Antonella Lattanzi

 5 Sterne bei 1 Bewertungen
Autorin von Noch war es Nacht.

Lebenslauf von Antonella Lattanzi

Eine Kennerin dunkler Leidenschaften: Antonella Lattanzi ist eine italienische Roman- und Drehbuchautorin. Sie wurde 1979 in Bari geboren und studierte Literaturwissenschaften in Rom. Für ihre Arbeiten als Drehbuchautorin, wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Seit 2010 unterrichtet Lattanzi außerdem an der Scuola Holden. Dieses, von Alessandro Baricco und Carlo Feltrinelli in Rom gegründete, Institut für Kreatives Schreiben ist das berühmteste seiner Art in Italien. In ihrem Debütroman „Una storia nera“ (2017; deutsch: „Noch war es Nacht“, 2018) erzählt Antonella Lattanzi die Geschichte der ehemals leidenschaftlichen, aber obsessiven und gewalttätigen Liebe zwischen Vito und Carla. Erst spät gelingt Carla die Trennung. Aber aus der Ferne versucht Vito weiter, Carla zu beherrschen. Am dritten Geburtstag ihrer jüngsten Tochter Mara ist die Familie noch einmal scheinbar friedlich vereint. Doch dann eskalieren die Ereignisse erneut. Die Filmrechte an „Noch war es Nacht“ wurden an eine TV-Produktionsfirma verkauft, die aus dem hochemotionalen Stoff eine Serie für das Fernsehen drehen wird. Das Drehbuch schreibt die in Rom lebende Autorin selbst.

Alle Bücher von Antonella Lattanzi

Antonella LattanziNoch war es Nacht
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Noch war es Nacht
Noch war es Nacht
 (1)
Erschienen am 21.08.2018

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Rezension zu "Noch war es Nacht" von Antonella Lattanzi

Ein Buch, das tief berührt
buchstabensammlerinvor 25 Tagen

Rund ums Buch:
Titel: Noch war es Nacht
Autorin: Antonella Lattanzi
Verlag: Rowohlt
Buch: Gebundene Ausgabe / Lesebändchen
Seiten: 285
Erschienen: 21.08.2018
ISBN: 978-3-463 406992
Preis: 20,00 €

Cover:
Ein sehr ansprechendes Cover, die Schulter einer Frau, die ihr Gesicht wegdreht. Ein rotes, ausgeschnittenes Kleid....das auf schwarzem Hintergrund.... man denkt an Verführung...

Inhalt:
Mara möchte zu ihrem dritten Geburtstag ihren Vater Vito dabei haben, den Vater, der nicht mehr bei ihr, und ihren beiden älteren Geschwistern Rosa und Nicola wohnt... der Vater, der die Mutter Carla schlägt und sich nicht unter Kontrolle hat. Carla macht alles möglich, damit der Geburtstag ein schöner Tag wird, in der Wohnung ihres Bruders, ein neutraleres Umfeld. Doch am nächsten Tag ist Vito spurlos verschwunden.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich sehr tief berührt. Wie würde ich reagieren, was würde ich machen, wenn ich jemanden lieben würde, der sich nicht unter Kontrolle hat und mich schlägt, mich erniedrigt? Niemals hat er Hand an die Kinder gelegt, niemals würde er diesen etwas antun, doch ein falsches Wort, und ich spüre seine Hand. Ich würde durchdrehen, aber ich würde vor allem reden, mit anderen Menschen und Anzeige erstatten. Aber in dieser Geschichte ist es anders, in der römischen Vorstadt, in der Carla abhängig von Vito ist, von seinem Geld und seinen Launen, und: sie liebt ihn. Ja, diese Abhängigkeit und Liebe wird ihr zum Verhängnis.
Das Buch behandelt das Thema häusliche Gewalt auf eine sehr subtile Art, dass man es fast ausklammern kann, denn auf der anderen Seite ist es auch ein Krimi, bei dem es um die Suche des verschwundenen Vito geht. Die Geschichte ist unglaublich emotional und fesselt den Leser immer wieder an die Frage: was hätte ich gemacht? Wir würde ich handeln? Und was empfinden die Kinder, die ihre Mutter leiden sehen, immer wenn der Vater sie schlug, die aber einen Vater vermissen, der ein Guter für sie war und der nun verschwunden ist.
„Rosa war unentschlossen, ob sie weiterhin auf die Geräusche der beiden hören oder sich auch Kopfhörer aufsetzen sollte. Jener Vater, der alles kurz und klein schlug und der auch die Mutter schlug, schien ihr nicht der gleiche Vater zu sein, der seit nunmehr fünf Tagen vermisst wurde. Der Vater, um den sie sich so sehr sorgte, ein wehrloser, herzensguter, verschwundener Vater.“ (Seiter 72)

Und man findet Vito, das kann man hier vorwegnehmen, es ist absehbar, auf einer Müllhalde tot und schnell wird Carla als Mörderin ins Gefängnis verbannt. Die Qual, die sie ertragen muss, ihre Kinder nicht sehen zu können, die bei ihrer Schwiegermutter sind und dort beeinflusst werden... ich habe so mitgelitten. Ich konnte den Schmerz von Carla spüren....
Und dann wird der Fall groß aufgezogen, im TV, gerichtlich verhandelt und man ist baff über die Ruhe und gelebte Ausweglosigkeit, die Carla rüber bringt... und doch passieren Dinge, mit denen man nicht rechnet.

Fazit:
Ein Buch, was den Leser fragen lässt, ob die Protagonistin Opfer oder Täter ist.... diese Frage muss sich jeder selbst beantworten. Und die Debatte bleibt: häusliche Gewalt ist ein Thema, was viel zu wenig diskutiert und vor allem die Beweggründe geklärt werden und was Abhängigkeit, Liebe und der Wunsch nach der perfekten Familie mit Menschen machen kann. 

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