Rezension zu "Die Hausnummer: Eine Geschichte von Ordnung und Unordnung" von Anton Tantner
Bellis-PerennisDer Wiener Historiker Anton Tantner nimmt sich in diesem leider nur 80 Seiten dünnen Buch eines Themas an, dem man im Allgemeinen nur wenig Bedeutung schenkt: der Hausnummer.
Er erklärt wann und wo die ersten Hausnummern vergeben worden sind, und wer einen Nutzen daraus gezogen hat.
Wer hatte die Idee, die rechte Straßenseite mit ungeraden und die linke Seit mit geraden Hausnummern zu versehen? Etwas worüber sich kaum jemand Gedanken macht.
Ebenso wenig, wie über das kleine Detail, dass auch Hausnummern diskriminierend sein können: Tantner führt uns in das Prag des 18. Jahrhunderts, in dem sogenannte „Judenhäuser“ durch eine, in römische Ziffern geschriebene Hausnummer, sofort kenntlich waren. Die anderen Hausnummer sind in arabischen Ziffern beschriftet.
Zahlreiche Fotos von (alten) Hausnummern aus ganz Europa dokumentieren, wie Ordnung in die Orientierung der stets wachsenden Städte gebracht wurde.
Für mich als Vermesserin, die ständig mit Grundstücken und Kataster zu tun hat, und sich auch für historische Stadtpläne interessiert, eine wertvolle Ergänzung.
Gerne gebe ich diesem Buch 5 Sterne und finde es sehr schade, dass es so wenige Seiten hat.








