Anton Tschechow

 4,1 Sterne bei 137 Bewertungen
Autor von Onkel Wanja, Von der Liebe und weiteren Büchern.
Autorenbild von Anton Tschechow (©kein Urheberrecht mehr)

Lebenslauf von Anton Tschechow

Anton Pawlowitsch Tschechow wurde am 29. Januar 1860 in Taganrog, Russland geboren. Bekannt ist er heute durch seine unübertroffenen Kurzprosa und trug maßgeblich zur Formung der modernen Novelle und Kurzgeschichten bei. Bis heute gilt er als bekanntester Dramatiker nach Shakespeare. Er studierte in Moskau Medizin. Unter dem Pseudonym Tschechonte veröffentlichte er zahlreiche Erzählungen in Zeitungen als auch Zeitschriften. Nach Beendigung seines Studiums war Tschechow nur kurze Zeit als Arzt tätig und wechselte schnell zum Schreiben über. Insbesondere für Arme und Kranke setzte sich Tschechow besonders ein und stiftete mehrere Schulen. 1904 verstarb er an einer schlimmen Lungentuberkulose während eines Kuraufenthalts in Badenweiler.

Alle Bücher von Anton Tschechow

Cover des Buches Onkel Wanja (ISBN: 9783150140062)

Onkel Wanja

 (10)
Erschienen am 04.02.2020
Cover des Buches Von der Liebe (ISBN: 9783866474420)

Von der Liebe

 (8)
Erschienen am 30.06.2009
Cover des Buches Ausgewählte Dramen (ISBN: 9783104017877)

Ausgewählte Dramen

 (7)
Erschienen am 19.01.2012
Cover des Buches Liebesgeschichten (ISBN: 9783104018317)

Liebesgeschichten

 (6)
Erschienen am 19.01.2012
Cover des Buches Gesammelte Stücke (ISBN: 9783257063721)

Gesammelte Stücke

 (4)
Erschienen am 31.10.2003

Neue Rezensionen zu Anton Tschechow

Cover des Buches Eine Bagatelle (ISBN: 9783455402636)Bibliomanias avatar

Rezension zu "Eine Bagatelle" von Anton Tschechow

Von Liebe, Glück und Geld
Bibliomaniavor 2 Jahren

Dies waren die ersten Geschichten von Anton Tschechow, die ich gelesen habe. Kurzweilig, flüssig zu lesen und voll russischem Blut. Viel Drama und Tränen bei den Frauen, viel Melancholie und Armut bei den Männern.

Wirklich ganz schön, um immer mal wieder eine Geschichte zu lesen. Inhaltlich will ich gar nicht viel sagen, denn bei knapp 130 Seiten würden einfach zu viel Inhalt erzählt werden. Aber Tschechow bleibt den Titel treu. In jeder Geschichte geht es um Liebe, Glück und Geld und gerne auch um alles drei zusammen. Immer wieder schön finde ich die russischen Namen, zumal die Menschen oft mehr als einen Namen haben. Man hat das Gefühl Russen stürzen sich regelrecht in die Liebe, es geht immer um alles oder nichts. Halbe Sachen scheinen sie nicht zu kennen.

Interessant ist auch noch einmal das Nachwort, das noch einiges über Anton Tschechow offenbart.

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Cover des Buches Die Insel Sachalin (ISBN: 9783257202700)Pantoffeltiers avatar

Rezension zu "Die Insel Sachalin" von Anton Tschechow

Zustände der russischen Zwangsarbeit im 19. Jahrhundert
Pantoffeltiervor 3 Jahren

Ab dem 19. Jahrhundert diente die Insel Sachalin (eine Insel nördlich von Japan im Pazifik) als Strafkolonie für russische Gefangene. Der Arzt und Autor Anton Tschechow reiste 1890 dorthin, um die Deportierten zu befragen und die Zustände öffentlich zu machen (zu politischen Gefangenen hatte er übrigens keinen Zugang, das wäre nochmal eine andere Geschichte).
Dabei versucht er den Reisebericht so genau wie möglich zu machen, was zu einer schier endlosen Auflistung von Bevölkerungszahlen, klimatischen Bedingungen etc. führt, die mühsam zu lesen sind.

Interessant ist es trotzdem, denn als mitfühlender Mensch ist
Tschechow von den Bedingungen, die er vorfindet, schockiert:
„Solange ich auf Sachalin war, empfand ich im Inneren nur eine gewisse Bitterkeit, wie von ranziger Butter, jetzt dagegen, in der Erinnerung, erscheint mir Sachalin als die wahre Hölle. Zwei Monate habe ich angestrengt gearbeitet, im dritten Monat begann ich mich schwach zu fühlen von der erwähnten Bitterkeit, der Langeweile und dem Gedanken, daß die Cholera von Vladivostock auf Sachalin übergreifen und ich auf diese Weise Gefahr laufen könnte, in der Katorga überwintern zu müssen…“ in einem Brief an Suvorin S. 147

Die Verbannung ist oft mit Zwangsarbeit verbunden und soll nicht nur Rache üben, einschüchtern oder Besserung erzielen, sondern auch der Kolonisation dienen. Auch ökonomische Überlegungen spielen eine große Rolle. So können Strafgefangene nach Ableisten der Strafe (meist 6-10 Jahre) den Bauernstand erwerben und nach Sibirien umsiedeln (allerdings nicht nach Russland zurück). Da die klimatischen Bedingungen, die Infrastruktur und die Versorgungslage jedoch auf großen Teilen der Insel schlecht sind, funktioniert das System nicht sehr gut. Langeweile führt zu Spielsucht und Alkoholmissbrauch vieler Bauern.
Tschechow kritisiert, dass die Besserung der Gefangenen dem Profitstreben geopfert wird:
„…[es] ist üblich, daß die Armen und Einfältigen für sich und die anderen arbeiten, während die Falschspieler und die Wucherer Tee trinken, Karten spielen oder an der Anlagestelle umherwandern, mit den Ketten klirren, und sich mit den bestochenen Aufsehern unterhalten.“ (S. 181)
 Das Schlimme sei nicht die Schwere der Arbeit, sondern Ungerechtigkeit und Willkür. Aufseher verrohen genauso wie Gefangene, haben teilweise große Freude am Auspeitschen der Gefangenen. Akten verschwinden und Gerichtsverfahren werden nach Gutdünken entschieden.
Interessant fand ich auch die Beschreibung der Lebensumstände der Frauen. Es gab einen ständigen Mangel an Frauen für die Kolonisation (Tschechow kommt hier auf einen Frauenanteil, der circa bei 25% der Bevölkerung von Sachalin liegt), der für die Besiedlung nicht günstig ist.
Z.B. bitten die Kommandanten darum, Frauen nicht im Herbst zu schicken, da sie im Winter nur unnütze Esser sind und nicht arbeiten. Auch Prostitution ist ein blühendes Geschäft. Andererseits treten viele Frauen den Weg nach Sachalin freiwillig an. Manche wollen ihre Männer oder Väter begleiten, andere schätzen ihre Lebensbedingungen auf dem Festland als nicht viel besser ein. Immerhin werden sie auf Sachalin, sofern sie freiwillig kommen, Geld besitzen und keine Strafe ableisten müssen, oft verhältnismäßig gut behandelt, da es einen Mangel an Frauen gibt.

Für Tschechows Werk ist die Reise nach Sachalin eine entscheidende Prägung. Auch seine Gesundheit wird sich in den drei Monaten so gravierend verschlechtern, dass er 14 Jahre nach seiner Reise an Tuberkulose verstirbt. Für den heutigen Leser ist es sehr interessant, die Beschreibung der Zustände in Sachalin mit späteren Gefängniseinrichtungen zu vergleichen. Die Lektüre ist allerdings stellenweise sehr trocken und man braucht einiges Durchhaltevermögen. Auch Hintergrundlektüre zum System vom Katorga (Zwangsarbeit) und Ssylka (Verbannung) kann nützlich sein, um mehr zu verstehen.

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Cover des Buches Die Ehe aus Berechnung und andere Erzählungen / Anton Tschechow (ISBN: B0027PTBHO)Petra54s avatar

Rezension zu "Die Ehe aus Berechnung und andere Erzählungen / Anton Tschechow" von Anton Tschechow

düstere, hervorragend geschriebene Kurzgeschichten
Petra54vor 3 Jahren

Die kurzen Geschichten sind hervorragend gut geschrieben. Sie beschäftigen sich mit sozialen Themen, mit Ungerechtigkeit im zaristischen Russland. Meist sind seine Hauptpersonen machtlos irgendwelchen Behörden ausgeliefert, oft sind sie faul und niederträchtig und nehmen ihr Leben recht gleichmütig hin. Tschechow erzählt von dummen Bauern, korrupten Beamten, hochmütigen Apothekern, gleichgültigen Ehepartnern und immer wieder Betrunkenen, was mich meist in düstere Stimmung versetzte. Passend dazu die Zeichnungen (auch im Text zu nahezu jeder Geschichte), die zwar einen gewissen Witz aufweisen, doch das Niederträchtige und Hässliche im Menschen betonen.

Am besten gefiel mir „Der Reisende erster Klasse“, der sich darüber beklagt, dass Sängerinnen und Clowns aller Art bekannt sind, doch keine ernsten Wissenschaftler.


Wer düstere Geschichten mag, wird in diesem Buch eine unvergessliche Lektüre eines großartigen Autors finden.

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Gespräche aus der Community

Herzlich willkommen zu einer weiteren Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur"!

Auf unserer literarischen Weltreise dieses Jahr sind wir nun in Russland angekommen, wo wir uns gleich zwei Klassikern widmen werden. Als erstes lesen wir zusammen "Der Kirschgarten" von Anton Tschechow.

Diese Leserunde beginnt am 1.6.

Es wird eine weitere Leserunde geben zu Tolstois "Auferstehung", welche am 5.6. beginnt.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen mitzulesen. Wir lesen mit eigenem Exemplar.
87 Beiträge
Apfelgruens avatar
Letzter Beitrag von  Apfelgruenvor 2 Jahren
🤣 Herrlich, ich kann’s mir vorstellen 😁

Zusätzliche Informationen

Anton Tschechow wurde am 28. Januar 1860 in Taganrog (Russland) geboren.

Schreibt auch als: A.P. Chekhov, A. P. Chekhov

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von 23 Lesern aktuell gelesen

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