Anton Haider

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Anton HaiderIm Reiche des roten Adlers
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Im Reiche des roten Adlers
Im Reiche des roten Adlers
 (1)
Erschienen am 18.04.2016

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Rezension zu "Im Reiche des roten Adlers" von Anton Haider

Ein neues Licht auf bekannte Fakten
Buchgespenstvor 2 Jahren

Karl Mays Zeit in Tirol war mehr als nur Urlaub und Erholung. Hier traf er Fans zu denen er eine Bekanntschaft aufbaute, die in seinen Prozessen eine wichtige Rolle spielen sollten. Aber nicht nur das: diese Bekannten waren selbst Autoren, die Wert auf seine Meinung legten, die er ermunterte, rezensierte, denen er half. Wer kennt heute noch die Namen Henriette Schrott oder Leopold Gheri?

Dieses Buch gibt keinen distanzierten Forschungsbericht, es publiziert Originaldokumente – Briefwechsel, Postkarten, Fotos – von Siegfried Augustin fachgerecht eingeleitet. Diese Briefe geben einen neuen Einblick in die turbulente Zeit als Karl Mays Stern vom Himmel geholt wurde. Wie seine Ehe zerbrach – durch Klara Plöhn, die sich wohl nicht zu schade war mit beiden (!) Mays ein Verhältnis anzufangen, um schließlich mit Karl ein neues Leben zu beginnen. Was wirklich geschehen ist, wo die Schuld lag, wer welche Motivation hatte – es wird wohl ein Geheimnis bleiben, das die Vergangenheit nicht mehr enthüllen wird. Dubios waren alle drei – Schuldzuweisungen sind heute müßig und jedem von ihnen ist von Forschern schon die Rolle des Schuldigen zugewiesen worden.

Für mich war der Briefwechsel mit Leopold Gheri am interessantesten. Dieser Autor war ein damals bekannter Reiseschriftsteller, der im Gegensatz zu May tatsächlich in den Ländern, über die er berichtete, unterwegs war. Heute ist er vergessen – zu einer Neuauflage seines Werkes in den 1950ern – noch von ihm persönlich begleitet – kam es nicht mehr. Das ist sehr schade, denn die in diesem Band abgedruckten Texte von Gheri machen Lust auf mehr.

Dieser Sonderband des Karl May Verlags gibt einen tollen Einblick in unbekannte Details aus Karl Mays Leben, in die Schizophrenie als seiner Stern sank und nicht nur er selbst fast unzurechnungsfähig begann, zu halten, was ihm Neider und Hüter der Gesellschaft gewaltsam entreißen wollten.

Das Buch wartet mit vielen Pluspunkten auf: der vollständige Briefwechsel mit Leopold Gheri, reichhaltiges Bildmaterial (Postkarten, Fotos, Noten-, Manuskriptblätter, Briefe und Karten. Dazu kommen die sonst vergriffenen Geschichten von Leopold Gheri, die einen Einblick in das Werk eines großen, vergessenen Autors geben und dieses einzigartige Buch perfekt abrunden.

Dieses Buch ist eine klare Leseempfehlung für Fans von Karl May, Interessierte an Briefwechseln und Biografien, an Literaturforschung, aber auch für Begeisterte von Reiseschriftstellern, Zeitgeschichte, Gesellschaft, Leben, Tourismus und Schriftstellern des 19. Jahrhunderts. Von meiner Seite aus, eine klare Leseempfehlung!

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