicherung darstellt. Dabei tat ich mich, wie erwähnt, einigermaßen schwer, überhaupt einen Einstieg in die Geschichte zu finden, die zuerst einmal das Mystische, Märchenhafte einer längst vergangenen Epoche heraufzubeschwören sucht. Doch deren Erzählweise – mangels entsprechend magischer Formulierungen – den Leser nur mäßig an den Stoff zu binden vermag. Vielleicht schwang im Geiste des Autors die Angst vor übertriebenen „Stilmarotten“ mit, seine Abneigung gegenüber allzu schwurbelige Sprache. Obgleich er selbst im Laufe der Haupterzählung, aber auch und vor allem in einer seiner nachfolgenden Kurzgeschichten die Magie des Inhalts mit der Sprache auf bewundernswerte Weise zu vereinen weiß. Die Story „Wie Genio sprechen lernte“ ist von einer Feder gezeichnet, die surreale Bildszenarien vor dem geistigen Auge entwirft: Landschaften und Geschöpfe, die einem Dali-Gemälde entsprungen zu sein scheinen. Das ist eine Kunst, die über bloße Niederschrift einer Handlungsabfolge hinausgeht. Anstelle einer rein narrativen Qualität tritt die Kraft der Imagination. Festgehalten und gebündelt zu metaphysischer Prosa beziehungsweise zu prosaischer Dichtung. Ich schrieb an anderer Stelle: „Dass die Ausdrucksformen (verschiedener Autoren) im vermeintlichen Gegeneinander einen Kontrast bilden und dass Dualität, Vielfältigkeit und individuelle Nuancen existieren, gibt uns vor allem das eine: zu denken.“ Auch Anton Christian Glatz gibt uns zu denken, und darüber hinaus zu verstehen, dass er sich der Gesellschaftskritik verpflichtet sieht (laut Text des Buchrückens) – und das sind wahrlich keine leeren Worte, denen er kokettierend ins Blaue hinterherschaut. „Ein Stein reist durch die Zeit“ enthält geschichtsträchtige Ereignisse, die aus humanitärer Perspektive große Bewandtnis und allesamt einen ethischen Symbolcharakter besitzen. Sei es die Demaskierung sozialer Missstände, religiös verbrämter Geisteshaltung oder die „Fallbeispiele“ menschlicher Eigensucht, Engstirnigkeit und Brutalität, stets ist ein Stück Meteorit-Gestein Zeuge des Geschehens und zugleich der Auslöser neuer Entwicklung. Trotz allem geht dem Autoren unterwegs nie der Humor abhanden, womit er einmal mehr eine erzählerische Geschicklichkeit unter Beweis stellt. Am Schluss dieser Reise durch Jahrtausende steht nicht etwa die Besinnung auf Humanität in einer „besseren Welt“. Gegen Ende der menschlichen Evolution hat sich an offenbar grundlegenden Eigenschaften unserer Spezies kaum Entscheidendes geändert. Und dies mutet umso erschreckender an, da wir aus dem Nichts hervorgegangen sind und – zeigt ein fatal-fantastischer Blick in eine relativ nahe Zukunft – in einer Singularität enden werden. An Bord jenes Raumschiffes, das die letzten Hoffnungen der Menschheit transportiert, wie könnte es anders sein, befindet sich auch jener Stein, auf dem Weg zu seinem tatsächlichen Bestimmungsort ... Was sind wir Menschen dahingegen anderes als Sternenstaub? Weil Anton Christian Glatz derart episch und sozialkritisch durch die Geschichte führt, möchte ich mit etwas Dröhnen auf sein Buch aufmerksam machen, damit der Stein anklingt und nicht auf einer parallelen Zeiltlinie unbeachtet von uns weiterzieht. (c) Peter Pitsch

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