Anton Tschechow Drei Schwestern

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Inhaltsangabe zu „Drei Schwestern“ von Anton Tschechow

Die Schwestern Olga, Masa und Irina leben mit ihrem Bruder Andrej in einer russischen Provinzstadt, wo sie sich furchtbar langweilen. Sie haben nur ein Ziel: Nach Moskau zurückzukehren. Da wird ein Regiment in der kleinen Stadt stationiert - eine willkommene Abwechslung. Im Haus der drei Schwestern gehen die Offiziere ein und aus, und allerlei Liebesverwicklungen bahnen sich an.

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  • Bavaria und die dramatischen Schwestern

    Drei Schwestern
    Bavaria123

    Bavaria123

    05. June 2017 um 17:38

    Heute Abend wird im Residenztheater zum vorerst letzten Mal das Stück „Drei Schwestern“ von Anton Tschechov aufgeführt. Das ist für mich Grund genug, um mir vorab das Buch noch einmal durchzulesen....Das Buch========.Drei SchwesternDrama in vier Aktenübersetzt von Peter Urbanich habe die 2. Auflage 19792004 wurde die 12. Auflage herausgegebenDiogenes VerlagISBN-10: 3257201036ISBN-13: 978-3257201031Erstausgabe in Russisch 1901...Der Autor========.Geboren wurde Anton P. Tschechov am 29.01.1860 in Tangarog, Südrußland. Sein Großvater war ein Leibeigener, der sich freikaufen konnte. Der Vater besaß einen kleinen Krämerladen. ÄŒechov ging 1879 zum Studium nach Moskau und wurde Arzt. Er erkrankte bereits in jungen Jahren an Tuberkulose und war ab 1898 in verschiedenen Kurorten Südrußlands und Westeuropas. ÄŒechov starb am 15.07.1904 in Badenweiler...Worum geht es?============.Olga, Irina und Mascha – drei Töchter der besseren Moskauer Gesellschaft; perfekt ausgebildet, mehrsprachig, weltgewandt und dann doch gestrandet in der russischen Provinz. Mit dem Vater, einem angesehenen General, sind sie einst aus dem geliebten Moskau fort aufs Dorf gezogen. Der Vater ist jedoch längst verstorben und irgendwie sind die Schwestern in der Provinz hängengeblieben. Die Hoffnung, eines Tages nach Moskau zurückzukehren haben sie zwar noch nicht aufgegeben, aber die Sehnsucht nach Moskau wird mehr und mehr zum Traum von einem anderen Leben, einem anderen Lebensglück: Nach Moskau… Die Schwestern richten all ihre Hoffnungen auf den kleinen Bruder Andrej. Er soll sie erlösen und zurück in die Metropole, ins Leben, in den alten Glanz führen. Aber Andrej hat es sich im Dorf gemütlich gemacht: Er hat sich in Natascha verliebt, sie bekommen ihr erstes Kind und langsam drohen die Träume der Schwestern zu zerplatzen....Personen========.Andrej Sergejewitsch Prosorow.  Olga Mascha Irina seine Schwestern.Fedor Iljitsch Kulygin, Maschas Gatte.Natascha, Andrejs Braut, später seine Gattin.Alexander Ignatjewitsch Werschinin, Oberstleutnant und Batteriechef.Iwan Romanowitsch Tschebutykin, Militärarzt.Baron Tusenbach Soljony Rode Fedolik als Offiziere.Anfissa, eine alte Kinderfrau.Ferapont, ein Diener.Offiziere.  Dienerschaft. ...Leseprobe========.1. Auftritt.Olga (im blauen Uniformkleid einer Lehrerin am Mädchengymnasium); Mascha (im schwarzen Kleide, den Hut auf den Knieen, sitzt und liest in einem Buche); Irina (im weißen Kleide, steht sinnend da.)Olga. Heut' vor einem Jahr ist der Vater gestorben – gerade an Deinem Namenstag, Irina, am fünften Mai. Es war sehr kalt an dem Tage – es schneite sogar. Ich glaubte nicht, daß ich's überleben würde, – Du lagst ohnmächtig da, wie tot. Und nun ist kaum ein Jahr vergangen – und wir reden davon so gleichgültig, Du hast schon Dein weißes Kleid an, und Dein Gesicht strahlt. (Die Uhr schlägt zwölf.) Auch damals schlug gerade die Uhr. (Pause.) Ich erinnere mich noch – wie sie den Vater hinaustrugen, spielte die Militärkapelle, und auf dem Friedhof wurde geschossen. Merkwürdig übrigens: Er war doch General und Brigadekommandeur, und doch waren nur wenige Leute am Grabe. Allerdings fiel an dem Tage ein starker Regen – Regen und Schnee …Irina. Wozu die Erinnerung auffrischen! Wer gerne mehr bzw. alles lesen möchte kann das auch hier: http://gutenberg.spiegel.de/buch/drei-schwestern-3978/2...Meine Meinung=======.Die Geschichte, die in diesem Buch erzählt wird, ist im Prinzip simpel. Vieles erahnt man, vieles wird nur angedeutet, nicht alles wird ausgesprochen. Anton Tschechow schrieb die Geschichte in Jalta auf der Halbinsel Krim, wohin er sich 1898 wegen seiner Tuberkulose-Erkrankung zurückziehen musste. Die Handlung besteht aus vier scheinbar unverbundenen Episoden, die mit Spannung und Emotionen geladen sind. Jeder Akt kreist um eine Begebenheit, der von sich aus tragische Bedeutung zukommt. Den Mittelpunkt des ersten Aktes bildet beispielsweise der Namenstag von Irina. Ebenso geht es aber auch um die Beerdigung des Vaters, die ein Jahr zurück liegt und auch um die Abreise aus Moskau vor elf Jahren. So ist der erste Akt zum einen im Zeichen von Zukunft und Vergangenheit, er ist fröhlich und traurig zugleich. Es werden Geschenke überreicht. Und diese Geschenke haben eine symbolische, ja fast schon psychologische Nuance. Jedes Präsent sagt etwas über den Schenkenden aus und verrät sein Verhältnis zu Irina. So stellt beispielsweise ein Brummkreisel die Unreife der Beschenkten dar. Ich finde dieses sehr gelungen. Der Autor arbeitet in diesem Werk auch mit verschiedenen Klängen. Im Buch sind diese natürlich nur als Regieanweisung zu lesen, aber sie sind so plastisch, dass man sie sich gut vorstellen kann. So fordert eine Bühnenanweisung, dass gedämpfte Akkordeonklänge von der Straße hereindringen. Das ist ein gekonntes Stilmittel um aufzuzeigen, dass die Welt nicht an den Kulissen aufhört, sondern hier nur ein kleiner Ausschnitt gezeigt wird. Die Akkordeontöne haben aber auch eine symbolische Bedeutung als Untermalung der Festivitäten in der Stadt, während drinnen die Kinderfrau ein krankes Kind in den Schlaf singt. Diese immer wieder gewählte Symbolik, die sich durch das ganze Stück zieht, gefällt mir ausgesprochen gut. Das beginnt schon mit Tschechovs Beschreibung der Kleidung. Irina, als Jüngste und Temperamentvollste, ist in Weiß gekleidet und all ihr Streben und Denken ist auf die Zukunft gerichtet. Sie hat mehr aus Verzweiflung denn aus Liebe den pedantischen Lehrer Kulygin geheiratet, den sie aber verachtet und und betrügt. Die apathisch wirkende Mascha ist in Schwarz gekleidet, sie weist so auf die Beerdigung des Vaters und damit auf die Vergangenheit hin. Die älteste der drei Olga, in ihrer blauen Berufskleidung, verkörpert die Gegenwart und damit auch die Mühen des täglichen Lebens wobei sie zu gerne eine Ehefrau wäre.Tschechov war einer der ersten, der sich bei den Dialogen neueren Techniken bediente. So gibt es mehrere Monologe, die sich dann überschneiden. Sie reden viel und hören kaum zu. Das kommt bei mir an, wie ein aneinander vorbei reden, dass es ja heutzutage auch des Öfteren gibt. Bei der Geschichte gibt es im Prinzip keine richtigen Helden, die Schwestern sind eher Opfer. Eigentlich haben sie alles und träumen doch von noch viel mehr um dann im Selbstmitleid zu versinken. „Die drei Schwestern“ ist ein über 100 Jahre altes Stück, das ein Gesellschaftsbild zeichnet, das einem auch heute noch bemerkenswert vertraut ist. Da Peter Urban hat das Gesamtwerk von Anton Tschechow übersetzt; seine deutschen Fassungen von Tschechows Dramen erschlossen dem deutschsprachigen Publikum überhaupt erst diese Zentralfigur der russischen Literatur. Die Knappheit, Dichte und Lakonie, die Tschechows Erzählungen zum Vorbild nicht zuletzt der amerikanischen Short Story machte, wurde im Deutschen erst durch Urbans Übersetzungen kenntlich.Somit gehe ich fest davon aus, dass er den Ton, den der Autor herüber bringen wollte, auch im Deutschen getroffen hat.An manchen Stellen kommt mir die Erzählung, die eine der späteren Werke des Schriftstellers ist, vor wie ein breiter, gemächlich dahin fließender Strom. Denn teilweise ist es schon mühsam, ja fast langweilig zu lesen und ufert in vielen Monologen aus. Und auch das Leben der Schwestern erscheint als eher ereignislos zwischen belanglosen Gesellschaften in Gegenwart dummer und öder bis kindischer Männer. Und doch ist dann wieder ein Aufblitzen von dem Philosophieren über den Sinn des Daseins oder gar die eine oder andere spitzfindige komische Sichtweise. Wie alle Stücke Tschechows berührt einen auch dieser Text ganz unmittelbar und entzieht sich gleichzeitig jeder eindeutigen Interpretation. „Die drei Schwestern“ ist eines der bekanntesten Werken Tschechovs, dessen Texte menschliches großes Leid mit reichlichster Leichtigkeit verbinden und dessen ironisch-liebevollen Betrachtungen der Gesellschaft bis heute nichts an Gültigkeit verloren haben. Aufgrund der teilweise aber doch überzogenen Monologe ziehe ich einen Stern in der Wertung ab. Diese Einschätzung könnte mir der Autor auch nicht einmal übel nehmen, urteilte er doch selbst über das Stück, es sei „langweilig geworden, zäh, unangenehm…“

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